Brendt | Seawolf | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 306 Seiten

Brendt Seawolf


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-943797-98-5
Verlag: Porcupine Publishing
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, 306 Seiten

ISBN: 978-3-943797-98-5
Verlag: Porcupine Publishing
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Robert DiAngelo, derzeit damit beschäftigt, eine schnelle U-Bootreaktionsgruppe für Kriseneinsätze irgendwo in der Grauzone zwischen CIA und Navy aufzubauen, findet nicht einmal die Zeit, sein neues Dienstzimmer einzurichten bevor er sich wieder an die Arbeit machen muss. Etwas ist faul im Iran und natürlich muss er sich auf dem Boot einschiffen, das hinausfährt um im Persischen Golf nachzusehen. Nur gehen die Dinge dieses Mal gründlich schief als das das U-Boot beim Versuch iranisches Kilo-Klasse-Boot in flachen Gewässern abzuhängen, ein in ein neuartiges Minenfeld läuft Aber natürlich wäre DiAngelo nicht er selbst, wenn er nicht einen kreativen Plan zur Lösung des Problems entwickeln würde. Alles was er braucht, sind ein paar Ersatzteile aus einem persischen Marinedepot und einen leeren Supertanker. Alles Dinge, die in dieser Gegend nicht zu schwer zu finden sein sollten.

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2.Kapitel

2.Tag 06:30 Ortszeit, 11:30 Zulu — Norfolk, Virginia
»Ich melde mich dann ab, Sir!« Commander Martinez griff nach seiner Mütze. »Mit Ihrer Erlaubnis, Sir?« Aber sein Lächeln strafte den dienstlich formalen Ton Lügen. »Viel Glück, Joshua.« Commander Joshua »verdammte Gringos« Martinez verhielt in der Bewegung und sah seinen Konteradmiral ruhig an. »Ich habe ein gutes Boot und eine gute Crew, Sir.« Er grinste plötzlich. »Ein paar der Jungs sind ein Bisschen sauer, dass wir schon wieder raus sollen, aber in ein paar Tagen ist das vergessen.« »Ein paar der Abholpunkte liegen sehr dicht unter Land. Es gibt dort viel Verkehr. Rechnen Sie mit einem wüsten Durcheinander.« »Wie immer, Sir. Wir sind bei der Navy.« Er legte die Hand an die Mütze. »Ich bin dann in See.« »Aye!« DiAngelo erhob sich und erwiderte den Gruß. »Gute Fahrt.« »Danke, Sir!« Der Commandant der Alaska machte kehrt und verließ DiAngelos Dienstzimmer. Der Konteradmiral blickte ihm kurz hinterher, bevor er sich wieder in den Sessel fallen ließ. Es war noch früh am Morgen, aber die Marine war gewohnt, früh aus der Koje zu krabbeln. Aber selbst, wenn man diesen Maßstab anlegte, war es keine Zeit, zu der man normalerweise einen Admiral bereits im Dienst antraf. Nicht einmal auf See. Herausgenommen aus dem normalen Wachbetrieb, neigten Admiräle angeblich dazu, leicht Fett anzusetzen oder später aufzustehen. Jedenfalls behaupteten die Seeleute das, und wenn er sich richtig erinnerte, auch jüngere Sublieutenants. Heute fand er die Vorstellung belustigend. Aber die Belustigung verschwand schnell wieder. Auf einen Kaffee musste er verzichten, denn auch wenn der Admiral bereits im Dienst war, war es für den Stab doch noch etwas früh. Eine weitere Notiz für sich selbst: Sie brauchten eine Vierundzwanzigstunden-Erreichbarkeit. Nur für den Fall. Langsam wandte sich Konteradmiral Robert DiAngelo in seinem Sessel um und blickte aus dem Fenster. Über das vordere Gebäude hinweg konnte er die letzte der langen Piers sehen, die wie Finger in die Hampton Road ragten. Sewell Point, die Halbinsel, auf der die Basis lag, auch wenn sie kaum noch als Halbinsel zu erkennen war, wurde durch Hampton Road, Willoughby Bay und den Chesapeake begrenzt. Genauso wie die Halbinsel selbst, so hatte sich auch die Navy immer wieder mit den Jahrhunderten verändert und DiAngelo fragte sich, wie die Zukunft aussehen würde. Als er sein eigenes Boot kommandiert hatte, galten noch die Regeln des kalten Krieges. Die Einsatzgebiete der Jagdboote hatten unter dem Eis der Polkappe gelegen, in den tiefen Gräben vor der amerikanischen Ostküste und bisweilen auch in der Karibik. Ihre Hauptaufgabe, im Falle eines Falles wäre es gewesen, die russischen Boomers zu erledigen, bevor die ihre Abschusspositionen erreichen konnten und die USA mit ballistischen Raketen eindecken konnten. Ein Einsatzgebiet wie die Straße von Hormuz wäre damals einfach nicht in Betracht gezogen worden. Heute jedoch war die Navy überall. Sie musste überall sein, weil überall Krisen tobten und weil eine ganze Anzahl anderer Nationen dazu neigten, einfach alle Anzeichen drohender Gefahr zu ignorieren bis es zu spät war. Wenn dann irgendwo der Knoten platzte, dann war niemand bereit und statt mit einzuspringen hielten sich diese Nationen gerne heraus und pflegten einen beinahe schon traditionellen Antiamerikanismus. Die bösen Cowboys waren wieder irgendwo im Krieg. Amerika hatte sich daran gewöhnt, genauso, wie die Navy sich daran gewöhnt hatte. Wenn der Iran irgendwann wirklich zuschlagen würde, und je länger dieses Spiel ging, desto wahrscheinlicher wurde es, dann würden in Europa nicht die Lichter ausgehen. Weil die Navy notfalls den Tankern den Weg freischießen würde. Und Europa konnte dann im Schein dieser Lichter weitere Kolumnen über die bösen Cowboys produzieren, die nun auch noch einen Krieg im Iran angefangen hatten. DiAngelo verzog das Gesicht. Die Zeit des kalten Krieges erschien dazu im Vergleich geradezu einfach. Aber vielleicht würden es die Europäer ja dieses Mal begreifen. Russland hatte sich gerade erst einen Tanz mit den Georgiern geleistet und gleichzeitig hatte Putin als eine seiner letzten Amtshandlungen als Präsident offiziell zugegeben, dass die russische Marine innerhalb der nächsten zehn Jahre wieder auf einen Bestand von achtzehn ballistischen Raketenbooten kommen sollte. Die US Navy hingegen plante aufgrund der finanziellen Situation auf vierzehn zu reduzieren. Der Schrecken des Kalten Krieges kehrte also zurück. An der langen Pier löste sich ein Boot aus dem Päckchen und strebte langsam der See entgegen. USS Alaska, der Seawolf, war unterwegs. DiAngelo spürte eine seltsame Unruhe. In einer Zeit wie dieser konnte man nie sicher sein, ob in ein paar Wochen, wenn das Boot zurückkehrte, nicht irgendwo schon wieder ein neuer Knoten geplatzt war.

2.Tag 18:00 Ortszeit, 14:30 Zulu — USS Thunderstorm, vor dem Schatt Al'Arab
Sie sollten nicht hier sein. Der Mann mit der Zigarre grinste trocken. Vor allem sollte er nicht hier sein, seine Vorgesetzten würden ihm den Allerwertesten bis zum Stehkragen aufreißen, sollten sie davon erfahren. Es sei denn natürlich, es wäre ein Erfolg. Dann wäre im Nachhhinein jeder dafür gewesen. »Sie kommen ... Sir!« Der junge Lieutenant, der das Boot befehligte, schien mehr Furcht vor dem Mann mit der Zigarre zu spüren, als vor der Aussicht, sein kleines Boot in der nächsten Stunde in ein Gefecht auf Leben und Tod führen zu müssen. Vice-Admiral Kurt Walker, in der Navy bekannt als »Fullspeed«, grinste noch eine Spur breiter. »Was haben wir?« Der Lieutenant deutete auf den Radarschirm. »Mindestens vier, vielleicht fünf, der Größe nach Fischerboote. Sechzehn Meilen, laufen nicht mehr als zwei Knoten, aber langsam und sicher in unsere Richtung.« Der Admiral blickte auf das Gewimmel leuchtender Punkte auf dem Radarschirm. Vier der Kontakte waren mit Fettstift markiert. »Gute Arbeit, Lieutenant!« Nachdenklich studierte er die anderen Punkte. Das Durcheinander schien sich zu teilen, einige liefen zurück in den Iran, andere in den Irak. Krieg, Frieden, unsicherer Frieden oder unerklärter Krieg, für die Fischer hatte es keine Bedeutung. Sie mussten raus, mussten ihren Lebensunterhalt verdienen. »Wenn Sie Radar haben, dann werden sie uns auch bereits ausgemacht haben.« Walker schüttelte den Kopf. »Nur, wenn es sehr mißtrauische Hunde sind.« Er warf einen Blick durch das offenen Schott hinaus auf die See. Oder eher auf ihr Schwesterboot Blizzard. Mit gerade einmal hundertsiebzig Fuß Länge zählten die Patrol Crafts nicht wirklich zu den Schiffen der US Navy. Eigentlich waren sie auch für Special Operations vorgesehen, aber Kurt Walker hatte sich zwei ausgeliehen. Man hatte ihn von der Siebten zur Fünften Flotte versetzt und er sollte etwas tun, um hier die Dinge sicherer zu machen. Also sollten sich die gleichen Leute auch nicht beschweren, wenn er genau das tat. »Auf ihrem Radar werden wir als dumme Schleppnetzfischer erscheinen. Trawler.« Tatsächlich krochen die beiden Patrouillienboote mit gerade einmal drei Knoten durch die ruhige See. Weniger ging nun wirklich nicht mehr, wollten sie nicht ihre Steuerfähigkeit verlieren. Simple Schleppnetzfischer. Die Augenhöhe von den Fischerbooten aus war nicht hoch genug um die beiden amerikanischen Boot schon zu sehen. Und bis zum Sonneuntergang würde es nicht mehr lange dauern. »Sie werden nicht auf die Dunkelheit warten.« Der Lieutenant nickte langsam. »Dunkelheit hilft nicht gegen Radar. Aber bei diesem Tempo werden sie lange brauchen.« Walker bedachte die vier Punkte mit einem säuerlichen Blick. »Die werden nicht so langsam bleiben.«

2.Tag 09:30 Ortszeit, 14:30 Zulu — Langley, Virginia
Jack Small und die anderen Agents starrten auf die Gegenstände auf dem Tisch. Es war nicht besonders viel. Die Kleidung bildete einen eigenen Haufen. Dunkle Linnenhose, ein dunkelblaues Baumwollhemd einfacher Qualität, eine Unterhose (iranischer Feinripp), weiße Tennissocken und derbe Arbeitsschuhe, ein Hosengürtel und eine Werkzeugtasche. Ein Magazin für eine Automatik mit vier Schuss. Ein goldener Ring, Ein paar Fetzen iranischer Ausweispapiere, und es . Liu Small, erst seit kurzer Zeit die Frau des Agenten, breitete das Hemd aus und betrachtete es sinnend. »Zerfetzt an der Schulter und blutig vorne unten.« »Passt zum Bericht der Pathologen.« Small räusperte sich. »Die Jungs im Walther Reed haben ihn sich vorgenommen, kaum dass er ankam.« Er sah auf die Uhr, »Das war heute Morgen um sechs. War haben erst einen vorläufigen Bericht, aber ich denke, es wird auf der pathologischen Seite keine großen Überraschugen mehr geben.« »Bauchschuss?« Small nickte und griff statt einer Erwiderung zu den Leinenhosen. Der grobe Stoff war...



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