Brown | Der reizende Darm | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 256 Seiten, Format (B × H): 135 mm x 215 mm

Brown Der reizende Darm

Ihr individueller 5-Schritte-Plan zur gesunden Verdauung
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-95803-122-7
Verlag: Scorpio Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ihr individueller 5-Schritte-Plan zur gesunden Verdauung

E-Book, Deutsch, 256 Seiten, Format (B × H): 135 mm x 215 mm

ISBN: 978-3-95803-122-7
Verlag: Scorpio Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Magenkrämpfe, Schmerzen, Unwohlsein, Blähungen, Durchfall und Verstopfungen - 'Reizdarmsyndrom' ist der Sammelbegriff für diese Symptome, an denen mittlerweile mehr als 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden. Der erfahrene Ernährungswissenschaftler Benjamin Brown räumt mit dem Mythos auf, Verdauungsprobleme ließen sich medizinisch meist nicht erklären. Auf der Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und mit einem individuell anpassbaren Fünf-Schritte-Plan zeigt er dem Leser geprüfte, sichere Wege auf, um die Darmgesundheit wieder herzustellen und damit die eigene Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Benjamin I. Brown ist Arzt für Naturheilverfahren, Ernährungswissenschaftler, Autor und Sprecher bei internationalen Konferenzen und Workshops. Er unterrichtet Ernährungsheilkunde, ist Mitglied des Beratungsgremiums des Britischen College für Ernährung und Gesundheit und veröffentlicht wissenschaftliche Artikel in Magazinen. Kürzlich eröffnete er seine eigene Naturheilpraxis.
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TEIL 2: DEN DARM RICHTIG FIT MACHEN

Bakterien – die bösen vertreiben und die guten in Balance bringen

Ein bis eineinhalb Kilogramm Bakterien besiedeln den menschlichen Darm. Es gibt zehnmal mehr davon, als es im Körper Zellen gibt. In der Tat wird die bakterielle Flora manchmal mit einem lebenswichtigen Organ verglichen, das etwa die Größe der Leber aufweist und nicht weniger wichtig ist.

Unsere Darmbakterien bilden ein riesiges mikrobielles Ökosystem, das viele lebenswichtige Aufgaben übernimmt, etwa die Gesunderhaltung des Immunsystems, Verdauung von Nahrungsmitteln, Produktion von Vitaminen, Unschädlichmachung von toxischen Substanzen und Zurückdrängung von pathologischen Darmkeimen. Eine unverzichtbare Rolle spielen sie im Magen-Darm-Trakt, wo sie für die Aufrechterhaltung einer gut funktionierenden Verdauung sorgen.

Bei einer Störung der gesunden Darmflora – Fachleute sprechen von einer Dysbiose oder Dysbakterie – ist die bakterielle Balance im Darm aus dem Gleichgewicht geraten und die pathogenen Keime nehmen überhand, was Dysfunktionen oder

Krankheiten nach sich zieht. Verschiedene Faktoren der modernen Lebensweise werden mit dem Entstehen einer Dysbakterie in Verbindung gebracht, darunter die Anwendung von Antibiotika, psychischer Stress und eine ungesunde Ernährung.1

Es gibt starke Hinweise darauf, dass die Dysbakterie zu den Hauptursachen für Verdauungsprobleme zählt. Insbesondere zwei Formen von Störungen werden dabei genannt: ein Anstieg der Bakterienzahl im Dünndarm, die sogenannte Dünndarmfehlbesiedlung (DDFB); und ein Anstieg der Zahl pathogener Keime auf Kosten der gesunden Keime im Dickdarm.2 Infektionen durch Bakterien oder Parasiten in verdorbener Nahrung oder im Trinkwasser können ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, aber diese sind in vielen Fällen eher ein erster Auslöser als eine längerfristig wirkende Ursache für Verdauungsstörungen.

Dünndarmfehlbesiedlung

In einem gesunden Verdauungssystem besiedelt die Mehrzahl der Darmbakterien den Dickdarm. Die Keime können sich jedoch auch in den Dünndarm hinein ausbreiten. Man spricht dann von einer Dünndarmfehlbesiedlung (DDFB).

Bei einem nennenswerten Anteil der von RDS Betroffenen liegt eine DDFB vor, sodass hierin durchaus eine der Ursachen für das Auftreten der Probleme zu sehen sein könnte. In einer Studie wurde bei 84 Prozent der Probanden mit RDS eine vermehrte Gärung und Gasproduktion festgestellt, was beides auf das Vorliegen einer DDFB hindeutet. In derselben Studie wurden die Probanden mit einem Antibiotikum behandelt, das nicht in die Blutbahn aufgenommen wird, sondern lokal im Darm verbleibt und dort die bakterielle Überwucherung beseitigt. Dies führte bemerkenswerterweise zu einer 75-prozentigen Besserung sämtlicher Symptome.3

In zwei größeren Folgestudien stellte sich nach zweiwöchiger Behandlung mit einem nicht in die Blutbahn absorbierten Antibiotikum im Vergleich zur Placebo-Behandlung eine signifikante Besserung der RDS-Symptome und Blähungen ein, und diese positive Wirkung hielt bis zu der zehn Wochen später stattfindenden Nachuntersuchung an.4 Damit ist eindeutig bewiesen, dass bei manchen Menschen eine DDFB als reale, behandelbare Ursache von RDS vorliegt.

Normalerweise sorgen die Bakterien im Dickdarm dafür, dass die in der Nahrung enthaltenen Kohlenhydrate wie Zucker und Ballaststoffe vergoren werden. Diese Gärung ist Teil des Verdauungsprozesses und ernährt die erwünschten, für unsere Gesundheit unverzichtbaren Darmbakterien. Dass dabei Gase gebildet werden, stellt normalerweise kein Problem dar (abgesehen von etwaigen peinlichen Momenten in der Öffentlichkeit). Beim Vorliegen einer DDFB werden Kohlenhydrate jedoch bereits zu einem sehr viel früheren Zeitpunkt im Bereich des Abdomens vergoren, was eine übermäßige Gasbildung im Dünndarm verursachen und infolgedessen Blähungen, Unbehagen und Bauchschmerzen auslösen kann.5

Die bei einer DDFB vorhandenen Bakterien verstehen sich nicht nur darauf, Kohlenhydrate zu verdauen und dabei Gas zu produzieren, sie können auch ausgezeichnet Fette aufspalten. Normalerweise werden diese in der Gallenblase von den dort produzierten Gallensalzen gebunden, sodass sie über das Verdauungssystem ausgeschieden und auf diese Weise eliminiert werden. Die Bakterien, die das Verdauungssystem von DDFB-Patienten überwuchern, sind jedoch in der Lage, diese Gallensalze aufzuspalten und die Fette daraus zu lösen, sodass es zu Fettdurchfällen und Unbehagen kommt.6

Bei Auftreten einer DDFB ist oft der Anteil an unerwünschten pathogenen Darmbakterien insgesamt erhöht, darunter

Escherichia coli (E. coli), Enterococcus und Klebsiella pneumoniae.7 Nehmen diese überhand, führt das zur Bildung von bakteriellen Toxinen, die das Immunsystem aktivieren, was eine Schädigung der Darmwand, Entzündungen, eine erhöhte Sensibilität, Schmerzen, Verstopfung und Durchfall nach sich ziehen kann.8 In einer Studie an älteren Probanden mit DDFB wurde festgestellt, dass deren Darmwand beschädigt und dünner war; diese Schädigungen waren mit ziemlicher Sicherheit eine unmittelbare Folge der bakteriellen Fehlbesiedlung, denn nach deren Behandlung mit Antibiotika verschwanden die Keime im Dünndarm, die Darmwand heilte aus und kehrte in ihren Normalzustand zurück.9

Symptome der Dünndarmfehlbesiedlung

Die Symptome der DDFB treten im Wesentlichen im Zusammenhang mit der übermäßigen Gasproduktion im Dünndarm auf. Es entstehen mitunter auch Beschwerden, die man nicht unbedingt mit dem Verdauungssystem in Verbindung bringt, zum Beispiel Hautprobleme (Rosazea) oder Muskelschmerzen und chronische Erschöpfung (Fibromyalgie).

Zu den häufigsten Krankheitsanzeichen gehören:

Blähungen

Darmwinde

abdominales Unbehagen

Durchfall

Bauchschmerzen

Seltener treten auf:

Gewichtsverlust

fettiger, öliger oder schwimmender Stuhl (Steatorrhoe)

Gesichtsrötung und Akne (Rosazea)

arthritische Schmerzen

Anämie

Nervenschmerzen aufgrund von Vitamin-B12-Mangel

Erschöpfung und Muskelschmerzen (Fibromyalgie)

Zöliakie

Laktoseintoleranz1017

Ursachen der Dünndarmfehlbesiedlung

In einem gut funktionierenden Verdauungssystem wird ein Übergreifen von Bakterien auf den Dünndarm durch natürliche Abwehrschranken wie die Magensäure und die Muskelkontraktionen verhindert, die den Nahrungsbrei durch den Magen-Darm-Trakt befördern. Sind diese geschwächt oder in ihrer Funktion unterbrochen, kann eine DDFB entstehen.

Abgesehen von ihrer Rolle in der Nahrungsverdauung, besteht eine der Hauptaufgaben der Magensäure darin, einen antibakteriellen Puffer gegen Infektionen im Magen-Darm-System aufzubauen. Eine verminderte Produktion von Magensäure ist darum einer der Hauptgründe für eine bakterielle Überwucherung des Dünndarms. Sie kann aus vielerlei Gründen entstehen, wobei als häufigste Ursache die Einnahme von Säureblockern, fortgeschrittenes Alter und die sogenannte atrophische Gastritis, eine chronische Entzündung im oberen Magen-Darm-Trakt, zu nennen sind.

Selbst die kurzfristige Anwendung von Säureblockern der Stoffgruppe der Protonenpumpenhemmer oder -inhibitoren (PPIs) reduziert Studien zufolge die Produktion von Magensäure und verursacht eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms mit den entsprechenden negativen Begleiterscheinungen.18 Zwar sind solche Medikamente nicht immer die Ursache, aber die Tatsache, dass sie eine DDFB verursachen können und von Menschen mit RDS häufig eingenommen werden, deutet auf einen starken Zusammenhang mit manchen RDS-Beschwer-den hin.19

In einer Studie wurden Patienten mit Reflux mit einem Protonenpumpenhemmer behandelt und ihr Symptomverlauf sechs Monate lang aufgezeichnet. Acht Wochen nach der Behandlung klagten 43 Prozent der Probanden über Blähungen und andere häufige Begleiterscheinungen wie Darmwinde, Bauchschmerzen und Durchfall. Nach sechs Monaten hatte sich bei 26 Prozent eine DDFB entwickelt, und eine signifikante Anzahl war an RDS erkrankt.20

Auch eine atrophische Gastritis kann die Bildung von Magensäure massiv hemmen. Das Risiko dafür wächst mit dem Alter, und Schätzungen zufolge sind etwa 50 Prozent aller Menschen über 60 davon betroffen.21 Eine der häufigsten Ursachen ist eine Infektion mit dem Helicobacter pylori, die mit Antibiotika behandelbar ist.

Neben der Magensäure wirkt auch die normale Passage des Nahrungsbreis durch den Verdauungstrakt einem Übergreifen von Darmbakterien auf den Dünndarm entgegen. Während der Verdauung sorgen glatte Muskeln entlang des Verdauungskanals dafür, dass der Nahrungsbrei weitertransportiert wird. Man spricht hier von der sogenannten Motilität des Darms. Ist diese verlangsamt, kann sich die Nahrung im Dünndarm stauen, dort zu gären beginnen und ein Überhandnehmen von Bakterien verursachen. Im Alter ist die Motilität des Darms reduziert, sodass es bei älteren Menschen häufiger zu einer DDFB kommt. Auch Verstopfung, ein häufiges RDS-Syndrom, wird mit einer verlangsamten Darmmotilität in Verbindung gebracht und kann eine der Ursachen der Dünndarmfehlbesiedlung sein.22

Ebenfalls mit DDFB in Zusammenhang gebracht wird eine Glutenunverträglichkeit, wohl...


Brown, Benjamin I.
Benjamin I. Brown ist Arzt für Naturheilverfahren, Ernährungswissenschaftler, Autor und Sprecher bei internationalen Konferenzen und Workshops. Er unterrichtet Ernährungsheilkunde, ist Mitglied des Beratungsgremiums des Britischen College für Ernährung und Gesundheit und veröffentlicht wissenschaftliche Artikel in Magazinen. Kürzlich eröffnete er seine eigene Naturheilpraxis. www.timeforwellness.org



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