E-Book, Deutsch, Band 1, 208 Seiten
Reihe: Pension Seemannsgarn
Bohn Traum eines Sommers
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7597-7332-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Erster Teil der Reihe um die Pension Seemannsgarn
E-Book, Deutsch, Band 1, 208 Seiten
Reihe: Pension Seemannsgarn
ISBN: 978-3-7597-7332-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Als die junge Frau Hanna immer unglücklicher in der Großstadt wird, beschließt sie die Zelte abzubrechen, und sich auf die Suche nach ihrem Glück zu machen. Sie landet schließlich in der schönen Küstenstadt Kühlungsborn, wo sie alle Chancen hat, glücklich zu werden. Kann sie sich darauf einlassen? Erfüllt sich dort ihr Traum eines Sommers?
Geboren und aufgewachsen ist Katrin Bohn in Düsseldorf, lebt aber seit 2012 im Ruhrpott mit ihrem Mann und ihrer gemeinsamen Tochter. Ihre beruflichen Wurzeln finden sich in der Pädagogik, wo sie viele Jahre als Erzieherin gearbeitet hat. Heute arbeitet sie als Selbständige Tagesmutter und geht neben ihrer Leidenschaft zu lesen auch dem Schreiben nach. In ihrer Freizeit geht sie gerne ihren Hobbys nach und verbringt am liebsten Zeit mit ihrer Familie oder Freunden.
Autoren/Hrsg.
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1. Träume Manchmal ist es einfacher seine Träume zu verwirklichen, wenn man sie laut ausspricht. Davon war Hanna felsenfest überzeugt. Egal was die Leute sagen oder denken. Das war auf jeden Fall ihre Meinung! Und dann muss man es auch einfach machen! Wenn jemand was Blödes dazu zu sagen hat, macht er es doch sowieso. Punkt. Alle waren sie Neider! Sie hatte für sich beschlossen, dass sie mit ihren vierunddreißig Jahren alt genug war, selber zu entscheiden was gut für sie war und was nicht. Die die meckern wollten, würden es auch tun. Besonders wenn man versagt. Wenn man aber Erfolg hatte, dann zogen sie über einen her. Dann mussten sie vertuschen, dass sie im Unrecht sind. Genauso war es doch. Man brauchte sich nur umzuschauen. Egal wohin man ging, gab es die Neider, die kein gutes Blatt an ihren Mitmenschen lassen, nur um ihr eigenes jämmerliches Dasein zu schützen. Sie konnten sich nicht ehrlich für andere freuen und zugestehen: das hast du aber gut gemacht. Oder: toll, wie du das hinbekommen hast. Und deshalb musste sie dringend hier weg! Sie wollte woanders hin. Dorthin, wo niemand sie kannte. Wo niemand eine Vorgeschichte zu ihr hatte und sagen konnte „ganz schön leichtsinnig, alles aufzugeben!“ Hanna war 34 Jahre alt. Allein stehend. Natürlich. Noch so ein Versager Punkt. Nicht für sie, für die anderen. Zum Beispiel für ihre Mutter. In deren Augen müsste sie mit 34 Jahren schon längst verheiratet sein, seit mindest zehn Jahren und schon zwei oder drei Kinder haben. Ihr Mann müsste natürlich irgendein hohes Tier bei der Bank sein. Er müsste mindestens genauso viel Geld verdienen wie Hannas Vater, Manager einer Agentur für Schauspieler. Sie müsste in einem schicken, freistehenden Einfamilienhaus wohnen, mit riesigem Garten. Wo Platz ist für die zwei großen Wachhunde, die man dann natürlich auch haben muss. Sie müsste ein schickes Auto haben. Am besten ein Cabrio, mit dem sie ihre Mutter zu gemeinsamen Wellness Ausflügen oder Shopping Touren abholen würde. Ihre Kinder würden in der Zeit von der Nanny betreut werden. Die Nanny wäre natürlich auch keine Konkurrenz für sie bei ihrem Göttergatten, denn sie würde perfekt aussehen. Sie hätte ja genug Geld um immer nachzuhelfen, wenn sie mal nicht perfekt wäre. Aber, so war es natürlich nicht. Sie lebte in einer Großstadt in einem Single Apartment. Dieses bestand aus einer Kochnische, einem winzigen Bad mit Dusche, einem Wohn – Schlafzimmer und einer Mini - Loggia. Würde sie rauchen, hätte sie genug Platz um sich dorthin zu stellen. Aber so stand da nur eine kleine traurige Yucca Palme, die sich nicht traute zu wachsen, weil dort nicht genug Platz war. Einen Vorteil hatte so eine kleine Wohnung schon. Sie konnte sie sich alleine leisten. Ihre Mutter hatte schon oft versucht sie davon zu überzeugen, doch wieder bei ihnen einzuziehen. Oder sich wenigstens finanziell unter die Arme greifen zu lassen. Aber davon wollte Hanna nichts hören. Das wäre ja noch schöner. Das würde ihre Mutter ihr für den Rest des Lebens vorhalten. Und ins alte Kinderzimmer bei Mama und Papa einziehen? Sie war 34 und nicht vierzehn. Sie würde allen beweisen, dass sie auch alleine klar kam. Und die Großstadt war sowieso nichts für sie. Da war alles so unpersönlich und kalt. Es wohnten so viele Leute in ihrem Haus, sie konnte nicht sagen wer ihr Nachbar war. Jeder schloss die Türe hinter sich und wollte mit der Welt da draußen nichts zu tun haben. Hanna hatte sich entschieden, dass ihr das nicht mehr gefiel. Sie sehnte sich danach, nette Menschen um sich zu haben. Nachbarn, die man auch mal um einen Liter Milch bitten konnte. Die man im Urlaub bitten konnte, den Briefkasten zu leeren ohne Angst haben zu müssen, dass die Wohnung bei dem Rückkehr aus dem Urlaub leer geräumt war. Ob es so ehrliche Menschen noch gab? Manchmal glaubte sie nicht daran, doch sie würde die Hoffnung nicht aufgeben. Und außerdem hatte sie genug von dem Großstadtmief. Die vielen Autos, Busse und Lkws mitten in der Stadt. Keiner nahm Rücksicht auf den anderen. Und die Straßenverkehrsregeln hatten wohl alle seit ihrer schriftlichen Führerscheinprüfung vergessen. Es war beschlossene Sache, sie würde hier wegziehen. Ihren Eltern hatte sie noch nichts gesagt. Die würden nur wieder versuchen ihr die Sache auszureden bzw. zu vermiesen. Sie würde sich nach einem Nachmieter umschauen, vielleicht konnte sie ihre Möbel mitverkaufen. Denn sie wollte ganz von vorne anfangen. Am liebsten wollte sie irgendwo hin ans Wasser. Vielleicht an einen See oder ans Meer. Hanna hatte in den letzten paar Jahren ein bisschen Geld zur Seite gelegt. Das sollte ihr für den Anfang helfen. Ihren Job im Büro bei einer Anwaltskanzlei war sowieso nicht Vollzeit gewesen. Und sie hatte noch ein paar Tage Urlaub, die sie nehmen musste. Mit der Chefin hatte sie schon gesprochen. Es würde kein Problem geben, aus dem Vertrag zu kommen. Die Chefin mochte Hanna, weil sie immer ehrlich und fleißig gewesen war. Natürlich war sie traurig, dass Hanna weggehen würde. Aber sie hatte ihr auch gesagt, dass sie jeder Zeit wieder zurückkommen und einen Job bekommen könnte. Darüber war Hanna natürlich auch sehr glücklich. Es war schön, dass man gebraucht wurde und sie dadurch keinen Druck bei einem Neustart hatte. Im Notfall konnte sie jederzeit zurück. Zu ihren Eltern sicherlich auch. Hanna liebte ihre Eltern, auch wenn es nach außen oft anders wirkte. Aber es war nicht einfach, mit ihrer dominanten Mutter klar zu kommen. Hanna wusste ja auch, dass ihre Mutter sie liebte. Aber die Art und Weise wie sie immer versuchte ihr das zu zeigen, fand Hanna nicht gerade mütterlich. Ihre Eltern hatten durch den guten Job ihres Vaters viel Geld. Hanna war in einem sehr großen Haus aufgewachsen mit riesigem Garten und Pool. In ihrer Schulzeit hatte sie immer viele Freunde gehabt. Aber die wollten natürlich immer nur zu Hanna kommen. Sie wollten einen Blick in dieses Luxusleben werfen und ein wenig daran teilhaben. Und Hannas Mutter hatte es dann genossen, diverse Pool – oder Übernachtungspartys für Hanna und ihre „Freunde“ auszurichten. Hanna schaute auf die Uhr. Sie war schon wieder spät dran zu ihrer Verabredung mit ihrer besten Freundin Tina. Tina und sie kannten sich seit der Berufsschule. Eine gefühlte Ewigkeit. Tina war immer für sie da gewesen, wenn sie konnte. Denn sie hatte immer nur ein begrenztes Zeitfenster. Tina hatte schon das erreicht, was ihre Mutter ihr immer vorhielt. Sie war verheiratet und hatte zwei niedliche Mädchen zur Welt gebracht. Daher war sie aber auch immer im Dauerstress. Haushalt, Kinder und ihre Verpflichtungen als liebende, fürsorgliche Ehefrau. Das nahm schon sehr viel Zeit in Anspruch. Trotzdem schaffte sie es immer irgendwie, topgestylt zu sein. Jetzt nicht so überkandidelt wie zu einem Mädelabend in DEM Club. Aber Hanna musste doch immer neidlos eingestehen, dass ihre Freundin Top in Form war. Sie war immer perfekt dezent geschminkt und ihre Haare hatten diesen Undone Look, den Hanna schon etliche Male heimlich versucht hatte zu kopieren. Aber es wollte ihr einfach nie gelingen. Und obwohl Tina immer sehr viel um die Ohren hatte, strahlte sie eine phänomenale Ruhe aus. Egal wie viel Chaos ihre kleinen Prinzessinnen auch verbreiteten, nie erhob sie die Stimme. Sie war liebevoll, geduldig und liebte ihre Kinder über alles. Und das konnte jeder spüren. Tina hatte einfach diesen Mütterinstinkt. Und genau dieser kam nun eine halbe Stunde bei Hanna zum Vorschein, als sie sich in dem Café neben dem Spielplatz trafen. Sie hatten diesen Treffpunkt strategisch ausgewählt, damit sie, mehr Zeit zum quatschen hatten. Solange Marie und Sophie, ihre drei und fünf jährigen Wildfänge in Engelsgestalt ihr Eis aßen, unterhielten sie sich über belanglose Themen. Doch kaum hatten die Mädchen aufgegessen und fingen an zu quengeln, zahlten sie und nahmen sich beide einen großen Latte Macchiato To Go im Pappbecher mit und setzten sich auf die Bank am Spielplatz, von wo aus sie alles überblicken konnten. „Los, erzähl schon!“ sagte Tina. „Was soll ich dir erzählen?“ erwiderte Hanna und löffelte scheinheilig ihren Milchschaum mit dem Plastiklöffel. „Du kannst mir nichts vormachen. Irgendetwas ist im Busch!“ „Ach weißt du, ich habe noch ein paar Tage Urlaub und habe beschlossen wegzufahren.“ Tina schaute ihre Freundin Stirn runzelnd an. „Das ist doch nicht alles? Wen willst du hier für blöd verkaufen? Wenn es ein einfacher Urlaub wäre, hättest du mir das doch schon vor Wochen erzählt und ich müsste dir nicht jedes Wort einzeln aus der Nase ziehen! Was ist passiert? Wovon läufst du weg?“ Hanna schaute ihre Freundin an, dann schaute sie wieder weg um nicht in Tränen auszubrechen. Sie würde Tina so schrecklich vermissen. Dennoch stand ihr...




