E-Book, Deutsch, 384 Seiten
Reihe: Arkana
Chopra Das Buch der Geheimnisse
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-641-25592-3
Verlag: Arkana
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 384 Seiten
Reihe: Arkana
ISBN: 978-3-641-25592-3
Verlag: Arkana
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Dr. Deepak Chopra stammt ursprünglich aus Indien. Wie kein anderer verbindet er das Wissen des Westens mit der Weisheit des Ostens. Als erfolgreicher Internist und Endokrinologe stellte er in den 1980er Jahren fest, dass der westlichen Medizin gleichsam die Seele fehlt. Daher machte er sich auf die Suche nach einer ganzheitlichen Medizin, die ihn bald in den Grenzbereich von Wissenschaft und Glauben brachte, dem er sich auch heute noch mit Erfolg widmet. Seine mehr als 90 Bücher sind Bestseller: Sie wurden in 43 Sprachen übersetzt und insgesamt mehr als 20 Millionen Mal verkauft. Das Time Magazine zählt Chopra zu den 100 herausragenden Köpfen des 20. Jahrhunderts.
Weitere Infos & Material
1. Geheimnis
Das Rätsel des Lebens ist wirklich
Das Leben, wie Sie es kennen, ist eine dünne Schicht von Ereignissen, die über einer tieferen Wirklichkeit liegt. In dieser tieferen Wirklichkeit sind Sie ein Teil von allem, was geschieht, was je geschah und je geschehen wird. In dieser tieferen Wirklichkeit wissen Sie mit absoluter Sicherheit, wer Sie sind und was Ihre Aufgabe ist. Sie sind weder verwirrt noch stehen Sie mit irgendeinem anderen Menschen auf Erden in Konflikt. Ihre Lebensaufgabe ist es, der Schöpfung zu helfen, sich zu entfalten und zu wachsen. Wenn Sie sich betrachten, sehen Sie nur Liebe.
Das Rätsel des Lebens ist freilich nichts von alledem. Es ist das Wissen, wie man diese Dinge an die Oberfläche holt. Wenn mich jemand fragte, wie man beweisen könne, dass das Leben tatsächlich ein Rätsel birgt, würde ich antworten: Der einfachste Beweis liegt in der gewaltigen Kluft zwischen tiefer Wirklichkeit und Alltagsleben. Seit unserer Geburt bekommen wir ununterbrochen Hinweise darauf, dass eine andere Welt in uns steckt. Sind Sie noch nie ins Staunen geraten? Wir geraten ins Staunen, wenn wir schöne Musik hören oder natürliche Schönheit erblicken, die uns einen Schauer über den Rücken jagt. Oder wenn wir etwas Vertrautes mit neuen Augen betrachten – die Morgensonne, einen Baum, der sich im Wind wiegt, das Gesicht eines schlafenden Menschen, den wir lieben – und in diesem Augenblick wissen, dass das Leben mehr ist, als es zu sein scheint.
Sie haben unzählige Hinweise bekommen und übersehen, weil die Botschaft nicht klar war. Ich habe erstaunlich viele Menschen mit unglaublichen spirituellen Anfängen kennen gelernt: Manche sahen als Kinder, wie die Seele ihrer Großmutter im Augenblick des Todes den Körper verließ, wie sie an einem Geburtstag von Lichtgestalten umgeben waren, sie haben ihren Körper verlassen oder sahen, als sie von der Schule nach Hause kamen, ein geliebtes Familienmitglied im Flur stehen, das gerade bei einem schrecklichen Unfall ums Leben gekommen war. (Ein Mann erzählte mir, er sei in den ersten zehn Jahren seines Lebens ein »Seifenblasen-Bub« gewesen, sei in seiner Seifenblase hoch über der Stadt geschwebt und habe darin unbekannte Länder bereist.) Millionen von Menschen – das ist nicht übertrieben, sondern das Ergebnis öffentlicher Meinungsumfragen – sahen sich schon einmal von einem schimmernden weißen Licht umgeben oder hörten eine Stimme und wussten, dass es die Stimme Gottes war, oder hatten in ihrer Kindheit unsichtbare Schutzengel, Fantasiegefährten, die sie beschützten, während sie schliefen.
Schließlich wurde mir klar, dass der überwiegende Teil der Menschen Erfahrungen dieser Art gemacht hat – wahrhaft geheime Reisen in eine Wirklichkeit, die nur durch einen dünnen Schleier der Skepsis von dieser Welt getrennt ist. Wenn wir diesen Schleier lüften, verändert sich unsere Wahrnehmung. Das ist eine persönliche, gänzlich subjektive, aber höchst reale Veränderung.
Wenn Sie ein Rätsel zu lösen hätten, das überall ist und sich doch nicht zu einem Gesamtbild zusammenfügt, wo würden Sie anfangen? Ein großer Detektiv wie Sherlock Holmes würde seine Suche auf eine Grundhypothese aufbauen: Etwas Unbekanntes möchte erkannt werden. Ein Rätsel, das nicht gelöst werden will, weicht einfach immer weiter zurück, je näher man der Lösung kommt. Anders das Rätsel des Lebens: Seine Geheimnisse werden sofort offenbar, wenn man nur weiß, wo man suchen muss. Aber wo kann das sein?
Die Weisheit unseres Körpers ist ein guter Einstieg in die verborgenen Dimensionen des Lebens. Sie ist gänzlich unsichtbar und doch nicht von der Hand zu weisen – Mitte der Achtzigerjahre räumte die medizinische Forschung allmählich die Existenz einer derartigen Weisheit ein. Davor war man der Ansicht gewesen, Intelligenz beschränke sich auf das Gehirn.
Doch dann entdeckte man Anzeichen von Intelligenz zuerst im Immun-, dann im Verdauungssystem. Man fand heraus, dass Botenmoleküle dieser beiden Systeme durch alle Organe zirkulieren und Informationen vom und zum Gehirn überbringen, aber dass diese Systeme auch selbstständig arbeiten. Ein weißes Blutkörperchen, das zwischen eindringenden feindlichen Bakterien und harmlosen Pollen unterscheiden kann, fällt eine intelligente Entscheidung, obwohl es ohne Verbindung zum Gehirn im Blutstrom schwimmt.
Vor zehn Jahren wäre es absurd gewesen, von intelligenten Organen zu sprechen. Zwar war bekannt, dass die Darmschleimhaut über viele tausend Nervenenden verfügt, doch das waren lediglich abgelegene Außenposten des Nervensystems – eine Möglichkeit, die niedere Arbeit der Nährstoffgewinnung aus der Nahrung zu überwachen. Nun stellt sich heraus, dass unsere Eingeweide doch nicht so unbedeutend sind. Ihre weit verstreuten Nervenzellen bilden ein fein abgestimmtes System, das auf äußere Ereignisse reagiert – eine kritische Bemerkung des Vorgesetzten bei der Arbeit, eine drohende Gefahr, einen Todesfall in der Familie. Auf die Reaktionen des Magens kann man sich ebenso verlassen wie auf die Gedanken des Gehirns – und sie sind ebenso kompliziert. Unser Darm, unsere Leber und unsere Magenzellen denken. Nur denken sie nicht in einer aus Worten zusammengesetzten Sprache wie das Gehirn. Das, was die Menschen als »Bauchgefühl« bezeichnen, entpuppte sich als Hinweis auf jene komplexe Intelligenz, die in vielen Billionen Zellen am Werk ist.
Im Zuge einer umwälzenden medizinischen Revolution betraten Wissenschaftler eine verborgene Dimension, von der niemand etwas geahnt hatte. Schon seit Jahrmillionen sind uns die Zellen im Denken überlegen. Genau genommen könnte ihre Weisheit, die so viel älter ist als die Weisheit der Großhirnrinde, das beste Modell für das Einzige darstellen, was noch älter als sie ist: den Kosmos. Vielleicht ist uns auch das Universum im Denken überlegen. Wohin ich mich auch wende, überall wird die Absicht der kosmischen Weisheit spürbar. Im Grunde will sie dasselbe wie ich – wachsen, sich entfalten, erschaffen. Der größte Unterschied besteht darin, dass mein Körper besser mit dem Universum zusammenarbeitet, als ich es kann.
Zellen haben kein Problem damit, ganz und gar Teil des Rätsels des Lebens zu sein. Ihre Weisheit liegt in allumfassender Leidenschaft und völliger Hingabe. Sehen wir nun, ob sich die Elemente körperlicher Weisheit mit den verborgenen Dimensionen in Einklang bringen lassen, nach denen wir suchen:
Die Weisheit, mit der wir bereits leben
Identifikation mit der Intelligenz des Körpers
1.Wir dienen einem höheren Zweck.
2.Wir stehen mit allem Leben in Kontakt.
3.Unser Bewusstsein ist offen für Veränderungen. Es ist sich jeden Augenblick aller Dinge in unserer Umgebung bewusst.
4.Wir akzeptieren, dass alle anderen uns gleichgestellt sind, und nehmen sie ohne Urteil oder Vorurteil an.
5.Wir nutzen jeden Augenblick mit neuer Kreativität, statt uns an Altes und Überholtes zu klammern.
6.Unser Sein wird sanft von den Rhythmen des Universums getragen. Wir fühlen uns sicher und geborgen.
7.Unter Effizienz verstehen wir, dass der Fluss des Lebens uns bringt, was wir brauchen. Für Gewalt, Kontrolle und Kampf haben wir nichts übrig.
8.Wir fühlen uns mit unserer Quelle verbunden.
9.Wir sind dem Geben verpflichtet, denn das Geben ist die Quelle allen Überflusses.
10.Wir sehen alle Veränderungen, auch Geburt und Tod, vor dem Hintergrund der Unsterblichkeit. Das, was sich nicht verändert, erscheint uns am wirklichsten.
Bei keinem dieser Punkte handelt es sich um ein spirituelles Ziel. Es sind alltägliche Fakten aus dem Leben unserer Zellen.
Höherer Zweck: Jede Zelle unseres Körpers erklärt sich bereit, dem Wohle des Ganzen zu dienen. Ihr persönliches Wohlergehen steht erst an zweiter Stelle. Wenn nötig, stirbt sie, um den Körper zu schützen, und oft tut sie das auch – die Lebensdauer einer beliebigen Zelle beträgt nur einen Bruchteil unseres ganzen Lebens. Stündlich gehen Tausende von Hautzellen zugrunde, sterben Abwehrzellen im Kampf gegen eindringende Mikroben. Egoismus hat keine Chance, nicht einmal dann, wenn das Überleben der Zelle auf dem Spiel steht.
Kontakt: Jede Zelle hält mit allen anderen Zellen Kontakt. Botenmoleküle rasen überall hin, um auch die fernsten Außenposten des Körpers von einem Wunsch oder einer Absicht in Kenntnis zu setzen – wie unwichtig sie auch sein mögen. Rückzug oder die Weigerung zu kommunizieren kommen nicht infrage.
Bewusstsein: Zellen passen sich jeden Augenblick von neuem an die Gegebenheiten an. Sie bleiben flexibel, um sofort reagieren zu können. Festgefahrene Gewohnheiten stehen nicht zur Debatte.
Akzeptanz: Zellen akzeptieren, dass sie alle gleich wichtig sind. Jede Körperfunktion ist...




