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Brown Natürlich blond

Roman
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-641-19000-2
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-19000-2
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Elle Woods ist von Natur aus blond. Sie ist außerdem Zweite bei der Wahl zur "Miss Hawaiian Tropic" und das "Juni-Fräulein" auf dem Campus-Kalender. Ach ja, und ihre Lieblingsfarbe ist rosa. Doch das heißt noch lange nicht, dass sie auch gleich blöd sein muss. Der Roman zum Sensations-Kinoerfolg, verfilmt mit Resse Witherspoon!

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2. Kapitel


Warner hielt Elle die Tür seines schwarzen Mercedes Cabrio auf, und sie glitt auf den feinen perlmuttfarbenen Ledersitz. Rasch warf sie einen Blick zum Himmel, um sich zu vergewissern, dass die Sterne so standen, wie die Cosmopolitan es versprochen hatte. Ja, so war es, auf einmal war sie sich sicher, dass das die Nacht der Nächte war. Eine Weile fuhren sie zufrieden schweigend durch die kühle kalifornische Oktobernacht, und Elle ließ sich den Fahrtwind durch die frisch gefönten goldblonden Haarsträhnen wehen.

»Ich hoffe, du bist nicht enttäuscht, Elle«, sagte Warner, als er die Autobahn verließ. »Ich weiß, dass du gern ins Beach House, unser Lieblingsrestaurant, gegangen wärst, aber ich möchte heute lieber ins Ivy, weil dort alles angefangen hat.« Er schenkte Elle ein strahlendes Lächeln und legte ihr die Hand aufs Bein.

»Du könntest mich niemals enttäuschen«, säuselte Elle. Ihr Gesicht glühte, als sie ihre linke, ringlose Hand auf seine legte. »Unser erstes Rendezvous war einer der wunderbarsten Abende meines Lebens.«

In Los Angeles blieben sie neben einem Werbeplakat von Calvin Klein im Verkehr stecken. Das sonnengebräunte Model ragte wie ein Kunstwerk über ihnen auf. Elle betrachtete bewundernd Warners Profil und dachte darüber nach, wie glücklich sie sich schätzen konnte – und wie viel glücklicher sie am Ende dieses Abends sein würde. Es gab nichts Schöneres für sie, als den Rest ihres Lebens mit Warner Huntington III. zu verbringen.

Elles Auftritt im Ivy erregte Aufsehen. Obwohl hier jeden Abend zahlreiche langbeinige Blondinen und Filmstars erschienen, zogen Elles strahlende Schönheit und ihr bezauberndes Lächeln alle Blicke auf sich. Mehrere Männer versuchten, ihre Aufmerksamkeit zu erregen, als sie und Warner sich den Weg zu ihrem Tisch bahnten. Warner wirkte sehr zufrieden, als er die Bewunderung der Männer bemerkte.

Ein Kellner, der sich offensichtlich selbst für einen Schauspieler hielt, kam auf sie zu, um ihre Bestellung aufzunehmen und sprach sie mit einem nervtötenden Hang zur Dramatik an. »Hi, ich heiße Zach und ich muss Ihnen sagen, dass wir heute Abend frischen Fisch haben, der so gut ist, dass er eigentlich polizeilich verboten werden müsste!«

»Wir können sofort bestellen«, erklärte Warner abrupt, ohne die Speisekarte oder den Kellner anzusehen. Elle und der Kellner wechselten einen überraschten Blick, doch als Elle protestieren wollte, bestellte Warner eine Flasche Cristal und brachte sie damit zum Schweigen. Ihr wurde klar, wie nervös er sein musste, und er tat ihr sofort Leid – schließlich stand er kurz davor, die wichtigste Frage seines Lebens zu stellen. Sie senkte den Kopf und sah durch ihre Chanel-getuschten Wimpern zu ihm auf.

»Das ist ein wunderschöner Abend, Warner, und ich habe vor, die ganze Nacht mit dir zu feiern.« Sie beugte sich verführerisch vor, warf ihm einen verschleierten Blick zu und wartete darauf, dass Warners kristallblaue Augen sich auf sie richteten. Zu ihrer Überraschung sah er sich jedoch zerstreut im Raum um.

»Stimmt etwas nicht, Liebling?«, fragte Elle, als der Kellner mit dem Champagner an ihren Tisch geeilt kam.

»Nein, alles in Ordnung.« Warner schenkte ihr nun wieder seine Aufmerksamkeit und tätschelte ihr die Hand. Dann bedeutete er dem Kellner, den Champagner einzuschenken. »Es könnte nicht besser sein.« Er lächelte und holte tief Luft.

Elle wusste, dass es jetzt soweit war. Vielleicht war es ein wenig merkwürdig, dass Warner nicht bis nach dem Dinner wartete – dann hätte er den Ring in der Creme Brûlée verstecken können –, aber sie nahm an, dass er einfach zu nervös war, um noch länger zu warten.

»Elle«, begann er mit leiser, aber fester Stimme. »Die letzten drei Jahre mit dir waren perfekt.« Elle seufzte zufrieden. »Heute Abend möchte ich dir von den besten Neuigkeiten erzählen, die ich mir vorstellen kann.«

Elles Herzschlag setzte für einen Augenblick aus und sie atmete tief durch, um das Verlangen zu unterdrücken, ihm zuzurufen: ›Ja! Ja, ich will dich heiraten!‹ Warner hielt einen Augenblick inne und wartete, bis der Kellner die Gläser gefüllt und sich entfernt hatte. »Aber zuerst möchte ich dir etwas geben, Liebling.«

Elle schloss die Augen und streckte Warner ihre zitternde linke Hand entgegen, in der Hoffnung, dass er so leichter das kleine Etwas auf ihren Finger stecken konnte. In ihren Ohren klang bereits das Läuten der Hochzeitsglocken, und sie fragte sich, ob sie ein Kleid von Vera Wang tragen, oder sich lieber für einen noch unbekannten Designer entscheiden sollte, als Warners Stimme sie aus ihren Träumen riss.

»Das möchte ich dir als Erinnerung an die Zeit geben, die wir zusammen verbracht haben.«

Elle runzelte die Stirn, leicht irritiert durch das Wort ›Erinnerung‹. Warum bezeichnet er einen Verlobungsring als Erinnerungsstück, fragte sie sich. Dann fiel ihr ein, was Serena ihr über den Artikel in der Cosmopolitan erzählt hatte – wie nervös Brad Pitt gewesen war, als er Jennifer seinen Antrag gemacht hatte, und sie lächelte über seine unbeholfene Ausdrucksweise. Das war so süß! Sie schloss wieder die Augen und öffnete sie verwirrt, als Warner ihre linke Handfläche nach oben drehte.

»Warner, was soll das?«, fragte Elle und starrte auf das gravierte Armband von Cartier, das sie ihm zu ihrem zweiten Jahrestag geschenkt hatte. Es trug die Aufschrift: Elle und Warner für immer.

»Ich dachte, du hättest es gern zurück«, erklärte er liebenswürdig, schloss ihre Hand und hob sie an seine Lippen.

»Zurück?« Elle entzog ihm ruckartig ihre Hand. »Was willst du damit sagen?«

»Nun, als du es mir gegeben hast, war mir klar, dass ich deine Gefühle niemals würde erwidern können, also dachte ich …« Er fuhr sich mit der Zunge über die Lippen und ließ den Blick wieder durch das Lokal schweifen. Elle starrte ihn ungläubig an und schüttelte den Kopf, um klarer denken zu können.

»Ich meine damit, dass es jetzt an der Zeit dafür ist. Wir werden nicht für immer zusammen sein, Elle, das weißt du doch. Es war ein süßer Traum, aber ich habe beschlossen, ab jetzt ein ernsthaftes Leben zu führen. Ich denke, wir sollten einen Schlussstrich ziehen, bevor ich mich auf den Weg nach Stanford mache.« Er wartete auf ihre Antwort, doch als sie ihn nur wortlos anstarrte, fuhr er rasch fort. »Ach ja, ich habe ganz vergessen, dir zu sagen, dass ich nächstes Jahr in Stanford Jura studieren werde. Das ist die gute Nachricht, die ich dir erzählen wollte.«

Elles Mund war trocken. Sie griff nach ihrem Sektglas, bemerkte jedoch, dass ihre Hände so sehr zitterten, dass sie das Glas nicht halten konnte, ohne den Champagner auf ihr Kleid zu schütten.

»Wovon sprichst du?« Elles Stimme klang lauter als beabsichtigt, und Warner sah sich nervös im Restaurant um.

»Warst du nur gut drauf, als du mir gesagt hast, du würdest mich für immer lieben? Und hast du gelogen, als du sagtest, du hättest noch niemals so tiefe Gefühle für jemanden gehabt? Wie konntest du eine solche Entscheidung für dein, nein unser Leben treffen, ohne mir davon etwas zu sagen? Wie lange weißt du das schon?« Ihre Stimme zitterte, und mit einem Mal schluchzte sie unkontrolliert.

»Ich habe nicht gelogen«, flüsterte Warner, damit Will Smith und Jada Pinkett, die zwei Tische weiter saßen, ihn nicht hörten. »Ich habe dir niemals gesagt, dass ich dieselben Gefühle für dich hätte wie du für mich, oder? Denk mal drüber nach.« Bevor Elle antworten konnte, nahm er ihre Hände in seine. »Hör zu, Pu-Bärchen, das ist sehr schwer für mich. Verstehst du das nicht? Du weißt doch, was meine Familie von mir erwartet, und kennst die hohen Standards, die ich mir selbst gesetzt habe …«

Elle unterbrach ihn, indem sie ihre Hände mit einem Ruck zurückzog. Zornig und ungläubig starrte sie ihn an, doch Warner sprach einfach weiter.

»Ich musste mir die Frage stellen: ›Warner, ist es das wert, weiterhin dein Leben mit einem Mädchen zu verbringen, das niemals seriös genug sein wird, um deine Frau oder die Mutter deiner Kinder zu sein?‹ Weißt du, welchen Mut ich dazu aufbringen musste, Elle? Wie schwer das für mich war?« Er schwieg einen Moment und bewunderte ihr Dekolleté. »Verdammt schwer«, fügte er hinzu. Dann senkte er den Kopf, offensichtlich betroffen von den hohen Standards, die er sich selbst gesetzt hatte.

Elle stand auf und drehte sich wütend auf dem Absatz um, während Warner schnell seine Brieftasche herauszog, um das Restaurant ohne eine weitere peinliche Szene verlassen zu können. Er warf ein paar Geldscheine auf den Tisch und lief hinter Elle her.

Im Foyer blickte der Portier von dem Drehbuch auf, an dem er gerade schrieb und musterte Elle anerkennend – trotz ihres tränenüberströmten Gesichts. Sie wollte ihn gerade bitten, ein Taxi zu rufen, als Warner sich hinter ihnen lautstark räusperte. Der Portier sprang auf und lief los, um Warners Wagen zu holen.

»Komm, Elle. Ich bring dich nach Hause«, erklärte Warner. Da sie sich im Moment nichts sehnlicher wünschte, als heimzukommen, war es um so besser, je schneller sie dorthin gelangte. Also willigte sie schmollend ein.

Elle kam es wie eine Ewigkeit vor, bis der Wagen mit quietschenden Reifen vorfuhr. Warner gab Elle kaum Zeit, die Autotür zu schließen, bevor er das Radio aufdrehte und sich in den Freitagabendverkehr stürzte.

Elle konnte nicht glauben, was soeben geschehen war. Sie starrte auf Warners perfektes Profil. »Das ist nicht wahr«, sagte sie sich....


Brown, Amanda
Amanda Brown, geboren in Paradise Valley in Arizona, ist eigentlich noch Jurastudentin an der Stanford Law School, doch ihr durchschlagender Bucherfolg hat sie davon überzeugt, Schriftstellerin zu werden. Ihr Erstlingswerk "Natürlich Blond" wurde sofort verfilmt und das Ergebnis war eine Nominierung für den Golden Globe im Jahr 2001. Auch ihr neues Buch soll mit der Oskar-Gewinnerin Hillary Swank als Hauptdarstellerin verfilmt werden. Amanda Brown, verheiratet und Mutter einer dreijährigen Tochter, pendelt zwischen Los Angeles und San Francisco. Sie arbeitet bereits an einem dritten Buch.



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