E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
Boswell Heiße Stunden der Erfüllung
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1782-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7337-1782-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Unwiderstehlich sexy ist Hollys neuer Nachbar Rafe Paradise: groß, breitschultrig und mit einem hinreißenden Lachen. Sie fühlen sich auf den ersten Blick so stark zueinander hingezogen, dass die Atmosphäre zwischen ihnen geradezu vor Erotik knistert. Rafes erste Küsse erwidert Holly stürmisch -eine leidenschaftliche Affäre beginnt. Für beide sind die heißen Liebesstunden die ganz große Erfüllung, bis Rafes Bruder für Probleme sorgt! Seine abfälligen Bemerkungen über Holly säen so starkes Misstrauen in Rafe, dass er einen folgenschweren Fehler begeht ...
Barbara Boswell war als Krankenschwester tätig, bis sie sich ganz der Kindererziehung widmete. Sie begann 1983 zu schreiben und veröffentlichte 22 Romane.
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1. KAPITEL
„Holly, das ist doch wohl nicht dein Ernst! Ausgerechnet da willst du hinziehen?“ Entgeistert sah Brenna Worth ihre Freundin an.
„Oh, nein! Jetzt fängst du auch noch damit an.“ Holly lachte nervös. „Seit Wochen muss ich mich wegen dieser Entscheidung vor meiner Familie rechtfertigen. Von dir hätte ich mir mehr Verständnis erhofft. Kannst du dich nicht einfach für mich freuen, Brenna? Es ist eine einmalige Gelegenheit. Als einzige Psychiaterin in der großen Widmark-Gemeinschaftspraxis brauche ich nicht mühsam um das Vertrauen der Patienten zu werben, wie man das als Anfänger normalerweise muss. Man hat mich bereits gebeten, ehrenamtlich bei der Teens At Risk Force mitzumachen, die sich um gefährdete Jugendliche kümmert, und eine der Highschools als Schulpsychologin zu beraten.“
„Zusätzlich zu deinem eigentlichen Job? Wird das nicht ein bisschen viel?“
„Dadurch kann ich die Leute und ihre Probleme kennenlernen und gleichzeitig mit Kindern arbeiten. Du weißt doch, wie sehr mich das interessiert.“
„Teenager mit Problemen sind keine Kinder, sondern eine Gefahr. Denen geht man besser aus dem Weg.“ Brenna war nicht zu überzeugen. „Schade, dass du nicht hierher zurückkommst, Holly. Es wäre so toll, wenn wir wieder in derselben Gegend leben würden. Warum musst du ausgerechnet nach South Dakota gehen?“
„Vorsicht, Brenna. Jetzt hörst du dich schon beinahe wie meine Mutter an. Als ich ihr erzählte, dass ich nach Sioux Falls ziehe, meinte sie: ‚Wenn du irgendwo hin willst, weit entfernt und mit permanent schlechtem Wetter, wäre Alaska besser gewesen. Da gibt es wenigstens einen Überschuss an heiratsfähigen Männern.‘“
„Und das war natürlich gleich Wasser auf der Mühle deiner Tante …“ Brenna kannte Hollys Familie nur zu gut.
„Klar. Tante Hedy stieg sofort darauf ein.“
Brenna seufzte. „Die geben wohl nie auf?“
„Nein. Erst wenn ich entweder verheiratet oder tot bin. Ich habe schon fünf Exemplare von The Rules. Gebunden.“ Holly holte die fünf Exemplare des Ratgebers für weibliche Singles aus dem Regal.
„Mom hat den Titel sofort gekauft, als er herauskam. Dann erfreuten mich Tante Hedy und Tante Honoria mit je einem Exemplar. Am selben Tag kamen Päckchen von meinen Cousinen Hillary und Heather. Und jetzt versucht meine Schwester auch noch herauszufinden, ob ich das Buch wirklich gelesen habe. Die ganze Familie scheint fest davon überzeugt zu sein, dass ich ohne ihre Hilfe nie einen Mann finden werde.“
„Na ja, besonders feinfühlig war deine Familie ja noch nie, Holly.“
„Nicht, wenn es um Männer und Ehe geht. Du kannst gern ein Exemplar haben, Bren.“ Holly musste lachen. „Schließlich bist du ja auch noch Single. Wer weiß, vielleicht findest du doch den einen oder anderen nützlichen Hinweis, falls du dich entscheiden solltest …“
„Hör bloß auf!“ Brenna hob entsetzt die Hände, als seien die Bücher ansteckend. „Bei meinem Beruf habe ich gar keine Zeit, auf Männerfang zu gehen.“
„Meine Familie würde eine solche Einstellung als Blasphemie bezeichnen oder von Geisteskrankheit sprechen.“ Holly wurde plötzlich ernst. „Verstehst du jetzt, warum ich nicht wieder nach Hause zurückkehren kann, Bren? Ich hänge wirklich an meiner Familie, aber ich weiß nur zu genau, was auf mich zukäme, wenn ich wieder hierher ziehe.“
Brenna wusste genau, worauf Holly anspielte. „Deine Mutter, deine Schwester, deine Tanten und auch deine Cousinen würden dich ständig verkuppeln wollen.“
„Ja. Und dafür wäre ihnen fast jeder unverheiratete Mann recht, ob ein 22-jähriger Computerfreak oder ein 62-jähriger Witwer mit eigenem Maklerbüro und zwei Töchtern, die älter sind als ich.“
‚Ein Herz schert sich nicht um das Alter‘, hatte Tante Hedy neulich fröhlich gemeint, als sie Holly mit dem Makler bekannt machte, der bereits fünffacher Großvater war.
‚Ein junger Mann braucht die liebevolle Führung einer älteren Frau‘, sagte Tante Honoria, als sie Holly mit einem Studenten zusammenzubringen wollte, der nur Videospiele im Kopf hatte und wie ein zurückgebliebener Sechzehnjähriger wirkte.
‚Deine Tanten lieben dich. Sie wollen nur dein Bestes und wissen, dass eine Frau ohne Mann nicht glücklich werden kann‘, hatte Hollys Mutter Helene ihre beiden Schwestern in Schutz genommen.
Über die Einstellung ihrer Mutter wunderte sich Holly nicht weiter. Denn auch Helene Casale hatte nichts unversucht gelassen, um ihre Tochter an den Mann zu bringen. Da war der Besitzer der Tierhandlung, der sich nur über Tropenfische und Schlangen unterhalten konnte. Und der Anwalt, der die Fahrer der Krankenwagen bestach, um als erster am Unfallort sein und den Verletzten seine Visitenkarte geben zu können. Er hatte sich auf Schadenersatzklagen spezialisiert, ein grässlicher Typ.
Auch Hollys ältere Schwester Hope und ihre Cousinen Hillary, Heather und Hayley, allesamt verheiratet, hatten sich größte Mühe gegeben, Holly unter die Haube zu bringen. Einige der Männer waren durchaus annehmbar, andere völlig verklemmt und verzweifelt auf der Suche nach einer Frau.
Bisher aber hatte sich aus diesen Begegnungen allenfalls eine Art Freundschaft entwickelt, von Liebe keine Spur.
Die Frauen der Familie befürchteten mittlerweile, dass Holly trotz ihrer vielen männlichen Freunde nie heiraten, geschweige denn Kinder haben würde. Hillary und Heather hatten bereits je eine Tochter, und Hope und Hayley setzten alles daran, schwanger zu werden.
„Ich vermute, deine Situation ist nicht gerade einfacher geworden, seit die kleine Heidi verlobt ist und mitten in den Hochzeitsvorbereitungen steckt“, meinte Brenna mitfühlend.
Heidi war Hollys jüngste Cousine, gerade zwanzig und seit Kurzem verlobt.
„Arme Mom. Sie tat mir so leid, als Heidi beim letzten Familientreffen ihre Verlobung bekannt gab.“ Holly hatte Mühe, ernst zu bleiben. „Mom tat ganz erfreut, aber dann ging sie ziemlich schnell. Später behauptete sie, das Essen sei ihr nicht bekommen, aber alle wussten, was ihr auf den Magen geschlagen war.“
„Dass ihre jüngere Tochter ihr Examen mit Auszeichnung bestanden und auch die Fachausbildung glänzend absolviert hat, zählt anscheinend überhaupt nichts.“ Brennas blaue Augen blitzten zornig.
„Nein. Für sie zählt nur, dass ich neunundzwanzig bin und immer noch keinen Mann vorweisen kann.“
„Meine Güte, Holly, das macht mich so wütend!“
„Beruhige dich. Als Psychiaterin gebe ich dir den guten Rat, deinen Zorn in ein positives Gefühl umzuwandeln. Zum Beispiel in die Vorfreude auf einen Besuch bei mir. Sowie ich mich eingerichtet habe, musst du nach Sioux Falls kommen. Das musst du mir versprechen, Bren.“
„Versprochen.“ Brenna lächelte die Freundin an. „Aber zu lange darf ich wohl nicht warten, denn wird es dort nicht schon bald Winter? So etwa Anfang September?“
„South Dakota liegt doch nicht am Polarkreis. Außerdem kann es hier in Michigan im Winter auch sehr ungemütlich sein.“
„Du brauchst deine Wahl nicht zu verteidigen. Ich glaube, dass du da sehr gut hinpasst. Sioux Falls kann sich jedenfalls freuen, dass du kommst. Ich hoffe …“, Brenna zwinkerte der Freundin zu, „dass du dort den Mann deiner Träume findest. Stell dir nur vor, wie dich dann deine entzückten Verwandten mit Büchern zum Thema Hochzeitsplanung überschütten werden!“
Es klopfte und Helene Casale trat ein. „Wie kommst du mit dem Packen voran, Holly?“, fragte sie und schaute auf die Koffer auf dem Bett, die bisher kaum zur Hälfte gefüllt waren.
„Danke, gut, Mom.“
„Und vergiss nicht, auch das hier einzupacken. Du kannst nie wissen, ob du es nicht mal brauchen kannst.“ Helene Casale legte ein Exemplar von The Rules in den Koffer und gab auch Brenna ein Buch. „Du kannst auch eins haben, mein Kind. Die Autoren garantieren praktisch einen Heiratsantrag, wenn man sich nach ihren Anweisungen richtet.“
Holly sah die Freundin an, und Brenna verstand, was dieser Blick sagen wollte. Nach Sioux Falls zu gehen und damit der Familie zu entkommen war eindeutig die richtige Entscheidung gewesen.
Mit zwei Stunden Verspätung landete das Flugzeug in Sioux Falls.
Rafe Paradise sah zum wiederholten Mal auf die Uhr.
„Davon geht es auch nicht schneller“, sagte die zierliche blonde Frau neben ihm. „Sie haben doch eben erst nachgesehen, wie spät es ist. Sehnen Sie sich so sehr danach, nach Hause zu kommen?“
„Nein, eigentlich nicht.“ Rafe sah sie an und zwang sich zu einem Lächeln. Davon konnte wirklich nicht die Rede sein. Aber er hatte keine Lust, der hübschen Frau neben ihm zu erklären, warum.
Während des Fluges hatte sie mit ihm geflirtet und hatte auch bereits Verschiedenes herausbekommen. Sie wusste, dass er nicht verheiratet war, als Anwalt arbeitete, in Sioux Falls wohnte und keine feste Freundin hatte. Bereitwillig hatte Rafe ihre sehr direkten Fragen beantwortet, selbst aber keine gestellt. Das hatte die hübsche Blonde aber nicht daran gehindert, von sich zu erzählen.
Er erfuhr, dass sie Lorna Larson hieß, in Minneapolis lebte und in der Telekommunikationsbranche arbeitete und geschäftlich häufig nach Sioux Falls musste.
Rafe hatte geschwiegen und sie erzählen lassen. Ihm war nicht nach einem Flirt zumute gewesen, dem gewissen Lächeln, den bedeutsamen Blicken, dem Austausch persönlicher Informationen. Denn er wusste, dass Lornas Interesse an ihm...




