Brown | Die Villa an der Riviera | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

Brown Die Villa an der Riviera

Roman
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-641-25726-2
Verlag: Goldmann
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, 320 Seiten

ISBN: 978-3-641-25726-2
Verlag: Goldmann
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Romantische Sommerlektüre mit traumhaften Schauplätzen, liebenswerten Charakteren und ein paar Geheimnissen ... Für alle Leserinnen von Karen Swan und Mandy Baggot.

Ein Bündel alter Briefe führt Grace zu einem bewegenden Frauenschicksal in den 30er-Jahren.

Einen Schatz zu entdecken gehört zu den seltenen Glücksmomenten im Leben von Grace Quinn. Ihr Job bei einem kleinen Londoner Lagerhaus fördert nämlich immer wieder Interessantes zutage. Als Grace den Lagerraum einer langjährigen Kundin auflöst, macht sie ihren bislang aufregendsten Fund: wertvolle Abendroben, Schmuck, Kunstgegenstände, Tagebücher und Bündel mit alten Briefen. Grace beginnt, nach der Besitzerin zu suchen, und begibt sich auf eine Reise, die zurück in die 1930er-Jahre und bis nach Italien führt. Dabei kommt sie einer großen Liebe auf die Spur ...

»Absolut bezaubernd!« Jill Mansell

Alex Brown ist eine britische Bestsellerautorin, deren herzerwärmende romantische Romane in sieben Sprachen übersetzt wurden und schon unzählige Leserinnen zum Träumen gebracht haben. Mit »Die Villa an der Riviera« erscheint erstmals eines ihrer bezaubernden Bücher auf Deutsch. Die Autorin lebt mit ihrem Mann, ihrer Tochter und zwei Labradorhunden an der Küste von Kent.

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Weitere Infos & Material


1


London, in der Gegenwart


Grace Quinn liebte ihren Job in der Cohen’s Convenient Storage Company. Eigentlich war es sogar das Einzige, was ihr derzeit richtig Freude bereitete. Abgesehen von ihrem Strickzeug und einem großen Becher heiße Schokolade mit einem Schuss Kirschlikör, wenn sie abends in ihre alten Filme flüchtete. Sie liebte die Klassiker. Das Gefühl, in eine Welt voller Nostalgie und Glamour hineingezogen zu werden, wo niemals etwas Schlimmes geschah – so schien es jedenfalls. Fred und Ginger, Doris Day. »Whip Crack Away«! Sie war ein großer Doris-Day-Fan und hatte durch ihre Filme unglaublich viel über Timing und Präzision gelernt. Das kam auch ihren eigenen Tanzkünsten zugute. Und Gene Kelly. Du sollst mein Glücksstern sein. Sie würde niemals müde werden, sich dieses Meisterwerk anzusehen. Auch wenn ihr absoluter Favorit – natürlich – die legendäre Audrey Hepburn in Ein süßer Fratz war. Vor allem, wie in der Technicolor-Szene Audrey und Fred »’S Wonderful, ’s Marvellous« sangen, während sie auf den Gewässern eines idyllischen Châteaus ein Floß bestiegen und tanzend davontrieben. Aber diese Magie konnte für Grace immer erst dann wirken, wenn ihre bettlägerige Mutter Cora endlich eingeschlafen war – was in letzter Zeit ständig später geschah.

Grace lauschte, während sie in ihre Schuhe schlüpfte, ihr Haar bürstete und das Chaos ihrer kupferbraunen Locken zu einem mehr oder weniger ordentlichen Knoten band, ob von oben, aus Coras Zimmer, etwas zu hören war. Sie betete stumm, dass sie es aus dem Haus und zur Arbeit schaffen würde, bevor ihre Mutter erneut nach mehr Frühstücksflocken und Toast brüllte. Grace hatte ihr bereits eine große Schale Cornflakes und zwei Toasts mit Butter und Marmelade gebracht, aber es hatte gestern im Laden nicht mehr das Brot mit den extra dicken, knusprigen Scheiben gegeben. »Deshalb brauche ich mehr, um satt zu werden, Grace«, hatte Cora gesagt, als sie weitere Toasts einforderte. Und dann hatte sich ihre Mutter in letzter Zeit auch noch angewöhnt, sie zu rufen, um die Lampe auf dem Schränkchen neben ihr anzuknipsen. Ihre eigene Hand, nur wenige Millimeter entfernt, spiele wieder verrückt. Das war vergangene Nacht gleich viermal vorgekommen.

Tja, es sollte wohl nicht sein.

»Grace. Grace. Grace! Himmelherrgottszeiten, wo steckst du?«, donnerte Cora mit ihrem schweren irischen Akzent und pochte mit dem Gehstock auf den Fußboden, sodass der Lampenschirm an der Wohnzimmerdecke gefährlich zu schwanken begann.

Resigniert legte sie die Haarbürste hin. Umklammerte die Kante des Kaminsimses mit beiden Händen, schloss die Augen, ließ den Kopf kurz sinken und atmete tief ein, bevor sie die Luft wieder ausstieß und jede Zelle ihres Körpers nach einem letzten Rest an Durchhaltevermögen durchforstete. Sie war müde. So müde. Nachdem sie die Augen wieder geöffnet hatte, musterte Grace ihr Gesicht im Spiegel. Ihre Augen waren um die grüne Iris herum gerötet, und ihre helle, sommersprossige Haut wirkte noch blasser als sonst, falls das überhaupt möglich war. Cora hatte eine schlechte Nacht gehabt, und Grace war deshalb bis drei Uhr morgens wach gewesen. Das würde nun der dritte Tag in Folge sein, an dem sie zu spät zur Arbeit kam. Und auch wenn ihr Chef Larry sehr verständnisvoll war, wurde er doch auch nicht jünger. Seit seiner Knieoperation im letzten Jahr fiel es ihm schwer, die morgendlichen Rundgänge zu machen: die Flure der Lagerhalle abzuschreiten, die Temperaturregler zu überprüfen und die schweren Metallwagen zurück in ihre Bucht neben dem Fahrstuhl zu schieben. Ja, er war immer gut zu ihr gewesen – das Mindeste, was sie für ihn tun konnte, war pünktlich zu sein. Grace fand es alles andere als fair, ihm die ganze Arbeit zu überlassen.

Aber eigentlich war in letzter Zeit nichts so richtig fair. Nicht für Larry. Nicht für sie selbst. Was konnte daran fair sein, dass keiner ihrer Geschwister ihr unter die Arme griff? Cora hatte vier erwachsene Kinder, und dennoch blieb es letztlich an Grace hängen, der jüngsten Tochter, sich um ihre extrem fordernde Mutter zu kümmern. Abgesehen von den gelegentlichen Besuchen ihres besten Freundes Jamie. Er lebte in dem Reihenhaus nebenan, und sie waren gemeinsam hier in Woolwich aufgewachsen. Er arbeitete inzwischen als Geburtshelfer im Queen Elizabeth Hospital, und er schaute vorbei, wann immer er konnte, um ihr beim Umlagern ihrer Mutter zu helfen. Ab und an kaufte er Cora auch Rubbellose. Cora liebte Rubbellose und war überzeugt, ihr »fetter Gewinn« wäre nur noch eine Frage der Zeit. Und dann, so sagte sie, würde sie einen »professionellen Pfleger anstellen und sich eine Suite im Savoy Hotel in London buchen, wo die Dinge anständig gemacht« würden.

Grace hatte das alles schon tausendmal gehört, und insgeheim hoffte sie, der »fette Gewinn« würde einen Zahn zulegen und möglichst bald auftauchen, um ihrer beider Willen. Cora weigerte sich schlichtweg, ein staatlich geführtes Pflegeheim in Betracht zu ziehen. Sie behauptete, nur ein hochpreisiges Heim, auf dem Niveau eines Fünf-Sterne-Hotels, wäre für sie das Passende, und sie würde sich auch zu Hause nicht von irgendwelchem »Pöbel«, sprich: Fremden, helfen lassen. Also musste Grace sich allein um alles kümmern. Sie war sich durchaus bewusst, dass sie langsam, aber sicher unter der Belastung, sich gleichzeitig um ihre Mutter zu kümmern und ihrem Vollzeitjob nachzugehen, zerbrach. Aber sie wusste keinen anderen Ausweg. Vor allem, nachdem sich Cora geweigert hatte, sich fürs Pflegegeld einstufen zu lassen – Grace’ Einkommen war alles, was sie zum Leben hatten. Sie hatte versucht, ihre Geschwister einzubeziehen, aber die waren fortgezogen und hatten alle irgendwelche wichtigen Jobs … Nun ja, wichtiger als ihr Job in einer Firma für Lagerhaltung in einem Gewerbegebiet in Greenwich und nur zehn Minuten mit dem Bus von Cora entfernt, das meinten sie eigentlich. Also ackerte Grace weiter. Schließlich konnte sie ihre Mutter nicht einfach im Stich lassen, ihr den Rücken zuwenden, wo doch Cora aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme, die noch von ihrem beträchtlichen Körperumfang verstärkt wurden, nicht ohne Hilfe das Bett verlassen konnte.

Nein. Cora brauchte sie.

»Was ist denn, Mum?«, fragte Grace, als sie Coras Zimmer betrat und fast an der schweren, nach Maiglöckchen-Puder riechenden Luft erstickte.

»Wofür hast du das hier bitte besorgt?«, fragte Cora anklagend, und ihr teigiges Gesicht verzog sich finster.

»Was meinst du, Mum?« Grace sah sich im Zimmer um.

»Guck doch!« Cora hob ihre Bettdecke an: Ihre fleischigen nackten Arme und Beine und ihr restlicher, von einem Nachthemd bedeckter Körper waren mit weißem Talkumpuder überzogen. Grace sank das Herz. Es war, dem goldenem Reisewecker zufolge, der auf der Kommode stand, acht Uhr fünfundzwanzig, und sie sollte um neun auf der Arbeit sein. Nie im Leben würde sie das hier rechtzeitig wieder in Ordnung bringen: das Bett abziehen und dabei ihre Mutter vorsichtig umlagern, wie der Pfleger vom Sozialdienst es ihr gezeigt hatte, und dann das talkumgepuderte Laken durch ein frisches ersetzen. Um als Nächstes das Pulver von Coras Körper zu waschen und ein neues Nachthemd für sie zu finden. Grace hatte erst heute Morgen das letzte Nachthemd aus der Schublade genommen und anschließend eine Ladung Wäsche angestellt, die sie zum Trocknen aufhängen wollte, wenn sie in der Mittagspause nach Hause hetzen würde. Aber sie konnte ihre Mutter nicht den gesamten Vormittag über so zurücklassen. Cora nieste bereits, weil sie Puder eingeatmet hatte, und ihre Haut würde schwitzen und dann wund werden, was noch mehr Cremes und zusätzliches Umlagern nach sich ziehen würde, um schmerzhaftes Wundliegen zu verhindern.

Also fand sich Grace damit ab, erneut zu spät zu kommen – und Larry wieder mal im Stich zu lassen. Rasch zog sie ihr Handy aus ihrer Jeanstasche und tippte eine SMS an ihn, bevor sie sich an die Arbeit machte. Wenn sie sich beeilte und Cora ihrer Aufforderung nachkam, sich an dem Haltegriff des Bettgalgens festzuhalten, während sie sie auf die Seite rollte, hatte Grace vielleicht noch eine Chance, es bis zehn zur Arbeit zu schaffen.

»Wie ist das passiert?«, fragte Grace zögernd, denn ihre Mutter neigte zu Wutanfällen, und das wäre das Letzte, was sie jetzt ertragen konnte. Cora würde ihr dann ganz sicher nicht helfen, und das ganze Prozedere würde doppelt so lange andauern.

»Du hast das Falsche gekauft!«, schimpfte Cora. »Ich hab gesagt, du sollst das Gute von Marks and Sparks besorgen, nicht das Billige von Pound Shop. Deshalb ist der Deckel abgefallen, als ich es geschüttelt habe.«

»Aber wofür hast du das Talkum überhaupt gebraucht, Mum? Ich habe dich doch heute Morgen nach dem Waschen eingepudert«, erinnerte Grace sie, während sie begann, das Laken von der Matratze zu lösen.

»Nein, hast du nicht.«

»Doch, habe ich«, erwiderte Grace sanft. Sie war sich dessen ganz sicher.

»Du musst es vergessen haben. Du warst schon immer so vergesslich. Deine ältere Schwester hingegen … Bernadette vergisst nie etwas. Ob Geburtstag, Weihnachten oder Muttertag, sie schickt mir...


Brown, Alexandra
Alex Brown ist eine britische Bestsellerautorin, deren herzerwärmende romantische Romane in sieben Sprachen übersetzt wurden und schon unzählige Leserinnen zum Träumen gebracht haben. Mit »Die Villa an der Riviera« erscheint erstmals eines ihrer bezaubernden Bücher auf Deutsch. Die Autorin lebt mit ihrem Mann, ihrer Tochter und zwei Labradorhunden an der Küste von Kent.



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