Burgh | Die Töchter Cornwalls: Dämmerstunde - Band 3 | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 609 Seiten

Reihe: Die Töchter Cornwalls

Burgh Die Töchter Cornwalls: Dämmerstunde - Band 3

Roman
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96655-468-8
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, Band 3, 609 Seiten

Reihe: Die Töchter Cornwalls

ISBN: 978-3-96655-468-8
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Eine berührende Geschichte über die eine wahre Liebe: Die Familiensaga »Die Töchter Cornwalls: Dämmerstunde« von Anita Burgh jetzt als eBook bei dotbooks. England im Jahre 1940: Die kapriziöse Juniper Tregowan und die schüchterne Polly Blewett könnten nicht unterschiedlicher sein, und trotzdem sind die beiden Freundinnen einander so nah wie Schwestern. Während der drohende Krieg mit Deutschland seine Schatten über das Land wirft, versuchen die beiden, ihre Jugend so gut es geht zu genießen: Juniper stürzt sich Hals über Kopf in das wilde Leben der Londoner Salons, und Polly ist nach einer großen Enttäuschung endlich bereit, sich für eine neue Liebe zu öffnen. Aber ist der charmante Andrew wirklich der Mann, auf den sie schon so lange wartet? Und noch dazu droht Junipers immer verzweifeltere Suche nach Aufmerksamkeit und Anerkennung das Band der Freundschaft, dass die beiden Frauen verbindet, endgültig zu zerreißen ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: »Die Töchter Cornwalls: Dämmerstunde« ist das Finale der berührenden Familiensaga von Anita Burgh. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Anita Burgh wurde 1937 in Gillingham, UK geboren und verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit in Cornwall. Ihre 24 Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und feierten international Erfolge. Mittlerweile lebt Anita Burgh mit ihrem Mann und zwei Hunden in einem kleinen Dorf in den Cotswolds, Gloucestershire. Bei dotbooks veröffentlichte Anita Burgh ihrer Romane »Das Erbe von Respryn Hall«, »St. Edith's: Hospital der Herzen«, »Glückssucherinnen«, »Der Weg zum Herzen einer Frau«, »Wo deine Küsse mich finden«, »Das Lied von Glück und Sommer«, »Wo unsere Herzen wohnen« Außerdem veröffentlichte Anita Burgh bei dotbooks ihre Familiensaga »Die Töchter Cornwalls« mit den drei Einzelbänden: »Morgenröte«, »Sturmwind« und »Dämmerstunde«
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Kapitel 1


1


Es war heiß. Die Atmosphäre in dem überfüllten Raum war stickig vom Zigaretten- und Zigarrenrauch. Die Kellner arbeiteten nach einem eigenen Signalsystem. Der Rhythmus der Musik dröhnte unerbittlich. Der Schnulzensänger kämpfte tapfer gegen das Klappern von Geschirr, das ständige Knallen von Champagnerkorken und das Geschrei an, das hier als Unterhaltung diente. Die kleine, zentral gelegene Tanzfläche war mit Paaren vollgestopft, die sich wie vor einem Weltuntergang aneinanderklammerten, während sie sich auf dem Marmorboden wiegten.

Eine Frau trat ein, blieb auf der obersten Stufe der Treppe stehen, die zur Mitte des Raums hinunterführte. Eine Woge von Beifall schlug ihr entgegen, den sie anmutig zur Kenntnis nahm, ehe sie langsam hinabschritt und durch die eng stehenden Tische ging. Der Oberkellner eilte dienstbeflissen herbei und bahnte ihr einen Weg durch die Menge. Sie war in Begleitung von vier jungen Männern, die alle vor Stolz grinsten, weil sie für diesen Abend auserwählt worden waren. Sie verweilte einen Augenblick, um die Gäste an den Tischen zu begrüßen, stand da, eine Hand in die Hüfte gestemmt, den Oberschenkel provozierend vorgeschoben, den Rücken elegant gestreckt. Sie entdeckte jemanden, den sie kannte, schwebte zu ihm, küßte ihn vertraulich. Ihr Blick schweifte durch den Raum, sie winkte anderen, aber weniger wichtigen Gesichtern in der Menge zu. Die Gruppe erreichte ihren Tisch. Mit geschmeidiger Anmut bewegte sich die Frau zwischen den Tischen und gepolsterten Bänken. Der Kellner entfaltete ihre Serviette, ließ sie knattern wie ein Segel und legte sie ihr ehrerbietig auf den Schoß. Gläser wurden herangetragen, Menüs studiert.

Francine Frobisher lehnte sich in dem rotsamtenen Polstersessel zurück. Sie nahm eine Zigarette aus einem Goldetui, steckte sie mit übertriebener Langsamkeit in eine lange Elfenbeinspitze, die sie dann sanft streichelte. Sie sah den Mann, der neben ihr saß, träge an und lachte über die Erregung in seinen Augen. Als sie die Zigarettenspitze zwischen ihre Lippen steckte, flammten vier Feuerzeuge auf. Ihr Blick schweifte von einem ihrer Begleiter zum nächsten, während sie entschied, wem sie huldvoll die Ehre erweisen würde, ihre Zigarette anzünden zu dürfen. Sie wählte den Mann, dem sie zugelacht hatte, und die anderen wandten sich enttäuscht ab.

Francine hatte diesen Mann aus verschiedenen Gründen gewählt. Er war Amerikaner, und sie mochte deren unkomplizierten Enthusiasmus im Bett; sie kannte ihn nicht, was immer reizvoll für jede neue Bekanntschaft war; er war jung – und je älter sie wurde, um so mehr schätzte sie die Jugend –, aber vor allem hatte sie ihn gewählt, weil er sie mit seinem schwarzen Haar, seinen grauen Augen und seinem leicht schiefen und sardonischen Lächeln sofort an Marshall Boscar erinnert hatte. Marshall war der einzige Mann, den sie je geliebt hatte, oder vielmehr, Francine bildete sich ein, ihn geliebt zu haben, denn es war unwahrscheinlich, daß sie je einen anderen Menschen mit derselben Hingabe wie sich selbst geliebt hatte. Francine hatte mit einem Bataillon Männer geschlafen, aber keiner hatte sie so beeindruckt wie Marshall. Marshall war eine Herausforderung gewesen, doch kaum hatte sie geglaubt, ihn erobert zu haben, war er ihr entglitten. Jetzt war er tot und würde ihr nie gehören.

Francine kam die meisten Abende nach der Show hierher, in den Garibaldi Club. Er entsprach ihrem Geschmack, lag in der Nähe der West-End-Theater, bot gute Musik, passables Essen und ein kultiviertes Publikum, das sie nie mit aufdringlichen Bitten um Autogramme belästigte. Und er war stets voller Menschen, was eine Unterhaltung schwierig machte. Auch das gefiel ihr. Nach einer Vorstellung redete sie für eine Weile nicht gern, zog es vor, nur zu beobachten und Zeit zu haben zu entscheiden, wer ihr Bett in dieser Nacht teilen würde.

Mit vierundvierzig mußten sich die meisten Frauen ihrer Generation mit breiten Hüften, grauem Haar und Falten abfinden. Doch Francine nicht. Die Natur hatte ihr freundlicherweise einen guten Knochenbau und einen perfekten hellen Teint verliehen, der ihr schönes blondes Haar vorteilhaft ergänzte. Ihre Augen waren von einem erstaunlichen Grün, so dunkel wie die Blätter der Stechpalme. Aber sie hatte diese Gaben nie als selbstverständlich betrachtet, sondern über die Jahre hart daran gearbeitet, ihre Schönheit zu bewahren. Und Francine war dafür belohnt worden, denn ihrem guten Aussehen hatte sie größtenteils ihre Position als berühmter West-End-Musical-Star zu verdanken.

Ihre Begleiter konnten sich glücklich schätzen, daß eine Unterhaltung im Garibaldi schwierig war, denn außer ihren Vorstellungen und ihrer Schönheit besaß Francine keine Interessen und hatte daher nichts Bemerkenswertes zu sagen. Sie las keine Bücher, nur Manuskripte. In der Tageszeitung überflog sie nur die Klatschspalten. In Illustrierten interessierte sie allein der Modeteil, den sie mit professioneller Sorgfalt studierte. Sie ging nie ins Theater, um anderen Schauspielern zuzusehen, und die einzige Musik, die sie hörte, waren Plattenaufnahmen ihrer eigenen Lieder.

Europa war im Krieg: Männer starben zu Tausenden; Frauen wurden Witwen, Kinder Waisen; Juden wurden niedergemetzelt; Angst verbreitete sich in der Welt –, das alles berührte Francine nicht. Für sie war eine Tragödie ein abgebrochener Fingernagel, ein Makel auf ihrer Haut, ein schlecht sitzendes Kleid. Francine betrachtete den Krieg als einen Bonus, denn er brachte volle Häuser, ein Publikum, das sich verzweifelt nach ihrer Magie sehnte, um für ein paar Stunden den bedrückenden Alltag vergessen zu können.

Ihr Begleiter beugte sich vor und flüsterte ihr ins Ohr: »Möchten Sie tanzen?«

»Nein, danke«, entgegnete sie. Die Tanzfläche war zu voll. Francine tanzte nur gern, wenn sie sicher war, Aufmerksamkeit zu erregen.

»Möchten Sie woanders hingehen?«

Sie schüttelte den Kopf. Das hatte keinen Sinn. Sie kannte alle Clubs; dieser hier gefiel ihr am besten.

Zwei Frauen, Anfang zwanzig, in Begleitung eines etwas älteren, großen, schlanken, uniformierten Mannes, dessen Gesicht eher interessant als gutaussehend zu nennen war, kamen leichtfüßig die mit rotem Teppich belegte Treppe herunter. Wieder eilte der Oberkellner dienstbeflissen herbei, verneigte sich unterwürfig – hier war ein Gast, nicht berühmt wie Francine, der jedoch eine andere Qualität besaß, die für Männer seines Berufs wichtig war Reichtum.

»Alphonse, wie geht's Ihrer Familie? Gut, hoffe ich. Haben Sie einen Tisch für uns?« Eine der beiden jungen Damen lächelte ihn bezaubernd an, wartete aber nicht auf seine Antwort. »Nur einen winzigen Tisch?« Sie war zierlich und blond. Ihre haselnußbraunen Augen, mit Gold gesprenkelt, waren groß und ausdrucksvoll. Ihr Gesicht besaß jene feinknochige Schönheit, nach der sich unweigerlich alle Köpfe umdrehten, wenn sie einen Raum betrat.

»Aber natürlich, Lady Copton. Für Sie habe ich immer einen Tisch frei.« Alphonse verneigte sich, winkte gereizt andere Kellner herbei, um die Wichtigkeit dieses Gastes zu unterstreichen, und führte Juniper Copton und ihre Begleiter zu einem Tisch.

»Du bestellst, Jonathan.« Sie legte die große Speisekarte beiseite, als wäre sie es müde, Entscheidungen zu treffen.

»Aber ich weiß nicht, was du willst«, wandte Jonathan Middlebank ein, während seine Gedanken rasten, und er überlegte, wie er das alles bezahlen sollte, falls Juniper die Rechnung nicht übernahm. Das war zwar ein vages Risiko, denn sie bestand immer darauf zu bezahlen, aber es war auch vorgekommen, daß sie einfach gegangen war und ihre Gäste und die Rechnung völlig vergessen hatte.

»Etwas Leichtes und Champagner. Wie steht's mit dir, Polly?« Polly, durch Heirat Comtesse de Faubert et Bresson geworden, die jedoch ihren Mädchennamen, Frobisher, bevorzugte, war der absolute Gegensatz zu Juniper. Sie war groß, hatte glattes, fast schwarzes Haar und braune Augen, so dunkel, daß sie unergründlich wirkten. Ihre Gesichtszüge waren eher ausgeprägt als zart, und ihr Ausdruck ließ auf eine intelligente, ernsthafte Persönlichkeit schließen. Polly betrachtete die Speisekarte. Sie war nicht hungrig, sie trank wenig, sie fand die verräucherte Atmosphäre in dem Nachtclub bedrückend und fragte sich bereits, warum sie überhaupt hier war. Noch während sie darüber nachdachte, wußte sie schon die Antwort. Juniper hatte darauf bestanden, daß sie mitkam, und nur wenige Menschen konnten sich ihr widersetzen, am allerwenigsten Polly.

»Ich habe keinen großen Hunger. Ein Sandwich vielleicht und etwas Sodawasser«, sagte sie schließlich.

»Also, Polly, wirklich! Wir feiern. Du mußt Champagner trinken. Ich bestehe darauf. Bestell den besten, Jonathan. Iß wenigstens ein Omelett, Polly.«

»Na gut.« Polly zuckte resigniert die Schultern.

»Möchtest du denn nicht feiern?« fragte Juniper hartnäckig.

»Natürlich.« Polly log, denn sie sah keinen Grund zum Feiern. Gewiß nicht, weil sie nach einem Monat in Devon nach London zurückgekehrt war, noch weil Jonathan Middlebank seinen zweitägigen Kurzurlaub vom Militär dazu benutzt hatte, sie zu besuchen. Tatsächlich fühlte sie sich in seiner Gegenwart äußerst unwohl, was durch Junipers Anwesenheit noch verstärkt wurde. Sie mochte Jonathan, würde ihn immer mögen – man konnte nicht jemanden lieben, wie sie ihn geliebt hatte, und jedes Gefühl. verlieren, nicht wenn man Polly war. Sie hatte schon vor langer Zeit Jonathan und Juniper den Betrug verziehen, den die beiden an ihr begangen hatten, denn sie war unfähig, einen Groll zu hegen. Nein, ihr Unbehagen rührte daher, daß sie – trotz aller...



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