Burgh | Wo deine Küsse mich finden | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 633 Seiten

Burgh Wo deine Küsse mich finden

Roman
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96655-262-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 633 Seiten

ISBN: 978-3-96655-262-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Untrennbar verbunden in Liebe und Schmerz: Der berührende Schicksalsroman »Wo deine Küsse mich finden« von Anita Burgh jetzt als eBook bei dotbooks. Wie lange kannst du vor deiner Vergangenheit davonlaufen? Kitty Lawrence scheint alles zu haben, was sie sich wünschen kann: eine Karriere als umjubelte Opernsängerin, ein Leben im Luxus und einen Mann, um den sie viele Frauen beneiden würden. Und doch gibt es da diese Wunde in Kittys Seele, die niemals verheilen kann: Warum hat ihre Mutter immer nur ihre Schwester Lana gefördert, die an diesen großen Erwartungen zu zerbrechen drohte ... und warum hat auch der charmante Slim immer nur Lana gesehen, statt Kittys zarte Gefühle zu erwidern? Als Kitty nach vielen Jahren des Schweigens die Nachricht erhält, dass ihre Mutter schwer erkrankt ist, eilt sie an ihr Krankenbett - und begreift, dass es Zeit ist, sich den Schatten der Vergangenheit zu stellen. Aber wird es ihr gelingen, Lana zu finden, die spurlos verschwunden ist ... und ihr eigenes Glück? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der gefühlvolle Schicksalsroman »Wo deine Küsse mich finden« von Anita Burgh. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Anita Burgh wurde 1937 in Gillingham, UK geboren und verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit in Cornwall. Ihre 24 Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und feierten international Erfolge. Mittlerweile lebt Anita Burgh mit ihrem Mann und zwei Hunden in einem kleinen Dorf in den Cotswolds, Gloucestershire. Bei dotbooks veröffentlichte Anita Burgh ihrer Romane »Das Erbe von Respryn Hall«, »St. Edith's: Hospital der Herzen«, »Glückssucherinnen«, »Der Weg zum Herzen einer Frau«, »Wo deine Küsse mich finden«, »Das Lied von Glück und Sommer«, »Wo unsere Herzen wohnen« Außerdem veröffentlichte Anita Burgh bei dotbooks ihre Familiensaga »Die Töchter Cornwalls« mit den drei Einzelbänden: »Morgenröte«, »Sturmwind« und »Dämmerstunde«
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Präludium
1982


Vorn Fußende des Krankenhausbetts aus beobachtete Kitty die Patientin gespannt, dann sah sie auf ihre Uhr. Sollte die Frau sterben, so hoffte Kitty, daß es schnell geschehen möge.

Sie zog ihren Mantel enger um sich. Fror sie, weil die Zimmertemperatur nachts auf der Station niedriger war oder wegen dieser besonderen Umstände, oder weil ihre Gedanken sie erschaudern ließen? Sie konnte sich nicht erinnern, jemals derart gefroren zu haben, nicht einmal in Schweden. Denn dieses eisige Gefühl hatte sie ganz und gar durchdrungen, es ging bis ins Mark.

Sie war müde, geistig erschöpft. Um den halben Globus war sie geflogen, um hier zu sein, und nun, da sie hier war, wußte sie, daß ihre erste Reaktion – nicht zu kommen – richtig gewesen war.

»Möchten Sie eine Tasse Tee, Miss Lawrence?«

Kitty wandte sich um.

»Das wäre nett von Ihnen«, sagte sie zu der drallen, reizlosen Schwester. »Ohne Zucker«, fügte sie hinzu und lächelte diesmal, ein strahlendes, perfektes Lächeln, das ihre Augen nicht erreichte.

Den eisernen Rahmen des Betts umklammernd, wandte sie sich wieder der Patientin zu, die sich unter ihren Laken kaum rührte; ihr Atem ging so flach, daß man sie fast für tot halten konnte. Kitty betrachtete eine Fremde. Es mußte diese Krankheit sein und diese Umgebung, die die Frau all dessen beraubt hatte, was einmal ihr Selbst gewesen war. Oder war sogar sie daran schuld? Sie hatte nur das Wort der Schwester dafür. Wie lange war es her, seit Kitty die ihr jetzt so Fremde zum letztenmal gesehen hatte? Wie viele Jahre waren verstrichen? Und Menschen ändern sich ...

»Hoffentlich habe ich nicht zuviel Milch hineingegeben«, sagte die Schwester in einem so lauten Flüstern, daß sie nicht hätte zu flüstern brauchen.

»Es ist gut so«, erwiderte Kitty, ohne den Tee auch nur anzuschauen.

»Ich stelle die Tasse auf die Kommode. Sie können sich hier hinsetzen.« Die Schwester schob bereits einen Stuhl ans Kopfende des Betts. »Wenn sie aufwacht, wird sie Sie dann sofort sehen«, sagte sie freundlich.

»Ich trinke meinen Tee hier, Schwester.«

»Oberschwester«, korrigierte sie und lächelte mit der geduldigen Resignation eines Menschen, der das oft tat.

»Entschuldigen Sie, Oberschwester. Ich stehe lieber«, sagte Kitty schnell. »Das Flugzeug – ich habe stundenlang gesessen«, fügte sie erklärend hinzu, denn ihr wurde mit aufsteigender Panik bewußt, daß von ihr erwartet wurde, neben der Patientin zu sitzen und sie sogar zu berühren.

»Natürlich. Häßliche, unbequeme Dinger, diese Flugzeuge«, entgegnete die Oberschwester tröstend und gab Kitty die Tasse mit der Untertasse. Kitty nahm einen Schluck und unterdrückte gerade noch eine Grimasse wegen des viel zu starken Milchgeschmacks. »Fühlen Sie sich wohl? Sicher wäre es besser, Sie würden sitzen«, meinte die Oberschwester, als sie sah, daß die Tasse in Kittys Hand zitterte.

»Ja. Es geht mir gut. Ich friere bloß entsetzlich. Wie können Ihre Patienten nur bei diesen Temperaturen überleben?«

»Ich bringe Ihnen den Stuhl«, sagte die Oberschwester, die plötzlich begriff. Sie hatte täglich mit dem Tod Umgang, doch die meisten Menschen fürchteten sich vor ihm und wollten nicht mit ihm in Berührung kommen.

Kitty sank auf den Stuhl, der jetzt am Fußende des Betts stand. Sie hielt die Tasse in die Höhe. »Es tut mir leid, daß ich Ihnen Umstände mache, aber ich möchte den Tee jetzt nicht trinken.« Die Oberschwester nahm Tasse und Untertasse. »Ist sie ...« Kitty deutete mit dem Kopf auf die Gestalt im Bett. Sie konnte nicht formulieren, was sie sagen wollte.

»Sie ist eine richtige Kämpferin. Letzte Nacht ...« Die Oberschwester zuckte mit den Schultern, beugte sich nieder, und diesmal flüsterte sie wirklich. »Letzte Nacht stand es auf des Messers Schneide. Aber der menschliche Körper ist etwas Wundervolles, Miss Lawrence. Sehen Sie, ich wäre nicht überrascht, wenn sie es noch einmal schaffte.«

»Oh, ich verstehe«, erwiderte Kitty und war leicht verärgert, weil sie die lange Reise umsonst gemacht hatte.

»Aber schließlich ...« Die Oberschwester straffte ihre runden Schultern. »Wer kann schon was Definitives wissen?«

Plötzlich bewegte sich etwas im Bett. Die Oberschwester eilte zu ihrer Patientin, fühlte ihr den Puls, strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und beugte sich über sie. »Wer hat denn da Besuch bekommen? Ist das nicht eine schöne Überraschung?« Sie richtete sich wieder auf. »Nur ein paar Minuten, denn wir wollen sie nicht ermüden. Nein, das wollen wir nicht, oder?« sagte sie fröhlich und machte Kitty Platz.

Langsam und angespannt stand Kitty auf und stellte sich neben den Kopf der Patientin. Die Lampe strahlte ein unheimliches blaues Licht aus, das die scharfen Linien in dem ausgezehrten Gesicht betonte.

»Ist das Lana!« Die Frau sprach mit dem heiseren Krächzen eines Menschen, der längere Zeit nicht geredet hatte. Müde winkte sie mit der Hand, die so dünn war, daß sie wie eine Vogelklaue wirkte. Kitty wich vor dieser nach Berührung tastenden Hand zurück, die ihr wie suchende Tentakel eines Geschöpfs aus dem Meer vorkam. »Lana? Endlich. Warum hast du so lange gebraucht, mein Liebling?«

Zögernd streckte Kitty ihre Hand nach der suchenden aus; Mitleid siegte über Ekel.

»Nicht Lana ist hier. Ich bin's, Kitty ...«

Völlig überraschend öffnete die Frau die Lider und starrte Kitty aus blauen Augen an.

»Was hast du hier zu schaffen?« Ihre Stimme war anklagend, ihre Hand fiel enttäuscht auf die Bettdecke zurück. »Ich will dich nicht. Wer hat dich kommen lassen? Ich will Lana.« Jetzt war die Stimme schmeichlerisch. Kitty steckte ihre Hand in die Manteltasche. In Sicherheit.

»Ich weiß nicht, wo Lana ist«, sagte sie.

»Dann finde sie. Das kannst du doch für mich tun, nicht wahr?« Das Sprechen strengte sie an; sie rang nach Atem.

»Ich will sehen, was sich machen läßt.«

»Und beeil dich.«

»Es könnte eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.«

»Ich habe keine Zeit mehr.« Die Patientin seufzte wütend.

»So darfst du nicht reden. Natürlich hast du Zeit ...« Kitty versuchte ermutigend zu klingen.

»Verdammt noch mal, rede nicht mit mir wie diese blöden Krankenschwestern. Ich bin kein Kind mehr!« Wegen der Anstrengung beim Sprechen fing sie an zu husten, der ausgemergelte Körper wurde krampfhaft geschüttelt. Von Panik ergriffen, hielt Kitty nach einer Schwester Ausschau. »Wasser ...« Die dünne Hand wedelte kraftlos in der Luft. »Wasser ...«

Kitty beugte sich vor, legte ungeschickt ihren Arm um die Kranke und richtete sie ohne Anstrengung in eine sitzende Position auf, denn sie wog so wenig. Kitty ließ sich auf dem Bettrand nieder und stützte sie mit ihrem Körper. Mit der anderen Hand hielt sie die Schnabeltasse an den Mund der Patientin. Diese trank gierig und fiel dann erschöpft in die Kissen zurück, wobei sie Kittys Arm einklemmte. Ein dünner Schweißfilm bedeckte das Gesicht der Frau. Kitty wußte, daß sie ihr den Schweiß abwischen sollte, aber sie wußte auch, daß sie es nicht konnte. Behutsam zog sie ihren Arm unter dem Körper der Kranken hervor.

Sie blickte hinab und sah, daß die blauen Augen sie flehend anschauten.

»Hol mich hier raus, Kitty. Laß mich auf die Privatstation verlegen.«

»Ja. Ich verspreche es dir.«

»Und finde Lana.«

»Ja.«

»Wenn du sie gefunden hast, kommst du wieder.« Und die Augen schlossen sich, als ob sie schliefe. Aber Kitty wußte, daß sie entlassen war.

Kitty nahm ihre Handtasche vom Boden und ging, ohne einen Blick zurückzuwerfen, schnell auf das helle Büro zu, wo die Oberschwester und zwei Schwestern saßen. Die beiden Schwestern strickten emsig.

»Sie gehen schon, Miss Lawrence?« Die Oberschwester stand auf, als Kitty in der offenen Tür erschien.

»Ja. Sie möchte ein Privatzimmer haben. Wie kann ich das bekommen?« Kitty redete schnell.

»Ich habe nicht bemerkt, daß sie hier bei uns unglücklich gewesen ist«, erwiderte die Oberschwester sichtbar verärgert. »Das hat nichts mit Ihnen oder Ihren Kolleginnen zu tun. Ich bezweifle, daß man es ihr irgendwo recht machen kann.«

»Ich informiere die Tagesschwester«, sagte die Oberschwester widerstrebend. »Sie wird veranlassen, daß die Patientin in den Privatflügel verlegt wird. Möchten Sie, daß derselbe Arzt sie behandelt, oder soll ein Arzt Ihrer Wahl die Behandlung fortsetzen?« Noch immer besaß ihre Stimme einen eisigen Unterton.

»Nein. Der jetzige ist sicher der beste.« Kittys Antwort schien die Schwester zu besänftigen, denn sie lächelte unerwartet.

»Ich habe Ihre private Telefonnummer nicht, Miss Lawrence – nur für den Fall ... Sie wissen schon. Wir haben zwar die Nummer Ihres Agenten, aber der ist bloß während der Bürostunden erreichbar.«

»Ich gebe Ihnen seine Privatnummer, denn ich werde nicht dasein.«

»Sie bleiben nicht hier?«

»Nein. Ich denke, das ist nicht nötig. Schicken Sie die Rechnungen an meinen Agenten. Er wird sich darum kümmern.«

Kitty warf einen Blick in den schwach beleuchteten Gang. »Ich glaube, das ist dann alles«, sagte sie wie jemand, der, gern gehen möchte, aber nicht weiß, wie man es geschickt anstellt. »Ich danke Ihnen, Ihnen allen.« Sie schenkte den dreien eines ihrer glatten, professionellen Lächeln und wollte sich zum Gehen wenden.

»Miss Lawrence.« Die Oberschwester streckte die Hand aus, um Kitty zurückzuhalten. »Es wäre mir lieber, Sie hinterließen uns eine Telefonnummer, unter der Sie direkt zu erreichen sind. Die Patientin könnte sterben, sogar heute nacht. In Fällen...



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