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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 228, 64 Seiten

Reihe: Silvia-Gold

Blum Silvia-Gold 228

Im Chalet des Millionärs
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7517-7196-2
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Im Chalet des Millionärs

E-Book, Deutsch, Band 228, 64 Seiten

Reihe: Silvia-Gold

ISBN: 978-3-7517-7196-2
Verlag: Bastei Lübbe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Bella Malarski hat bei einem Preisausschreiben das große Los gezogen: eine Reise ins exklusive Gstaad, weit weg von ihrem stressigen Alltag als Sozialarbeiterin in Dortmund. Als sie nach der langen Anreise in die Schweizer Alpen endlich ihr luxuriöses Chalet betritt, freut sie sich auf Entspannung - bis plötzlich ein halbnackter Fremder vor ihr steht. Ein gezielter Tritt von Bella sorgt dafür, dass der großspurige Millionär Cyrill Hänni schmerzverzerrt zu Boden geht.
Nach dem ersten Schreck wird klar, dass es sich nicht um einen Überfall, sondern um eine Doppelbelegung des Chalets handelt. Doch der Stolz der beiden lässt es nicht zu, klein beizugeben und in die billigere Ferienwohnung umzuziehen. So müssen sie sich das Chalet mit offenem Kamin und Whirlpool teilen. Doch Bella und Cyrill haben ganz unterschiedliche Vorstellungen von einem gelungenen Wochenende. Ein hitziger Wettstreit über die wahre Bedeutung von Glück und Erfolg entbrennt - und die Funken zwischen den beiden sprühen dabei gewaltig ...

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Im Chalet des Millionärs

Eine schicksalhafte Begegnung in den Schweizer Alpen

Von Felicia Blum

Bella Malarski hat bei einem Preisausschreiben das große Los gezogen: eine Reise ins exklusive Gstaad, weit weg von ihrem stressigen Alltag als Sozialarbeiterin in Dortmund. Als sie nach der langen Anreise in die Schweizer Alpen endlich ihr luxuriöses Chalet betritt, freut sie sich auf Entspannung – bis plötzlich ein halbnackter Fremder vor ihr steht. Ein gezielter Tritt von Bella sorgt dafür, dass der großspurige Millionär Cyrill Hänni schmerzverzerrt zu Boden geht.

Nach dem ersten Schreck wird klar, dass es sich nicht um einen Überfall, sondern um eine Doppelbelegung des Chalets handelt. Doch der Stolz der beiden lässt es nicht zu, klein beizugeben und in die billigere Ferienwohnung umzuziehen. So müssen sie sich das Chalet mit offenem Kamin und Whirlpool teilen. Doch Bella und Cyrill haben ganz unterschiedliche Vorstellungen von einem gelungenen Wochenende. Ein hitziger Wettstreit über die wahre Bedeutung von Glück und Erfolg entbrennt – und die Funken zwischen den beiden sprühen dabei gewaltig ...

»Und warum genau sollte das nicht gehen?«

Bella Malarski bemühte sich, nicht gereizt zu klingen. Sie legte die Ellbogen auf ihrem Schreibtisch ab, beugte sich vor und sah an ihrem Monitor vorbei zu ihrer Chefin.

Die Frau mit den platinblonden Haaren und den stechend graublauen Augen – zu stechend für Bellas Geschmack – zuckte mit den Schultern, während sie sich an ihrem Computer vermutlich durch einen Online-Kleidershop klickte.

»Jugendliche interessieren sich heutzutage nicht für Museen. Und die Idee mit der Kletterhalle ist ja nett, aber wenn die mir von der Wand stürzen, kommt das teuer.«

Bella presste die Lippen aufeinander. »Ein paar von unseren Jungs sind sehr technikaffin. Das Industriemuseum würde sie also wirklich interessieren. Und in den Kletterhallen gibt es sehr strenge Sicherheitsstandards, Steffi. Ich trage auch die Verantwortung.« Als ihre Chefin nicht reagierte und nur das Klicken der Maus zu hören war, fügte sie mit Nachdruck hinzu: »Wir können doch nicht schon wieder nur einen Filmabend anbieten. Die Kinder hocken eh schon viel zu viel drinnen. Lass mich zumindest einen halben Tagesausflug in den Botanischen Garten machen.«

Stefanie Müller erbarmte sich und sah von ihrem Bildschirm auf. »Sorry, Bella. Aber es ist Ende November. Für Outdoor-Aktivitäten ist es draußen nun wirklich zu kalt und zu nass.« Sie senkte leicht das Kinn, wodurch ihr Blick noch stechender wurde. »Damit ist die Unterhaltung beendet. Verstanden?«

Bella legte die Hände auf den Schoß und ballte sie zu Fäusten. »Natürlich.«

Sie zwang sich zu einem unverbindlichen Lächeln, dann stand sie auf und verließ das Büro. Sie musste hier raus. Sie musste raus, bevor sie Steffi an die Gurgel sprang.

Sie ging an einem großen Aufenthaltsraum mit bequemen, wenn auch abgenutzten Sofas und Sesseln vorbei und steuerte direkt auf die kleine Küche zu, die gerade ein Mädchen mit Butterbrot in der Hand verließ.

»Hey, Melli«, sagte Bella im Vorbeigehen und steuerte direkt auf die Kaffeemaschine zu, die auf der verklebten und verkümmelten Theke stand.

Sie seufzte, holte eine der letzten sauberen Tassen aus der Schublade und stellte sie unter den Auslauf. Eine Wasser- und Kaffeepulverfüllung später drückte sie auf den Knopf und lauschte dem Brummen der Maschine.

Das Jugendzentrum, in dem Bella Malarski arbeitete, lag mitten im Herzen eines der sozial schwächsten Viertel von Dortmund. Das Gebäude war alt und abgenutzt, ein Relikt aus den siebziger Jahren, das dringend eine gründliche Renovierung benötigte. Die Fassade blätterte an einigen Stellen ab und war über und über mit Graffiti bedeckt. Auf den Fenstern klebten teilweise Aufkleber, manche Scheiben hatten einen Sprung.

Bella liebte diesen Ort trotzdem, weil er für viele Kinder und Jugendliche Zuflucht bot. Hier gab es Raum für Gemeinschaft, Wachstum und neue Perspektiven. Wenn Steffi diese nicht gerade durch ihre ständigen Projektablehnungen im Keim erstickte.

Bella spürte wieder die Wut aufsteigen, also zog sie schnell ihr Handy aus der Hosentasche und scrollte sich durch die neusten Ferien- und Reisegewinnspiele. Sie bewarb sich gerade als Teilnehmerin für einen Flug nach China, als sie bemerkte, wie jemand nach ihrem Kaffeebecher griff.

»He, das ist meiner!« Sie drehte sich um.

Ihr schlaksiger Kollege Johann stand neben ihr und stellte schief grinsend die Tasse zurück. »Na, wieder mal mit dem falschen Fuß aufgestanden?«

»Eher mit der falschen Chefin«, antwortete sie.

Johann lachte. Da Steffi die Gemeinschaftsräume mied und die meiste Zeit ihres Arbeitstages im Büro verbrachte, konnten sie hier offen über ihre Vorgesetzte sprechen.

»Ich mein's ernst«, sagte Bella gedämpft und nahm einen Schluck von ihrem Kaffee. »Ich verstehe nicht, warum diese Frau diesen Job macht, wenn sie sich überhaupt nicht für die Kinder einsetzt. Sie will nur Einsparen und keinen Finger krumm machen. Vorhin hat sie wieder alle meine Ausflugsideen abgelehnt. Es ist so frustrierend.«

»Ich glaube, du brauchst Urlaub, Bella«, erwiderte ihr Kollege. »Schön und gut, dass du wie eine Löwin für die Kids brüllst. Aber man sieht dir die Überstunden schon von Weitem an.«

Bella schnaubte. »Ich brauche keinen Urlaub. Ich brauche eine Beförderung.«

»Mir wäre es ja am liebsten, du hättest beides. Du machst hier einen echt fantastischen Job. Du würdest den Laden hier ordentlich aufräumen, wenn man dich lassen würde.«

Bella lächelte. Ja, das war ihr Traum. Nicht mehr der platinblonden Frau untergestellt sein, die mehr auf ihr Erscheinungsbild als auf die Entwicklung ihrer Zöglinge gab. Oder noch besser: Gleich ihre Stelle übernehmen und die Leiterin des Jugendzentrums werden. Doch davon konnte sie wohl lange träumen. Ihre Miene verfinsterte sich.

»Wir wissen beide, dass das nicht möglich ist. Nicht, solange Steffis Mann im Stadtrat arbeitet und sich weiter aktiv für die Jugendförderung einsetzt.«

Alle fünf Jahre wurden der Rat und die Bezirksvertretungen gewählt. Und kurz vor jeder Neuwahl kümmerte sich Robert Müller engagiert um die finanziellen Engpässe, mit denen sie eigentlich jedes Jahr zu kämpfen hatten. Dann nutzte er seine Kontakte, um Fördermittel einzuwerben, hielt leidenschaftliche Reden und wies auf den Ausbau der Angebote und Aktivitäten unter der Leitung seiner Frau hin. Doch nach der Wahl war das Jugendamt schnell wieder auf sich allein gestellt.

Bella atmete scharf aus und schaute auf ihr Handy. Ein neues Gewinnspiel war ausgeschrieben. Diesmal für eine Übernachtung in den Schweizer Alpen.

Johann grinste, als er auf ihr Display sah. »Hast du jemals eines von denen gewonnen? Seit ich dich kenne, trägst du dich jede freie Minute in irgendein Online-Formular ein. Ich will gar nicht wissen, wer alles schon deine Daten hat.«

Die Sozialarbeiterin runzelte die Stirn. »Das sind seriöse Online-Verlosungen! Einmal habe ich einen Tagesausflug gewonnen. Und irgendwann gewinne ich was ganz Großes. Du wirst schon sehen.«

Johann hob die Schultern. »Wie du meinst. Aber du kannst dir auch gerne einfach so mal freinehmen, Bella. Ich spring jederzeit für dich ein, bevor ich dich an einen Burnout verliere.«

Bella kam nicht dazu, ihm zu antworten. Im Aufenthaltsraum war ein Scheppern zu hören.

Johann und sie eilten sofort zum Kern des Problems. Ein Mädchen mit schwarzen Locken und dünnen Lippen hockte auf dem Boden und weinte, während einer der größeren Jungs an ihrem Arm zog. Er ließ sie sofort los, als die beiden Sozialarbeiter den Raum betraten.

»Sie hat angefangen!«, verteidigte er sich über das Geschrei des Mädchens hinweg. Bella sah zu Johann. »Ich kümmere mich um Jaqueline, du redest mit Leon, okay?«

Johann nickte und nahm den sich immer noch laut verteidigenden Jungen sanft zur Seite, während sich Bella zu der weinenden Jaqueline hockte.

»Was ist passiert, Liebes?«

»Er hat gesagt, ich stinke. Also habe ich ihm eine geklatscht. Und dann ist er auf mich losgegangen«, erklärte das Mädchen mit erstickter Stimme.

»Das tut mir sehr leid«, erwiderte Bella mitfühlend. »Ich verstehe, dass dich das wütend gemacht hat und du dich verteidigen wolltest. Aber Gewalt ist keine Lösung. Lass uns doch in die Küche gehen, da ist gerade keiner. Und dann reden wir darüber, wie man in Zukunft besser mit solchen Konflikten umgeht.«

Jaqueline nickte und Bella half ihr hoch. Sie waren gerade in die Küche gegangen, als die Sozialarbeiterin Steffi nach ihr rufen hörte.

»Ich bin gleich wieder da«, versprach sie dem Mädchen, dann eilte sie ins Büro. »Entschuldige, Steffi, aber Jackie und Leon haben wieder mal gestritten, und ich bin mitten ...«

»Das kann warten«, unterbrach sie die Blondine. »Ich brauche dich jetzt...



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