E-Book, Deutsch, Band 1499, 160 Seiten
Reihe: Baccara
Child Dreißig Nächte und ein Leben
1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-86349-900-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1499, 160 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86349-900-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Dreißig Tage muss Nathan gemäß dem Testament seines besten Freundes in dessen Haus in Hunter's Landing wohnen. Nur dann erhält der Ort eine großzügige Spende. Beschauliches Leben auf dem Land - ein Albtraum für den weit gereisten Hotelier. Trotzdem will Nathan den letzten Wunsch seines Freundes erfüllen. Helfen will ihm dabei die bezaubernde Keira Sanders. Mit viel Charme und einer Prise Erotik bemüht sich die engagierte Bürgermeisterin, ihn bei Laune - und vor allem im Dorf zu halten. Und immer drängender stellt sich Nathan die Frage: Geht es Keira nur ums Geld?
Da Maureen Child Zeit ihres Lebens in Südkalifornien gelebt hat, fällt es ihr schwer zu glauben, dass es tatsächlich Herbst und Winter gibt. Seit dem Erscheinen ihres ersten Buches hat sie 40 weitere Liebesromane veröffentlicht und findet das Schreiben jeder neuen Romance genauso aufregend wie beim ersten Mal. Ihre liebste Beschäftigung neben dem Schreiben ist das Reisen; bevorzugt mit ihrem Mann und ihren Eltern. Eine lange Autofahrt mit drei Personen, die verschiedene Karten lesen und dem armen Fahrer, Maureens gestresstem Ehemann, die unterschiedlichen Richtungen zurufen, ist unvergleichlich! Aber natürlich bietet das Reisen auch gute Recherchemöglichkeiten für weitere Romances. Wenn Maureen zu Hause ist, kümmert sie sich um den Haushalt, in dem es sehr lebhaft zugeht; es gilt, sich um zwei fast erwachsene Kinder, deren Freunde und einen völlig verwirrten Golden Retriever namens Abbey zu kümmern. Abbey hat Angst vor dem Wind; sie weiß, dass es da draußen ist, kann es aber nicht sehen und weigert sich, das Haus zu verlassen, wenn es stürmisch ist. Also bleibt Maureen nicht anderes übrig, als Abbey an windigen Tagen draußen die Pfote zu halten...
Weitere Infos & Material
2. KAPITEL
Nathan reichte es.
Er war gerade mal eine Stunde in diesem Haus am See, und der erste ungebetene Gast suchte ihn bereits heim.
Dazu kam, dass Keira Sanders offensichtlich immun gegen Beleidigungen war und kein Problem damit zu haben schien, dass sie hier nicht willkommen war.
Er musterte sie von oben bis unten. Vorhin, als sie im Schnee saß, war dazu keine Zeit gewesen. Sie trug enge, ausgeblichene Jeans, dazu einen überlangen schwarzen Pullover, der ihre Figur seltsamerweise mehr zu enthüllen als zu verbergen schien. Vielleicht lag es an dem weichen Material, das ihre Rundungen betonte. Nathan genoss den Anblick durchaus, obwohl er Keira gleichzeitig zur Hölle wünschte.
Ihr rotblondes Haar fiel in weichen Wellen bis auf ihre Schultern und umspielte ihr hübsches Gesicht, wann immer sie sich bewegte. Und das geschah oft. Nathan hatte noch nie eine Frau erlebt, die so aktiv war. Es fiel ihr schwer, auch nur zwei Sekunden lang stillzustehen. Interessiert erkundete sie das große Wohnzimmer, berührte ein paar Möbelstücke und strich hin und wieder über eine glänzende Oberfläche. Er fragte sich unwillkürlich, wie sich ihre Finger wohl auf seiner Haut anfühlen würden.
Im gleichen Moment wurde ihm nur zu bewusst, dass er alles daransetzen musste, Keira aus dem Haus zu vertreiben. Er hatte nicht das geringste Interesse an einer Affäre für einen Monat. Ein Monat – mehr als jede andere Frau in den letzten zehn Jahren von ihm bekommen hätte.
Also, nichts wie raus mit ihr. Wenn das bedeutete, dass er noch unhöflicher sein musste, als er bereits gewesen war, dann gern.
„Danke, dass Sie hergekommen sind“, begann er und wartete, bis sie mit der Begutachtung der Bücher im Regal fertig war. Als sie sich ihm zuwandte, fuhr er fort: „Wenn Sie nichts dagegen haben, würde ich Sie jetzt bitten zu gehen.“
Nun war es heraus. Deutlicher konnte man kaum werden.
„Wow“, erwiderte sie sanft. Ihre grünen Augen reflektierten das Licht des Kaminfeuers. „Hat Ihnen nie jemand beigebracht, was Gastfreundlichkeit ist?“
Er schluckte und versuchte, nicht daran zu denken, was seine Großmutter zu seinem groben Verhalten gesagt hätte. „Sie sind nicht mein Gast“, gab er gepresst zurück. Schließlich war das eine Tatsache, auch wenn sie sie vergessen zu haben schien. „Sie sind hier eingedrungen.“
Keira lachte spontan. „Ja, aber nur, um Ihnen Geschenke zu bringen!“
Nathan wurde klar, dass es offenbar nicht reichte, untätig im Flur stehen zu bleiben, um ihr klarzumachen, dass sie in seinem Wohnzimmer nichts verloren hatte. Jemanden wie Keira hatte er noch nie kennengelernt. Sie schien unempfindlich gegen Grobheit. Sie überging Unhöflichkeit einfach und plauderte fröhlich weiter, als ob nichts geschehen sei. Er nahm an, dass sie mit diesem Verhalten auch sonst ihre gesamte Umwelt nervte.
„Hören Sie“, sagte er und kam auf sie zu. Seine Schritte klangen laut auf dem glatt polierten Steinboden. „Ich habe versucht, höflich zu sein.“
Sie sah zu ihm auf und blinzelte verwundert. Dann lächelte sie breit. „Wirklich? Das war ein Versuch, höflich zu sein?“
Er runzelte die Stirn und erwiderte: „Ich weiß die Geschenke zu schätzen. Danke, dass Sie die Zeit gefunden haben, sie herzubringen. Aber ich wäre jetzt wirklich gern allein.“
„Oh, natürlich. Sie wollen sich sicher ein wenig einleben“, antwortete sie und wies mit einer weit ausholenden Armbewegung auf das Wohnzimmers, ohne dabei Anstalten zu machen, aufzubrechen. „Ich werde auch gar nicht mehr lange bleiben. „Ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass wir in Hunter’s Landing bereit sind, Sie und die anderen, die noch kommen werden, auf jede erdenkliche Art und Weise zu unterstützen.“ Sie schlenderte zu dem überdimensionalen Fernsehapparat, nahm die Fernbedienung und studierte neugierig die Tasten.
Nathan fürchtete, er würde diese Frau nie wieder los, wenn sie erst den Fernseher eingeschaltet hatte. Er eilte auf sie zu, nahm ihr die Fernbedienung ab und legte sie auf einen Tisch. Keira wandte sich mit einem Achselzucken ab und ging zum Panoramafenster, von dem aus man einen wundervollen Blick auf den See hatte. Sie stand da und genoss den Anblick, der sich ihr bot.
Nathan beobachtete sie, und für einen Augenblick genoss er den Anblick, den sie bot. Das glänzende Haar, das ihr auf die Schultern fiel. Das hübsche Profil mit dem energischen Kinn. Der knackige Po. Als sie sich zu ihm umdrehte, trafen sich ihre Blicke. Es war ein elektrisierender Moment.
„Sie bleiben nur einen Monat“, sagte Keira ruhig. „Und vielleicht haben Sie noch nicht begriffen, wie wichtig Ihr Aufenthalt und der der anderen Männer für Hunter’s Landing ist.“
Nathan seufzte und machte sich auf weitere Minuten nutzloser Konversation bereit. Ihm wurde klar, dass Keira Sanders erst dann gehen würde, wenn sie alles losgeworden war, was sie sich vorgenommen hatte. „Mir ist bewusst, dass Ihre Stadt vom Testament Hunter Palmers profitiert“, bemerkte er kühl.
„Aber was Sie nicht wissen können, ist, wie viel uns dieses Vermächtnis bedeutet“, beharrte sie und lehnte sich mit einer Schulter gegen das dicke Glas des Panoramafensters. „Mit dem Geld können wir ein neues Gerichtsgebäude bauen, unser Krankenhaus erweitern …“ Ihre Stimme verebbte, und sie lächelte in Gedanken an die wundervolle Zukunft ihrer Stadt.
Dann straffte sie die Schultern und fügte hinzu: „Da wir gerade von der Klinik sprechen … Ich möchte Sie für morgen Abend einladen. Wir veranstalten ein öffentliches Benefiz-Dinner für die Erweiterung des Krankenhauses und …“
„Sie bekommen doch das Geld von Hunter Palmer …“
„Darauf kann ich erst bauen, wenn ich es habe, nicht wahr?“, unterbrach sie ihn, ehe er sein Argument vorbringen konnte. „Unsere Klinik ist gut, aber sie ist viel zu klein. In Lake Tahoe gibt es natürlich ein großes Krankenhaus, aber die Stadt ist weit entfernt. Vor allem im Winter ist das ein Problem, wenn die Straßen wegen des Schnees unpassierbar sind. Wir müssen in der Lage sein, die Bewohner unserer Stadt selbst zu versorgen. Das Dinner ist eine Chance, Geld zu sammeln. Die Spende geht direkt in einen Fonds für …“
Sie redete so schnell, dass es in Nathans Ohren summte. Er hatte nicht die geringste Lust, an der Benefizveranstaltung morgen teilzunehmen, und er nahm an, dass auch Keira nicht besonders scharf darauf war, ihn dort zu sehen. Alles, was sie wollte, war eine Spende. Geld. Das war schließlich das, was jeder von ihm wollte.
Als Erbe des Barrister-Vermögens war Nathan es gewohnt, dass jeder zuerst sein Scheckbuch sah, und dann erst den Menschen dahinter wahrnahm. Er war damit zufrieden, denn er brauchte keine Freunde, keine Geliebte und keine Ehefrau. Alles, was er wollte, war, in Ruhe gelassen zu werden.
Plötzlich fiel ihm ein, wie er Keira Sanders loswerden konnte. Gib ihr doch einfach, was sie will, dachte er. Deswegen ist sie doch hier. Während sie ohne Punkt und Komma weiterredete, ging er hinüber zu einem der großen weinroten Polstersessel, auf dem er seine Aktentasche abgestellt hatte. Er öffnete sie, holte sein schwarzes, ledergebundenes Scheckbuch heraus und schraubte die Hülle seines Füllfederhalters ab.
Kopfschüttelnd schrieb er einen Scheck zugunsten Hunter’s Landing und ging zurück zu Keira, die immer noch begeistert von den Plänen für ihre kleine Stadt erzählte.
„Daher haben Sie morgen die einmalige Gelegenheit, gleich die meisten Einwohner von Hunter’s Landing kennenzulernen. Es ist doch nett, sich mit der Stadt vertraut zu machen, in der Sie den nächsten Monat verbringen werden. Ich bin sicher, Sie werden bald erkennen, wie wichtig es für uns ist, dass Sie und Ihre Freunde jeweils die dreißig Tage hier ausharren, um den Letzten Willen Mr. Palmers zu erfüllen.“ Sie holte tatsächlich einmal Luft, doch nur, um sofort hinzuzusetzen: „Wenn es Ihnen recht ist, hole ich Sie morgen um sechs Uhr ab und fahre Sie zum Dinner. Vorher können wir noch eine Spritztour rund um den See machen, falls Sie Lust haben, und …“
„Bitte“, sagte Nathan, der begriff, dass dies der einzige Weg war, sie zu stoppen. Er hielt ihr den Scheck hin und wartete, bis sie ihn genommen hatte. Fragend sah sie zu ihm auf. „Nehmen Sie das als meinen Beitrag zur Erweiterung Ihrer Klinik“, fügte er hinzu.
„Oh“, erwiderte sie überrascht, „das ist sehr großzügig von Ihnen, aber …“ Sie hielt inne, warf einen Blick auf die Summe, und Nathan bereitete es nicht wenig Genugtuung, sie erblassen zu sehen. Ihr Gesicht verlor alle Farbe, und ihre Hand zitterte. „Ich … ich … Sie …“, stammelte sie. Dann schluckte sie mehrmals und keuchte: „Oh, mein Gott.“
„Alles in Ordnung?“, fragte Nathan und fasste ihren Arm, weil sie nicht aufhörte zu zittern.
Sie sah zu ihm auf. Ihr Atem ging immer noch schwer, und sie rang sichtlich um Worte. Anscheinend war es ihm endlich gelungen, ihren Redefluss zu unterbrechen.
Schließlich brachte sie heraus: „Meinen Sie das ernst?“
„Was? Den Scheck?“
„Die Summe“, sagte sie heiser. Und dann, sich aus seinem Griff lösend: „Ich muss mich setzen.“
Was sie umgehend tat.
Und zwar auf den Fußboden.
Sie zog die Beine an und lehnte sich aufatmend an den am nächsten stehenden Sessel. „Ich kann es nicht glauben“, flüsterte sie und sah zu Nathan auf.
„Es...




