Blaser | Vom Loslassen und Aufsteigen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 176 Seiten

Blaser Vom Loslassen und Aufsteigen

Eine spirituelle Therapieform
Die Auflage entspricht der aktuellen Auflage der Print-Ausgabe zum Zeitpunkt des E-Book-Kaufes.
ISBN: 978-3-608-12128-5
Verlag: Klett-Cotta
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Eine spirituelle Therapieform

E-Book, Deutsch, 176 Seiten

ISBN: 978-3-608-12128-5
Verlag: Klett-Cotta
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Spirituelle Fragen und außergewöhnliche Seinszustände in die Psychotherapie einbeziehen Schulenübergreifend intrapersonelle und zwischenmenschliche spirituelle Fragen erforschen Neue Methode: Durch die Arbeit mit repräsentativen Holzfiguren werden spirituelle Bilder greifbar und erlebbar Dieses Buch stellt eine neue Therapiemethode vor, mit der auf einfache und klare Weise spirituelle Fragen sichtbar gemacht werden können. Neun exemplarische Sitzungen zeigen, wie die Arbeit mit einer Holzfigur und Bausteinen spirituelles Erleben fördern kann. Dabei wird der bisher therapeutisch weitgehend ungenutzte Raum 'oben' und 'unten' mit einbezogen. Diese vertikale Ebene ermöglicht es, die eigene psychische Innenwelt mit der dazugehörenden Ich-Grenze und die sie direkt umgebende Umwelt aus einer neuen Perspektive wahrzunehmen. Durchlässige und dysfunktionale Ich-Grenzen können zu psychischen Problemen und Störungen führen. Wenn Kinder zu weisen Gärtnern ihrer mentalen Innenwelt heranwachsen dürfen, kann ihnen viel Leid erspart und Lebensfreude geschenkt werden. Die hier vorgestellte dreidimensionale Grenzvisualisierung (3-DGV) holt dies bei Erwachsenen nach. Entscheidende biografische Momente können aufgespürt werden und auf spiritueller Ebene heilende Prozesse in Gang setzen.

Klaus Blaser, Dr., ist Psychiater, Psychotherapeut und Bewusstseinsforscher. Neben seiner Arbeit in der eigenen psychiatrisch-psychotherapeutischen Praxis in Basel gründete er die 'School for Boundary Awareness'; er leitet Seminare und Weiterbildungen in Deutschland, der Schweiz und in den Niederlanden.
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1


M = Martijn; K = Klaus

K: Anschließend werden Sie auf dem Tisch Ihre persönliche psychische Grenze mit Kapla-Hölzchen darstellen. Sie tun dies so, dass es schematisch für Sie richtig ist, also ohne zu viel Details. Wenn Sie damit fertig sind, werden wir sehen, wohin uns die heutige Reise führt. Ich erlaube mir, jede Frage zu stellen, die ich zu einem bestimmten Zeitpunkt für wichtig halte, und Sie erlauben sich dann »nein« zu sagen oder »Ich will diese Frage nicht beantworten«. Wahrscheinlich werden wir beide merken, wann die heutige Reise zu Ende geht, und sobald Sie früher aufhören möchten, teilen Sie mir das bitte mit. Dasselbe gilt für mich, falls ich aus irgendeinem Grund die Erforschung der vertikalen Ebene beenden möchte, werde ich das Ihnen sagen. Ist das für Sie in Ordnung?

M: Ja.

K: Sie können jetzt mit dem Bau Ihrer Ich-Grenze beginnen.

M stellt die Abgrenzung seines Innenraums mit den Kapla-Hölzchen dar. Seine Holzfigur befindet sich außerhalb seines Raumes in der linken Ecke des Tisches (Abb. 1-1).

Abb. 1-1

K: Stimmt es so?

M: Ja.

K: Ich werde nun etwas sagen. Schauen Sie mal, ob Sie ganz langsam darauf reagieren können. Ist das in Ordnung?

M: Das ist okay.

K zeigt auf die Figur von M.

K: Sie stehen da.

M: Das ist richtig.

K: Was passiert, wenn ich das sage?

M: Ich warte darauf, dass Sie mich bitten, die Figur in meinen Raum zu stellen. Ich habe die Figur unbewusst dort gelassen.

K: Ist es in Ordnung, wenn ich das, was Sie sagen, so übersetze wie ich es wahrnehme?

M: Ja.

K: Ich nehme das so wahr, als ob Sie von mir die Erlaubnis bräuchten mit Ihrer Figur in Ihren Innenraum gehen zu dürfen.

M: Ja, das stimmt.

K: Ist das so?

M: Nein, nicht wirklich.

K: Ich glaube auch nicht, dass Sie von mir Erlaubnis brauchten, auch nicht in diesem Umfeld.

M nimmt seine Figur und fliegt sie in seinen Raum.

K unterbricht ihn.

K: Das geht sehr schnell. Schauen Sie zuerst von dort zu Ihrem Raum, ist das gut?

M stellt seine Figur zurück, dreht sie ein wenig und richtet sie auf seinen Raum.

K: Wie ist das?

M: Weit weg.

K: Wie ist es, dass es niemanden gibt, der Ihnen Erlaubnis geben muss, in Ihren eigenen inneren Garten zu gehen?

M: Vielleicht habe ich es auch falsch verstanden.

K: Möchten Sie in Ihren eigenen Raum gehen?

M: Ich würde gerne dort sein.

K: Aber Sie haben das Gefühl, dass jemand grünes Licht geben muss, um hineinzugehen?

M: Im Moment schon.

K: Kommt Ihnen das bekannt vor?

M: Ja.

K: Wie ist es für Sie, zu hören, dass dies nicht notwendig ist oder war, nicht jetzt, nicht in der Vergangenheit und auch nicht in der Zukunft?

M: Konfrontierend. Dann kommen Gedanken und Gefühle aus der Vergangenheit. Als ich jung war, musste ich um Erlaubnis bitten. So habe ich es gelernt.

K: Sie wollten in Ihre Innenwelt gehen und jemand hat Ihnen gesagt, Sie müssen warten?

M: Vielleicht wusste ich auch nicht bewusst, dass ich eine eigene Innenwelt habe.

K: Wir wissen das wahrscheinlich schon, vielleicht nicht bewusst, aber irgendwie unbewusst.

M: In der Familie war die Aufmerksamkeit immer auf die andere Person gerichtet.

K: Erst der andere und dann Sie?

M: Ja.

K: Wenn Sie sich an diese Regeln gehalten haben, ging vielleicht die Ampel auf Grün?

M: Ja, genau.

K: Jetzt gibt es keine andere Person, auf die Sie Ihre Aufmerksamkeit richten müssen. Sie müssen sich hier an nichts halten. Wie ist das?

M: An sich gut, ein bisschen verwirrend.

K: Was verwirrt Sie?

M: Dass meine Aufmerksamkeit gerade zwischen meinem Raum und der Figur da draußen hin- und herpendelt. Das macht mich unruhig.

K: Was würden Sie gerne tun, wenn Sie dort draußen stehen?

M: Ich möchte so schnell wie möglich in meinen Raum gehen.

K: Ich schlage vor, dass Sie das tun, aber langsam, um zu sehen, was Sie unterwegs wahrnehmen. Ist das gut?

M: Ja.

M bewegt seine Figur langsam zum Eingang seines Raumes. Als er ungefähr auf halbem Weg ist, stellt K eine Frage.

K: Können Sie sagen, was Sie bisher erlebt haben?

M: Das fühlt sich viel angenehmer an. Ich kann jetzt alles sehen, ohne meinen Kopf drehen zu müssen. Auch die Entfernung zu meinem Raum ist jetzt natürlicher.

M bewegt seine Figur langsam.

M: Ich stelle fest, dass sich das Tor nach links statt nach rechts öffnen sollte.

K: Möchten Sie das ändern?

M: Ja. (Abb. 1-2)

Abb. 1-2

M führt seine Holzfigur durch die Türöffnung nach innen, schließt die Tür hinter sich und stellt die Figur in die Mitte des Hauptraumes (Abb. 1-3).

Abb. 1-3

K: Wie ist das?

M: Ruhig.

K: Sie nehmen die Ruhe körperlich wahr?

M: Ja.

K: Wo nehmen Sie dies wahr?

M: Draußen hatte ich Empfindungen im Zwerchfell, jetzt kann ich tief durchatmen.

K: Beim Eingang haben Sie eine Art Vorportal, was ist das genau?

M: Es bildet den Auftakt nach außen.

K: Spüren Sie jetzt einen Bewegungsimpuls?

...


Blaser, Klaus
Klaus Blaser, Dr., ist Psychiater, Psychotherapeut und Bewusstseinsforscher. Neben seiner Arbeit in der eigenen psychiatrisch-psychotherapeutischen Praxis in Basel gründete er die „School for Boundary Awareness“; er leitet Seminare und Weiterbildungen in Deutschland, der Schweiz und in den Niederlanden.

Klaus Blaser, Dr., ist Psychiater, Psychotherapeut und Bewusstseinsforscher. Neben seiner Arbeit in der eigenen psychiatrisch-psychotherapeutischen Praxis in Basel gründete er die „School for Boundary Awareness“; er leitet Seminare und Weiterbildungen in Deutschland, der Schweiz und in den Niederlanden.



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