E-Book, Deutsch, Band 2012, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Castor Perry Rhodan 2012: Die Neue USO
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2011-3
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Die Solare Residenz"
E-Book, Deutsch, Band 2012, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2011-3
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
RAINER CASTOR Egal, ob es neue Triebwerke, Sonnensysteme oder multidimensionale Verwicklungen zu ersinnen gilt, Rainer Castor ist zur Stelle. Der Autor ist der Techniker im PERRY RHODAN-Team. Er ist es, der mit immer neuen technologischen Wundern die Leser verzaubert. Er ist es, der für die Stimmigkeit des PERRY RHODAN-Kosmos bürgt. Rainer Castor wurde 1961 in Andernach am Rhein geboren. Er ist ausgebildeter Baustoffprüfer, ein Studium des Bauingenieurwesens brach er nach einigen Semestern ab. Vorübergehend war er Zeitsoldat, mittlerweile ist er aber anerkannter Kriegsdienstverweigerer. Schon seit über dreißig Jahren widmet sich Rainer Castor seiner Leidenschaft, der Schriftstellerei. Als Leser schätzt Castor Frank Herbert ('Der Wüstenplanet'), mit Abstrichen Robert A. Heinlein, aus dem PR-Umfeld sind es K. H. Scheer, Peter Terrid und Hans Kneifel. Einen eindeutigen Favoriten hat er jedoch nicht. Mitte der achtziger Jahre schloss Rainer Castor erstmals Bekanntschaft mit Hans Kneifel. Der Routinier Kneifel erkannte die Begabung Castors und machte ihn zu seinem Mitarbeiter. Wer die Vorworte zu den ATLAN-Zeitabenteuern aufmerksam gelesen hat, dem werden die lobenden Worte nicht entgangen sein, die Kneifel der unermüdlichen Datenrecherche und den sorgfältigen Berechnungen Castors gewidmet hat. Durch die Zusammenarbeit mit Hans Kneifel fand Castor auch zu seiner Lieblingsfigur. Der unsterbliche Atlan und die Kultur der Arkoniden mit ihrer Spannung zwischen Hightech und Feudalismus ließen ihn nicht mehr los. 'Science Fiction hat den großen Vorteil, letztlich alles einbeziehen zu können, vom Krimi über die Liebesgeschichte bis hin zu Aspekten, die beispielsweise in ferner Vergangenheit spielen', fasst Rainer Castor sein Faible für dieses Genre zusammen. Mit dem PERRY RHODAN-Taschenbuch 'Für Arkons Ehre' debütierte er 1996. Drei Jahre später folgte mit dem PERRY RHODAN-Doppelband 1973/1974 sein Einstand bei der Heftserie. Er ist Autor der Arkon-Trilogie (ATLAN-Bücher 14 bis 16), wirkte maßgeblich bei der Datenrecherche und als Autor am TRAVERSAN-Minizyklus mit und bearbeitet mit Hingabe die Jugendabenteuer des Arkoniden (die ATLAN-Bücher 17 und folgende). Darüber hinaus liefert er wöchentlich den PERRY RHODAN-Kommentar (in Heft 2558 erschien sein sechshundertster!) - und greift Exposéautor Uwe Anton bei der laufenden PERRY RHODAN-Serie hilfreich unter die Arme ... Das Besondere an der Serie ist für ihn, dass sie zu einem 'eigenen Phänomen' geworden ist: 'Je länger die PERRY RHODAN-Serie lief und läuft, desto mehr stellt das durchaus eine eigene Faszination dar, unabhängig von den jeweiligen Inhalten.' Rainer Castors schriftstellerische Arbeit beschränkt sich übrigens nicht nur auf PERRY RHODAN. 1997 erschien beim Züricher Haffmanns Verlag sein historischer Roman 'Der Blutvogt'. Der NDR urteilte darüber: 'ein Beweis, dass auch in Deutschland ähnlich packend historische Romane wie :Der Medicus9 geschrieben werden können'. Diese Veröffentlichung - als Heyne-Taschenbuch mittlerweile in der vierten Auflage - bescherte Castor auch erste 'literarische Anerkennung': Im August 1998 war er Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung im Nordkolleg Rendsburg beim 'Sommerseminar für hochbegabten schriftstellerischen Nachwuchs'.
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Prolog
Camelot, 9. Juni 1291 NGZ
Sturmsegler kreischten beim Flug über die Wellen, Böen zerrten an den gefiederten Leibern. In monoton erscheinendem Gleichklang rauschten die Wogen heran, zischten mit schaumigen Ausläufern auf den Strand, zogen sich zurück und leckten abermals bis knapp vor die Füße des Mannes. Seine klobige Gestalt wirkte in Dunst und diffusem Licht wie ein Fremdkörper.
Hätte der Mann über Humor verfügt, wäre ihm die feine Ironie der Situation bewusst geworden. Nicht einmal nächtliches Dunkel bestimmte die Szenerie dieses konspirativ anmutenden Treffens, zu dem er »geladen« worden war.
Er war Nacht. Aber auf einer Welt wie dieser wurde es nie so richtig dunkel. Sogar in den Randzonen eines Kugelsternhaufens von 120 Lichtjahren Durchmesser waren viele der Sonnen am Tag zu erkennen, und mit dem Untergang von Ceres erschienen dicht gedrängt die des Haufens.
Camelot.
Vor nicht allzu langer Zeit hätte er noch viel dafür gegeben, die Koordinaten dieser Welt zu kennen, mehr noch, sie zu betreten. Camelot war, als zum Mythos gewordenes Refugium der Unsterblichen, von ungezählten Leuten seiner Art gesucht, jedoch nie gefunden worden.
Dabei war die Welt unter anderem Namen längst bekannt gewesen. Phönix war sie genannt worden, damals, in der Schlussphase des Kampfes gegen Monos.
Phönix – jener mythische Vogel, der aus der eigenen Asche wieder auferstand, Symbol der Unsterblichkeit. So offensichtlich, so naheliegend. Niemand hatte deshalb daran gedacht, dass sich die Unsterblichen ausgerechnet hierher zurückziehen würden, als sie sich 1240 Neuer Galaktischer Zeitrechnung von der galaktischen Bühne zurückzogen.
Der Mann war ein Agent des Terranischen Liga-Dienstes gewesen. Überdies ein ehemaliges Mitglied der streng geheimen Abteilung Null. Ausgebildet zum Töten. Offiziell hatte es diese Abteilung nie gegeben, und sogar intern war sie schließlich aufgelöst worden. Verblieben waren aber ihre Mitglieder, in anderen Funktionen und Aufgaben eingesetzt, letztlich aber jederzeit wieder zu »reaktivieren«.
Vorbei, wie so vieles …
Inzwischen war die Position kein Geheimnis mehr. Perry Rhodan selbst hatte sie vor dem Galaktikum bekanntgegeben. »Vertrauensbildende Maßnahmen« nannten so etwas Politiker. Den auf Camelot Lebenden, selbst enge Freunde und langjährige Wegbegleiter Rhodans, kamen deftigere Umschreibungen in den Sinn. »Verrat« war hierbei vermutlich noch eine der harmloseren gewesen.
Der Mann stieß ein Grunzen aus. Er respektierte Rhodans Erfahrung, aber viele seiner Entscheidungen konnte er nicht nachvollziehen. Er wollte es auch gar nicht. Er hatte seine eigenen Vorstellungen, und diese setzte er im allgemeinen um, hart, schnell, kompromisslos.
Um so mehr irritierte ihn dieses Treffen. Jedem anderen hätte er wohl eine Absage erteilt. Aber der Initiator war niemand Geringeres als Lotho Keraete, der Gesandte von ES. Ein Geschöpf mit einem schier unzerstörbaren Metallkörper, hervorgegangen aus einem normalen Menschen, nun aber kaum weniger rätselhaft und geheimnisvoll als die Superintelligenz selbst, in deren Auftrag Keraete agierte.
ES hatte angeblich die Notwendigkeit im Zuge der Entstehung von Thoregon gesehen, auf einen materiellen Boten statt auf eine materielle Projektion zurückzugreifen, wie sie beispielsweise Ernst Ellert verkörperte.
Der Mann versuchte nicht, sich die mit alldem verbundenen Konsequenzen vorzustellen. Aber sein Instinkt sagte ihm, dass der Rückzug von insgesamt sechs Superintelligenzen für unbestimmte Zeit in den Bereich des PULS' kaum ohne Folgen bleiben konnte.
Mochten die Randbedingungen auch im Abkommen von DaGlausch festgelegt sein, ein Zugriff der Kosmokraten und ihrer Beauftragten somit unterbunden – aber das sagte ja nichts über jene Kräfte, die sich unter Umständen von dem verbliebenen Machtvakuum in den Mächtigkeitsballungen der Superintelligenzen angezogen fühlen würden. Und erst recht nichts über solche, die möglicherweise auf ganz andere Weise aktiv werden konnten.
Der Mann dachte und handelte gemäß seiner Ausbildung. Höhere Mächte erschienen ihm von vornherein als suspekt. Gegen sie konnte er nicht antreten, selbst wenn er gewollt hätte. Etwas anderes dagegen war die von normalen Wesen betriebene Politik. Hier konnte er ansetzen, hier kannte er sich als ehemaliger TLD-Agent aus.
Am Vortag erst waren sie auf Camelot gelandet, zurückgekehrt in die Milchstraße nach dem Flug von DaGlausch hierher. Alaska Saedelaere hatte den Kreuzer der im Mega-Dom verschwundenen SOL mit der KYTOMA – so nannte er sein Virtuelles Schiff – huckepack befördert, eingehüllt in ein Kraftfeld, das die VIRTUA/18 mit dem Kreuzer quasi zu einer Einheit verschmolz.
Perry Rhodan, Reginald Bull, Gucky, Tautmo Aagenfelt, Blo Rakane und all die anderen, die den Flug der SOL nicht mitgemacht hatten, waren nun wieder in der Heimat. Das nächste Ziel war die Erde, und der Gedanke an die Zerstörungen, die man morgen dort vorfinden würde, erzeugte Beklemmung.
Die Kosmische Fabrik WAVE hatte das HQ-Hanse und einen Großteil der subplanetarischen Anlagen des ehemaligen Imperium-Alpha vernichtet, bis auf Cistolo Khan sämtliche Regierungsmitglieder getötet. Natürlich hatte Perry Rhodan diese Geschehnisse alle bereits bei der Begegnung im PULS geschildert, aber das war nur ein mündlicher Bericht gewesen.
Die auf Camelot zusammengestellten Nachrichten und Bilder hatten sogar den Oxtorner nicht unberührt gelassen. Ihm wurden Härte und Emotionslosigkeit nachgesagt, und bis zu einem gewissen Grad stimmte das sogar, aber selbst bei rein sachlicher und logischer Betrachtung konnte sich niemand dem kaum vorstellbaren Leid entziehen.
Zu viele waren gestorben, ausgelöscht mit einem Handstreich, von einem Diener der Materie, der in seiner ganzen Art und Weise scheinbar unendlich weit vom Alltagsleben Normalsterblicher entrückt war. Frösteln durcheilte den Körper des Oxtorners, als er an Ramihyn dachte, an das, was die potentielle Unsterblichkeit aus dieser Kreatur im Verlauf der Jahrmillionen seines Lebens gemacht hatte.
Die Sehhülsen von Monkeys Kunstaugen klickten leise, während er sich umsah und misstrauisch über den Strand und die heranrollenden Wogen starrte. Trotz der Empfindlichkeit dieser Mechanismen erkannte er die sich lautlos nähernde Gestalt beinahe zu spät. Ein ärgerlicher Impuls stieg für einen Augenblick in ihm auf. Schon vorhandenes Misstrauen wurde noch stärker.
»Ich bin da«, sagte er knapp. »Was gibt es?«
Der Gesandte der Superintelligenz sah ihn an, lange und nachdenklich, dass sogar dem Oxtorner fast mulmig zu werden drohte. Er wusste, dass er selbst eine solche Wirkung auf andere hatte, ohne etwas daran ändern zu können oder zu wollen. Lotho Keraete gegenüber fühlte er sich nun aber zutiefst unterlegen; gegen dieses Geschöpf half ihm weder die Kraft seines umweltangepassten Körpers noch sein Verstand. Ein ES-Gesandter war ihm in allen Belangen überlegen. Nicht zuletzt auch und vor allem hinsichtlich des Wissens.
In Monkey machte sich die erstickende Ahnung breit, dass er in diesen Augenblicken einen Wendepunkt in seinem Leben erreicht hatte. Danach würde nichts mehr so sein wie zuvor.
Weniger die Tatsache an sich entsetzte ihn – jemand wie er stellte sich Herausforderungen und nahm sie an –, als vielmehr die damit verbundene Unausweichlichkeit. Monkey wusste plötzlich, dass es keinen Widerspruch geben würde, egal was Lotho Keraete tat oder sagte. Und es war die mit dieser spontanen Erkenntnis verbundene Ohnmacht, diese Hilflosigkeit, die den Oxtorner mehr als alles andere bis ins Innerste traf.
Der ES-Gesandte sagte leise: »ES und die anderen Superintelligenzen sind im PULS gebunden, dessen Stabilisation eine unbestimmte Zeit beanspruchen wird. In dieser Phase ist die Gefahr am größten. ES kann sich weder um seine Mächtigkeitsballung noch um die Menschheit direkt kümmern und benötigt deshalb weitere Helfer. Du sollst einer davon sein.«
»Das war mir klar.«
Ein Lächeln erschien auf dem dunklen Metallgesicht. Es war kein humorvolles Lächeln.
»Du verkennst die Lage, Oxtorner. Auf die Milchstraße und ihre Bewohner kommen schwere Zeiten zu; Gefahren, die von Perry Rhodan allein kaum bewältigt werden können. Deine Aufgabe ist es, dann bereit zu sein. Aus diesem Grund …«
Lotho streckte die Hand aus, auf der Handfläche erkannte Monkey einen kleinen, eben mal fingernagelgroßen Gegenstand. Das schon vorhandene Unbehagen verstärkte sich noch.
Der Umweltangepasste wich unwillkürlich einen Schritt zurück, während Keraete wiederholte: »Aus diesem Grund wird dir ES die relative Unsterblichkeit verleihen! Dieser Zellaktivatorchip gehörte einmal Mila Vandemar, er kehrte bei ihrem Tod zu ES zurück. Vom heutigen Tag an wird er dir Langlebigkeit und Lebenskraft sichern.«
Der Oxtorner schien zu erstarren; nun war er wirklich fassungslos – für wenige Augenblicke. Dann schüttelte er energisch den Kopf, fand zu seiner gefühlskalten, kontrollierten Art zurück.
»Nein!«
»Wie bitte?«
»Ich sagte nein! Steck dir den Chip sonst wohin! Ich will ihn nicht!«
Lotho Keraete lachte leise.
»Das zu entscheiden, mein Lieber, liegt nicht an dir. Es wird dir kein Trost sein, aber ich weiß, wovon ich rede, habe es in etwas anderer Weise am eigenen Leib erfahren – im wortwörtlichen Sinn.«
Er machte eine Pause. Der Zellaktivator hüllte sich in ein goldenes Leuchten und schwebte von Lothos ausgestreckter Hand langsam zu Monkey herüber, näherte sich...




