Blue | Savers - Letzte Hoffnung | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

Blue Savers - Letzte Hoffnung

Akademie der Engel 3
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7549-8913-5
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Akademie der Engel 3

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

ISBN: 978-3-7549-8913-5
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Trotz Leopolds Rückkehr hat sich der Alltag in Euphoria für David und seine Freunde drastisch geändert. Das ständige Misstrauen untereinander und die andauernde Alarmbereitschaft drücken die Stimmung erheblich und machen es den Unverstandenen leicht, ihre Sabotagen auszuweiten. Doch als sich auch andere Schutzengel-Regionen einschalten und Euphorias Ur-Saver seine Erfindungen in Umlauf bringt, tun sich ganz neue Chancen auf. Außerdem gibt es da noch Davids ehemaligen Saver und eine Menschen-Frau, die eine außergewöhnliche Gabe zu haben scheint. Als Nathanel und seine Anhänger jedoch andere Sphären betreten, scheint es immer auswegloser, die alten Verhältnisse wiederherzustellen ...

Rabea Blue ist noch die gleiche, wie bei den anderen Büchern auch steht.
Blue Savers - Letzte Hoffnung jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


? 2 ?

„David!“, rief eine vertraute Stimme, noch bevor der junge Saver sich den Aufräumarbeiten anschließen konnte. Immerhin gehörte er zu der Special Task Force und hatte keinen Zeitdruck, wie die meisten anderen Savers, die sich nur ein wenig Small Talk gönnten, sich dann jedoch wieder um ihre Schützlinge kümmern mussten.

„Sally“, entgegnete David. Freudig lächelnd kam seine Schwester auf ihn zugeflogen, landete und musterte ihn demonstrativ.

„Sieh mal einer an, unser Musterschüler. Du bist den Steinen wie ein junger Gott ausgewichen. Gib es zu: Du wusstest vorher, was heute dran kommt, und hast heimlich geübt, oder?“

David lachte auf. „Schön wär’s. Aber leider habe ich schon zwei Mal mit richtigen Steinschlägen zu tun gehabt. Ein Mal neulich bei diesem Schlafmittelunfall und dann noch bei Cathys Unfall mit ihrem Betreuer.“

„Cathy? Das war doch ein Unverstandener.“ Irritiert sah Sally ihn an.

„Ja, das schon.“

„Und es war auch kein Steinschlag“, fügte Louis hinzu, der ebenfalls neben David gelandet war und die letzten Sätze mitbekommen hatte. „Der Abtrünnige hat sich gegen den Bus geworfen.“

Nachdenklich sah David seinen ehemaligen Sichtungs-Partner an. Sie waren damals gemeinsam am Ort des Geschehens gewesen und hatten Schlimmeres verhindern können. „Na gut – genau genommen war es nur unnatürliche Gewalt gewesen.“

„Aber die Menschen hatten es auf einen heruntergefallenen Felsen geschoben, da hat er recht“, verteidigte Louis David. „Timothy wurde getestet und hatte keinerlei Drogen im Blut gehabt. Da war ein Einfluss durch einen Felsrutsch offenbar die logische Konsequenz.“

„Wie dem auch sei“, schloss Sally die Diskussion. „Du warst überragend eben bei dem Training. Ich glaube, andere Savers haben dich als Vorbild genommen und sich deiner Art zu Fliegen angepasst.“

„Aber genau so soll es doch auch sein.“ Adrian kam auf sie zugelaufen, nachdem er einige der zu Trainingszwecken gepolsterten Felsen aus dem Weg gerollt hatte. „Die Erfahrenen geben ihr Wissen weiter und die junioren Savers lernen neue Methoden.“ Als er bei ihnen angekommen war, strahlte er in die Runde. „Ich finde es super, dass das alles so gut klappt. Die Stunden, die wir während der Ausbildung in der Arena hatten, waren nicht ansatzweise so lehrreich.“

„Finde ich auch“, bestätigte Sally. „Ich musste zwar erst in den Praxisteil reinwachsen, aber mittlerweile ist es wirklich spannend. Da finde ich es fast schon schade, dass man keine fremden Schützlinge retten darf. Hin und wieder bekommt man etwas auf der Sichtwiese mit, da würde ich am liebsten mitfliegen und zusätzlich unterstützen.“

„Ich bin mir nicht sicher, ob diese Regel noch lange bestehen bleibt“, sagte David. „Vor allem bei den Anschlägen der Unverstandenen hat sich doch das Teamwork bewährt.“

Mit einem heftigen Schlag seiner Flügel landete nun auch Adam bei seinen Freunden und komplettierte die Clique. „Über was redet ihr?“, fragte er und sah lächelnd in die Runde.

„Dass ich endlich einen Schützling ohne dich will“, zog ihn Sally auf und knuffte ihn in die Seite.

Gespielt empört verschränkte Adam die Arme und hob das Kinn. „So, so. Ich bin dir also nicht gut genug?“

„Eher zu gut“ zwinkerte David. „Aber ganz ehrlich - was haltet ihr von dem zusätzlichen Trainingsbereich und dem neuen Spezial-Team, dass sich auf Sonder-Trainings wie diese spezialisieren will? Zumindest wir als Beta-Tester hatten absolut unseren Spaß bei der Sache.“

„Das stimmt“, bestätigte Adrian. „Hin und wieder haben wir als Dummy zum Retten fungiert. Echt interessant, mal die andere Seite zu erleben.“

Adam nickte. „Ich habe eben noch mal eine Runde gedreht. Der Aufbau ist wirklich gut durchdacht. Auf jeder Seite des Bergs gibt es ein anderes Szenario, das geübt werden kann. Und auch die Gefahren waren gut geplant. Das Team macht sich richtig Gedanken und trifft genau die Situationen, die wir tagtäglich brauchen.“

Sally runzelte die Stirn. „Na, ich will doch nicht hoffen, dass wir jeden Tag Lawinen und Steinschläge abwehren müssen. Das war ganz schön anstrengend!“

„Da fällt mir etwas ein“, setzte David an und wandte den Blick an seine Schwester. „Hast du einen Moment, Sally?“

„Klar“ nickte sie, warf den anderen ein entschuldigendes Lächeln zu und erhob sich mit David in die Luft. Wortlos flogen sie über das Chaos, dass die Savers während ihres Trainings hinterlassen hatten.

„Sehr detailgetreu“, lobte Sally. „Ihr habt wirklich tolle Arbeit geleistet.“

David zuckte mit den Schultern. „Na, wenn wir schon keinen Schützling haben, dann müssen wir uns ja sonst irgendwie nützlich machen. Ich komme mir teilweise nur wie ein halber Schutzengel vor, ohne einen fest zugeordneten Menschen, auf den ich aufpassen kann.“

Sally winkte ab. „Ach Quatsch, das brauchst du nicht. Es ist eine besondere Zeit und da brauchen wir auch interne Teams, die mit Leib und Seele dabei sind. Aber was wolltest du mir denn sagen? Oder war das nur ein Vorwand, um mal ein wenig Geschwister-Talk abzuhalten?“

„Nein, nein. Ich habe dich ein wenig beobachtet vorhin beim Training. Natürlich weiß ich, dass es schwierig ist, wenn man weiß, dass es nicht echt ist. Aber teilweise wehrst du noch nicht entschlossen genug ab. Du kannst dich ruhig beherzt gegen die Steine werfen. Die sind bei uns doch sogar gepolstert.“

Sie hatten den Teil des Bergs erreicht, an dem gerade noch Schnee lag, direkt am Übergang zu einer anderen Szenario-Seite des Gebirges. Sie setzten sich darauf, zogen die Knie an und betrachteten das Gesamtbild von oben.

„Ich weiß“, antwortete Sally. „Vielleicht ist gerade das das Problem. Ich rechne gar nicht damit, dass es schwer wird, sie wegzustoßen. Wenn ich dann auf der Erde eine solche Situation habe, werde ich vermutlich Schwierigkeiten bekommen.“

„Du bist ein Schutzengel. Selbst echte Steine können dir nichts anhaben. Unsere Aufgabe ist es, zu funktionieren, sodass wir Menschen retten können. Wenn es hart auf hart kommt, hast du vielleicht am nächsten Morgen ein paar Federn weniger – na und?“

Sally sah ihren Bruder an. „Hey, das weiß ich mittlerweile selbst. Trotzdem ist es reine Kopfsache. Es kann sich eben nicht jeder so gedankenlos in die Gefahr stürzen wie du.“

„Ist doch okay“, gab David lächelnd zurück. Dann wurde seine Miene ernst. „Wie geht es dir denn so? Generell meine ich.“

Seine Schwester zuckte mit den Schultern. „Ganz gut. Wieso?“

„Ich denke, du weißt ganz genau, was ich meine. Es ist nicht einmal drei Wochen her, dass Violet als Maulwurf aufgeflogen ist.“

„Verräterin“, zischte Sally durch ihre Zähne und mied Davids Blick. „Warum sollte es mir wegen ihr schlecht gehen? Wir werden die Unverstandenen besiegen, das ist für mich völlig klar.“

„Ernsthaft? Du bist sauer auf sie?“

„Natürlich“, gab Sally bissig zurück. „Du doch auch, das weiß ich ganz genau! Sie hat uns all die Zeit an der Nase herumgeführt. Wer weiß, ob sie nicht von Anfang an nur ein Spiel gespielt hat und Nathanel und seine Jünger genau richtig kamen.“

„Das wissen wir nicht, das stimmt.“ David sah nachdenklich in die Ferne. Im Tal waren die Aufräumarbeiten noch immer in vollem Gange. „Aber du vermisst sie, oder? Du kannst mir nicht erzählen, dass du keine freundschaftliche Beziehung zu ihr aufgebaut hattest. Ihr habt euch gut verstanden, das hat man gesehen. Wieso sonst hättest du mich bei jedem ihrer Flirts, die ich abgeblockt habe, anmeckern sollen?“

„Na ja, sie hat mir eben Leid getan und du hast immer so unfreundlich –“

„Ist ja auch in Ordnung!“ David hob abwehrend die Hände. „Ihr wart ungefähr im gleichen Alter, wart euch sympathisch und ihr seid hier in Euphoria so etwas wie beste Freundinnen geworden. Es nimmt dir keiner übel, wenn du sie vermisst. Sogar ich denke oft an sie und finde es schade, wie sich alles entwickelt hat.“

„Aber aus einem anderen Grund. Bei dir bezieht es sich auf die generelle Situation mit den Unverstandenen.“

„Nein“, gab David kopfschüttelnd zu. „Auch ich habe Violet für ein aufrichtiges Mädchen gehalten und hätte niemals damit gerechnet, dass sie uns in den Rücken fällt.“

Ohne Vorwarnung fing Sally an zu schluchzen. Sie ließ ihren Kopf auf die Schulter ihres Bruders sinken, während die ersten Tränen begannen, über ihr Gesicht zu laufen. Tröstend legte David einen Arm um sie und strich mit der anderen Hand über ihren Kopf.

„Wie konnte sie nur?“, krächzte Sally zwischen zwei Schluchzern. „Wir waren so gut zu ihr gewesen. Haben ihr immer geholfen, auf sie Acht gegeben. Sie hätte mit allem zu uns kommen können, hätte uns alles anvertrauen können. Aber nein – sie schließt sich dem schwarzen Schaf des Ältestenrats an und hat dann nicht mal genug Mumm, um einfach abzuhauen. Stattdessen spioniert sie uns aus, sammelt Informationen und schwächt uns somit noch zusätzlich.“

Liebevoll streichelte David seiner Schwester über den Oberarm. „Ich weiß. Man kann es sich nicht erklären. Und der Schmerz des Vertrauensbruchs ist schrecklich.“

Sally wischte sich die Tränen von den Wangen. „Je länger ich darüber nachdenke, desto schlimmer wird dieses Gefühl. Ich weiß wirklich nicht, wie ich reagieren soll, wenn ich sie eines Tages auf der Erde treffe. Werde ich ihr an die Gurgel springen? Oder kann ich sie ignorieren? Werde ich das Bedürfnis haben, ihr noch mal meine Meinung zu sagen? Allein, was sie das letzte Mal gesagt hat, war für mich so...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.