E-Book, Deutsch, Band 0041, 352 Seiten
Reihe: Historical Lords & Ladies
Brendan / Alexander Historical Lords & Ladies Band 41
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-6111-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0041, 352 Seiten
Reihe: Historical Lords & Ladies
ISBN: 978-3-7337-6111-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
HERZ IN GEFAHR von ALEXANDER, MEG
Ohne Zögern sagt Judith Ja, als Reverend Charles Truscott um ihre Hand anhält. Auch wenn es nur eine Zweckehe ist, kann sie so endlich ihrer schrecklichen Stiefmutter entkommen! Doch kurz darauf trifft Judith überraschend ihre charmante Jugendliebe Dan Ashburn wieder. Mit einem zärtlichen Handkuss zur Begrüßung bringt er sie völlig aus der Fassung - und stellt sie vor die schwierigste Entscheidung ihres Lebens ...
EIN UNERHÖRTES ANGEBOT von BRENDAN, MARY
Der Familiensitz muss verkauft werden! Helen ist tief traurig. Doch sie hat Glück im Unglück: Ausgerechnet der vermögende Sir Jason Hunter, mit dem sie einst zarte Bande geknüpft hat, bietet den höchsten Preis für Westlea House. Denkt er wie sie noch an die verstohlenen Küsse, die sie ausgetauscht haben? Kümmert er sich deshalb von nun an so ritterlich um ihr Wohlergehen? Aber Helen will keine Almosen! Stattdessen fasst sie einen gewagten Entschluss: Als zärtliche Gegenleistung bietet sie Jason, nach dem sie sich heimlich sehnt, an, seine Geliebte zu werden ...
Mary Brendan wurde in Norden Londons als drittes Kind von sechs Kindern geboren. Ihr Vater hatte eine Klempnerfirma, und ihre Mutter, die sie zum Lesen und lernen anregte, arbeitete als Schulsekretärin. Mary Brendan heiratete mit 19 Jahren und arbeitete in einer internationalen Ölfirma als Büroangestellte und später dann als Sekretärin in der Personalabteilung. Dort lernte sie auch im Zehn-Finger-System zu schreiben, was sich für ihre spätere Autorenkarriere von unschätzbarem Wert erwies. Als begeisterte Leserin historischer Liebesromane, versuchte sie sich erstmals an einem Regency-Roman, während ihr jüngster Sohn sein Nachmittagsschläfchen hielt. Bald nahm das Schreiben immer mehr Zeit in Anspruch, und Mary Brendan war überglücklich, als ihr erster Liebesroman 1986 in Amerika veröffentlicht wurde. Seit dem hat sie etliche weitere Romane herausgebracht. Heute lebt Mary Brendan mir ihrem Ehemann und ihren zwei Söhnen nördlich von London in Hertfordshire. Nebenher arbeitet die sie in der Bücherei und hilft ihrem Mann in seiner Firma. Sehr gerne entspannt Mary Brendan sich auch bei einer Einkaufstour in Trödelläden.
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1. KAPITEL
Elizabeth Wentworth schnappte entsetzt nach Luft. „Judith, das kann unmöglich dein Ernst sein! Willst du uns damit sagen, dass du eingewilligt hast, Truscott zu heiraten?“
Ein leises Hüsteln der dritten Dame im Salon des Hauses in der Mount Street unterband für den Augenblick einen weiteren Ausbruch. Elizabeth sah ihre Schwägerin Hilfe suchend an, aber Lady Wentworth schenkte ihr keine Beachtung.
In den zwölf Jahren ihrer Ehe hatte Prudence gelernt, ihr Temperament zu zügeln. Außerdem war sie bereits im vorgerückten Stadium ihrer Schwangerschaft und versuchte mühsam, aufrechter auf dem Sofa zu sitzen.
„Das ist wirklich eine große Überraschung, Judith.“ Ihre Stimme klang sanft, und ihr Blick ruhte voller Zuneigung auf ihrer Freundin.
Aber Elizabeth ließ sich nicht beschwichtigen und sprang erregt auf. „Warum hast du ihn erhört?“, rief sie bedrückt. „Oh Judith, er wird dich nicht glücklich machen. Der Mann ist ein entsetzlicher Scharlatan! Ich weiß, er ist zurzeit sehr in Mode wegen seiner feurigen Predigten, aber er glaubt selbst kein einziges Wort von dem, was er sagt. Trotz all seines Geredes von Höllenfeuer und Verdammnis hat er nichts Besseres zu tun, als sich mit genau jener Gesellschaft abzugeben, die er vorgibt, zu verachten.“
„Elizabeth, du gehst zu weit!“, sagte Prudence streng. „Bitte erlaube Judith wenigstens, sich zu äußern. Du könntest ihr zugestehen, dass sie ihre eigene Meinung zu dem Thema hat.“
Elizabeth sah aus, als wolle sie widersprechen, hielt jedoch den Mund und ließ sich in einen Sessel fallen.
„Prudence, schimpf nicht“, sagte Judith leise. „Ich wusste, dass es ein Schock für euch sein würde. Immerhin hat Reverend Truscott mir niemals Anlass gegeben zu glauben, er hätte mich je beachtet … bis vor wenigen Wochen.“
Elizabeth presste die Lippen zusammen, als ein Blick von Prudence sie traf. Beide dachten dasselbe. Vor weniger als einem Monat hatte Judith von einer ansehnlichen Erbschaft erfahren, die ihr der Bruder ihrer Mutter hatte zukommen lassen. Der verschrobene alte Mann hatte die vornehme Welt damit überrascht, dass er sein beachtliches Vermögen seiner einzigen Nichte vermachte.
„Ich war selbst erstaunt“, fuhr Judith in ihrer ruhigen Art fort und lächelte ihre Zuhörerinnen an. „Ich bin keine Schönheit und glänze auch sonst nicht in Gesellschaft. Es fällt mir schwer, mit Leuten zu plaudern, die ich nicht kenne, und mein Humor …“ Sie verzog das Gesicht zu einer hilflosen Grimasse.
„Liebste Judith, du unterschätzt dich“, rief Elizabeth voller Wärme aus. „Wie oft haben wir uns gekrümmt vor Lachen, wenn du eine deiner Geschichten erzähltest!“
„Weil ich euch gut kenne und mich in eurer Gegenwart wohlfühle. Eure Familie war immer so gut zu mir … Die Dowager Countess fehlt mir entsetzlich.“
„Sie war auch sehr von dir eingenommen“, gab Elizabeth zurück. „Was hätte sie wohl gesagt, wenn sie von deiner Entscheidung erfahren hätte?“
„Sie wollte immer, dass ich heirate“, sagte Judith ruhig. „Es machte sie so glücklich, als ihre Söhne dich und Prudence zur Frau wählten. Und sie hoffte, dass ich das gleiche Glück erleben würde.“
„Das ist etwas ganz anderes!“, sagte Elizabeth fest. „Willst du mir etwa sagen, Judith, dass du ein Tendre für diesen Mann hast?“
Judith errötete. „Nicht jede Frau kann hoffen, so glücklich zu sein wie ihr und den Menschen zu finden, für den sie ihr Leben geben würde.“
„Dann warte noch!“ Elizabeth konnte ihre Verzweiflung nicht verbergen. „Du bist jung. Es muss doch ein Dutzend Männer geben, die passender wären als Truscott.“
„Ich bin fünfundzwanzig, und ich hatte mehrere Saisons. Wie viele Männer haben um mich angehalten? Nein, gib dir nicht die Mühe zu antworten. Du weißt, dass ich nie ein Erfolg war.“
„Nur weil du so still bist! Du gibst niemandem die Chance, dich kennenzulernen. Ach, wir alle lieben dich von Herzen, Judith. Einmal hatten wir gehofft, du und Dan …“
„Elizabeth, das reicht jetzt!“ Bei der Erwähnung ihres Adoptivsohns hielt Prudence es für klüger, Elizabeths unbedachten Bemerkungen ein Ende zu setzen.
Vor sechs Jahren hatte sie auch gehofft, dass Judith und Dan zueinanderfinden würden. Sie hatte erfreut die wachsende Freundschaft zwischen den beiden beobachtet, die so ganz anders als ihre eigene feurige Beziehung zu Sebastian oder Elizabeths und Perrys stürmische Werbung war.
Judith und Dan saßen stundenlang zusammen und wechselten oft nur wenige Worte, waren aber offensichtlich zufrieden in der Gesellschaft des anderen. Dan zeichnete seine Verbesserungsvorschläge für die Kriegsschiffe der britischen Flotte, und Judith brachte ihre Gedanken aufs Papier.
Nur unter Freunden konnte sie dazu überredet werden, diese Worte laut vorzulesen, aber es lohnte sich jedes Mal, darauf zu warten. Ihre scharfsinnigen kleinen Skizzen menschlicher Schwächen brachten ihre Zuhörerschaft dazu, Tränen zu lachen.
Als Judith jetzt Dans Namen hörte, wandte sie betroffen das Gesicht ab. Doch gleich darauf hatte sie sich gefangen. „Wie geht es Dan?“, fragte sie mit ruhiger Stimme. Ihre Freunde durften nicht wissen, wie bitter sie bereute, vor sechs Jahren den Mann, den sie liebte, abgewiesen zu haben.
„Er ist endlich heimgekehrt“, sagte Elizabeth. „Er hat sich natürlich verändert. Jetzt ist er so hochgewachsen und kräftig, dass er wie ein Mann von Welt aussieht. Aber im Grunde ist er noch der gleiche alte Dan.“
Judith spürte einen Anflug von Panik. Eine Begegnung mit Dan wäre eine unerträgliche Qual. Sie stand auf, um sich zu verabschieden.
„Bitte, bleib!“, bettelte Elizabeth. „Die Männer werden bald kommen. Perry und Sebastian wären traurig, dich verpasst zu haben, und du hast Dan seit Jahren nicht gesehen.“
„Judith hat vielleicht andere Verpflichtungen, Elizabeth“, warf Prudence ein. Sie wusste sehr wohl, was vor sechs Jahren geschehen war. Hatte sie nicht monatelang einem untröstlichen Dan ihr mitfühlendes Ohr geliehen? Sie hatte versucht, ihn durch unzählige Zerstreuungen abzulenken, aber nichts hatte ihm Trost gebracht. Schließlich hatte Sebastian eine Lösung vorgeschlagen, und bald darauf hatte sich Dan einer Expedition zu den Antipoden-Inseln als Kartograf angeschlossen.
„Meine Lieben, ihr braucht euch keine Sorgen um mich zu machen. Ich werde mein eigenes Heim haben und hoffentlich eine Familie. Das muss genügen.“ Ihr Lächeln zitterte kaum merklich.
Elizabeth umarmte sie impulsiv. „Versprich nur eins!“, sagte sie. „Setz noch keinen Termin fest. Lass dir noch ein wenig Zeit zum Nachdenken.“
„Ich habe nachgedacht“, erwiderte Judith. „Wir werden in vier Wochen heiraten.“
„Oh nein!“ Was immer Elizabeth diesem ungehörigen Ausruf hatte hinzufügen wollen, wurde verhindert, da in diesem Augenblick die Tür zum Salon geöffnet wurde und drei Gentlemen den Raum betraten.
Es war offensichtlich, dass zwei von ihnen Brüder waren. Die Familienähnlichkeit zwischen Lord Sebastian Wentworth und dem jüngeren Peregrine war sehr stark. Beide Männer waren hochgewachsen und kräftig gebaut, doch Peregrine überragte seinen Bruder noch um einige Zentimeter. Sie besaßen die gleichen dunklen Augen und markanten Gesichter und das gleiche gebieterische Auftreten. Ein gewisser unbeugsamer Zug um ihren Mund ermutigte wenig dazu, sich mit ihnen auseinanderzusetzen.
In diesem Moment jedoch lächelten beide Männer, während sie ihren Begleiter zu Judith führten.
„Hier ist ein alter Freund, der dich begrüßen will“, verkündete Peregrine. „Er ist so gewachsen, dass es mich nicht wundern würde, wenn du ihn gar nicht erkennst.“
Judith war gezwungen, ihm zitternd die Hand zu reichen, aber sie konnte Dans Blick nicht standhalten. Dann beugte er den vertrauten Kopf mit den rotblonden Locken über ihre Fingerspitzen. Die Geste war genau so, wie sie die Höflichkeit vorschrieb, aber bereits die leichte Berührung genügte, um Judith bis ins Innerste erbeben zu lassen.
Sie entzog ihm ihre Hand, als ob sie gestochen worden wäre, aber Dan schien ihre seltsame Reaktion nicht zu bemerken.
„Ich hoffe, Sie befinden sich wohl, Miss Aveton“, sagte er kühl.
Elizabeth sah ihn verblüfft an. „Gütiger Himmel, Dan, was soll das? Das ist doch unsere liebe Judith! Erinnerst du dich nicht?“
„Ich erinnere mich sehr wohl.“ Er legte keine besondere Betonung auf seine Worte, aber Judith begriff, was er sagen wollte. Die Wunde war zu tief gegangen. Er würde ihr keine Gelegenheit geben, ihm etwas zu erklären, und vielleicht war es auch besser, es gar nicht erst zu versuchen. Sie mussten jeder seiner Wege gehen, wenn auch der Gedanke an ihre Zukunft Judith mit Verzweiflung erfüllte.
Später konnte sie sich nicht erinnern, wie sie den Salon verlassen hatte und in ihre Kutsche gestiegen war. In ihrem Kopf drehte sich alles, und sie brachte es nur mit größter Anstrengung fertig, sich zu verabschieden, ohne sich ihre Verwirrung anmerken zu lassen.
Als die Tür sich hinter ihr schloss, sah Peregrine seine Frau an.
„Nun, meine Liebe, solltest du uns nicht besser alles sagen? Ich kenne doch diesen gewissen Ausdruck. Etwas ist geschehen, das dich bekümmert.“
„Judith wird heiraten“, sagte Elizabeth bedrückt.
Sebastian lächelte. „Aber das ist doch sicher eher ein Grund zur Freude, oder?“
„Nein!“, rief Elizabeth. „Oh...




