Bull-Hansen | VIKING - Das Gesetz des Danelags | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 624 Seiten

Reihe: Jomswikinger-Saga

Bull-Hansen VIKING - Das Gesetz des Danelags

Roman - Die epische Bestseller-Reihe aus Norwegen geht weiter
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-641-32501-5
Verlag: Penguin
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman - Die epische Bestseller-Reihe aus Norwegen geht weiter

E-Book, Deutsch, Band 4, 624 Seiten

Reihe: Jomswikinger-Saga

ISBN: 978-3-641-32501-5
Verlag: Penguin
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Er wird um sein Leben kämpfen müssen. An der Seite seines Sohnes.

Norwegen im Jahre 1007. Verbannt ins Exil auf die abgelegenen Orkney-Inseln wird Torstein Knarresmed von Rachegedanken heimgesucht. Als gejagter Mann und vertriebener Herrscher von Vingulmork weiß er, dass er seine Verbündeten nun sorgfältig auswählen muss. Denn noch immer wütet die Schlacht um Großbritannien, und König Æthelred herrscht über den Thron. Von Torstein wird erwartet, im Namen des dänischen Königs zu kämpfen und die Vorherrschaft über die englischen Gebiete zurückzuerlangen. Doch Krieg fordert seinen Tribut und die Loyalität eines Kriegsherrn gilt nicht immer den Richtigen. Torstein zieht erneut ins Gefecht und trägt diesmal nicht nur die Last seines ganzen Landes auf den Schultern, sondern die Verantwortung für das Leben seines Sohnes zwischen den Fronten …

»Der skandinavische Bestseller VIKING erzählt fesselnd von der nebelverhangenen Welt der Fjorde.« Frankfurter Neue Presse über »Viking«

Episch, atmosphärisch, aufregend – entdecken Sie auch die weiteren Romane der Jomswikinger-Reihe: Band 1: VIKING Band 2: VIKING – Kampf in Vinland Band 3: VIKING – Die Armee der Dänen

Bjørn Andreas Bull-Hansen ist großer Fan der altnordischen Kultur und beschreibt sich selbst als »Wikingerbarde«. Er ist zudem mehrfacher nationaler Meister im Kraftdreikampf. Mit seinem Blog und seinen Videos rund um die (Über-)Lebenskünste der Wikinger sowie moderne Survival-Themen begeistert er tausende Fans. Seine Jomswikinger-Romane standen monatelang auf der norwegischen Bestsellerliste und werden auch in Deutschland begeistert gefeiert.

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1
Der Mönch


Ich erinnere mich an den Tag, an dem in Sigurd Lodvesons Haus Welpen geboren wurden. Wir waren zu seiner Opferstätte gezogen, aber als wir von dort herunterkamen, bat uns Sigurd hinein, um von seinem Julbier zu kosten. Ich war dort mit Ulfar Bonde und Eystein. Wir blieben über Nacht beim Insel-Jarl, und am frühen Morgen des nächsten Tages wurden die Welpen geboren. Der alte Ulfar hatte sich ziemlich betrunken, er vertrug das Bier nicht mehr wie früher. An jenem Morgen lag er wie ein Toter neben der Feuerstelle. Aber Eystein und ich, wie auch der Insel-Jarl und einige seiner Männer, wachten auf, als die Hündin schrie. Wir hatten den Abend und so gut wie die ganze Nacht getrunken, und vieles, was an jenem Morgen gesagt wurde, geschah im Bierrausch. Eystein und ich wankten zur Nische, in der die Hündin sich aus alten Fellen ein Lager bereitet hatte, und so sahen wir beiden Kerle mit einigen Leuten des Insel-Jarls zu, wie die Hündin winselte und jaulte und die Geburt begann.

Nun war es selbstverständlich keine große Sache, dass einer der Hunde des Jarls Junge bekam, aber Sigurd hatte mir den Erstgeborenen versprochen, sofern ich ihn haben wollte. Und ich hatte ihm dafür gedankt. Es waren gute Hunde, die Sigurd sich hielt. Sie konnten einen Hasen in vollem Lauf packen, sie waren kräftig und hatten lange Beine. Für Ravntor wäre ein solcher Welpe sicher ein Trost, dachte ich. Wir sahen den ersten Welpen herauskommen, dann den zweiten und den dritten, und die Hündin kam zur Ruhe, während ihr die drei Jungen an die Zitzen gelegt wurden. Wir setzten uns auf die Langbänke in der Nähe und bekamen wieder Krüge mit Bier gereicht. Bei Sigurd Lodveson waren die Krüge nie leer. Wir tranken aus, und als sie wieder gefüllt wurden, schrie die Hündin erneut, und zwei weitere Welpen kamen auf die Welt, der eine gleich nach dem anderen. Da ging Sigurd zu den Tieren und hob den erstgeborenen Welpen hoch. »Der ist deiner«, sagte er zu mir. »Goldenes Fell wie die Mutter, weiß am Nacken und am Schwanz, und wie es aussieht, an den Beinen auch.« Er drehte das Jungtier auf den Rücken und blickte auf den Bauch des winzigen, winselnden Hundes. »Eine Hündin. Dann kannst du mit ihr züchten, wenn du es wünschst. Gib ihr nun einen Namen, Torstein Häuptling.«

»Ich werde sie Ylir nennen«, sagte ich, denn das hatte ich mir überlegt, während wir dasaßen und tranken.

Der Insel-Jarl nickte und sagte, es sei ein guter Name, schließlich befanden wir uns gerade in Ylirs Mond. Danach legte er den Welpen wieder an die Zitzen der Mutter und nahm auf seinem Jarlssitz Platz, die Hände auf dem Bauch gefaltet und mit einem matten Blick.

Später an jenem Tag ritten wir heimwärts zum Grimshof. Es stürmte, der Wind blies über die Hügel und ließ unsere Mäntel flattern. Ulfar Bonde hatte einen dicken Schädel, und ihm war übel. Auf halber Strecke mussten wir absteigen und warten, während er ins Heidekraut kotzte, was ihn sämtliche Kraft kostete. Er kippte zur Seite und blieb heulend wie ein Kind liegen.

Gern würde ich behaupten, Eystein und ich hätten den Jomswikinger wieder in den Sattel gehievt, aber Ulfar Bonde war ein großer Mann, und er ritt ein stattliches Frankenpferd. Immerhin schafften wir es irgendwie, ihn auf den Pferderücken zu legen, und da Bonde nicht in der Lage war, sich dort oben festzuhalten, versuchten wir, ihn mit einem Seil festzuzurren. Doch er glitt seitlich hinab und blieb wie Schlachtvieh unter dem Pferd hängen. Also lösten wir das Seil wieder und legten ihn ins Heidekraut, und Eystein ritt davon, um einen Karren zu holen, während ich bei dem Betrunkenen sitzen blieb. Ich ließ Vingur vom Heidekraut fressen, meinen getreuen Vingur, der auf den Weiden von Rossøy wieder zu Kräften gekommen war. Ich legte einige Decken um den alten Bonde und kratzte ihm das Erbrochene mit einem Büschel Heidekraut aus dem Bart. So saß ich dort auf einem kleinen Hügel, während der Wind über die Landschaft ringsum blies. Ich grübelte über das, was Sigrid einige Tage zuvor gesagt hatte. Wir sollten Vingulmørk vergessen und auf Rossøy bleiben. Als ich vom Heerzug zurückgekehrt war, hatte mir der Jarl Land und einen Häuptlingstitel angeboten. Er hatte mir die Hälfte seiner Weiden versprochen, wollte mir Männer schicken, sodass ich mein eigenes Wohnhaus bauen konnte, eine Scheune und Ställe für das Vieh. Wenn ich unter seiner Jarlschaft Häuptling bliebe, wenn ich das Inselreich gegen seine Feinde verteidigte, bekäme ich sowohl Land als auch Zuchttiere und zudem einen Anteil der Steuereinnahmen.

Aber ich konnte Vingulmørk nicht vergessen, das mir in so niederträchtiger Weise geraubt worden war. Und niemals konnte ich meinen Bruder und Freydis vergessen, die ich in Northumbria verloren hatte. Was mich jedoch am meisten quälte, war das Unglück, das Ravntor, meinem ältesten Sohn, widerfahren war.

Es heißt, wer allein auf den Heiden der Orkney-Inseln unterwegs ist, soll besonders in den Tagen um das Julfest vorsichtig sein. Dann erheben sich die Geister unter dem Torfboden, und wenn man sich nicht in Acht nimmt, reißen sie Moos und Heidekraut beiseite und zerren einen in ihre Höhlen hinab. Daher hielt ich den Blick fest auf den armen Bonde gerichtet, denn ich wollte meinen alten Lehrmeister auf keinen Fall an die Unterirdischen verlieren. Wobei ich mir nur schwerlich vorstellen konnte, wie das Geistervolk ihn dort unten festhalten wollte, sobald er wieder erwachte. Ulfar Bonde war wie ich ein Berserker, und wir alle hatten gesehen, welche Verwüstung er hinterließ, wenn er im Kampfrausch war. Doch der Jomswikinger war inzwischen alt, was nach unserer Rückkehr auf die Orkney-Inseln besonders deutlich geworden war. Zuerst glaubte ich, die Niederlage zu Hause nagte an ihm, und vielleicht war das auch so, aber Ulfar Bonde war morgens steif in den Knochen, er vertrug das Bier nicht mehr so wie früher, und immer öfter hörte er nicht, was wir sagten. Ich sprach mit Sigrid darüber, und da strich sie mir über die Wange, und in ihren Augen lag eine wundersame Traurigkeit. »Alle werden alt, Torstein. Dagegen kannst du nichts ausrichten.«

Das Alter kann sich heranschleichen, sodass man es nicht bemerkt, ehe man graubärtig und von der Gicht befallen dasteht. Es kann aber ebenso gut auf einen zugerannt kommen; im Laufe eines Mondes ist man erst noch voller Manneskraft und spürt die Jahre dann plötzlich wie eine schwere Last auf den Schultern.

Als Eystein wiederkam, hatte er einen Karren von Roke Tangsanker dabei. Es war ein leichter Pferdekarren mit zwei Rädern. Davor hatte er sein eigenes Pferd gespannt.

Wir hoben Ulfar Bonde auf die Ladefläche, dann trieb Eystein das Pferd an, und wir machten uns auf den Heimweg.

Zuerst ritt ich schweigend, und auch Eystein sagte nichts, aber das war nichts Ungewöhnliches, wenn wir am Vorabend getrunken hatten und erschöpft waren. Dann räusperte sich Eystein und kratzte sich am Hals, und ich begriff, dass er mir etwas sagen wollte. Der Wind blies jetzt noch stärker über die Hügel rund um uns. Das Wollgras bog sich in den Böen, es braute sich etwas zusammen. Ich vermutete, dass er mit mir über das Schiff reden wollte, denn einige Tage zuvor hatte sich Eis in der Hafenbucht gebildet. Durch die Gezeiten riss es wieder auf, und die Schollen waren gegen den Rumpf geprallt, weshalb ich Schäden an den Planken befürchtete.

Aber Eystein wollte nicht darüber mit mir reden. Er war ein Jomswikinger wie ich, begleitete mich schon lange und kannte mich besser als die meisten. Er wusste, dass ich es nicht leicht aufnehmen würde, was er mir nun erzählen musste. »Es ist ein Schiff gekommen«, setzte er an. »Aus Kent.«

»Das sind Torkjells Männer, richtig?«

Eystein schüttelte den Kopf.

»Wenn es nicht Torkjells Männer sind, sollen sie uns trotzdem berichten, was dort unten vor sich geht. Ich werde sie fragen, ob sie Bjørn gesehen haben.«

Eystein war im Begriff, etwas zu erwidern, presste aber die Lippen aufeinander, hob die Zügel und trieb das Pferd weiter an.

Danach redeten wir kaum miteinander. Plötzlich dachte ich an den Welpen, der mir geschenkt worden war, und ob es stimmte, was der Insel-Jarl gesagt hatte: dass die Mutter von einer Rasse war, die es mit einem Pferd in vollem Galopp leicht aufnehmen konnte. Ich fragte mich, ob der Vater von derselben Rasse war. Der Insel-Jarl wusste es nicht. Auf seinem Hof liefen zwei andere Hunde derselben langbeinigen Rasse herum, beides waren Rüden, also standen die Chancen gut. Aber dort gab es auch kleinere Hunde, die sich in Hasenbaue gruben und die Tiere aufschreckten, die die langbeinigen Laufhunde dann jagten. Diese Köter hatten einen leicht gekrümmten Rücken, der Körper war recht schmal. Sie hatten kleine Köpfe, geknickte Ohren, die beim Laufen nach hinten gelegt waren, der Schwanz war ziemlich lang und hing tief. Sigurd hatte mit diesen Kötern geprahlt und behauptet, er hätte sie vom Schottenkönig Malcolm selbst erhalten. Daraufhin hatte sich Winabave, der nur selten die Stimme erhob, wenn wir bei Sigurd und seinen Leuten waren, nach dem bevorstehenden Raubzug erkundigt. Nie hatten wir den Insel-Jarl schlecht über den Schottenkönig reden hören, meistens verlor er nur gute Worte über ihn. Außerdem wussten wir mittlerweile, dass Sigurd Lodveson mit einer von Malcolms Töchtern verheiratet war. Warum fand er es also nötig, mit Männern an die schottische Küste zu fahren? Darauf hatte der Insel-Jarl uns keine Antwort gegeben. Er hatte sich an seinem Halsgeschwür gekratzt, den Gürtel unter seinen Wanst geschoben und die Krüge wieder füllen lassen.

Es...


Bull-Hansen, Bjørn Andreas
Bjørn Andreas Bull-Hansen ist großer Fan der altnordischen Kultur und beschreibt sich selbst als »Wikingerbarde«. Er ist zudem mehrfacher nationaler Meister im Kraftdreikampf. Mit seinem Blog und seinen Videos rund um die (Über-)Lebenskünste der Wikinger sowie moderne Survival-Themen begeistert er tausende Fans. Seine Jomswikinger-Romane standen monatelang auf der norwegischen Bestsellerliste und werden auch in Deutschland begeistert gefeiert.



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