Wandern in der Eifel
Inmitten der am dichtesten besiedelten Gegenden Mitteleuropas liegt eine urwüchsige Landschaft - die Eifel mit ihren wilden Tälern, schroffen Felsen, weiten Hochflächen, Vulkanen, Maaren, Wäldern, Wiesen, Bächen und Flüssen.
Wer sich von der Hektik in den Ballungsräumen eine kurze Auszeit gönnen möchte, hat es nicht weit. Praktisch vor der Haustür des Großraums Köln/Bonn oder gar des Ruhrgebiets findet man Natur pur, abgeschiedene Dörfer, Ruhe und seit 2004 im nördlichen Bereich auch den 14. deutschen Nationalpark (? „Der Nationalpark Eifel“). Das Gebiet der Eifel erstreckt sich in Nord-Süd-Ausdehnung von Aachen bis Trier. Das Hohe Venn im nördlichen Teil auf belgischer Seite kann ebenfalls dazugezählt werden und ist in diesem Führer beschrieben (Touren 8 bis 10). Als grobe Ostgrenze kann bis Koblenz der Rhein gelten. Weiter im Süden begrenzt die Mosel die Eifel. Im Südwesten zieht sich das Mittelgebirge bis nach Luxemburg hinein. Unerwartet bizarre Felslandschaften erschließen sich hier dem Wanderer (Touren 34 und 35). Seit 1888 ist es dem Eifelverein ein Anliegen, das Gebiet Wanderern zugänglich zu machen. Von Nord nach Süd und von Ost nach West hat der Eifelverein über 16 Hauptwanderwege ausgewiesen und vorbildlich markiert. Die meisten sind jedoch nicht an einem oder zwei Tagen zu erwandern. Besonders erwähnenswert ist der Erft-Lieser-Mosel-Weg, der den bekannten Lieserpfad mit einschließt (Touren 19, 22 und 26). Hinzu kommen Regionalwanderwege. Etwa 160 Ortsgruppen kümmern sich um die Auszeichnung der Wege rund um die Dörfer. Aus dieser Fülle habe ich nun eine Auswahl getroffen (neue Wege lassen sich nach über 125 Jahren Eifelverein kaum finden). Mein Ziel mit diesem Wanderführer war es, das Vorhandene sinnvoll zu kombinieren, langweilige Passagen auf Asphalt oder eintönigen Forstpisten möglichst zu vermeiden, Eindrucksvolles, Unscheinbares, Stille, Urtümlichkeit und Natur zu vermitteln.
Ich hoffe, es ist mir gelungen. Erholsames Eintauchen in die Wälder wünscht Oliver Breda.
Wanderregionen in der Eifel
Der Wanderführer ist in drei Gebiete unterteilt: die Nordeifel, die Vulkaneifel und die Südeifel. Die Nordeifel umfasst die Regionen Rureifel, Kermeter, den gesamten Nationalpark sowie die Moorlandschaften des Hohen Venns. Unter Vulkaneifel sind die Vulkanlandschaften um Daun, die Ost- und Westeifel zusammengefasst. Die Südeifel erschließt das Gebiet um Trier, die Felslandschaften an der Grenze zu Luxemburg und das Prümer Land in der Schneifel.
Nordeifel - Rureifel mit Nationalpark Eifel und Hohes Venn: Ein Hauptanziehungspunkt der nordrhein-westfälischen Eifel ist der 2004 gegründete Nationalpark Eifel. „Natur Natur sein lassen“ gilt auf ca. 110 Quadratkilometern. Ziel des Nationalparks ist es, naturbelassene Wälder entstehen zu lassen und dadurch selten gewordene Pflanzen- und Tierarten zu schützen bzw. wieder anzusiedeln. Eintauchen in die Urwälder der Zukunft kann der Wanderer auf den Touren 2 und 3 an den Hängen des Kermeters, auf Tour 5 bei Heimbach und Tour 13 bei Zerkall. Die Hochflächen des Gebiets werden vorwiegend von Schafen „gemäht“. Die Kombination von Kultur- und Naturlandschaften ermöglicht es seltenen Tier- und Pflanzenarten zu überleben. Die Hochflächen und Graslandschaften lassen sich auf Tour 1 von der Festung Vogelsang aus und auf Tour 4 um Erkensruhr erkunden. Ohne Wasser geht es nicht: Lauschige Bäche, Stauseen und Auwälder begegnen dem Wanderer auf fast allen Touren in der Nordeifel, speziell auf Tour 7 am Perlenbach, Tour 2 am Urftsee und auf Tour 5 entlang dem Staubecken Heimbach. Gute Ausgangspunkte und Informationsstellen für den Nationalpark sind die sogenannten Nationalparktore. Sie befinden sich in Simmerath-Rurberg (Tour 3), Schleiden-Gemünd, Heimbach (Tour 5), Monschau-Höfen (Tour 6) und Nideggen (Tour 14). Das Nationalparkzentrum Forum Vogelsang (Touren 1 und 2) bietet ebenfalls umfangreiche Informationen und Ausstellungen rund um den Nationalpark. Der Nationalpark-Infopunkt in Zerkall (Tour 13) ist Endpunkt des Wildnis-Trails, der in vier Tagesetappen den gesamten Nationalpark erschließt. Das Hohe Venn, Quellgebiet der Rur, ist eine Hochebene mit weiträumigen Moorgebieten. Nebel verleiht der Landschaft etwas Unheimliches. Einen kurzen Eindruck erhält man bei Tour 8, etwas intensiver erschließt Tour 9 die Landschaft. Die abenteuerlichste Wanderung im Venn ist Tour 10 durch das Trô-Maret-Tal. Vulkanerlebnispark Mosenberg
Seit Mai 2012 gibt es bei Bettenfeld einen Vulkanerlebnispark. Bis 1993 wurde im Bereich des Mosenbergs Vulkangestein abgebaut. Nach Stilllegung der Baugrube begann die Planung für ein Geotourismusprojekt in diesem geologisch interessanten Gebiet. Heute informieren zahlreiche Schautafeln den Besucher. Am Ausgangspunkt zur Tour 23 ist der Park ausgeschildert. Trotz der abgeschiedenen Lage kommt auch die Kultur nicht zu kurz. So hinterließen schon die Römer erste Spuren in der Eifel. Köln wurde zu Zeiten der Römer mit Eifelwasser versorgt. Auf Tour 11 kann man sich einen Eindruck von der Wasserleitung verschaffen. Ehemalige religiöse Kultstätten der Römer sind noch in Nettersheim zu bewundern (Tour 12). Im Mittelalter zog es wichtige Mönchsorden wie die Trappisten (Tour 5) in die abgeschiedenen Wälder der nördlichen Eifel. In Richtung Osten läuft die Eifel aus. Das Klima wird deutlich milder, sodass Weinbau möglich ist. Der Ahrwein ist deutschlandweit bekannt. Tour 15 erschließt die steilen Weinberge. Vulkaneifel: Die Maare der Eifel sind eine geologische Besonderheit (? „Maarmuseum Manderscheid“). Im Gegensatz zu „normalen“ Vulkanen, die als Berge in die Höhe wachsen, haben bei den Maaren gewaltige Explosionen Löcher in die Landschaft geschlagen. Da es an einem natürlichen Abfluss fehlt, sind die Sprengtrichter häufig mit Wasser gefüllt. Eindrucksvolle Beispiele dafür sind die Dauner Maare zwischen Daun-Gemünden und Schalkenmehren (Tour 18). Der Ettringer Bellberg (Tour 25) und der Mosenberg bei Bettenfeld (Tour 23) sind dagegen Vulkane, die durch Ausbrüche nach oben gewachsen sind (? Kasten). Ebenso gilt der Laacher See (Tour 24) nicht als Maar, sondern als Caldera. Mit eindrucksvollen Basaltsäulen zeigt sich als höchste Erhebung der Eifel der Vulkan Hohe Acht mit 747 m (Tour 16). Wasser und Felsen spielen auch in diesem Teil der Eifel eine wichtige Rolle. Im Gegensatz zur vulkanischen Entstehung sind die Felsen bei Gerolstein ehemalige Meeresablagerungen. Aus Kalkablagerungen entstanden die Gerolsteiner Dolomiten (Tour 17). Ebenfalls durch Kalkablagerungen vergrößert sich stetig der Kalksockel des Dreimühlenwasserfalls bei Nohn (Tour 20). Eine der schönsten, abschnittsweise sogar alpinen Wandertour verläuft entlang des Moselzuflusses Lieser. Der gesamte sogenannte...