Bloom | New Hope - Das Leuchten der Träume | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 5, 320 Seiten

Reihe: New Hope

Bloom New Hope - Das Leuchten der Träume


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7457-0342-9
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 5, 320 Seiten

Reihe: New Hope

ISBN: 978-3-7457-0342-9
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wenn plötzlich ein Knistern in der Luft liegt

Lu liebt es, sich für ihren Foodblog in kulinarische Abenteuer zu stürzen und neue ausgefallene Rezepte zu kreieren. Deswegen ist der Job in Curtis' Restaurant in New Hope, der Kleinstadt am Fuße der Sierra Nevada, perfekt für sie. Curtis ist aber nicht nur ihr Chef, sondern auch ihr bester Freund. Als ihr Haus renoviert werden muss, bietet er ihr sofort an, bei ihm zu wohnen. Während sie Tag und Nacht zusammen verbringen, merkt Lu, dass die Schmetterlinge in ihrem Bauch immer wilder flattern, wenn sie in Curtis' Nähe ist. Aber soll sie es riskieren, ihm ihre Gefühle zu gestehen und so vielleicht ihre Freundschaft zu gefährden? Denn selbst Curtis hat sie nie den wahren Grund verraten, warum sie damals nach New Hope gezogen ist ...



Rose Bloom schreibt unter ihrem Pseudonym seit 2016 gefühlvolle Liebesromane und New-Adult-Geschichten von ihrem Zuhause in der Nähe von Frankfurt am Main aus. Von dort träumt sie sich in entfernte Großstädte und abgelegene Orte wie die fiktive Kleinstadt New Hope. Deren großes Vorbild ist Roses Wunschreiseziel Nummer 1 als große Bergliebhaberin: die kalifornische Sierra Nevada.

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Kapitel 2


Curtis

Ich wusste genau, dass Lu nur so tat, als hätte sie all das wirklich im Griff. Doch sie war zu stur, um sich tatsächlich einmal helfen zu lassen.

»Willst du über irgendetwas sprechen?«

Ich hielt mit dem Messer inne und schaute auf. Amal hatte die dichten dunklen Augenbrauen in die Höhe gezogen und starrte mich an.

»Was meinst du?«, fragte ich.

»Du seufzt. Schon zum fünften Mal heute, und ich dachte, es wäre meine Pflicht als Freund und Angestellter, nachzuhaken, ob bei dir alles in Ordnung ist.«

»Klar, alles in Ordnung«, murmelte ich, senkte den Blick und hackte den Koriander weiter in gleichmäßiger Geschwindigkeit. Der Duft verbreitete sich überall. Koriander war genau wie Lakritz. Entweder man liebte ihn oder man hasste ihn, es gab einfach nichts dazwischen. Ich selbst liebte Koriander und konnte Lakritz nicht ausstehen. Bei Lu war es das komplette Gegenteil, fast als machte sie es extra, nur damit sie mich ärgern konnte.

»Es ist wegen Lu, oder?«

Erneut ließ ich das Messer sinken, vielleicht ein wenig zu energisch. Auf Amals Gesicht tauchte ein wissender Ausdruck auf.

»Okay, es ist wegen Lu«, stellte er fest.

Diesmal erwischte ich mich selbst beim Seufzen. Ich legte das Messer zur Seite und schob die gehackten Kräuter in eine Schüssel, ehe ich Amals Blick erwiderte. »Wieso will sie sich nicht helfen lassen?«

»Wer sagt, dass du ihr wirklich helfen kannst?«, entgegnete er. »Oder möchtest du nur dein Gewissen beruhigen, einer Freundin geholfen zu haben?«

»Nein, natürlich nicht! Ich möchte ihr helfen, weil sie Hilfe braucht.«

»Wer behauptet das?«

Genau deshalb hielt ich mich sonst aus solchen Sachen raus und behielt meine Gedanken die meiste Zeit für mich. Ich war kein Typ, der jede noch so kleine Kleinigkeit ausdiskutieren musste. Obwohl Amal vielleicht sogar recht hatte. Aber es ging mir gegen den Strich, wenn es etwas gab, das einen meiner Freunde belastete. Ich hätte das Gleiche für Wesley oder Cassie getan.

Der Bondrucker in der Ecke spuckte eine neue Bestellung aus, und ich konnte meine Aufmerksamkeit glücklicherweise darauf verlagern. »Okay, hab verstanden, raushalten«, murmelte ich und schnappte mir den Bon, ehe ich ihn an die Halterung hängte. »Eine California Poke Bowl«, sagte ich zu Amal und ignorierte sein Grinsen. Er wusste genau, dass ich mich nicht raushalten konnte, aber zum Glück verschonte er mich mit weiteren Weisheiten.

Wir arbeiteten an diesem Mittag genauso routiniert wie heute Morgen. Amal summte die Lieder mit, die aus einer Box am Ende der Küche drangen, in regelmäßigen Abständen kam Lu, nahm eine Bestellung mit, brachte dreckiges Geschirr oder unterhielt sich kurz mit uns. Es war ein ruhiger Montag, und fast hätte ich vergessen, was heute Abend noch anstand. Bis Lu breit grinsend die Küche betrat und ich in ihrem Blick genau lesen konnte, wer soeben das Restaurant betreten hatte.

»Wirklich? Haben sie nicht genug damit zu tun, alles für heute Abend vorzubereiten?«, fragte ich, und Lus Lächeln wurde noch ein wenig breiter. Sie neigte den Kopf zur Seite und biss sich auf die Unterlippe, als müsste sie ihr Lachen zurückhalten. Sie liebte es, mich zu quälen, auch wenn sie das niemals zugeben würde.

»Ich glaube, deine kleinen Schwestern wollen sich ihre Geburtstagsüberraschung abholen. Wie jedes Jahr.«

»Sie werden neunzehn, ich habe fälschlicherweise angenommen, dass sie mittlerweile zu erwachsen dafür sind.«

Lu kam näher und lehnte sich neben mich an die Küchenzeile. »Was hast du für die beiden gezaubert?«, überging sie meine Aussage, und ich hatte Mühe, mein Lachen zu verstecken.

»Nichts, sie können sich etwas von der Karte aussuchen wie jeder Gast und froh sein, dass sie nicht bezahlen müssen.«

Lu drehte sich zu Amal um. »Glaubst du das?«

»Auf keinen Fall!«, antwortete er und arbeitete summend weiter.

Als Lu den Kopf wieder zu mir wandte, erwischte sie mich dabei, wie ich sie musterte. Lu war hübsch mit ihren strahlenden grünen Augen, die einen Kontrast zu dem seidigen violetten Haar bildeten, der Stupsnase und den rosafarbenen, vollen Lippen. Unsere Freunde hatten recht, wenn sie behaupteten, dass ich das längst bemerkt hatte. Ich war schließlich nicht blind, aber unsere Freundschaft bedeutete mehr als reine Anziehung, die irgendwann wieder verflog.

»Gib zu, du hast dich dieses Mal wieder selbst übertroffen, oder?«, fragte sie leise, und ihre Unterlippe glänzte, nachdem sie diese kurz zwischen ihre Zähne gezogen hatte.

Ich verdrehte die Augen und tat, als wäre ich genervt, ehe ich in die angrenzende Kühlkammer ging und zwei viereckige Kartons hervorholte.

»Ich wusste es!« Lu klatschte in die Hände und zappelte nervös hin und her, während ich beide Verpackungen neben ihr abstellte. »Darf ich schauen? Bitte?«

»Tu, was du nicht lassen kannst«, erwiderte ich und beobachtete Lu dabei, wie sie eine Kiste nach der anderen öffnete.

»Oh, Curtis, sie sind wundervoll!«

»Nicht schlecht, Mann, sie sind ziemlich perfekt geworden«, sagte auch Amal, der zu uns gekommen war.

Ich begutachtete die beiden Geburtstagstorten für meine Schwestern. Auf einer stand in rosafarbener Zuckerschrift »Hailey«, und um den Namen hatte ich auf der weißen Fondantschicht essbare Rosen aus Baiser arrangiert. Grace liebte alles, was bunt war. Deshalb hatte ich den Fondant auf ihrer Torte mit regenbogenfarbigen Zuckerperlen versehen. Doch auch wenn die Torten sich zumindest äußerlich unterschieden, war das Innere eine Mischung aus fluffigem Schokoladenkuchen mit einer fruchtigen Kirschfüllung. Der absolute Lieblingsgeschmack beider Mädchen, die nun wirklich erwachsen wurden.

»Ich freue mich schon auf meinen nächsten Geburtstag!«, sagte Lu und schloss die Verpackungen.

»Wer behauptet, dass du ebenfalls eine bekommst?«, neckte ich sie.

Ihr Grinsen wurde breiter. »Weil du gar nicht anders kannst, als deiner liebsten, besten Freundin eine Freude zu bereiten. Genau wie deinen Schwestern. Du hast dir die Nacht um die Ohren geschlagen für diese Schmuckstücke, oder?«

Und den gestrigen Abend, doch das würde ich für mich behalten. »Bring sie den Nervensägen.«

»Das kannst du schön selbst machen, los.« Sie drückte mir einen Karton in die Hand, und ich seufzte mal wieder.

Es reichte, dass ich den ganzen Abend zwischen bunten Luftschlangen, dröhnender Popmusik und kreischendem Teeniegeschrei verbringen musste, denn unsere Mom hatte den beiden eine riesige Party organisiert, zu der gefühlt die halbe Highschool eingeladen war. Und das nur, weil sie in diesem Sommer gemeinsam auf ein College in der Nähe von Los Angeles gingen und somit nicht mehr zu Hause wohnten.

Doch noch hatten wir über ein halbes Jahr Zeit. Ich folgte Lu in den Gastraum, begrüßte einige Menschen, die an den Tischen saßen und ihr Essen genossen. Es gab mir ein unglaublich befriedigendes Gefühl, zu wissen, dass den Leuten das schmeckte, was ich kochte, obwohl es mir die meiste Zeit völlig reichte, im Hintergrund zu arbeiten.

Ich sah meine Schwestern bereits in einer Sitznische vor der breiten Fensterfront, die einen Ausblick auf den gemütlich gestalteten Hinterhof bot. Hailey trug die blonden Haare offen über den Schultern, und Grace hatte ihre wie so oft in einen Pferdeschwanz gebunden. Auch wenn sich ihre Gesichter bis auf ein Muttermal an ihrem Kinn, das jede auf der jeweils anderen Seite hatte, glichen, waren sie von ihrem Charakter her grundverschieden. Hailey war schon immer die Ruhigere gewesen, während Grace keinen Ärger ausließ. Unsere Eltern hatten sich ein Jahr nach dem Autounfall meiner Mom einvernehmlich getrennt, als es ihr wieder annähernd besser gegangen war. Mein Vater war nach Oklahoma gezogen und hatte dort eine neue Familie gegründet. Oberflächlich betrachtet hielten wir sporadisch Kontakt, im Grunde allerdings hatte unser Dad mit New Hope und uns abgeschlossen. Also lag uns allen nicht gerade viel daran, uns regelmäßig zu sehen. Somit ruhte die Verantwortung, auf meine Mom und meine Schwestern aufzupassen, auf meinen Schultern, und dieses erdrückende Gefühl wurde nicht besser, wenn ich daran dachte, wie weit sie bald weg sein würden.

»Ich wusste, dass du uns nicht hängen lassen würdest!«, rief Grace erfreut und sprang auf. »Her mit unserer Überraschung!«

»Nur mal langsam«, sagte ich und hielt den Karton außerhalb ihrer Reichweite. Sie schob schmollend die Unterlippe vor. »Hättet ihr es nicht bis heute Abend aushalten können?«

»Komm schon! Seitdem du das Marcy’s hast, ist das unsere Tradition«, erwiderte Grace. »Du tust so, als hättest du nichts für uns, dabei hast du Stunden in deiner Küche gestanden, um uns etwas zu backen. Weil du uns liebst, großer Bruder!« Grace’ Gesichtsausdruck triefte vor Selbstgefälligkeit. »Es ist zwecklos, es abzustreiten.«

Lu gab neben mir ein schnaubendes Lachen von sich, und ich warf ihr einen ermahnenden Blick zu. »Sie hat recht«, meinte Lu und stellte ihren Karton auf den Tisch vor Hailey, deren Grinsen immer breiter wurde.

»Happy Birthday euch wunderbaren Zwillingen!«

Ich reichte den Karton an Grace, und die beiden öffneten ihre Geschenke gleichzeitig.

»Oh mein Gott!«, rief Hailey.

»Wow, das ist unglaublich!«, kreischte Grace ebenfalls.

Lu lehnte sich zu mir, ich spürte ihre Schulter an meinem Arm. »Pass auf, dass sie dein Lächeln nicht sehen«, flüsterte...



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