Brunner | Baiersdorfer Feuerwehrgeschichte(n) | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 336 Seiten

Brunner Baiersdorfer Feuerwehrgeschichte(n)

Mit einem Beitrag von Horst Gemeinhardt
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7528-8406-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Mit einem Beitrag von Horst Gemeinhardt

E-Book, Deutsch, 336 Seiten

ISBN: 978-3-7528-8406-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



21. Juli 2007: Nach einem Starkregenereignis bricht mitten in der Nacht eine Flutwelle bis dahin ungeahnten Ausmaßes über die mittelfränkische Stadt Baiersdorf und ihre Nachbarorte herein. Unzählige Gebäude werden zum Teil schwer beschädigt, Straßen und Schienen unterspült. Hunderte von Menschen müssen auf der Autobahn mit Booten von den Dächern ihrer Fahrzeuge gerettet werden, der Sachschaden wird wenig später im zweistelligen Millionenbereich liegen. Während sich die Freiwillige Feuerwehr Baiersdorf, unterstützt durch unzählige Wehren aus der gesamten Region, dem Technischen Hilfswerk, Rettungsdienstorganisationen und Behörden über zwei Wochen hinweg im Dauereinsatz befindet, entsteht an ihrer Feuerwache und ihrer Ausrüstung ebenfalls enormer Sachschaden. Mehr noch: In einem Bankschließfach liegen ihre historischen Unterlagen und Dokumente - und auch diese fallen dem Schmutzwasser zum Opfer. Zwar können viele tausend Seiten geborgen, fachmännisch getrennt und getrocknet werden, doch ist ihr Zerfall langfristig nicht zu verhindern. Aus diesem Grund werden in den folgenden Jahren alle Unterlagen digital gespeichert. Um die Geschichte der Entstehung und Entwicklung der Feuerwehr Baiersdorf aber auch künftig einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen zu können, entsteht anlässlich des 150. Gründungsjubiläums der Feuerwehr im Jahr 2018 eine ausführliche Chronik. Nicht nur Zahlen, Daten und Fakten spielen darin eine Rolle, sondern vor allem auch die Menschen, die sich seit 1868 in Baiersdorf dem Brandschutz verschrieben haben, die sich über 15 Jahrzehnte hinweg immer wieder neuen Aufgaben und Herausforderungen stellen müssen - und diesen stets auch gerecht werden. Ein ganz besonderes Kapitel, verfasst von dem Baiersdorfer Historiker Horst Gemeinhardt, widmet sich dabei den jüdischen Feuerwehrleuten, die hier, häufig in Führungspositionen, von der Gründung der Wehr bis 1935 aktiv zum Wohl der Stadt und ihrer Bürgerschaft mitwirkten. Und so werden die "Baiersdorfer Feuerwehrgeschichten" zu einem lebendigen Dokument der Zeitgeschichte und sind nicht nur für Feuerwehrleute interessant.

Stefan Brunner, geboren 1966 in Mitterteich, "Wahlfranke mit Oberpfälzer Migrationshintergrund", begann im Alter von 15 Jahren seinen Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr Immenreuth am Südrand des Fichtelgebirges, bevor es ihn 2004 nach Baiersdorf im Regnitzgrund verschlug, wo er mit seiner Familie lebt. Beruflich ist er bei der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Arbeits- und Brandschutz sowie in der Notfallplanung für die Hochschule und das Universitätsklinikum Erlangen tätig. Seit über 30 Jahren in verschiedenen Führungsfunktionen des Feuerwehrwesens eingesetzt, ist er seit langem auch in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Feuerwehr tätig und verfasste neben vielen hundert Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und Tageszeitungen auch drei Kinder- und Jugendbücher zum Thema "Jugendfeuerwehr", erschienen als Buchserie "Emily Millenium" bei Books on Demand GmbH. Die Geschichte seiner Wahlheimat, dem beschaulichen Städtchen Baiersdorf in Mittelfranken, das sich auch gern als "Schärfste Stadt Deutschlands" bezeichnet, übte von Anfang an eine besondere Faszination aus. So war es nur eine Frage der Zeit, bis er mit diesem Buch die 150-jährige Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Baiersdorf aufgriff, und sie, eingebettet in die wechselvollen historischen und kulturellen Rahmenbedingungen dieses langen Zeitraums sowie verknüpft mit hintergründigen Geschichten und Anekdoten in diesem Buch festhielt und damit den Schriften zur Geschichte der Stadt ein neues, interessantes Werk hinzufügte.
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Die Geschichte einer Freiwilligen Feuerwehr ist zwangsläufig verbunden mit der Geschichte des Dorfes oder der Stadt, für deren Schutz sie sorgt. Die Vergangenheit mit ihren Einflüssen wie Krieg und Frieden, Zeiten des Wohlstands, mit Hungersnöten und Krankheiten, vorhandenen Bodenschätzen und Naturgütern prägte stets nachhaltig die Einwohnerschaft. Daraus ergaben sich wiederum Eigenarten und Besonderheiten, die jedem Ort, jeder Stadt ihre Einzigartigkeit verliehen – angefangen von der geographischen Lage über die Gründung von Berufsständen, Handwerksbetrieben, Industrialisierung bis hin zur städtebaulichen Entwicklung und der Zusammensetzung ihrer Bürger. Und wollen wir die Entwicklung des Brandschutzes und der Feuerwehr Baiersdorf nachvollziehen, so müssen wir auch zunächst einmal etwas auf die frühen Jahre der Stadt an der Regnitz zurückblicken.

Eine erste schriftliche Erwähnung eines Ortsteils finden wir in einer Schenkungsurkunde in der er, datiert auf dem 1.November 1007, dem Bischofssitz Bamberg neben anderen Ländereien auch den Königshof Forchheim und dessen Reichsbesitz vermacht. In dieser Urkunde ist auch aufgelistet, der heutige Stadtteil Wellerstadt, der als thüringische Siedlung und als Übergang über die Regnitz zu diesem Zeitpunkt wohl schon länger bestanden hatte4.

Nachdem um 1040 die von seinem Vater verschenkten Güter in den Besitz des Reiches zurückgeholt hatte, annullierte dessen Sohn Heinrich IV. diesen Vorgang und gab das Gebiet mit Urkunde vom 13.Juli 1062 erneut dem Bistum Bamberg. Darin wird neben auch , der eigentliche Ort Baiersdorf, erstmals genannt. Für 1123 ist erstmals ein Ortseigenherr namentlich nachgewiesen: Lutold von Beirstorf, ein Ritter des Bamberger hatte den Grundbesitz vermutlich als Lehen erhalten. Da Lehenschaften ursprünglich nicht vererbbar waren, fiel der Besitz nach dessen Tod an das Reich zurück. Im Jahr 1130 erwarb Bischof Otto I. , also „Baiersdorf mit Kirche“. 1133 (oder 1139?) schenkte Bischof Otto I. den Besitz den Benediktinern im neugründeten Kloster Münchaurach.2

Am 28.Januar 1158 wurden die Besitztümer des Klosters und damit auch den Nürnberger Burggrafen übertragen. Auf die Initiative der Burggrafen Johann und Albrecht von Nürnberg hin verlieh in Passau der Siedlung an der Regnitz am 18.Juli 1353 die Stadtrechte, indem er verfügte, dass sie Damit konnten die Burggrafen direkt an der Grenze zum Hochstift Bamberg einen befestigten Sitz schaffen. 1355 bestätigte Karl IV. am Tag der Kaiserkrönung in Rom die Stadterhebung Baiersdorfs.3

Nun, in den folgenden Jahrhunderten hätten die Einwohner so manches Mal eine funktionierende Feuerwehr ganz gut brauchen können: Am 7.September 1388 brannte die Reichsstadt Nürnberg in einer typisch spätmittelalterlichen Fehde der Territorialherren auch den und was dazu gehörte, nieder.1

Ein gutes halbes Jahrhundert lang herrschte danach Frieden im Regnitzgrund. Baiersdorf erstand neu. 1415 erhielt der Burggraf auch das Kurfürstenamt der Mark Brandenburg und nannte sich fortan Markgraf.

Doch schon 1449 zerstörten die Nürnberger im 1.Markgrafenkrieg Baiersdorf erneut. Die Bischöfe von Bamberg und Würzburg verbündeten sich kurze Zeit später mit von Bayern-Landshut – und der ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, 1461 in der Donauwörther Fehde auch Baiersdorf zu brandschatzen.5

Offensichtlich ausnahmsweise einmal in den eigenen Reihen der Bürgerinnen und Bürger und in leichtsinnigem Umgang mit offenem Feuer ist die Ursache für den zu suchen, der die Stadt am 18.April 1474 in Schutt und Asche legte: Anm: Reliquienschatz einer Kirche6

Mit der Zerstörung des Schlosses Scharfeneck im Regnitzgrund am 24.Mai und der Stadt selbst am 10.Juni 1553 durch den bischöflichen Kommandanten der Festung Forchheim, , mussten die Baiersdorfer knapp 80 Jahre später dafür büßen, dass ihr Markgraf zuvor einmal mehr seinem Ruf als „Geißel Frankens“ gerecht geworden war: Dieser hatte in Kunreuth nach einer unrühmlichen Belagerung des dortigen Wasserschlosses ein Massaker an der Bevölkerung verüben lassen und die hochschwangere Frau Egloffsteins bis aufs Hemd entkleidet durchs Feldlager getrieben.7 Zwei Jahre lang mussten danach die Baiersdorfer die Steine ihrer Stadtmauer nach Forchheim bringen, wo sie zur Verbesserung der dortigen Befestigungen Verwendung fanden.8

Nachdem 1602 die Pest in der Stadt gewütet hatte, wurde Baiersdorf im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) am Pfingstmontag 1632 im Auftrag der kaiserlichen Truppen durch den Forchheimer Festungskommandanten erneut auf's Schlimmste geplündert und niedergebrannt – nachdem dieser zuvor 1000 Taler als Schutzgeld gefordert und auch erhalten hatte.

Das Schloss Scharfeneck, das zuvor als prächtiger Renaissancebau mit vier Ecktürmen seit 1627 an der Regnitz erneut entstanden war, fiel seinen erbarmungslosen Truppen zum Opfer.9 Erst zum Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 trauten sich die in die Wälder geflüchteten Bewohner zurück und wagten zusammen mit zahlreichen Neubürgern an den Wiederaufbau. 1698 erfolgte die Erhebung durch den Markgrafen zum Oberamt Bayersdorf, das unter anderem von Amtssitzen in Forchheim, Neunkirchen, Eschenau, Nürnberg, Langenzenn, Schönberg und Büchenbach begrenzt war. Dem Amt, das seinen Sitz teils im Schloss Scharfeneck, teils in einem Amtshaus am Markt hatte, waren in diesem Gebiet 125 Ortschaften und Gehöfte und somit auch Erlangen () unterstellt.10

schreibt in seinem Buch , dem auch viele andere Informationen dieses Kapitels entnommen sind: „“.11

In der Tat könnte man so manches Mal in Versuchung geraten, dieser Aussage beizupflichten: Denn, was wäre wirklich gewesen, hätte man in dieser Zeit dann auch beispielsweise die aus Frankreich geflüchteten Hugenotten, wie geplant, auf dem bereits ausgemessenen Gebiet zwischen Wellerstadt und Baiersdorf angesiedelt – und nicht in Erlangen? Wäre aus der Ruine des Schlosses Scharfeneck ein neuer Prachtbau entstanden - vielleicht anstatt des Neubaus des Erlanger Schlosses?

Hier darf sich jeder selbst so seine Gedanken machen! Auf jeden Fall war es 1797 vorbei mit der markgräflichen Herrlichkeit: Infolge der Erbvereinbarung der Hohenzollern wurde das Oberamt durch König von Preußen, aufgelöst.

Baiersdorf behielt noch bis 1812 das Justizamt, nachdem die Stadt bereits 1806 von den Franzosen besetzt und schließlich am 30.Juni 1810 von an das Königreich Bayern verschenkt worden war. 1891 wurde dann die Ruine des Schlosses Scharfeneck versteigert und abgebrochen.

In letzter Sekunde, aber dennoch zu spät, erkannten die Stadtväter deren historische Bedeutung, und konnten trotzdem nicht mehr verhindern, dass das stattliche Gebäude, einst wohl durchaus vergleichbar mit Schloss Seehof bei Bamberg, für immer aus dem Regnitzgrund verschwand…12

Doch es begann eine neue Zeit, die die Stadt nicht nur zu ihrem Nachteil verändern sollte. Immerhin lag man seit jeher an einer alten Handelsstraße, mit der man mit der Gestellung von Geleitsmännern, von denen auch heute noch im Stadtwappen einer zu sehen ist, sowie dem Bereithalten von Zugpferden und der Vorhaltung von Übernachtungsmöglichkeiten für die Handelszüge gutes Geld verdiente. Damit diese Geleitsmänner auch regelmäßig eingesetzt werden mussten, verzichtete man jahrhundertelang darauf, die Straßen um Baiersdorf ordentlich zu befestigen. Sogar schrieb 1797:



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