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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 47, 64 Seiten

Reihe: Skull Ranch

Callahan Skull-Ranch 47

Finale in der Geisterstadt
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7517-0940-8
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Finale in der Geisterstadt

E-Book, Deutsch, Band 47, 64 Seiten

Reihe: Skull Ranch

ISBN: 978-3-7517-0940-8
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die fünf falkengesichtigen Reiter hetzen ihre Pferde durch die raue Bergwelt Colorados, als sei der Leibhaftige hinter ihnen her. Bill Robinson und seine Bande sind auf der Flucht, denn in Torton Town wartet der Henker auf sie.
Immer wieder blicken sich die Desperados um und erwarten, das Aufgebot zwischen den Hügeln zu erkennen. Man wird sie schnappen, wenn sie nicht bald eine der in den grünen Tälern Colorados gelegenen Ranches erreichen, um sich frische Pferde zu holen.
Bill Robinson, der Boss der Bande, dreht sich im Sattel um und erstarrt: Das Aufgebot jagt heran!

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Finale in der Geisterstadt

von Frank Callahan

Die fünf falkengesichtigen Reiter hetzen ihre Pferde durch die raue Bergwelt Colorados, als sei der Leibhaftige hinter ihnen her. Bill Robinson und seine Bande sind auf der Flucht, denn in Torton Town wartet der Henker auf sie.

Immer wieder blicken sich die Desperados um und erwarten, das Aufgebot zwischen den Hügeln zu erkennen. Man wird sie schnappen, wenn sie nicht bald eine der in den grünen Tälern Colorados gelegenen Ranches erreichen, um sich frische Pferde zu holen.

Bill Robinson, der Boss der Bande, dreht sich im Sattel um und erstarrt: Das Aufgebot jagt heran!

»Wir müssen weiter, Jungs«, murmelt Cliff Robinson. »Das Aufgebot ist höchstens nur noch zwei Meilen entfernt. Und diese verdammten Bastarde werden nicht aufgeben. Die wollen uns alles mit Zins und Zinseszins zurückzahlen.«

»Warum machen wir uns eigentlich die Hosen voll, Amigos?«, stößt Manuel Zaccora hervor. »Lass die Muchachos doch kommen. Wir empfangen sie mit heißem Blei. Diese Bastardos werden wie die Hasen laufen. Und ich...«

Cliff Robinson schüttelt den Kopf. In seinen grünen Augen beginnt es zu funkeln. Manuel Zaccora, der Mexikaner, blickt den Boss des rauen Rudels zornig an.

»No, wir reiten weiter«, bestimmt Robinson. »Das Aufgebot besteht aus über zwanzig Männern. Und die Kerle können mit ihren Waffen gut umgehen. Das sind keine Stubenhocker, sondern harte Burschen, die der Sheriff um sich geschart hat. Wir müssen in der rauen Bergwelt Colorados untertauchen und unsere Fährten gut verwischen. Dies ist unsere einzige Chance.«

Zaccora schüttelt unwillig den Kopf, gibt jedoch nach, als er erkennt, dass er mit seinem Plan alleine dasteht.

Im Osten, dort wo die Berge der Rocky Mountains gegen den Himmel ragen, ist es noch heller geworden.

Rag Dennis, Mike Spencer und Cento, die drei restlichen Banditen, treiben ihre müden Pferde an, die sich zwar durch die kurze Ruhepause ein wenig erholt haben, jedoch einen längeren Ritt nicht mehr lange durchhalten werden.

»Irgendwo hier zwischen den Hügeln muss es Ranches und Farmen geben, Jungs!«, ruft Cliff Robinson. »Und dort holen wir uns frische Pferde und drehen dem Sheriff und seiner Posse eine lange Nase.«

Sie reiten weiter, lassen ihre Tiere traben und sehen sich immer wieder um. Und irgendwann erkennen sie das Aufgebot zwischen den sanft geschwungenen Hügeln. Wie an einer Perlenschnur reihen sich die Reiter hintereinander auf.

Zwei Stunden vergehen.

Längst ist es hell geworden und der Bodennebel wurde bereits von den sengenden Strahlen der Sonne aufgefressen.

Das Aufgebot holt auf. Es hat nun einmal die frischeren und ausgeruhteren Pferde, konnte die Tiere unterwegs wechseln und so den Banditen, die die Bank in Torton Town überfallen haben, einen Strich durch die Rechnung machen. Zwar konnten sie die Beute noch in einer Geisterstadt verstecken. Aber jetzt ist der Sheriff hinter ihnen her.

Cliff Robinson reitet als letzter des rauen Rudels. Er wendet sich immer öfter im Sattel um und erkennt, dass das Aufgebot von Minute zu Minute näherkommt.

Das Gelände um die fünf flüchtenden Banditen wird immer rauer. Colorado-Zedern und Douglas-Fichten recken sich in den strahlend blauen Himmel. Riesige Felsbrocken ragen aus dem mit Gras und Moos bewachsenen Boden hervor. Überall wachsen Büsche und Sträucher in diesem Landstrich, der wohl noch kaum von vielen Menschen betreten worden ist.

Von dem Aufgebot ist nichts zu sehen.

Cliff Robinson stößt einen heiseren Fluch aus. Er ahnt, dass ihnen in spätestens einer halben Stunde nichts anderes übrig bleiben wird, als zu kämpfen.

Und die Männer aus Torton Town werden die Outlaws nicht schonen, denn in Torton hatte es bei dem Überfall drei Tote gegeben.

Die Pferde der Desperados werden noch langsamer. Ihr Atem geht pfeifend. Eines der Pferde wieherte schrill, knickt leicht auf der Vorderhand ein, wird jedoch von seinem Reiter mit brutalem Zügelgriff erneut vorwärtsgetrieben.

In diesem Moment bricht sich die donnernde Explosion eines Gewehrschusses zwischen den Hügeln.

Manuel Zaccora wendet sich im Sattel und stößt dann einen erschrockenen Aufschrei aus.

Cliff Robinsons Sattel ist leer. Der Anführer des rauen Rudels liegt zusammengekrümmt am Boden. Seine Hände krallen sich vor heftigem Schmerz in den Boden.

Zaccora springt von seinem Pferd, das einige Schritte weitertaumelt, dann breitbeinig stehenbleibt und ein klagendes Wiehern ausstößt.

Der mexikanische Bandit beugt sich über Robinson und wälzt ihn auf den Rücken. Die Kugel des Gewehrs hat den linken Arm durchschlagen.

Cento, das Halbblut, Rag Dennis und Mike Spencer reiten heran. Aus den Sätteln blicken sie auf Zaccora und den verwundeten Cliff Robinson hernieder.

Wieder peitscht ein Schuss auf. Aber die Kugel bohrt sich in einen Fichtenstamm.

»Wir müssen verschwinden, Amigos«, sagt Zaccora. »Um Cliff können wir uns jetzt nicht kümmern. Außerdem würde er uns bei unserer Flucht nur behindern.«

Seine drei Partner nicken langsam.

Robinson wird in diesem Moment bewusstlos. Der Blutverlust hat ihn zu sehr geschwächt.

Schweigen herrscht.

Dann schütteln seine vier Gefährten wie auf ein geheimes Kommando hin die Köpfe.

Manuel Zaccora zerrt den Verwundeten zwischen die Büsche, die sich hinter ihm schließen.

»Wir hauen ab, Compadres, haben bereits zu viel Zeit verloren. Die Posse kann jeden Moment auftauchen.«

Rag Dennis, ein geiergesichtiges Kerlchen, greift nach den Zügeln von Robinsons Pferd und reitet los. Cento und Mike Spencer folgen ihm sofort.

Manuel Zaccora steht einige Sekunden unschlüssig da. Dann verwischt er so gut es geht die Blutspuren, die auf dem Boden zu sehen sind.

Er folgt seinen Gefährten, die schon einige hundert Yards zurückgelegt haben.

Noch einmal donnern Gewehrschüsse von den Hügeln her, doch wird keiner der Banditen verletzt.

Wie vom Teufel gehetzt jagen sie davon.

Cliff Robinson richtet vorsichtig seinen Oberkörper auf. Sein Arm fühlt sich taub an. Tränen des Schmerzes schießen dem Banditen in die Augen.

»Oh, ihr verdammten Hundesöhne«, flüstert Robinson. »Warum habt ihr mich verraten und einfach zurückgelassen?«

Robinson beißt sich fast die Lippen blutig, ehe es gelingt, seinen Arm oberhalb des Durchschusses abzubinden.

Es wird schwarz vor den Augen des Banditen. Eine riesige dunkle Wolke scheint sich auf ihn herniederzusenken und ihn gnadenlos zu verschlingen.

Näherkommende Hufschläge reißen Robinson aus dem Zustand zwischen Wachen und Bewusstlosigkeit.

Das Aufgebot.

Und wenn sie ihn finden, dann wartet der Strick in Torton Town auf ihn.

Angst lähmt Cliff Robinson, verdrängt sogar für einige Sekunden den lähmenden Schmerz. Er beißt die Zähne zusammen.

Seine Hand tastet zum Revolver im Holster. Das kühle Metall beruhigt ihn. Doch dann sinkt der Körper des Verwundeten zur Seite. Der Colt nützt ihm nichts. Überhaupt nichts.

Wie soll er sich mit der Waffe gegen zwanzig zu allem entschlossene Männer wehren?

Wieder stöhnt der Verwundete. Seine Wunde pocht und hämmert. Der Schmerz wütet in Arm und Schulter, als würden tausende von glühenden Nadeln dort hineingesteckt werden.

Die Hufschläge werden lauter. Robinson kann das Stampfen der Hufe und das Wiehern und Schnauben der Pferde vernehmen. Lederzeug und Sättel knarren.

Vielleicht entdecken sie mich nicht.

Dieser Gedanke beherrscht den Banditen plötzlich. Er drückt sich fest gegen den moosbewachsenen Boden. Zweige und Grashalme kitzeln sein Gesicht. Er erkennt einen schwarzen Käfer nur wenige Zoll von seiner Nase entfernt, der an einem Blütenstängel hochturnt.

Wieder schmerzt die Wunde höllisch.

Cliff Robinson möchte schreien, weiß jedoch, dass ein einziger Laut sein Versteck verraten würde.

Die Reiter sind nun nur noch wenige Pferdelängen entfernt. Ein paar Wortfetzen wehen herüber, deren Sinn der verwundete Outlaw jedoch nicht verstehen kann.

Regungslos liegt er im Dickicht, seinen schmerzenden Körper fest gegen den Boden gepresst.

Wird ihn das Aufgebot finden?

Und Cliff Robinson ahnt, dass diese Männer aus Torton Town einen fähigen Scout bei sich haben, der sich aufs Spurenlesen wie kein Zweiter versteht.

Robinsons Kehle fühlt sich plötzlich wie ausgetrocknet an. Ein dumpfes Würgen will in ihr aufsteigen. Der Bandit schließt die Augen.

Die ersten Reiter passieren die Stelle, wo hinter einigen Büschen der verwundete Bandit liegt. Ruhig traben die Pferde weiter. Sekunden vergehen, dann ist auch der letzte Reiter des Aufgebotes vorbei.

Die Erleichterung lässt Cliff Robinson aufatmen. Der Schmerz seiner Verletzung treibt ihm dann wieder große Schweißperlen auf die Stirn: Er verliert nach wie vor Blut. Er fühlt, dass sein Körper von Minute zu Minute schwächer wird.

Die Hufschläge verklingen in der Ferne. Cliff Robinson wuchtet seinen Oberkörper hoch. Schwarze Schatten gaukeln vor...



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