E-Book, Deutsch, Band 1725, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Child Wie vernascht man einen Millionär?
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-86494-628-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1725, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86494-628-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Bring mir alles bei!' Lucas' tiefe, sexy Stimme treibt Rose das Blut in die Wangen. Was gibt es, was dieser Traummann noch nicht kann? Ach ja - sie kann kochen, er nicht! Und nun soll sie ihm in seiner edlen Küche in der Villa am Pazifik die Geheimnisse von 'Man nehme ...' zeigen. Ein delikates Angebot - denn solange Rose ihn kennt, glüht in ihr die Leidenschaft. Die schöne Köchin ahnt nicht: Nur aus einem Grund bucht der Millionär aus ihren Träumen den Gourmet-Kurs bei ihr - aus Rache! Er hat mit ihrem Bruder eine Rechnung offen, die Rose bezahlen soll ...
Da Maureen Child Zeit ihres Lebens in Südkalifornien gelebt hat, fällt es ihr schwer zu glauben, dass es tatsächlich Herbst und Winter gibt. Seit dem Erscheinen ihres ersten Buches hat sie 40 weitere Liebesromane veröffentlicht und findet das Schreiben jeder neuen Romance genauso aufregend wie beim ersten Mal. Ihre liebste Beschäftigung neben dem Schreiben ist das Reisen; bevorzugt mit ihrem Mann und ihren Eltern. Eine lange Autofahrt mit drei Personen, die verschiedene Karten lesen und dem armen Fahrer, Maureens gestresstem Ehemann, die unterschiedlichen Richtungen zurufen, ist unvergleichlich! Aber natürlich bietet das Reisen auch gute Recherchemöglichkeiten für weitere Romances. Wenn Maureen zu Hause ist, kümmert sie sich um den Haushalt, in dem es sehr lebhaft zugeht; es gilt, sich um zwei fast erwachsene Kinder, deren Freunde und einen völlig verwirrten Golden Retriever namens Abbey zu kümmern. Abbey hat Angst vor dem Wind; sie weiß, dass es da draußen ist, kann es aber nicht sehen und weigert sich, das Haus zu verlassen, wenn es stürmisch ist. Also bleibt Maureen nicht anderes übrig, als Abbey an windigen Tagen draußen die Pfote zu halten...
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1. KAPITEL
„So was sieht man auch nicht alle Tage.“
„Was meinst du?“ Lucas King trat aus der Haustür auf die Veranda und gab seinem jüngeren Bruder ein Bier. Einen Augenblick lang ließ er den Blick über den Pazifik schweifen. Die untergehende Sonne tauchte das Wasser in rotgoldenes Licht. Er setzte sich auf den nächstbesten Stuhl und nippte an seinem Bier.
Sean lächelte und wies mit dem Zeigefinger nach links. „Das da. Guck mal, was für ein merkwürdiges Gefährt vor dem Haus deiner Nachbarin steht.“
Lucas blickte auf den Ocean Boulevard und schüttelte erstaunt den Kopf. Vor dem Nachbarhaus stand ein dunkelblauer Minivan. So weit noch nichts Besonderes. Aber auf dem Dach des Fahrzeugs war eine riesige Bratpfanne montiert.
„Was ist das denn, um Himmels willen?“
„Steht seitlich auf dem Schild“, sagte Sean lachend.
„‚Kochkurse bei Ihnen zu Hause‘“, las Lucas halblaut vor und kratzte sich am Kopf. „Die knallgelbe Schrift hat wohl nicht gereicht? Es musste auch noch die riesige Nachbildung einer Bratpfanne sein?“
Lachend nahm Sean einen Schluck Bier. „Werbung ist eben alles. Obwohl … windschnittiger wird die Karre dadurch nicht.“
„Sieht total lächerlich aus“, kommentierte Lucas. Wer wohl so wenig Stolz besaß, dass er freiwillig mit so einem Monstrum durch die Gegend fuhr? „Überhaupt – ‚Kochkurse bei Ihnen zu Hause‘. Was ist das für eine Geschäftsidee? Wer macht so was bloß?“
Als sich die Tür des Minivans öffnete und die Fahrerin ausstieg, schnalzte Sean anerkennend mit der Zunge. „Da hast du die Antwort. Also, von der Lady würde ich mir auch gern was beibringen lassen. Muss nicht unbedingt Kochen sein.“
Lucas verdrehte die Augen. Typisch Sean. Immer bereit für die nächste Frau in seinem Leben. Wahrscheinlich müsste er sich nur fünf Minuten mit der Pfannenfrau unterhalten, um sich mit ihr fürs nächste Wochenende zu verabreden. Na ja, es sei Sean gegönnt, dachte Lucas. Eine Frau nach der anderen – wenn es ihm so gefällt …? Ich habe lieber ein bisschen mehr Ruhe und Beständigkeit in meinem Leben.
Er hörte kaum zu, während Sean weiterredete. Stattdessen blickte er hinaus aufs Meer. Ja, deswegen wohnte er so gern hier. Jeden Abend nach der Arbeit konnte er sich auf die Veranda setzen, ein Bierchen trinken, auf die unendlichen Weiten des Ozeans blicken und dabei wunderbar abschalten. Normalerweise war er dabei allein. Ohne seinen quasselnden Bruder.
Hier fiel die große Verantwortung, die er für die Baufirma King Construction trug, von ihm ab. Hier behelligte ihn niemand wegen der nächsten Konferenz oder irgendwelcher fehlender Baugenehmigungen. Keine Kunden, die besänftigt werden mussten, kein Stress, kein Druck.
Nicht dass er seine Arbeit nicht mochte. Im Gegenteil, er mochte sie sogar sehr. Zusammen mit seinen Brüdern Rafe und Sean hatte er aus King Construction die größte Baufirma an der Westküste gemacht. Trotzdem genoss er es, abends nach Hause zu kommen und einfach abzuschalten.
„Ich hatte schon immer eine Schwäche für Blondinen“, merkte Sean an. „Schadet auch nichts, wenn sie hochgewachsen sind.“
„Blondinen, Rothaarige, Brünette“, schimpfte Lucas. „Dein Problem ist: Du hast für alle eine Schwäche.“
„Ach ja?“, gab sein Bruder zurück. „Und weißt du, was dein Problem ist? Du bist zu wählerisch. Wann hast du denn das letzte Mal eine Frau angerufen? Ich meine abgesehen von unseren Kundinnen.“ Sean lehnte sich in seinem Stuhl zurück.
„Das geht dich gar nichts an“, murmelte Lucas.
„Siehst du, muss schon sehr lange her sein. Kein Wunder, dass du in letzter Zeit so gereizt bist. Wirklich unausstehlich.“ Sean nahm einen Schluck Bier. „Du musst einfach mal wieder ein bisschen Zeit mit einem weiblichen Wesen verbringen. Schau dir doch nur mal diese Blondine näher an. Dann kommst du schon wieder auf den Geschmack.“
Lucas wusste, dass sein Bruder keine Ruhe geben würde, also fügte er sich ins Unvermeidliche und nahm die junge Frau ins Visier. „Auch das noch“, murmelte er.
„Hä?“ Verständnislos sah Sean ihn an.
„Ich glaub’s einfach nicht“, sagte Lucas, mehr zu sich selbst als zu seinem Bruder. Er erhob sich, ohne die große, gut gebaute Blondine aus den Augen zu lassen. Sie hatte ihr langes Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden, ihre Haut war hell. Aus der Entfernung konnte er zwar ihre Augen nicht sehen, aber er wusste, dass sie blau waren. Außerdem war die junge Frau immer gut gelaunt, auch das wusste er.
Zwei Jahre hatte er sie nicht gesehen, und ihr Anblick ließ ihn nicht kalt. Jetzt öffnete sie die Schiebetür des Minivans und beugte sich vor, um etwas herauszuholen.
Ausgiebig musterte er ihr Hinterteil, das in einer knallengen schwarzen Jeans steckte. Er war wie elektrisiert.
„Was ist denn?“, fragte Sean und erhob sich ebenfalls. „Kennst du sie etwa?“
„Ja, von früher“, gab Lucas zu. Allerdings hatte er sie nicht so gut gekannt, wie er es sich damals gewünscht hätte. Man baggerte schließlich nicht die Schwester eines Freundes an. Das gehörte sich nicht.
„Das trifft sich ja prima. Dann kannst du mich dieser blonden Prachtfrau ja vorstellen und …“
Lucas sah ihn böse an.
Abwehrend hielt Sean in die Hände in die Höhe. „Schon gut, schon gut, vergessen wir das. Aber du kannst mir wenigstens verraten, wer sie ist.“
„Rose Clancy.“
Sean zog die Augenbrauen hoch und blickte zu der Blondine hinüber, die immer noch in ihrem Wagen nach etwas suchte. „Das ist Dave Clancys kleine Schwester?“
„Ganz genau.“
„Die, von der er immer in den höchsten Tönen geschwärmt hat? Wie rein und unschuldig sie wäre? Sozusagen eine kleine Heilige?“
„Genau die.“ Lucas konnte sich noch gut daran erinnern, wie oft sein ehemaliger Freund Dave mit seiner kleinen Schwester angegeben hatte.
Die Familie Clancy besaß ebenfalls eine Baufirma. Auf eine Art waren sie also Konkurrenten, zumindest in dem Sinne, dass sie in derselben Branche tätig waren. Einen wirklichen Konkurrenzkampf gab es zwischen ihnen aber nicht, fand Lucas. King Construction war die größte und seiner Ansicht nach auch beste Baufirma an der Westküste, und Clancy musste sich mit dem zweiten Platz begnügen.
Dave und er hatten sich auf einem Handelskammertreffen kennengelernt und waren sich von Anfang an sympathisch gewesen. Schnell waren sie Freunde geworden und hatten ihre berufliche Konkurrenz eher sportlich-gelassen gesehen. Keiner hatte dem anderen seine Kunden missgönnt. Doch dann, vor zwei Jahren, war Lucas dahintergekommen, wer Dave Clancy wirklich war: ein Lügner und ein Dieb.
„Hat sich Rose nicht letztes Jahr scheiden lassen? Weil sich ihr Mann als totaler Mistkerl entpuppt hat?“
„Stimmt. Von der Scheidung habe ich auch gehört. Besonders lange war Rose ja nicht verheiratet.“
Gerade lange genug, um zu erkennen, dass ihr Mann ein notorischer Fremdgeher war. Komisch eigentlich, dass ihr großer Bruder, der doch immer so gut auf sie aufpasste, sie nicht vor dieser katastrophalen Ehe bewahrt hatte.
Wieder blickte Dave zum Minivan hinüber. Anscheinend hatte Rose alles gefunden, was sie gesucht hatte, denn sie schloss die Schiebetür und ging zum Haus. In der ganzen Zeit hatte sie sich kein einziges Mal umgesehen, deshalb hatte sie ihre beiden Beobachter nicht bemerkt.
„Was hast du vor?“, fragte Sean.
„Ich habe überhaupt nichts vor“, gab Lucas zurück. Das stimmte natürlich nicht. Ungeahnte Möglichkeiten taten sich auf.
„Das kannst du unserer Großmutter erzählen. Ich kenne dich doch, irgendwas führst du im Schilde.“
„Wie war das noch, bist du heute Abend nicht verabredet?“, fragte Lucas unvermittelt.
„Ja, schon, aber …“
„Dann solltest du dich langsam auf den Weg machen.“
„Im Klartext: Du willst mir nicht erzählen, was du vorhast.“
Lucas lächelte verschmitzt. „Kluges Kind.“
Kopfschüttelnd stellte Sean seine halb volle Bierflasche ab und ging die Verandatreppe hinunter. Auf dem Weg sah er sich noch einmal nach seinem Bruder um. „Aber vergiss nicht: Dave war derjenige, der uns betrogen hat. Nicht seine Schwester. Die hatte damit rein gar nichts zu tun.“
Lucas hielt seinem prüfenden Blick stand. In seinen Augen war nichts von seinen Gefühlen abzulesen. „Habe ich irgendwas von Dave gesagt?“
„Nein“, gab Sean zu. „Aber ich weiß doch, wie du tickst.“
„Ach, tatsächlich?“
„Allerdings.“ Skeptisch musterte Sean seinen Bruder. „Eins gilt für alle Kings: Wir lassen uns nicht gern über den Tisch ziehen. Aber du betrachtest jeden Betrugsversuch als persönliche Beleidigung.“
„Ist doch auch so.“ Lucas wandte den Blick von seinem Bruder ab und schaute zum Minivan hinüber. Wie lächerlich er aussah! Eine Riesen-Bratpfanne auf dem Dach! Alberner ging es nicht.
Ja, Dave Clancy war ein Freund gewesen. Lucas hatte ihm vertraut – etwas, das er nicht von vielen Menschen sagen konnte. Dass dieser sogenannte Freund sein Vertrauen missbraucht hatte – das hatte ihm sehr wehgetan. Natürlich war er immer noch wütend. Und das war sein gutes Recht.
„Dave hat nicht nur mich, sondern uns alle betrogen“, half Lucas Seans...




