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E-Book, Deutsch, 317 Seiten

Brendt Subdown


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95516-006-7
Verlag: Porcupine Publishing
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, 317 Seiten

ISBN: 978-3-95516-006-7
Verlag: Porcupine Publishing
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Als die USS Kentucky, ein ehemaliges ballistisches Raketenboot und nun umgebaut für Spezialeinsätze, nicht von einem Einsatz zurückkehrt, sind einmal mehr die Talente von Captain Robert DiAngelo gefragt. Vor allem, da die Zeit knapp zu werden scheint weil die Chinesen allem Anschein nach ebenfalls eine Suchaktion nach dem vermissten Boot gestartet haben - ohne überhaupt über die Operation des Bootes im südchinesischen Meer protestiert zu haben, Gewässern, die von der Volksrepublik China als ihre eigenen betrachtet werden. Es kann also kaum ein Zweifel daran bestehen, dass die Chinesen mehr über den Verlust des Boomers wissen. Aber als die Rettungsoperation bereits in vollem Gang ist, wird klar, es hat Verräter gegeben - und nicht alle dieser Männer sitzen im anderen Lager!

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1. Kapitel
1. Tag 16:00 Ortszeit, 08:00 Zulu, irgendwo im südchinesischen Meer
Eine Kakophonie aus verschiedensten Geräuschen schien die Bootshülle zu treffen. Alles zusammen klang etwa wie eine gigantische Bohrmaschine in Beton. Nur, daß es hier keinen Beton gab, und auch keine gigantische Bohrmaschine. Commander Roger Williams fuhr herum, als aus den Lautsprechern plötzlich Flüche kamen. Er griff zum Mikrophon: »Sonar! Was ist los?« »Geräusche am Grund, Sir, höllisch laut!« Der Sonaroffizier fluchte. »Mir hat es fast die Ohren weggeblasen ... Verzeihung, Sir!« Williams konnte es sich gut vorstellen. Aber es war nicht sein Hauptproblem. »Was ist mit den Kontakten?« »Negativ, Commander!« Es klang, als würde der Sonaroffizier verzweifelt auf einer Tatstatur klappern. »Was auch immer am Grund ist, es ist zu laut, es übertönt alles.« Der Offizier musste brüllen um den Lärm zu übertönen. »Die Geräuschquelle ist am Grund!« Gedanken rasten durch das Hirn des Kommandanten. Sie hatten Augenblicke zuvor noch zwei Kontakte gehabt. Einen davon hatten sie als konventionelles U-Boot identifiziert, etwa drei Meilen entfernt. Wahrscheinlich eines der alten Mings, die in etwa den noch älteren russischen Romeos entsprachen. Sozusagen ein Museumsstück. Was ihm Sorgen machte, war der andere Kontakt. Das war etwas anderes, etwas ganz anderes. Modern, leise, tödlich. Es konnte sein, daß sie die Beute, nach der sie gesucht hatten, aufgespürt hatten. Das andere Boot musste nahe sein, sehr nahe, sonst hätten sie es kaum wahrgenommen. Noch leiser als ein russisches Akula und schneller, schneller vor allem, als seine alte Kentucky. Für einen Augenblick lang zögerte er. Sein Boot war im Augenblick blind und taub. Wenn der chinesische Skipper ihn hingegen orten konnte, dann war das zwar Pech, aber der Chinese würde ihm kaum einen Aal anhängen. Immerhin waren sie in internationalen Gewässern, auch wenn man das in Peking anders sehen mochte. Nur wenn der Chinese plötzlich ebenfalls taub war, ... Roger Williams kam zu einer Entscheidung. »Hart Steuerbord! Runter auf zehn Knoten!« Er drehte sich um. »Pilot? Wie sieht es mit der Wassertiefe hier aus?« »Dreihundert Faden, nach Norden schnell ansteigend, Sir!« Das große U-Boot begann, sich in die Kurve zu legen. Williams schwitzte unter seinem Uniformhemd. USS Kentucky reagierte wie eine alte Kuh! Langsam und behäbig! Er umklammerte die Lehne des Kommandantensessels. Rum, komm rum, du verdammtes Walross! Das schwere alte Boot tat, was technisch möglich war. Vielleicht sogar ein Bißchen mehr. Aber einhundertundsiebzig Meter Stahlrumpf, beinahe neunzehntausend Tonnen Verdrängung, multipliziert mit einer Geschwindigkeit von ursprünglich zwanzig Knoten ergaben ein Bewegungsmoment, daß nicht so einfach aufzuhalten war. Der Wendekreis der umgebauten Trident-Boote der Ohio-Klasse war immer schon legendär gewesen ... legendär groß. »Kontakt!«, die Stimme des Sonaroffiziers schnappte über, »Direkt vor uns, Sir!« Der Kommandant erstarrte zur Salzsäule. Alles war plötzlich so klar. Der chinesische Kommandant war genauso blind und taub wie sie selbst. Aber vorher, bevor plötzlich am Grund die Hölle losgebrochen war, hatte er eindeutig identifiziert, mit was er es zu tun hatte. »Notaufstieg!« Er brüllte den Befehl aus vollem Hals. Pressluft zischte in die Zellen. Der Bug schien ein paar Herzschläge lang zu zögern, bevor er sich steil aufrichtete. Williams klammerte sich an seinem Sitz fest. Vierhundert Fuß bis zur Oberfläche. Das war nicht viel. Das Heck des Bootes würde für Sekunden immer noch hier unten sein. Der Chinese musste sehr nahe sein, wenn das Sonar ihn trotz des ganzen Lärms erfassen konnte. Zu nahe! Wahrscheinlich hatte der andere Kommandant nicht angenommen, daß Kentucky sich an die Regeln halten würde und nach Steuerbord drehen würde, ins flachere Wasser hinein. Er hatte dem größeren U-Boot den größeren Raum nach Backbord gegeben, instinktiv. Raum, den Williams nicht genutzt hatte, weil er doch den international geltenden Regeln gefolgt war. »Schotten schließen! Kollisionsalarm!« Sirenen heulten auf, als der Alarm durch den riesigen Stahlkörper hallte. Stählerne Schotten schlugen zu. Handräder wurden in Windeseile gedreht. Roger Williams bewegte sich nicht von seinem Platz, aber vor seinem geistigen Auge sah er jedes Detail. Kentuckys Druckkörper wurde unterteilt in Dutzende kleiner wasserdichter Segmente. Überlebensräume ... oder Grabkammern, es kam darauf an, auf welcher Seite man sich befand, wenn es zur Kollision kam. Gegenstände segelten durch die Zentrale, als sich das Boot immer weiter aufrichtete, der Oberfläche entgegen. Aus dem Lautsprecher der die Zentrale mit dem Sonarraum verband kamen Rufe, aber der Kommandant konnte nicht verstehen, was die Männer riefen. Es war egal, er wusste es ... verdammt, er wusste es! Ein Ruck ging durch das Boot, als das Heck wie von einer riesigen Faust zur Seite gewischt wurde. Stahl kreischte auf, als die beiden Boote sich ineinander verhakten. Tausende und Abertausende von Pferdestärken trieben die Schrauben der Boote. Beinahe Neunzehntausend Registertonnen Verdrängung entsprachen weit über vierzigtausend Gewichtstonnen. Eine unvorstellbare Masse, gegen die nun die rund zwanzigtausend Gewichtstonnen eines chinesischen Jagdbootes drückten. Zwanzig Knoten entsprechen rund sechsunddreissig Kilometern pro Stunde. Eine Geschwindigkeit, die nicht einmal der eines Autos im Stadtverkehr entspricht. Aber hier prallte die Masse von etwa sechzigtausend durchschnittlichen Autos aufeinander. Nicht schnell, aber getrieben von der Kraft ebenfalls vieler Tausender Autos und in einem Medium, das ohnehin schnellen Ausweichmanövern eher abweisend gegenüber stand. Es war kein plötzlicher Auffahrunfall, es war der Aufprall gigantischer kinetischer Energie in eine noch gigantischere kinetische Energie. Das Kreischen des gequälten zerreissenden Stahls hielt minutenlang an. Die Kentucky begann, an Fahrt zu verlieren. Williams brüllte seinem Executive Officer, dem ersten Offizier, zu: »Schadenmeldungen! Schnell!« Das Gesicht des Offizers war bleich, aber er handelte noch. Seine Augen flogen über die Panele mit den Warnlampen: »Sektionen vierzehn bis sechzehn beschädigt, elf hat auch was abbekommen, Sir!« »Kümmern Sie sich drum, XO! Wie sieht es aus!« Das Geräusch der aneinander reibenden Bootskörper riss abrupt ab. Der lange Rumpf der Kentucky schien herumzuschwingen. Dann spürte Williams, wie das Boot rückwärts glitt. Das Boot richtete sich noch steiler auf, den Bug der Wasseroberfläche entgegen, die nun unerreichbar schien.
Achtern kämpften Männer ums Überleben. Sie wussten, daß sie verlieren würden, aber der Selbsterhaltungstrieb zwang sie trotzdem, zu kämpfen. Wasser drang über den Wellentunnel in den Maschinenraum ein. Der Druckkörper selber war zwar noch dicht, auch wenn er durch die ungeheuren Kräfte die bei der Kollision gewirkt hatten, an Form verloren hatte, aber die meisten Außenbordsverschlüsse in diesem Teil des Bootes hatten nachgegeben. Kritisch war vor allem der Wellentunnel. Die einzelne große Schraube war abgeschert worden, die Welle selber halb aus ihren Lagern gerissen worden. Wasser drang durch den aufgerissenen Tunnel ein und flutete den Raum. Panik vertreibt jedes logische Denken in Sekundenbruchteilen. Es ist einfach, Panik in den Griff zu bekommen, wenn man irgendwo in der Natur auf ein häßliches Insekt stößt. Es ist schwerer, in einem brennenden Haus, wenn man im Rauch einen Ausgang sucht. Es ist beinahe unmöglich in einem Raum, der sich schnell mit Wasser füllt und dessen einzigen Ausgang man nicht öffnen darf, weil dann die nächste Abteilung auch vollaufen würde, weil dann das ganze Boot endgültig auf Tiefe gehen würde, weil, weil, weil! Es gibt tausend Gründe, aber sie alle werden von dem drängenden Selbsterhaltungstrieb beiseite gefegt. Man kann Männern in einem solchen Raum der gerade volläuft nicht erklären, daß sie nun in guter Haltung zu sterben haben. Selbst wenn man es selbst begriff. Ein einzelner Unteroffizier stand in das Schott geklemmt und schwang einen schweren Schraubenschlüssel. Sie durften dieses Schott nicht öffnen! Er hätte sich die Mühe sparen können. Die beiden nach vorne angrenzenden Abteilungen, die letzten vor dem Reaktor Compartement, hatten den Hauptschaden abbekommen. In diesem Bereich war der Druckkörper aufgerissen und die See war wie eine grüne Wand in die Räume gestürzt. Als der wütende Selbsterhaltungstrieb der Männer im Maschinenraum sich den Weg gebahnt hatte, der Unteroffizier war nur noch ein blutiges Bündel, und das Schott öffneten, stürzte ihnen auch von dort Wasser entgegen. Augenblicke später füllte sich der Raum bis unter die Decke. Die letzten krampfhaften Zuckungen erloschen. Aber noch immer brannte das Licht. Drei Abteilungen waren vollgelaufen. In andere waren Tonnen Wasser eingedrungen. Das Achterschiff zog...



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