Verspricht das ‚Home-Office‘ eine neue Arbeitsform, treten häufig Spannungen zwischen ‚Home‘ als Raum des Privaten und ‚Office‘ als Sphäre des Bürokratischen auf. Das Private erzeugt Widerstände, die es einzuschränken gilt, um dem Arbeiten (mehr) Raum zu geben. Mit solchen Machtkämpfen am bzw. um den Schreibtisch befasst sich der 32. Band der ZGDS-Reihe. Etymologisch wird Bürokratie als Schreibtisch-Herrschaft in zwei Richtungen verstanden: Einerseits wird vom Schreibtisch aus Macht verübt, andererseits werden am Tisch Herrschaftsverhältnisse im Schreiben ausgefochten. Schreibtische werden zu Bühnen des Bürokratischen, die aus medien-, theater- und literaturwissenschaftlicher Perspektive betrachtet werden. Als „Imperative ihrer Inszenierung“ (Campe) wird sich der Bürokratie in Schreibszenen gewidmet, die ihre Imperative nicht nur implizit beinhalten, sondern auch solche Imperative innerhalb einer Machtstruktur explizit im Szenischen lesbar machen.
Campe / Käsmann / Maaßen
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Rüdiger Campe ist Professor of German Language and Comparative Literature an der Yale University. Seine Forschung kreist u.a. um Theorien des Romans, der Schreibszene, Literatur und Recht.
Johanna Käsmann und Jessica Maaßen sind Doktorandinnen an der Universität Erfurt. Johanna Käsmann forscht zu Schreiborten in Wolfgang Hilbigs Romanen; Jessica Maaßen zu Vladimir Nabokovs posthum erschienenen Romanfragment unter Betrachtung seiner Schreibszene.