Burkhard | Unaufhebbare Gewalt | Buch | 978-3-95832-075-8 | www2.sack.de

Buch, Deutsch, 520 Seiten, PB, Format (B × H): 140 mm x 222 mm, Gewicht: 747 g

Burkhard

Unaufhebbare Gewalt

Umrisse einer Anti-Geschichte des Politischen
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-95832-075-8
Verlag: Velbrueck GmbH

Umrisse einer Anti-Geschichte des Politischen

Buch, Deutsch, 520 Seiten, PB, Format (B × H): 140 mm x 222 mm, Gewicht: 747 g

ISBN: 978-3-95832-075-8
Verlag: Velbrueck GmbH


Dieses Buch bietet in 15 Studien von Platon und Aristoteles über T. Hobbes, C. v. Clausewitz, C. Schmitt, E. Fink bis hin zu J. Derrida, E. Levinas, C. Mouffe, J.-L. Nancy und P. Ricœur eine umfassende Einführung in die Problematik des Politischen - im Lichte unaufhebbarer Gewalt.
Schon oft wurde behauptet, das Politische sei bereits durch die Griechen der Antike oder spätestens durch Machiavelli entdeckt worden. Doch statt sich seitdem als 'unser Schicksal' darzustellen, wie es ein napoleonisches geflügeltes Wort besagt, scheint es längst wieder 'selten' geworden zu sein, wie J. Rancière und andere feststellen, die der Vitalität des Politischen zu neuem Recht verhelfen wollen. Statt auf einen 'ursprünglichen' Begriff des Politischen zurückzugreifen, sah man sich dazu gezwungen, ein 'Gegengedächtnis' (N. Loraux) gegen ein vorherrschendes Verständnis des Politischen aufzubieten, das im Verdacht steht, den Sinn dieses Begriffs bis heute verkannt zu haben.

Dieses Verkennen betrifft, wenn wir Phänomenologen des Politischen folgen, ausgerechnet das, was eine politische Welt ausmachen müsste, die ihren Namen verdient. Darüber aber beginnen wir uns erst im Lichte einer eminent zerstörerischen Weltlosigkeit klar zu werden, die maßgeblich von H. Arendt beschrieben worden ist. So kommt eine ganz neue, nachträgliche Befragung des Politischen in einer Zeit in Gang, die der Zerstörung des Politischen selbst verdächtig war. Zugleich setzt die Befragung des Politischen mit nicht beschönigter Gewalt ein, deren Erkundung P. Ricœur zu einer erst in Angriff zu nehmenden Forschungsaufgabe erklärte. Demnach müsste es zunächst darum gehen, die 'Welt der Gewalt' eingehend zu erforschen. Dann erst wäre ggf. zu zeigen, wie politisches Leben möglich ist, das der Herausforderung ›der‹ Gewalt standzuhalten verspricht. Ob es dabei um eine Aufhebung der Negativität der Gewalt gehen kann, wie man es sich mit Hegel vorstellt, steht dahin.
Auch das ist eine philosophische Forschungsfrage ersten Ranges, der man sich weder durch einen dialektischen Versöhnungsoptimismus noch auch durch eine pauschale Affirmation der Unaufhebbarkeit jeglicher Gewalt einfach entziehen sollte. Wo (wie bei C. Mouffe) Versöhnung für unmöglich gehalten und sogar verweigert wird, muss man sich doch fragen, ob die Hoffnung auf Beseitigung einschneidender Gewalt so leicht preiszugeben ist.
Kann einer sozialphilosophisch gewendeten Dialektik wirklich nur eine Lobrede auf unaufhörlichen Kampf gegeneinander entgegengesetzt werden, der jede Welt früher oder später zu spalten droht? Gilt es nicht dritte Wege zu erkunden, auf denen sich die politische Phantasie nicht derart beschränken lassen dürfte?

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Weitere Infos & Material


VORWORT

KAPITEL I
Das umstrittene Politische im Lichte unaufhebbarer Gewalt

Einleitung

1. Dem Politischen ausgesetzt
2. Transformationen des ‚ursprünglich’ Politischen?
3. Politisierungen im Namen (nicht) ‚aufzuhebender’ Gewalt
4. Koexistenz durch Auseinandersetzung
5. Ein ‚pathologischer’ Zugang

KAPITEL II
Um Leben und Tod - Gewalt in Sprache und Gerechtigkeit:

Platon
1. Mit Blick auf ein Jenseits der Gewalt
2. Gewalt-Phänomene
3. Feindschaft und Krieg
4. Bilanz

KAPITEL III
Die Gefahr der stasis oder Das schlimmste aller Lebewesen: Aristoteles
1. Auf der Suche nach der besten Lebensform
- im Zeichen des Schlimmsten
2. Spuren der Gewalt
3. Polemogene Auseinandersetzung
4. Aufhebung der Gewalt?

KAPITEL IV
Gewalt-Geschichte zwischen Antike und Neuzeit:

Vorläufiges Ende und Renaissance des Politischen bei Niccolò Machiavelli
1. Das vorläufige Ende des Politischen
2. Auf der Spur der menschlichen Gemeinschaft
3. An der Schwelle zur Neuzeit: ‚menschliche’ Gewalt
4. Zur Machiavelli-Interpretation Herfried Münklers
5. Ein normativer Begriff des Politischen?
6. Kritik

KAPITEL V
Innere Befriedung - Äußere Verfeindung?
Die Geburt einer Ideologie moderner Staatlichkeit nach Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau
1. Radikale Entsicherung
2. Die Gewalt als Herausforderung des Politischen bei Thomas Hobbes
3. Exkurs: Staat und Krieg
4. Brüderliche Feinde: Jean-Jacques Rousseau

KAPITEL VI
Vom Naturzustand der Staaten zum Leben als Krieg nach Immanuel Kant, Georg W. F. Hegel und Carl v. Clausewitz
1. Friede durch Recht?
2. Entfesselung der inter-nationalen Gewalt
3. Geschichte als Evolution?
4. Exkurs zur „Bio-Politik“

KAPITEL VII
Der polemische Begriff des Politischen:
Carl Schmitt
1. Der nachträgliche Einsatz einer Geschichte des Politischen
2. Eine polemische Theorie der Feindschaft
3. Die Inkonsequenz eines ‚existenziellen’ Begriffs des Politischen
4. Zur Zukunft der Feindschaft im politischen Denken

KAPITEL VIII
Ontologie des Politischen und die Frage nach einer politischen Welt
Nach Martin Heidegger: Jan Patocka, Eugen Fink, Klaus Held
1. Von Sein und Zeit aus:
Auf dem Weg zu einer Ontologie des Politischen?
2. Im Zeichen des polemos: Jan Patocka und Eugen Fink
3. Ein phänomenologischer Weltbegriff: Klaus Held
4. Spielräume der Rede
5. Ein anachronistisches Ethos?
6. Von der Weltlosigkeit aus

KAPITEL IX
Passionierte Freiheit
Jean-Paul Sartres Entwürfe für eine Moralphilosophie nach einem ‚Weltkrieg’
1. Vor dem Nichts, ontologisch, politisch
2. Eine Anthropologie der Freiheit
3. Das Gegebene und die Gabe
4. Vor-gegebene Passivität
5. Souveräne oder gefesselte Freiheit im Hass

KAPITEL X
Das Desaster der Weltlosigkeit
Die politische Sorge bei Hannah Arendt
1. Von der Erde zur Welt
2. Zerstörtes In-der-Welt-sein?
3. Von der Negativität der Verlassenheit
(zurück) zur politischen Welt
4. Kritik
5. Hannah Arendts ‚Welt’ und die Frage nach dem Politischen heute

KAPITEL XI
Unaufhebbare Gewalt im Versprechen demokratischer Gleichheit?
Die sinnliche Dimension des Politischen bei Jacques Rancière
1. Sinnliche Weltverhältnisse
2. Aufteilung des Sinnlichen, Subjektivierung und politische Existenz
3. Gleichheit als Versprechen
4. Aporetik des Politischen?
5. Passion identitaire und Alterität des Anderen

KAPITEL XII
Unaufhebbarer Streit und ‚ökonomisierte’ Politik - am Rande der Feindschaft
Die Agonistik Chantal Mouffes und der Kompromiss bei Avishai Margalit
1. Kampf statt Konsens?
2. Konfliktualer Konsens
3. Sich (nicht) geschlagen geben:
Kompromisse und das agonale Potenzial unbdingter Ansprüche
4. Das Verlangen nach einem lebbaren Leben
und die Vitalität des Politischen
5. Agonistik im Schatten radikaler Feindschaft

KAPITEL XIII
Globale Ko-Existenz jenseits jeglicher Gemeinschaft
Jean-Luc Nancy zum ausgesetzten Sinn des Politischen
1. Weltweite Weltlichkeit?
2. Das Widerweltliche (l’immonde) und die Passion der Wahrheit
3. Gemeinsame, geteilte Welt?
4. Ausgesetzt - zwischen Sinn und Bedeutung
5. Demokratisches Begehren und Versprechen
6. Eine geschichtsphilosophische Hypothek

KAPITEL XIV
Die (gebrochenen) Versprechen der Moderne
Zur geschichtsphilosophischen Dimension des Politischen
Paul Ricœur, Emmanuel Levinas, Jacques Derrida
1. Paul Ricœurs Geschichte und Wahrheit und das Politische
in historischer Perspektive
2. Gebrochene und zu erneuernde Versprechen
3. Versprechen: Akte, Lebensformen, Geschichte
4. Zur Zukunft der Geschichte

EPILOG

SIGLEN

VORWORT

KAPITEL I
Das umstrittene Politische im Lichte unaufhebbarer Gewalt

Einleitung

1. Dem Politischen ausgesetzt
2. Transformationen des ‚ursprünglich’ Politischen?
3. Politisierungen im Namen (nicht) ‚aufzuhebender’ Gewalt
4. Koexistenz durch Auseinandersetzung
5. Ein ‚pathologischer’ Zugang

KAPITEL II
Um Leben und Tod - Gewalt in Sprache und Gerechtigkeit:

Platon
1. Mit Blick auf ein Jenseits der Gewalt
2. Gewalt-Phänomene
3. Feindschaft und Krieg
4. Bilanz

KAPITEL III
Die Gefahr der stasis oder Das schlimmste aller Lebewesen: Aristoteles
1. Auf der Suche nach der besten Lebensform
- im Zeichen des Schlimmsten
2. Spuren der Gewalt
3. Polemogene Auseinandersetzung
4. Aufhebung der Gewalt?

KAPITEL IV
Gewalt-Geschichte zwischen Antike und Neuzeit:

Vorläufiges Ende und Renaissance des Politischen bei Niccolò Machiavelli
1. Das vorläufige Ende des Politischen
2. Auf der Spur der menschlichen Gemeinschaft
3. An der Schwelle zur Neuzeit: ‚menschliche’ Gewalt
4. Zur Machiavelli-Interpretation Herfried Münklers
5. Ein normativer Begriff des Politischen?
6. Kritik

KAPITEL V
Innere Befriedung - Äußere Verfeindung?
Die Geburt einer Ideologie moderner Staatlichkeit nach Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau
1. Radikale Entsicherung
2. Die Gewalt als Herausforderung des Politischen bei Thomas Hobbes
3. Exkurs: Staat und Krieg
4. Brüderliche Feinde: Jean-Jacques Rousseau

KAPITEL VI
Vom Naturzustand der Staaten zum Leben als Krieg nach Immanuel Kant, Georg W. F. Hegel und Carl v. Clausewitz
1. Friede durch Recht?
2. Entfesselung der inter-nationalen Gewalt
3. Geschichte als Evolution?
4. Exkurs zur „Bio-Politik“

KAPITEL VII
Der polemische Begriff des Politischen:
Carl Schmitt
1. Der nachträgliche Einsatz einer Geschichte des Politischen
2. Eine polemische Theorie der Feindschaft
3. Die Inkonsequenz eines ‚existenziellen’ Begriffs des Politischen
4. Zur Zukunft der Feindschaft im politischen Denken

KAPITEL VIII
Ontologie des Politischen und die Frage nach einer politischen Welt
Nach Martin Heidegger: Jan Patocka, Eugen Fink, Klaus Held
1. Von Sein und Zeit aus:
Auf dem Weg zu einer Ontologie des Politischen?
2. Im Zeichen des polemos: Jan Patocka und Eugen Fink
3. Ein phänomenologischer Weltbegriff: Klaus Held
4. Spielräume der Rede
5. Ein anachronistisches Ethos?
6. Von der Weltlosigkeit aus

KAPITEL IX
Passionierte Freiheit
Jean-Paul Sartres Entwürfe für eine Moralphilosophie nach einem ‚Weltkrieg’
1. Vor dem Nichts, ontologisch, politisch
2. Eine Anthropologie der Freiheit
3. Das Gegebene und die Gabe
4. Vor-gegebene Passivität
5. Souveräne oder gefesselte Freiheit im Hass

KAPITEL X
Das Desaster der Weltlosigkeit
Die politische Sorge bei Hannah Arendt
1. Von der Erde zur Welt
2. Zerstörtes In-der-Welt-sein?
3. Von der Negativität der Verlassenheit
(zurück) zur politischen Welt
4. Kritik
5. Hannah Arendts ‚Welt’ und die Frage nach dem Politischen heute

KAPITEL XI
Unaufhebbare Gewalt im Versprechen demokratischer Gleichheit?
Die sinnliche Dimension des Politischen bei Jacques Rancière
1. Sinnliche Weltverhältnisse
2. Aufteilung des Sinnlichen, Subjektivierung und politische Existenz
3. Gleichheit als Versprechen
4. Aporetik des Politischen?
5. Passion identitaire und Alterität des Anderen

KAPITEL XII
Unaufhebbarer Streit und ‚ökonomisierte’ Politik - am Rande der Feindschaft
Die Agonistik Chantal Mouffes und der Kompromiss bei Avishai Margalit
1. Kampf statt Konsens?
2. Konfliktualer Konsens
3. Sich (nicht) geschlagen geben:
Kompromisse und das agonale Potenzial unbdingter Ansprüche
4. Das Verlangen nach einem lebbaren Leben
und die Vitalität des Politischen
5. Agonistik im Schatten radikaler Feindschaft

KAPITEL XIII
Globale Ko-Existenz jenseits jeglicher Gemeinschaft
Jean-Luc Nancy zum ausgesetzten Sinn des Politischen
1. Weltweite Weltlichkeit?
2. Das Widerweltliche (l’immonde) und die Passion der Wahrheit
3. Gemeinsame, geteilte Welt?
4. Ausgesetzt - zwischen Sinn und Bedeutung
5. Demokratisches Begehren und Versprechen
6. Eine geschichtsphilosophische Hypothek

KAPITEL XIV
Die (gebrochenen) Versprechen der Moderne
Zur geschichtsphilosophischen Dimension des Politischen
Paul Ricœur, Emmanuel Levinas, Jacques Derrida
1. Paul Ricœurs Geschichte und Wahrheit und das Politische
in historischer Perspektive
2. Gebrochene und zu erneuernde Versprechen
3. Versprechen: Akte, Lebensformen, Geschichte
4. Zur Zukunft der Geschichte

EPILOG

SIGLEN


Burkhard Liebsch, Prof. Dr., lehrt Philosophie mit den Schwerpunkten Sozialphilosophie, Praktische Philosophie/Ethik, Politische Theorie und Philosophie der Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Bei Velbrück Wissenschaft veröffentlicht:

Gastlichkeit und Freiheit. Polemische Konturen europäischer Kultur (2005); Revisionen der Trauer. In philosophischen, geschichtlichen, psychoanalytischen und ästhetischen Perspektiven (2006), Subtile Gewalt. Spielräume sprachlicher Verletzbarkeit (2007), Menschliche Sensibilität (2008), Renaissance des Menschen? (2010), Prekäre Selbst-Bezeugung (2012).

Burkhard Liebsch, Prof. Dr., lehrt Philosophie mit den Schwerpunkten Sozialphilosophie, Praktische Philosophie/Ethik, Politische Theorie und Philosophie der Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Bei Velbrück Wissenschaft veröffentlicht:
Gastlichkeit und Freiheit. Polemische Konturen europäischer Kultur (2005); Revisionen der Trauer. In philosophischen, geschichtlichen, psychoanalytischen und ästhetischen Perspektiven (2006), Subtile Gewalt. Spielräume sprachlicher Verletzbarkeit (2007), Menschliche Sensibilität (2008), Renaissance des Menschen? (2010), Prekäre Selbst-Bezeugung (2012).



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