Brendt | Dead Soul | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 270 Seiten

Brendt Dead Soul


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-943797-97-8
Verlag: Porcupine Publishing
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, 270 Seiten

ISBN: 978-3-943797-97-8
Verlag: Porcupine Publishing
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Eine Viertelmillion Tonnen Stahl, ein nukleares Waffenarsenal, ausreichend eine Welt zu zerstören – und ein Opfer auf dem Altar der Rache. Ein Killer an der Arbeit, aber weil er in mehreren verschiedenen Ländern tötet erkennt zunächst niemand das Muster. Ein U-Bookommandant der immer noch in einer verlorenen Vergangenheit lebt und alter Größe nachtrauert. Aber das steht natürlich nicht in seinem Dossier. Erst als ein russisches U-Boot von der eigenen Flotte gejagt wird, wenn sich herausstellt, dass der Vater eines der Opfer offensichtlich reich an Geld und Einfluß ist, wird klar es fehlt jetzt nur noch eine Zutat zum Rezept für eine absolute Katastrophe: Der Killer an Bord eines nuklear getriebenen Flugzeugträgers ... Zeit für Captain Robert DiAngelo ein U-Boot auf einer Rachemission zu jagen, das von einem der Besten kommandiert wird und nebenher einen Mörder zu fangen. Wenn er versagt, dann stehen Tausende von Leben auf dem Spiel ... denn es gibt keinen Spielraum für Fehler, wenn man eine DEAD SOUL jagt.

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2.Kapitel

2.Tag, 10:00 Ortszeit, 16:00 Zulu — Langley
Obwohl es ein Samstag war stand die Arbeit im bekanntesten Geheimdienstzentrum der Welt nie still. Von ein paar Geheimdiensten anderer Nationen wusste man nicht einmal wo die Zentralen waren, andere waren hoch abgesicherte Verwaltungs- und Militärtrakte, in die ein Fremder keinen Blick werfen konnte. Bei der CIA konnte man Führungen vereinbaren. Führungen, die naturgemäß nicht alles zeigten, aber doch, unter der berechtigten Annahme, es handele sich bei der CIA um einen Geheimdienst, relativ viel. Und obwohl man der CIA in Gelehrtenkreisen, vor allem in Kreisen linksliberaler intellektueller Gelehrter, ein gehöriges Maß an Misstrauen entgegen brachte, musste man doch zugeben, dass viele, beispielsweise geschichtliche Informationen, auf der Webseite des Geheimdienstes schneller und vollständiger auffindbar waren, als in so mancher Universitätsbibliothek. Aber natürlich waren Schulklassen und Geschichtsforscher trotz allem nur ein geringer Teil der Personen, die an diesem Vormittag Langley bevölkerten und ebenso natürlich waren die Teile, in denen sich diese Besucher aufhalten konnten auch nur ein geringer Teil des gigantischen Gebäudekomplexes. Dabei war ein erheblicher Teil noch nicht einmal sichtbar, ganz einfach, weil er unter der Erdoberfläche verborgen lag, zum Teil sieben Stockwerke tief. Jack Small, diensthabender Direktor für Spezialprojekte, blickte unruhig auf die Bilder vor ihm auf dem Schreibtisch. »Was ist das?« Der Mann auf der anderen Seite war ein Teamleiter aus der Bildauswertung. Genauer, der Leiter des diensthabenden Analyseteams. Auf Small wirkte er aber eher wie das weiße Kaninchen aus Alice im Wunderland. Hypernervös und immer von der Angst befallen, zu spät dran zu sein. Unsicher sah er Small an. »Die Bilder von Murmansk von gestern.« Er zögerte. »Murmansk hat immer noch eine gewisse Priorität, wenn auch nicht mehr so wie vor ein paar Jahren.« »Ja ja!« Ärgerlich winkte Small ab. »Aber wenn Sie nicht etwas entdeckt hätten, dann wären Sie wohl kaum in mein Büro gekommen.« Zumindest dessen war sich Jack sicher. Der diensthabende Direktor war ein weitgehend überschätztes Amt. Es war einfach derjenige hohe Beamte, der sozusagen über das Wochenende Haus und Hof hütete. Meistens passierte gar nichts und besagter Direktor saß gemütlich in seinem Büro und arbeitete liegen gebliebene Arbeit auf oder las Zeitung. Nicht, dass es keine Krisen mehr gegeben hätte, aber selbst die waren innerhalb der CIA schon Routine. Wenn also das weiße Kaninchen plötzlich in seinem Zimmer stand, dann musste es etwas Besonderes sein. »Also, was haben Sie?« »Das neue U-Boot ... das von den Russen ...« Der Bildauswerter stotterte etwas vor sich hin. Small nickte. »Ja, es ist in Murmansk eingelaufen und es sieht etwas anders aus als seine Schwesterschiffe. Soweit ich weiß, arbeiten die U-Boot-Analytiker bereits daran.« »Seit Monaten, wir haben Bilder von ihr geschossen, als sie gerade aus der Halle in Poljarny kam.« Immer, wenn das Kaninchen auf sicheres Gebiet kam, wurde seine Redeweise etwas flüssiger. Small beschloss, etwas Feuer ins Öl zu gießen. »Ich erinnere mich, Ihre Abteilung hat damals gute Arbeit geleistet.« »Danke, Sir!« Kaninchen deutete auf die Bilder. »Die hier sind von gestern. So etwa das, was man erwarten kann. Aber es gibt ein paar Details, die uns verwundern.« »Details?« Small sah sein Gegenüber fragend an. Bisher hatte er nicht die geringste Ahnung, was der Mann wollte. Er griff nach den Bildern. Im direkten Vergleich mit dem daneben liegenden U-Boot, dass als ein Akula II identifiziert war, konnte man natürlich deutlich sehen, dass die Russen mächtig weitergebastelt hatten. »Der Turm ist kleiner und der Hohlkörper auf der achteren Flosse auch.« »Das täuscht!« Der Bildauswerter schüttelte den Kopf. »Der Turm hat die gleiche Größe wie bei den Vorgängern. Aber der Rumpf und die Flosse sind größer.« Jack, der erst im Laufe der Nacht von Norfolk gekommen war, wo er ebenfalls an Williams und DiAngelos Party teilgenommen hatte, rieb sich über die Stirn. Irgendwo schien sich ein Kopfschmerz zusammenzubrauen. »Wie groß sind die Dinger?« »Die alten Boote sind mit Zwölftausendachthundert Tonnen angegeben.« Das Kaninchen blinzelte durch seine Brille. »Aber der Bursche ist deutlich länger und vermutlich auch breiter.« »Eigentlich keine guten Vorraussetzungen, soweit ich das verstehe.« Small grinste. »Die Experten werden uns wohl demnächst sagen, was es mit dieser neuerlichen Vergrößerung auf sich hat. Aber das ist nicht der akute Grund, warum Sie hier sind?« Der Bildauswerter nickte langsam. »Normalerweise kamen alle Boote mit voller Bemalung und der Rumpfnummer in kyrillischen Zeichen aus der Werft. Dieses hier ist nur einfach schwarz. Keine Nummer.« Er beugte sich vor. »Und sehen Sie hier an Land?« Small beugte sich über die Bilder. »Ich sehe mehrere Offiziere, einer davon muss mindestens Admiral sein ... oder Zirkusdirektor, so viel Gold wie er trägt.« »Achten Sie auf die Zivilisten, Sir!« Die Zivilisten? Murmansk ist doch Sperr... Er kam nicht dazu den Gedanken zu Ende zu denken, denn seine Augen hatten die Zivilisten entdeckt, die das Kaninchen gemeint hatte. Zwei drückten sich im Hintergrund um und ein dritter stand neben dem Admiral. Er grinste. Ein Zirkusdirektor war es wohl eher nicht. »Ich sehe sie. Ingenieure?« »Wir haben sie gegen die Datenbank laufen lassen. Die neue Gesichtserkennungssoftware.« Der Mann zuckte mit den Schultern. »Die beiden hinteren haben wir auf so vielen Bildern, wir können einen Laden damit aufmachen.« Er zögerte. »Es ist der vordere, der neben dem Admiral, der uns überrascht hat, denn unser System erkennt ihn gar nicht.« Small sah ihn ruhig an. »Es ist ein neues System, vielleicht gibt es noch Fehler?« »Oh, die gibt es genug. Aber das Problem ist, dass unser Computer uns meistens zu viele Treffer ausspuckt. Kein Treffer bedeutet, dass er nicht einmal jemandem ähnlich sieht, den wir in der Datenbank haben.« Small sah auf das Foto. »Er sieht eigentlich ganz normal aus, finde ich.« »Sie sehen die Dinge anders als der Computer. Außerdem ist das Bild perspektivisch verzerrt, Sir.« Small hatte das ungute Gefühl, dass er sich wieder dem Fachgebiet des Kaninchens näherte. »Worauf soll ich achten?« »Der Admiral neben ihm. Es ist Scholokoff, und der ist nach unseren Unterlagen einen Meter siebenundachtzig groß.« Das Kaninchen lächelte flüchtig. »Schuhgröße fünfundvierzig!« Der diensthabende Direktor brauchte einen Augenblick, um die ungewohnten metrischen Maße umzurechnen. Dann pfiff er schrill durch die Zähne. »Das sind sechs Fuß, zwei Zoll. Und der Bursche neben ihm ist ein ganzes Stück größer.« »Ich habe versucht, es auszurechnen. Natürlich mit einer gewissen Unsicherheit.« Der Bildauswerter sah Small an. »Der Mann ist mindestens sechs Fuß und sechs Zoll groß. Eher sechs Fuß sieben. Oder metrisch ziemlich genau zwei Meter.« Er zuckte mit den Schultern. »Zwei-Meter-Männer sind nicht so viele in unserer Datenbank, und die, die wir haben sehen ganz anders aus. Deswegen kein Treffer.« Small runzelte die Stirn und dachte einen Augenblick nach. »Also taucht pünktlich zum Einlaufen des neuesten Akula-Bootes ein völlig unbekannter Riese innerhalb des militärischen Sperrgebietes auf.« Das Kaninchen blinzelte. »Genau das, Sir! Zusammen mit der fehlenden Nummer kann es etwas bedeuten, aber es muss nicht unbedingt.« Jack Small verzog das Gesicht. Ungewöhnliche Details hatten meistens etwas zu bedeuten. Er hatte lange im Außendienst gearbeitet und oft genug hatte sein Leben von einem einzelnen, an sich unbedeutenden Detail abgehangen. Andererseits, wenn er mehr über das U-Boot wissen wollte, dann musste er den Spezialisten fragen und DiAngelo würde erst am Montag wieder zum Dienst erscheinen. In der Abteilung für strategische Analysen, DiAngelos Haufen, war derzeit nur eine Wochenendbesetzung tätig. Das musste also bis nach dem Wochenende warten. Und was den Riesen anging? Noch war nicht einmal absehbar, wohin diese Spur führen mochte. Langsam nickte er. »Es könnte sein, dass Sie da was haben. Ich gebe es auf alle Fälle weiter. Mal sehen, was andere Abteilungen herausfinden können.« Er sah das Kaninchen an, das ihn aufgeregt durch die Brille anblinzelte. Der Bildauswerter lächelte unsicher. »Vielleicht hilft es, aber ich glaube, der Mann ist kein Russe sondern Skandinavier.« »Es gibt auch in Sibirien große blonde Menschen.« Das Kaninchen lächelte verbindlich. »Ohne Zweifel, Sir.« Er runzelte die Stirn. »Aber dieser Mann trägt westliche Kleidung. So wie es aussieht, nicht gerade von der Stange.« Der diensthabende Direktor nickte langsam. »Sie könnten Recht haben. Ich gebe das ebenfalls weiter.« Du ahnungsloser Engel!...



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