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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2695, 64 Seiten

Reihe: Fürsten-Roman

Campen Fürsten-Roman 2695

Geheimnisvolle Weihnacht
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7517-5734-8
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Geheimnisvolle Weihnacht

E-Book, Deutsch, Band 2695, 64 Seiten

Reihe: Fürsten-Roman

ISBN: 978-3-7517-5734-8
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Anna von Winterstein ist Waise und arbeitet als Gärtnerin auf dem Gelände des Internats Birkenlund, wo sie schon seit ihrer Kindheit lebt. Als ihr Onkel, Graf Veith, stirbt, erbt sie das Schloss der Familie. Sie beschließt, in den Schwarzwald zu fahren und nach dem Rechten zu sehen. Der Tapetenwechsel tut ihr gut, da ihr Verlobter Thorsten sie mitten in der Vorweihnachtszeit allein gelassen hat und sie sich nach innerer Klarheit sehnt. Eigentlich will sie die Verlobung lösen, denn sie fühlt sich weder respektiert noch geliebt.
Im Schloss angekommen, wird sie von der Haushälterin und deren Tochter herzlich empfangen. Nachts hört Anna jedoch seltsame Geräusche und sieht Gestalten auf dem Gelände herumgeistern. Als sie das 'Gespenst' stellen kann, entpuppt dieses sich als der smarte Schriftsteller Milan Cramer. Was will der junge Mann in ihrem Schloss, was genau sucht er in dem alten Gemäuer?

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Geheimnisvolle Weihnacht

Was führt den charmanten Schriftsteller nach Schloss Winterstein?

Von Carolin von Campen

Anna von Winterstein ist Waise und arbeitet als Gärtnerin auf dem Gelände des Internats Birkenlund, wo sie schon seit ihrer Kindheit lebt. Als ihr Onkel, Graf Veith, stirbt, erbt sie das Schloss der Familie. Sie beschließt, in den Schwarzwald zu fahren und nach dem Rechten zu sehen. Der Tapetenwechsel tut ihr gut, da ihr Verlobter Thorsten sie mitten in der Vorweihnachtszeit allein gelassen hat und sie sich nach innerer Klarheit sehnt. Eigentlich will sie die Verlobung lösen, denn sie fühlt sich weder respektiert noch geliebt.

Im Schloss angekommen, wird sie von der Haushälterin und deren Tochter herzlich empfangen. Nachts hört Anna jedoch seltsame Geräusche und sieht Gestalten auf dem Gelände herumgeistern. Als sie das »Gespenst« stellen kann, entpuppt dieses sich als der smarte Schriftsteller Milan Cramer. Was will der junge Mann in ihrem Schloss, was genau sucht er in dem alten Gemäuer?

Soeben war die Sonne über Birkenlund aufgegangen und tauchte den winterlichen Park des ehrwürdigen Internats in goldenes Licht. Raureif glitzerte auf jedem Halm und jedem Zweig, als wäre die stille, kalte Welt an diesem Morgen mit Diamanten bestreut worden.

Am Rand der weitläufigen Anlage stand ein altmodischer gläserner Pavillon, in dem ein geräumiges Gewächshaus untergebracht war. Innen war es warm und gemütlich. Aus einem kleinen Radio dudelte ein Weihnachtshit, und es duftete nach frisch aufgebrühtem Kaffee.

Anna von Winterstein, eine zarte junge Frau mit meerblauen Augen und blondem Pferdeschwanz, summte fröhlich die Melodie mit, während sie einige Christrosen in die vorbereiteten Steinguttöpfe setzte.

Plötzlich bemerkte die Dreiundzwanzigjährige, die als Gärtnerin in Birkenlund arbeitete, eine Bewegung vor dem Fenster. Durch die Glasscheiben sah sie, dass ihr Verlobter Thorsten Hartwig mit wehendem Mantel durch den Park auf den Pavillon zueilte.

Anna runzelte die Stirn. Wollte er sie etwa mit Croissants überraschen? Doch das sah Thorsten nicht ähnlich. Der junge Anwalt war zu Annas Bedauern ein bekennender Morgenmuffel und notorischer Langschläfer.

Seine Schritte knirschten auf dem Kies, als er sich näherte.

Anna klopfte hastig die feuchte Erde fest, wischte sich die Handschuhe an ihrer grünen Gärtnerschürze ab und lief an den Reihen von Blumen vorbei zum Eingang. Sie war gespannt. Hing sein früher Besuch vielleicht mit ihren Reiseplänen zusammen?

Anna freute sich seit Langem auf die einsame Berghütte, die sie für einen Kurztrip mit Thorsten ausgesucht hatte, und übermorgen sollte es schon losgehen. Sie erhoffte sich von dem Ausflug neben der Bergidylle vor allem Klarheit über ihre Gefühle. Thorsten und sie waren nicht gerade das, was man ein glückliches Paar nennen konnte. Anna schob die Gedanken an ihre Beziehungsprobleme beiseite und öffnete neugierig die Tür.

Eine Mischung aus kalter Luft und Aftershave schlug ihr entgegen, als der große dunkelblonde Mann an ihr vorbeirauschte. Sein kurzes Haar über dem markanten Gesicht war bereits gestylt, und unter seinem Mantel trug er offenbar Anzug und Krawatte.

»Hier bist du«, sagte der Dreißigjährige mit einem vorwurfsvollen Blick aus seinen grauen Augen. »Ich habe dich überall gesucht!«

Das klang nicht gerade romantisch. Anstatt ihr einen guten Morgen zu wünschen, stemmte Thorsten die Hände in die Hüften und sah sie mit dem üblichen leidenden Ausdruck an, den er meist an sich hatte, wenn es um seine Kanzlei ging.

Anna hob verwundert die Brauen. »Ist etwas passiert?«

»Allerdings«, erwiderte Thorsten und fuhr sich durch das gegelte Haar. »Leslie hat eben angerufen. Ihr Vater hat sie und mich spontan nach London eingeladen.«

Anna sah ihn mit großen Augen an.

Leslie Hunter war Thorstens Kollegin und Geschäftspartnerin. Sie verbrachten sehr viel Zeit miteinander, und Anna wurde das Gefühl nicht los, dass sie sich auch privat etwas zu gut verstanden. Leslies Vater war ein steinreicher britischer Geschäftsmann, und Thorsten spekulierte schon lange darauf, dass Mr. Hunter in seine Kanzlei investierte. Thorsten hatte vor Kurzem repräsentative Geschäftsräume in der Innenstadt bezogen, was Unsummen verschlungen hatte.

»Verstehe«, sagte Anna langsam und bemühte sich, gelassen zu klingen. »Deine große Chance, schätze ich?«

Thorsten nickte. »Genau!«

»Na ja. Hauptsache, du bist übermorgen wieder da«, erwähnte Anna vorsichtig.

Doch Thorsten schüttelte den Kopf. »Daraus wird nichts.«

»Wie bitte?« Sie musste sich verhört haben.

»Es tut mir leid«, sagte er und legte ihr die Hände auf die Schultern. »Ich musste die Reise stornieren.«

Anna blieb vor Empörung der Mund offen stehen. Vor ihrem inneren Auge löste sich die Berghütte in Luft auf.

»Sei nicht sauer«, raunte Thorsten. »Wir holen das nach, versprochen.«

»Aber kann Leslie nicht allein fahren?« Anna sah ihn bittend an.

»Schatz«, entgegnete er und lächelte überheblich. »Sei doch nicht so naiv. Ich bin der Inhaber der Kanzlei, und wenn Mr. Hunter so viel Geld investieren will, muss ich doch wohl auch persönlich mit ihm sprechen, oder?«

Anna schluckte. Sie war kurz davor loszuheulen. Nicht so sehr wegen des Urlaubs, sondern wegen des abfälligen Tons, in dem ihr Verlobter mal wieder mit ihr sprach.

»Ich verspreche dir, dass ich vor Silvester wieder da bin«, sagte er, und tätschelte ihr den Kopf.

»So lange bist du weg? Auch über Weihnachten?« Anna sah ihn ungläubig an.

Thorsten räusperte sich. »Die Hunters haben mich in ihr Landhaus eingeladen. Es wäre sehr unhöflich, das auszuschlagen. Und Fälle abarbeiten kann ich auch dort; ich habe alle Gerichtstermine abgesagt. An Heiligabend bist du doch sowieso wieder mit Ellen zusammen, oder nicht?«

Er griff nach ihrer Hand und wollte ihr einen Kuss aufdrücken, doch nach einem kurzen Blick auf die lehmverkrusteten Handschuhe ließ er sie gleich wieder los. Als er sie stattdessen küssen wollte, machte sie sich stocksteif und zog den Kopf weg.

Thorsten seufzte genervt. »Was soll denn das jetzt?«

Anna brachte kein Wort heraus, aber sie hoffte, er würde in ihrem Blick lesen, wie enttäuscht sie war. Eine Träne kullerte über ihre Wange.

»Mach doch keine Szene«, sagte er stöhnend. »Das Taxi wartet.« Er wuschelte ihr durch das goldblonde Haar. »Na schön, dann schmollst du eben. Ich muss jetzt los.«

Dann drehte er sich einfach um und verließ das Gewächshaus.

Wie durch einen Schleier beobachtete Anna, wie seine Gestalt sich in größter Eile entfernte. Er wirkte regelrecht erleichtert.

Anna ließ sich auf einen Stapel alter Obstkisten sinken und ihren Tränen freien Lauf. Doch ihre Enttäuschung verwandelte sich schnell in Misstrauen und schließlich in Wut. Es war nicht das erste Mal, dass Thorsten sie wegen dieser Leslie versetzte. Wieso ließ sie sich das gefallen? Sie hätte Thorsten endlich die Meinung sagen, ihn anschreien oder ihn ohrfeigen müssen!

Ihr Blick fiel auf eine alte Gießkanne, und Anna versetzte ihr einen so heftigen Tritt, dass sie mit lautem Scheppern über den Steinboden rutschte. Dann lehnte sie sich aufatmend an die kühle Glaswand und dachte nach.

Thorsten hatte immer behauptet, es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, als er sie vor zwei Jahren das erste Mal in seiner Kanzlei gesehen hatte. Er hatte sie heftig umworben und schnell ernste Absichten verkündet. Nichts hatte Anna sich sehnlicher gewünscht als Liebe und Verlässlichkeit. Aber was war daraus geworden?

Thorsten war zwar ein guter Berater gewesen und hatte ihr viel abgenommen, aber das war doch nicht das, was sie sich von einer Beziehung erhoffte. Sie wünschte sich ein Zuhause und eine Familie. Nein, so durfte es nicht weitergehen. Sie musste etwas ändern.

Sie stand auf und kehrte wieder zu ihrer Arbeit zurück.

Nachdenklich betrachtete sie die zarten roten und weißen Blüten. Anna fiel das kleine Rätsel über die Christrose ein, das ihre Großmutter ihr beigebracht hatte, als sie noch ein Kind gewesen war und bei ihr gelebt hatte.

Ins Dunkel bringt sie Licht.

Fürchte dich nicht.

Ewig trotzt sie Schnee und Eis.

Wirst du sie finden, wird sie dir Liebe verkünden.

Anna seufzte. Obwohl sie verlobt war, fehlte ihr immer noch Liebe. Da halfen auch diese Blumen nichts!

Energisch grub sie den Wurzelballen ein.

Thorsten hatte ihre Arbeit nie gemocht. Es war ihm alles zu dreckig. Ihm zuliebe trug sie stets Handschuhe beim Gärtnern. Trotzig zog Anna sie jetzt aus, streifte auch den Verlobungsring ab und grub ihre bloßen Hände tief in die dunkle Erde. Was für ein herrliches Gefühl!

Inmitten ihres Kummers überkam sie eine rebellische Freude. Nie wieder würde sie Handschuhe tragen, wenn sie es nicht wollte. Und auch sonst...



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