Bryndza | Night Stalker | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 448 Seiten

Reihe: Ein Fall für Detective Erika Foster

Bryndza Night Stalker

Kriminalroman - Ein Fall für Detective Erika Foster (2)
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-641-20620-8
Verlag: Penguin
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Kriminalroman - Ein Fall für Detective Erika Foster (2)

E-Book, Deutsch, 448 Seiten

Reihe: Ein Fall für Detective Erika Foster

ISBN: 978-3-641-20620-8
Verlag: Penguin
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



London wird von einer Hitzewelle lahmgelegt, als Detective Erika Foster in einer drückenden Sommernacht an einen Tatort gerufen wird. Ein angesehener Arzt wurde in seinem eigenen Bett gefesselt und erstickt. Was ihre Kollegen zunächst für ein missglücktes Liebesspiel halten, enttarnt Erika schnell als kaltblütigen Mord. Wenige Tage später wird ein weiteres Opfer gefunden, dann ein drittes. Nur eines haben alle drei gemeinsam: Sie alle waren Männer, sie alle lebten allein. Davon abgesehen, führten sie gänzlich unterschiedliche und völlig unauffällige Leben. Doch irgendetwas muss sie miteinander verbinden – und mit dem Killer.

  • Die Nr.-1-Krimi-Reihe aus England, USA, Kanada, den Niederlanden und Australien
  • Auf der Jagd nach einem unsichtbaren Killer – Detective Erika Fosters zweiter Fall
  • Die Bestseller-Serie aus England: 2 Millionen verkaufte Exemplare [Stand 10/2017]
  • Er schleicht in dein Haus. Er beobachtet dich. Er hat keine Eile. Und du ahnst nichts …


Robert Bryndza ist in England geboren und hat in den USA und Kanada gelebt, ehe er mit seinem slowakischen Mann in dessen Heimat zog. Er hat eine Schauspielausbildung absolviert und ist heute hauptberuflich als Autor tätig. »Das Mädchen im Eis« ist der Auftakt seiner Krimireihe um Detective Erika Foster, die in 22 Ländern erscheint.
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3

DCI Erika Foster hatte sich schon ewig nicht mehr bei einem Abendessen so unwohl gefühlt. Es herrschte peinliches Schweigen, als der Gastgeber Isaac Strong die Spülmaschine öffnete und Teller und Besteck einräumte, begleitet vom leisen Surren des Ventilators in der Ecke, der anstatt etwas zu bewirken nur die warme Luft in der Küche verteilte.

»Danke, die Lasagne war vorzüglich«, sagte sie, als Isaac ihren Teller entgegennahm.

»In der Béchamelsoße war ein Schuss Sauerrahm«, sagte er. »Ist es dir aufgefallen?«

»Nein.«

Während Isaac mit dem Geschirr klapperte, schaute Erika sich in der Küche um. Sie war elegant eingerichtet, im französischen Landhausstil: handgestrichene weiße Schränke, Arbeitsflächen aus hellem Holz und eine große weiße Keramikspüle. Erika fragte sich, ob Isaac als Gerichtsmediziner absichtlich auf Edelstahl verzichtet hatte. Ihr Blick verweilte auf Isaacs Ex, Stephen Linley, der ihr am großen Küchentisch gegenübersaß und sie mit geschürzten Lippen misstrauisch beäugte. Er war jünger als Erika und Isaac; sie schätzte ihn auf fünfunddreißig. Ein muskulöser Adonis mit einem bildhübschen Gesicht, doch sein Blick hatte auch etwas Verschlagenes. Sie zwang sich, ihm ein entwaffnendes Lächeln zu schenken, trank einen Schluck Wein und wollte irgendetwas sagen. Das Schweigen wurde allmählich unangenehm.

Normalerweise gab es das nicht, wenn sie mit Isaac zu Abend aß. Im vergangenen Jahr hatte er sie mehrfach zum Essen in seine gemütliche französische Küche eingeladen. Sie hatten gelacht, Geheimnisse ausgetauscht, und Erika hatte immer mehr das Gefühl gehabt, dass sich eine tiefe Freundschaft anbahnte. Mit Isaac hatte sie sogar über den Tod ihres Mannes Mark vor knapp zwei Jahren sprechen können. Und Isaac hatte ihr von Stephen erzählt, seiner großen Liebe.

Im Gegensatz zu Mark, der auf tragische Weise in Ausübung seiner Pflicht ums Leben gekommen war, hatte Stephen Isaac das Herz gebrochen, als er ihn wegen eines anderen Mannes verlassen hatte.

Umso größer war Erikas Überraschung gewesen, Stephen anzutreffen, als sie am frühen Abend erschienen war. In gewisser Weise hatte sie sich hintergangen gefühlt.

Sie lebte jetzt schon seit mehr als fünfundzwanzig Jahren in England, aber an diesem Abend hatte sie sich nach der Slowakei gesehnt. Dort waren die Menschen direkter.

Was geht hier vor? Du hättest mich warnen sollen! Warum hast du mir nicht gesagt, dass dein idiotischer Ex-Lover hier sein würde? Bist du wahnsinnig, dass du ihn wieder in dein Leben lässt, nach allem, was er dir angetan hat?

Sie hätte schreien können, als sie in die Küche gekommen war und Stephen lässig in Shorts und T-Shirt am Tisch hatte sitzen sehen. Aber sie hatte sich unwohl gefühlt, und die britische Etikette verlangte, dass man sich nichts anmerken ließ und so tat, als wäre alles normal.

»Möchte jemand Kaffee?«, fragte Isaac, klappte die Spülmaschine zu und drehte sich zu ihnen um. Er war groß und gutaussehend mit dichtem dunklen Haar und hoher Stirn. Seine großen braunen Augen wurden von sorgfältig gezupften Brauen umrahmt, die sehr beweglich waren und alle möglichen Gefühle zum Ausdruck bringen konnten. Heute Abend jedoch wirkte Isaac nur verlegen.

Stephen ließ den Weißwein in seinem Glas kreisen und schaute Erika und Isaac abwechselnd an. »Jetzt schon Kaffee? Es ist noch nicht mal acht, und es ist tierisch heiß. Mach doch noch einen Wein auf.«

»Nein, ich hätte lieber einen Kaffee«, sagte Erika.

»Wenn schon Kaffee«, sagte Stephen, »dann benutz wenigstens die Maschine.« Dann fügte er hinzu, als wäre er der Hausherr: »Hat er’s Ihnen schon erzählt? Ich habe ihm eine Nespresso-Maschine gekauft. Hat mich ein Vermögen gekostet. Ich hab sie von dem Vorschuss für mein nächstes Buch bezahlt.«

Erika setzte ein nichtssagendes Lächeln auf und nahm sich eine geröstete Mandel aus einem Schälchen auf dem Tisch. Ihre Kaugeräusche wirkten in der Stille schrecklich laut. Während des Essens hatte Stephen die meiste Zeit geredet und sich lang und breit über den neuen Krimi ausgelassen, den er gerade schrieb. Er hatte ihnen sogar einen Vortrag über forensisches Profiling gehalten, was Erika ziemlich dreist fand in Anbetracht der Tatsache, dass Isaac einer der anerkanntesten Gerichtsmediziner im ganzen Land war und sie als Detective Chief Inspector bei Scotland Yard mehrere echte Mordfälle gelöst hatte.

Isaac setzte die Kaffeemaschine in Gang und schaltete das Radio ein. »Like a Prayer« von Madonna durchschnitt die Stille.

»Mach mal lauter! Ich stehe auf Madge«, sagte Stephen.

»Nein, das ist mir jetzt zu schrill«, sagte Isaac und drehte den Senderknopf, bis die schwermütige Melodie einer Geige Madonnas Stimme ablöste.

»Angeblich ist er ja schwul«, bemerkte Stephen und verdrehte die Augen.

»Ich brauche jetzt einfach was Sanfteres, Stevie«, erwiderte Isaac.

»Herrgott noch mal. Wir sind doch noch keine achtzig! Lass uns ein bisschen Spaß haben. Was ist mit Ihnen, Erika? Was macht Ihnen Spaß?«

In Erikas Augen war Stephen voller Widersprüche. Er war korrekt gekleidet wie ein Absolvent einer amerikanischen Elite-Uni, aber sein ganzes Gehabe wirkte irgendwie tuntig. Jetzt schlug er die Beine übereinander und schürzte die Lippen, während er auf ihre Antwort wartete.

»Ich glaube, ich gehe nach draußen eine rauchen«, sagte sie und nahm ihre Handtasche.

»Die Tür oben ist nicht abgeschlossen«, sagte Isaac mit bedauerndem Blick. Sie rang sich ein Lächeln ab und verließ die Küche.

Isaac wohnte in einem Reihenhaus in Blackheath in der Nähe von Greenwich. Das kleine Gästezimmer im ersten Stock verfügte über einen kleinen Balkon. Erika öffnete die Glastür, trat hinaus und zündete sich eine Zigarette an. Sie blies den Rauch in die Dunkelheit und spürte die Intensität der abendlichen Hitze. Es war eine klare Sommernacht, doch wegen des Lichtsmogs über der Stadt, die sich vor ihr ausbreitete, waren die Sterne nur schwach zu erkennen. Sie folgte dem Laserstrahl des Greenwich Observatory und legte den Kopf in den Nacken, um zu sehen, wo er im Himmel verschwand. Während sie rauchte, lauschte sie auf das Zirpen der Grillen im Garten hinter dem Haus, das sich mit den Verkehrsgeräuschen auf der dahinterliegenden stark befahrenen Straße mischte.

Tat sie Isaac Unrecht mit ihrem Unmut darüber, dass er Stephen wieder einen Platz in seinem Leben einräumte? War sie vielleicht einfach nur eifersüchtig darauf, dass ihr einziger Freund kein Single mehr war? Nein – sie wollte nur das Beste für Isaac, und Stephen Linley war eine Giftschleuder. Womöglich, dachte sie traurig, war in Isaacs Leben kein Platz für sie und Stephen.

Sie dachte an die kleine, spärlich möblierte Wohnung, die sie nicht als ihr Zuhause empfand, und an die einsamen Nächte, in denen sie im Bett lag und in die Dunkelheit starrte. Erika und Mark waren viel mehr gewesen als nur Mann und Frau. Sie waren Kollegen gewesen, hatten beide mit Anfang zwanzig bei der Greater Manchester Police angefangen. Erika war der aufsteigende Stern in ihrer Einheit gewesen und schon sehr bald Detective Chief Inspector und damit Marks Vorgesetzte geworden. Mark hatte sie dafür noch mehr geliebt.

Aber vor ungefähr zwei Jahren hatte Erika eine Drogenrazzia geleitet, die in einer Katastrophe geendet und Mark und vier ihrer Kollegen das Leben gekostet hatte. Die Trauer und die Schuldgefühle waren fast unerträglich gewesen, und sie hatte große Mühe gehabt, sich ohne ihren Mann im Leben zurechtzufinden. Der Neubeginn in London war hart gewesen, aber ihre Arbeit in der Abteilung für Mord und Gewaltverbrechen bei Scotland Yard war das Einzige, wofür sie Energie hatte aufbringen können. Im Gegensatz zu früher jedoch, als sie der aufsteigende Stern am Himmel der Polizei in Manchester gewesen war, war ihr Ruf jetzt beschädigt, und ihre Karriere hatte einen Stillstand erreicht. Sie war geradeheraus, hoch motiviert und eine hervorragende Polizistin, die keine Dummköpfe um sich herum duldete – aber sie hatte keine Zeit, sich um die Gepflogenheiten im Polizeiapparat zu kümmern, und so war sie wiederholt mit ihren Vorgesetzten aneinandergeraten und hatte sich einflussreiche Feinde gemacht.

Erika zündete sich eine zweite Zigarette an und überlegte gerade, unter welchem Vorwand sie möglichst schnell verschwinden könnte, als die Glastür hinter ihr geöffnet wurde. Isaac trat auf den Balkon.

»Ich könnte jetzt auch eine gebrauchen«, sagte er, schloss die Tür hinter sich und lehnte sich neben ihr ans Balkongitter. Lächelnd hielt sie ihm das Päckchen hin. Mit seinen langen, schlanken Fingern nahm er eine Zigarette heraus und beugte sich hinunter, um sich Feuer geben zu lassen.

»Tut mir leid, ich hab’s echt vermasselt heute«, sagte er, richtete sich auf und atmete den Rauch aus.

»Es ist dein Leben«, erwiderte Erika. »Aber du hättest mich warnen können.«

»Es ist alles so schnell gegangen. Heute Morgen stand er plötzlich vor der Tür, und wir haben den ganzen Tag geredet und … na ja, du weißt schon. Es war zu spät, um abzusagen, aber natürlich wollte ich das auch nicht.«

Erika bemerkte seinen ängstlichen Blick. »Isaac, du bist mir keine Erklärung schuldig. Aber an deiner Stelle würde ich es einfach Geilheit nennen. Du bist zum Opfer deiner Triebe geworden. Das ist leichter zu verzeihen.«

»Ich weiß, dass er ein komplizierter Typ ist, aber wenn wir allein sind, ist er anders. Er ist verletzlich. Was meinst du,...


Bryndza, Robert
Robert Bryndza ist in England geboren und hat in den USA und Kanada gelebt, ehe er mit seinem slowakischen Mann in dessen Heimat zog. Er hat eine Schauspielausbildung absolviert und ist heute hauptberuflich als Autor tätig. »Das Mädchen im Eis« ist der Auftakt seiner Krimireihe um Detective Erika Foster, die in 22 Ländern erscheint.

Breuer, Charlotte
Charlotte Breuer und Norbert Möllemann übersetzen Literatur aus dem Englischen, u.a. von Chloe Benjamin, Elizabeth George und Kate Morton.



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