Chrysander | Fürsten-Roman 2718 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2718, 64 Seiten

Reihe: Fürsten-Roman

Chrysander Fürsten-Roman 2718

Die royale Kupplerin
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7517-6997-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Die royale Kupplerin

E-Book, Deutsch, Band 2718, 64 Seiten

Reihe: Fürsten-Roman

ISBN: 978-3-7517-6997-6
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Tamina Prinzessin von Seefeld hat es sich zur Aufgabe gemacht, einsame Herzen zusammenzubringen. Mit einer beeindruckenden Bilanz von dreiundzwanzig erfolgreich gestifteten Ehen scheint sie die Meisterin des Matchmakings zu sein - außer, wenn es um ihr eigenes Liebesleben geht. Doch die so kontrollierte und kühle Tamina betont immer wieder, sie sei überzeugter Single und wolle auch nie heiraten.
Graf Gregor zu Feldenburg, ein charmanter, aber wählerischer Aristokrat, ist ihr neuester Klient. Tamina durchforstet ihre Datei und schickt Gregor auf ein Date nach dem anderen, doch keine Frau ist die Richtige. Kein Mann hat es ihr jemals so schwer gemacht. Je mehr Zeit Tamina mit dem Grafen verbringt, desto stärker wird das Band zwischen ihnen. Er ist anders als die anderen: humorvoll, klug, und seine eisblauen Augen verraten eine Sehnsucht, die Tamina nicht ignorieren kann. Als sie schließlich begreift, dass Gregor jemanden sucht, der genau wie sie ist, gerät ihre sichere Welt ins Wanken ...

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Die royale Kupplerin

Warum sie ausgerechnet für den attraktiven Grafen nicht die passende Frau findet

Von Catharina Chrysander

Tamina Prinzessin von Seefeld hat es sich zur Aufgabe gemacht, einsame Herzen zusammenzubringen. Mit einer beeindruckenden Bilanz von dreiundzwanzig erfolgreich gestifteten Ehen scheint sie die Meisterin des Matchmakings zu sein – außer, wenn es um ihr eigenes Liebesleben geht. Doch die so kontrollierte und kühle Tamina betont immer wieder, sie sei überzeugter Single und wolle auch niemals in ihrem Leben heiraten.

Graf Gregor zu Feldenburg, ein charmanter, aber wählerischer Aristokrat, ist ihr neuester Klient. Tamina durchforstet ihre Datei und schickt Gregor auf ein Date nach dem anderen, doch keine Frau ist die Richtige. Kein Mann hat es ihr jemals so schwer gemacht. Je mehr Zeit Tamina mit dem Grafen verbringt, desto stärker wird das Band zwischen ihnen. Er ist anders als die anderen: humorvoll, klug, und seine eisblauen Augen verraten eine Sehnsucht, die Tamina nicht ignorieren kann. Als sie schließlich begreift, dass Gregor jemanden sucht, der genau wie sie ist, gerät ihre sichere Welt ins Wanken ...

Elegante Kleider in strahlenden Farben raschelten auf der Tanzfläche. Das Quartett spielte einen beschwingten Walzer, die Tanzenden wirbelten mit leuchtenden Augen und leicht verschwitzten Gesichtern umeinander herum. Tamina Prinzessin von Seefeld lächelte und betrachtete den Pulk der rauschenden Ballkleider auf der Tanzfläche. Sie lehnte sich zurück, nahm einen Schluck Champagner und streifte ihre Pumps von den Füßen. Es war weit nach Mitternacht, niemand würde ihr jetzt noch einen Vorwurf machen, wenn sie die Füße hochlegte. Sie bettete ihre pochenden Sohlen in den Seidenstrümpfen auf den Stuhl neben sich und leerte ihr Glas. Tamina sah sich nach einem der Kellner um, aber statt eines jungen Mannes in Livree stand nun eine Dame in pfirsichfarbenem Kleid vor ihr.

»Tamina?«, fragte sie und lächelte vorsichtig. »Ich bin Gabriella.«

»Gräfin Gabriella von Goldenstrom«, sagte Tamina. »Ich weiß.«

»Oh«, machte Gabriella peinlich berührt.

Tamina wischte mit der Hand durch die Luft und zeigte auf einen der freien Stuhl an ihrem Tisch. Es waren alle Stühle frei. Zu dieser Stunde waren die Hochzeitsgäste entweder auf der Tanzfläche oder zu Bett gegangen. Letzteres war aber nur zu entschuldigen, wenn man fünfundachtzig oder älter war. Der Rest musste bleiben und hatte zu tanzen. Noblesse oblige.

»Mach dir keinen Kopf, dass ich dich kenne und du mich nicht«, sagte Tamina zu der jungen Gräfin. »Es ist ein bisschen wie ein Sport für mich, jede und jeden in unseren Kreisen zu kennen.«

»Natürlich«, entgegnete Gabriella und nickte. »Ich ...«

Tamina entdeckte endlich einen Kellner und winkte ihn heran. Während Gabriella nach Worten suchte, angelte Tamina zwei Champagnergläser vom Tablett und reichte eines der jungen Gräfin.

»Auf das Glück der Liebe«, sagte die Prinzessin.

Gabriella nickte eifrig und trank. Wieder wollte sie etwas sagen, aber die Worte fehlten ihr. Tamina lächelte gütig und nippte an ihrem Glas. Sie beobachtete die hübsche Gräfin, aus der es schließlich herausplatzte: »Ich brauche einen Mann.«

Tamina lachte und stellte ihr Glas ab.

Gabriella räusperte sich.

»Verzeihung, es ist mir ein wenig peinlich, aber ... es heißt, dass du das Brautpaar hier zusammengebracht hast.«

Taminas Blick glitt zu der strahlenden Braut in ihrem ausladenden weißen Kleid und dem Bräutigam mit den wohl glücklichsten Augen der Welt. Die Prinzessin konnte sich noch genau erinnern, als sie die beiden das erste Mal getroffen hatte. Getrennt voneinander. Damals hatte sich das Paar noch nicht gekannt. Sie waren jeder für sich einsam und auf der Suche gewesen. Und Tamina hatte gefunden, was ihnen gefehlt hatte.

»Ja, dieses Paar und viele andere«, erklärte die Prinzessin.

Gabriella nickte und beugte sich vor. »Ich meine, was soll ich denn machen? Ich kann ja schlecht eine Dating-App benutzen, was soll meine Familie da sagen? Ganz zu schweigen davon, dass ich dort nie einen Mann finde, der all das hier ...«

Gabriella zeigte auf den Ballsaal, die hohen Fenster mit den schweren Samtvorhängen, die Kassettendecke mit den Malereien und jauchzenden Tänzer.

»Einen Mann, der all das versteht«, beendete sie ihren Satz.

Tamina nickte. »Ich weiß, unsere Kreise sind speziell.«

»Prinzessin Caroline hat Dating-Apps benutzt und ist dort an einen Klatschreporter geraten. Das wäre mein Tod.«

Tamina lächelte. »Oh ja, ich weiß.«

»Es ist mir peinlich, dich zu fragen, Tamina, weil das heißt, dass ich selbst noch niemanden gefunden habe. Es heißt, dass ich dich nötig habe, und das ist mir unangenehm, aber ich habe dich nun mal nötig. Ich dachte immer, wenn ich dreißig bin, bin ich längst verheiratet. Ich will doch nicht als alte Jungfer enden.«

Tamina räusperte sich und hob eine Augenbraue.

»Entschuldigung.« Gabriella lief rot an. »Ich meine nicht ... das heißt nicht ... Dreißig ist jung.«

»Ich bin sechsunddreißig«, erklärte Tamina. »Und wenn ich verheiratet wäre, hätte ich wahrscheinlich gar keine Zeit, einen Mann für dich zu finden.«

»Also hilfst du mir?«

Die Prinzessin nickte »Natürlich. Ich werde mal nachsehen, wen ich für dich in meiner Kartei habe.«

»Du hast eine Kartei?«, fragte die junge Gräfin perplex, während das Streichquartett nun zu einer flotten Polka überging.

»Natürlich«, antwortete Tamina, »ich nehme meine Aufgabe sehr ernst, Gabriella. Denkst du, ich habe dreiundzwanzig Ehen gestiftet, ohne mir Hobbys, Werte und Interessen zu notieren? Ich kann mir das doch nicht alles merken, ich habe Verzeichnisse.«

»Wow«, hauchte Gabriella. »Und soll ich dir schon mal ein paar Informationen geben?«

»Sehr gern«, entgegnete die Prinzessin und holte ihr Handy aus der Abendtasche. Sie öffnete ihre Notiz-App. »Also, dann erzähl mir mal von deinen Interessen und Werten, Gabriella«, bat Tamina. »Wie viel Kinder willst du, wo und wie willst du leben, was arbeitest du, wie darf der Mann deiner Träume auf keinen Fall aussehen?«

»Du bist schon fertig mit Tanzen?«, fragte Graf Heinrich und hob eine buschige Augenbraue.

Gregor seufzte und ging zu dem Servierwagen. Er nahm ein Glas und füllte es mit klirrenden Eiswürfeln.

»Ich mache nur eine Pause, Vater«, antwortete Graf Gregor und kippte sich einen kleinen Schuss Whiskey ins Glas.

In seinem Rücken paffte sein Vater mit seinen Freunden Zigarre. Fürsten und Grafen saßen hier in ledernen Chesterfieldsesseln. Die Flügeltüren zur Terrasse waren geöffnet, dass der Rauch abziehen konnte, aber er tat es nicht. Oder zumindest war er nicht schnell genug. Der Dunst hing über dem rotbraunen Perserteppich und zwischen den schweren Bücherregalen voller in Leder gebundener Wälzer. Draußen war Nacht, Sterne funkelten, auf der Terrasse hingen leuchtende Papierlaternen in allen Farben. Drinnen im Herrensalon war das Licht gedimmt. Tanzmusik drang über den Flur zu ihnen. Gregor leerte seinen Whiskey und schüttete Wasser ins Glas. Schweiß perlte auf seiner Stirn, er tupfte ihn mit einem Taschentuch ab.

»Du siehst mir nicht ansatzweise erschöpft genug aus, mein Sohn.«

»Wie bitte?« Gregor starrte seinen Vater fassungslos an.

»Du tanzt nicht so, als wäre es dir ernst, mein Junge.«

»Es ist ein Walzer, Vater. Wie ernst soll der mir schon sein?«

»Jetzt gerade läuft eine Polka«, knurrte Fürst Theobald, Großvater der Braut, der hager und zusammengefallen in einem Sessel gegenüber von Graf Heinrich saß. Die Zigarre zwischen seinen dürren Fingern schien fast größer als er selbst.

»Dann eben eine Polka, die kann man doch nur noch weniger ernst nehmen«, sagte Gregor und seufzte.

»Es geht nicht um die Musik«, erwiderte Heinrich. »Oder ums Tanzen.«

»Ich weiß, Vater«, murmelte Gregor.

Er wusste, worum es seinem Vater ging. Er kannte die alte Leier, er hatte nur gehofft, sich heute nicht mit ihr beschäftigen zu müssen.

»Seine letzte Freundin war eine Sekretärin«, äußerte Heinrich, zog an seiner Zigarre und schüttelte den Kopf. »Eine Sekretärin. Kann man das glauben?«

»Sekretärvögel sind sehr hässlich«, knurrte Fürst Theobald. »Ich bevorzuge Papageien.«

Gregor hob eine Augenbraue und betrachtete den alten Fürsten, der offenbar dachte, es ginge in diesem Gespräch um Vögel. Er paffte jetzt an seiner Zigarre und schaute durch die Flügeltüren in die Nacht, als höre er gar nicht zu. Wahrscheinlich träumte er von einer Südseeinsel voller Papageien.

»Marla war Assistentin«, korrigierte Gregor...



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