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E-Book

E-Book, Deutsch, 315 Seiten

Brendt Crashdive


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95516-005-0
Verlag: Porcupine Publishing
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, 315 Seiten

ISBN: 978-3-95516-005-0
Verlag: Porcupine Publishing
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Fern jeder Küste, in den eisigen Gewässern des Nordatlantik entdeckt ein Trawler ein Dingi mit acht toten Offizieren des atomgetriebenen Angriffs-U-Bootes USS Tuscaloosa. Im Petagon herrscht Alarmstufe Rot nachdem jeder Versuch, die Tuscaloosa zu erreichen fehlschlägt und ein Terroranschlag nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Commander Robert DiAngelo, Analytiker der CIA, muß eine gigantische Suchoperation organiyieren – nicht ganz ohne persönliche Motive, denn seine Ex-Frau befindet sich an Bord des vermissten U-Boots. Und dann hat er eine Idee, die ihn auf eine heiße Spur führt. Von den kalten Gewässern des Nordatlantik zum Kap der Guten Hoffnung und zurück unter das ewige Eis der nördlichen Polkappe bleibt er auf den Fersen eines gerissenen und verzweifelten Gegners bis seine San Diego die Tuscaloosa stellen kann. Eine letzte Konfrontation ist unausweichlich und nur ein Boot, so will es erscheinen, wird überleben. CRASHDIVE ist der erste Band der DiAngelo-Serie, einer Reihe, die in der Welt moderner Atom-U-Boote und oftmals geheimer Spionageeinsätze spielt.

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2.Kapitel
1.Tag, 01:00 Ortszeit, 03:00 Zulu — Irgendwo im Atlantik, USS Tuscaloosa
Lieutenant-Commander Angela Hunt starrte missmutig ins Leere. Sie hatte Angst, aber noch viel mehr fürchtete sie sich davor, ihre Angst zu zeigen. Die meisten der Männer um sie herum versuchten, trotz der qualvollen Enge, den Körperkontakt zu vermeiden. Denn seit die Männer, die nun das Schiff kommandierten, den Kommandanten, den Ersten und einige Führungsoffiziere gleich, nachdem sie das Boot gesichert hatten, in einem Schlauchboot ausgesetzt hatten, war sie der dienstälteste Offizier an Bord. Theoretisch hatte sie jetzt das Kommando und die Männer verließen sich auf sie. Aber was bedeutete theoretisch schon unter diesen Umständen? Es gab wenig, was sie im Augenblick hätte unternehmen können. Auch wenn sie wusste, dass es irgendwann soweit sein würde, dass sie etwas Verzweifeltes würde tun müssen, selbst wenn es sie und jeden einzelnen Mann an Bord das Leben kosten würde. Aber sie konnte kaum darauf abwarten, bis die Terroristen die Marschflugkörper einsetzten ohne wenigstens etwas zu versuchen. Missmutig musterte sie das, was von der Besatzung noch übrig und an Bord war. Die, die folgen würden, wenn sie den Befehl gab, und die, die zu viel Angst hatten. Sie blickte auf ihre Hände und fand, dass sie überraschend ruhig waren. Kein Zittern. Vielleicht würde sie wirklich die Kraft haben, den Befehl zu geben, wenn es soweit war. Noch immer fühlte sie sich verwirrt und von den Ereignissen überrollt. Auch jetzt, mehr als vier Tage nachdem das Unheil über sie hereingebrochen war, konnte sie nicht begreifen, wie das alles geschehen war. Dabei hatte alles nach reiner Routine ausgesehen. Sie waren in einem weiten Bogen in ihr übliches Einsatzgebiet gefahren, das Boot hatte keine Probleme gemacht und überhaupt deutete nichts darauf hin, dass Unheil drohte. Aber während sie noch immer stetig nach Nordwesten fuhren, musste irgendjemand gewusst haben, wo sie steckten. Der Funkspruch, den sie scheinbar zufällig auffingen, gerade, als sie wieder einmal die Antennen aus dem Wasser steckten um die fehlenden Funksprüche des Hauptquartiers der U-Bootflotte aufzunehmen, besagte, dass ein kleiner Frachter in der Nähe Feuer an Bord habe und dringend Hilfe brauchte. Commander McKay hatte den Kurs ändern lassen und nur rund eine Stunde später war das Schiff in Seenot im Fadenkreuz des Periskops sichtbar gewesen. Ein betagter kleiner Frachter, wie sie in unendlicher Anzahl die Meere bevölkerten. Allerdings hatte Angela Hunt mit den scharfen Ohren des Passivsonars keinerlei Geräusche aufnehmen können, was darauf hindeutete, dass alle Maschinen an Bord des Frachters ausgefallen waren. Das und die große schwarze Rauchwolke, die aus dem Inneren des Schiffes drang, hatte McKay bewogen, auftauchen zu lassen und ein Hilfskommando abzusetzen, zumal sich keine anderen Schiffe, die Hilfe leisten konnten, in der Nähe befanden. Schließlich waren sie nicht mehr im kalten Krieg. Also legte das große U-Boot sich neben den Frachter und das Kommando, behindert durch Löschgerät, kletterte über die Reling des alten Frachters. Als die ersten Schüsse fielen, waren alle völlig überrascht worden. Die wenigen Augenblicke, die ihnen geblieben waren, um zu handeln, verstrichen tatenlos. Dann stürmte eine große Anzahl schwarz gekleideter Männer auf das U-Boot. Das vordere Luk, aus dem Augenblicke vorher erst ihr eigener Rettungstrupp an Deck geklettert war, stand noch offen. Die Angreifer hängten einfach das Ende einer schweren Stahlkette durch die Öffnung und verhinderten so, dass jemand das Luk hätte schließen können um zu tauchen. Obwohl jetzt im Nachhinein einige der Männer der Meinung waren, es wäre vielleicht doch besser gewesen, zu fluten. Aber hinterher wusste man ja immer alles besser. Dann, und Angela konnte sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, wo es begonnen hatte, waberten Gasschwaden durch die engen Gänge der Tuscaloosa. Viele der Männer wurden sofort betäubt. Nur einer Handvoll gelang es, rechtzeitig die Sauerstoffmasken überzustreifen, die überall platziert waren. Eigentlich sollten sie die Besatzung schützen, falls es im Boot brannte oder aus den Batterien, die das Boot für Notfälle mitführte, Chlorgas austreten sollte. Aber sie halfen auch in diesem Fall gegen das Gas, dass von den Angreifern eingesetzt wurde. Nur nützte das nichts mehr. In Sekundenschnelle sprangen die Angreifer durch das offene Zentraleluk und das immer noch geöffnete Vorschiffsluk und verteilten sich sofort auf alle wichtigen Stationen. Einige der Männer, die noch bei Bewusstsein waren, versuchten, sich zur Wehr zu setzen, aber wer trug in einem U-Boot schon Waffen? Niemand, außer den Angreifern. Wieder belferten Schüsse aus automatischen Waffen und verwandelten die Männer in blutige Bündel, die nichts Menschliches mehr an sich hatten. Das war zuviel. Die restlichen Besatzungsmitglieder ergaben sich den Angreifern. Ein Teil von ihnen wurde auf den Frachter gebracht, die Führungsoffiziere wurden ausgesetzt, und vor allem die Fachspezialisten wurden an Bord behalten. Niemand machte sich große Hoffnungen darauf, dass der Kommandant und seine Leute gerettet würden und irgendjemand Nachricht geben konnten, was geschehen war. Dies war der Nordatlantik und ihre Chancen waren etwa genauso gut, wie bei einem Kopfschuss. Die Angreifer, von denen sie bisher immer noch nicht viel wussten, hatten die Spezialisten in diesem engen Quartier eingesperrt. Andere saßen wohl noch in einer zweiten Kammer gefangen. Eigentlich war dieser Raum als Wohndeck für vier Seeleute vorgesehen, aber im Augenblick saßen hier fünfzehn Männer und sie selbst. Vermutlich war sie die einzige Frau, die an Bord geblieben war, abgesehen jedenfalls von den Frauen die bei den Terroristen dabei waren. Wieder einmal blickte sie auf die Uhr, aber es waren erst ein paar Minuten vergangen, seit sie das letzte Mal nach der Zeit gesehen hatte. Auf einem Atom-U-Boot gab es keinen Tag und keine Nacht. Rund um die Uhr brannte das elektrische Licht. Normalerweise diktierte der regelmäßige Wachwechsel das Zeitgefühl, doch seit sie hier eingesperrt waren, gab es für sie auch den nicht mehr. Nicht einmal Gerüche verrieten ihnen etwas, denn die Luft war ständig gleich. Selbst Küchengerüche aus der Kombüse konnten sich durch die Filtersysteme verbreiten. Die Luft war gleichmäßig antiseptisch und etwas zu warm. Vorbei waren die Zeiten, als U-Boote ständig nach menschlicher Ausdünstung, Kohl und Diesel rochen. Atom-U-Boote schufen eine technisch einwandfreie Umwelt ohne jegliche Abwechslung. Da sie auch nicht dafür gebaut waren, über Wasser zu fahren, also fast immer getaucht liefen, gab es nicht einmal ab und zu eine Wolke zu sehen oder einen Wasserspritzer. Selbst unter normalen Bedingungen waren die psychischen Belastungen, die ständig steigende Gereiztheit und das Fehlen jeglicher Abwechslung nur schwer zu ertragen. Auch wenn die Besatzungen der Boote ständig auf ihre Belastungsfähigkeit überprüft wurden und sie ohnehin aus einer Unzahl von Bewerbern ausgesiebt worden waren, bevor sie zu den Jagdbooten kamen, gegen Ende eines dreimonatigen Turns lagen bei allen die Nerven blank. Nun, bei dieser Warterei und dem zusätzlichen Stress, den die Angst verursachte, trat der Effekt früher zu Tage und brach auf, wie eine offene Wunde. Sie konnte es in den Gesichtern der Männer sehen. Blasse ängstliche Masken. Es würde nicht mehr lange dauern, bis Streitereien ausbrechen würden. Doch es war eine Sache, das vom Verstand her zu erkennen und eine andere, diese Dinge zu fühlen. Genau wie jeder der Männer, war auch Angela dankbar für jede noch so kleine Abwechslung, selbst wenn das potentiell eine noch größere Gefahr bedeutete. So kamen hin und wieder zwei der Terroristen vorbei und brachten etwas zu essen und ab und zu wurde der eine oder andere von ihnen geholt, wenn es Probleme mit einem der vielen Geräte an Bord gab, aber die meiste Zeit warteten sie einfach und wussten nicht einmal worauf. Soweit LCDR Hunt wusste, musste es mindestens noch einen zweiten Raum voller Gefangener geben, denn als es Probleme mit dem Sonar gab, hatte sie in der Zentrale andere Besatzungsmitglieder gesehen, aber die Entführer hatten nicht erlaubt, dass sie miteinander sprachen. Überhaupt schienen die Terroristen sehr genau zu wissen, was sie taten. Als sie einmal in die Zentrale gebracht worden war, hatte sie gesehen, dass die Männer in den schwarzen Uniformen regulär Wache gingen und offensichtlich in der Lage waren, mit vielen der komplizierten Einrichtungen der Tuscaloosa umzugehen. Sie kamen wohl gut klar, denn sie brauchten die an Bord gebliebenen Fachleute nur, wenn es etwas Außergewöhnliches gab. Alleine die Tatsache, wie selten es etwas Außergewöhnliches gab, zeigte, wie gut die Terroristen das Boot im Griff hatten. Die Fachleute hatten sie nur für alle Fälle an Bord behalten. Es hatte Angela regelrecht erschreckt, als sie erkannte, wie desinteressiert diese Leute an ihr und ihren Männern waren. Mit Hasstiraden gegen die bösen Amerikaner hätte sie umgehen können, vielleicht auch mit Drohungen, was passieren würde, wenn sie nicht spurten, aber das war etwas anderes. Als wären sie in den Augen ihrer Entführer bereits tot. Die Tür öffnete sich und Angela blickte auf. Ein Mann in der schwarzen...



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