Bicker | Optimum - Purpurnes Wasser | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 03, 352 Seiten

Reihe: Optimum

Bicker Optimum - Purpurnes Wasser


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-86396-541-9
Verlag: INK
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 03, 352 Seiten

Reihe: Optimum

ISBN: 978-3-86396-541-9
Verlag: INK
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Das Warten hat ein Ende. Endlich ist es so weit. Nur für euch gibt es jetzt den dritten und letzten Band der mörderspannenden 'Optimum'-Trilogie von Veronika Bicker exklusiv als E-Book. || Wird es Rica gelingen, das Geheimnis der Daniel-Nathans-Akademie zu lüften? Bei der Suche nach der Wahrheit kommen Dinge ans Tageslicht, die Rica an ihrer eigenen Identität zweifeln lassen. || Ein furioses Finale der mitreißenden Thriller-Trilogie über skrupellose Genforscher, das den Leser erschauern lässt!



Veronika Bicker, 1978 in Karlsruhe geboren, entdeckte schon während ihrer Schulzeit, wie viel Spaß es ihr macht, spannende Ideen auszutüfteln und diese in Worte zu fassen. In ihrer Studienzeit veröffentlichte sie bereits mehrere Kurzgeschichten in Anthologien und widmet sich heute nun ausschließlich dem Schreiben und ihren Büchern.

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Kapitel eins

Zurück

Robins Mutter hatte verboten gute Laune, als sie das Auto die Auffahrt der Daniel-Nathans-Akademie hinauf lenkte. Als könnte sie es nicht erwarten, uns endlich los zu werden. Rica saß auf dem Rücksitz und starrte aus dem Fenster. Sie fühlte sich fatal an den Tag im letzten September erinnert, an dem sie zum ersten Mal an diese Schule gekommen war. Auch wenn sie dieses Mal wusste, was sie erwartete, fühlte sie sich nicht besser.

»Ihr seid sicher erleichtert, wenn ihr wieder unter euch seid«, zwitscherte Frau Wittich in dem übertrieben hohen Tonfall, den sie die ganze Woche über angeschlagen hatte. Rica wusste immer noch nicht, wie sie darauf reagieren sollte, aber er ging ihr dermaßen auf die Nerven, dass sie tatsächlich froh war, wieder zur Schule zurückzukehren. Sie wünschte, sie könnte ein paar Worte mit Robin wechseln, doch der saß vorne neben seiner Mutter und starrte ebenfalls aus dem Fenster.

Die Woche bei den Wittichs hatte Entspannung sein sollen. Rica hatte sich darauf gefreut, ein paar Tage nur mit Robin verbringen zu können. Über all das nachdenken, was passiert war. Neue Energie tanken. Und nicht zuletzt wollte sie Robin mal ganz für sich allein haben. Ohne andere Schüler, ohne nervtötende Lehrer, ja sogar ohne ihre beste Freundin um sich.

Aber der Plan war gründlich fehlgeschlagen. Nicht nur, dass Simon am ersten Tag am laufenden Band rumgenervt hatte, nein, die ganze Zeit war Frau Wittich um Rica und Robin herumgewuselt und hatte sie behandelt, als wären sie das nächste königliche Ehepaar. Kaum eine Minute hatten sie miteinander allein sein können. Und dabei hatte Rica nicht mal das Gefühl, dass Robins Mutter sie besonders mochte. Wenn sie glaubte, dass Rica nicht aufpasste, warf sie ihr immer wieder höchst skeptische Blicke zu.

Ich bin nicht gut genug für ihren Sohn, das ist klar. Und dass ich ihr liebes Schätzchen Simon in Schwierigkeiten gebracht habe, macht es nicht besser.

Robins kleiner Bruder Simon war am zweiten Tag gemeinsam mit ihrem Vater zu einem »Spezialisten« gefahren, und danach nicht wieder aufgetaucht. Rica hatte das Gefühl, dass Frau Wittich ihr die Schuld daran gab.

Alles in allem war es nicht gerade der Urlaub gewesen, den Rica sich gewünscht hatte, und so war es ihr auch nicht gelungen, ihre Gedanken zu ordnen.

»Ah, da sind wir schon«, sagte Frau Wittich. Sie lenkte den Wagen um die letzte Kurve und hielt nur kurz an, um darauf zu warten, dass das Tor zurückgerollt wurde. Rica hatte das starke Bedürfnis, einfach aus dem Wagen zu springen und davonzulaufen.

Wenn ich erst einmal wieder hier drin bin, lassen sie mich vielleicht nicht mehr fort.

Robin auf dem Vordersitz drehte sich um und schüttelte beinah unmerklich den Kopf. Rica konnte seine Stimme fast hören: »Alles wird gut. Mach dir keine Gedanken.« Das war die ganze Woche über sein Mantra gewesen. Rica wusste, dass er es gut meinte, aber allmählich konnte sie es nicht mehr hören. Dennoch schenkte sie Robin ein schwaches Lächeln. Sofort runzelte er die Stirn. Er kannte sie zu gut und wusste, wenn sie ihm etwas vorspielte. Rica verdrehte die Augen und winkte ab. Sie konnten später darüber reden.

Kies knirschte unter den Reifen des Autos, als Frau Wittich es schwungvoll in Richtung der Schülerunterkünfte lenkte und auf dem Parkplatz anhielt. Im nächsten Augenblick war sie auch schon draußen und begann, Gepäck auszuladen.

Vermutlich hat sie nicht vor, mich bis vor die Haustür zu bringen. Mit steifen Beinen kletterte Rica aus dem Auto, und streckte sich. Die Fahrt war lang gewesen. Sie hätte es vorgezogen, mit der Bahn zu fahren, doch Robins Mutter hatte darauf bestanden, sie den ganzen Weg im Auto zu bringen. Rica hatte das Gefühl, ihre Gelenke müssten quietschen und knacken. Sie dehnte sich und blinzelte ins Sonnenlicht, das nach der langen Fahrt mit getönten Scheiben schrecklich grell wirkte.

Das Schulgelände lag friedlich da. Sonntagnachmittag war die Zeit, die die meisten Schüler dazu nutzten, ihre eigenen Wege zu gehen, und selbst der Park war verwaist. Die Stille ließ die Umgebung nur noch unheimlicher wirken, und obwohl die Sonne schien, schauderte Rica.

»Alles klar?«

Rica zuckte zusammen, als sich eine Hand auf ihre Schulter legte, aber natürlich war es nur Robin.

Sie zuckte mit den Schultern und warf einen bedeutsamen Blick zu seiner Mutter hinüber, die begonnen hatte, Reisetaschen in Richtung Eingang zu schleppen.

»Ich hätte nur gedacht, dass hier vielleicht eine Art Empfangskomitee auf uns warten würde«, murmelte sie halblaut. »Ich meine, nach der Geschichte in der Skihütte. Aber das scheint hier niemanden zu interessieren.«

»Sei doch froh!«, flüsterte er zurück.

»Bin ich ja. Seltsam ist es trotzdem.«

Robin legte ihr den Arm um die Schultern und zog sie ein Stück zu sich heran. »Du bist nur so nervös, weil du dir den ganzen Urlaub über Gedanken gemacht hast. Vermutlich hast du geglaubt, die denken auch an nichts anderes. Aber vielleicht ist das gar nicht so. Vielleicht sind sie gar nicht so scharf darauf, dich zum Schweigen zu bringen.«

Vielleicht bin ich auch einfach nicht wichtig genug, um ernstgenommen zu werden, dachte Rica mit einem lächerlichen Anflug von Bitterkeit. Robin hatte recht: Sie sollte froh sein, dass sich keiner um sie kümmerte.

»Dafür finde ich es aber schon ziemlich merkwürdig, dass sie zweimal versucht haben, mich auszuschalten«, grummelte sie. »Erst Andrea und dann dieser Patrick.«

Robin zuckte mit den Schultern. »Andrea war ein bisschen durchgeknallt«, gab er zurück. »Und der andere Kerl war ein Psychopath.«

Nein, er hat nur so getan. Rica hütete sich davor, den Gedanken laut auszusprechen. Manchmal kam es ihr so vor, als würde Robin am liebsten den ganzen Skiurlaub, und was dabei passiert war, vergessen. Kein Wunder, immerhin war sein kleiner Bruder für einen Großteil der unheimlichen Vorfälle verantwortlich gewesen. Und so wütend Robin auch auf ihn war, offensichtlich wog die Tatsache, dass Simon sein Bruder war, immer noch schwerer.

Rica wusste allerdings auch, dass es sinnlos war, ihn darauf anzusprechen. Am besten ging man dem Thema weitläufig aus dem Weg, bis er bereit war, darüber zu reden. Rica wollte ihn nicht hetzen. Sie konnte sich nicht vorstellen, wie sehr er unter der Vorstellung leiden musste, dass sein kleiner Bruder beinah für ihren Tod verantwortlich gewesen wäre. Sie musste ihm Zeit geben, das alles zu verarbeiten. Und überhaupt: Vielleicht war es ja auch besser, sich eine Scheibe von seiner Gelassenheit abzuschneiden. So drückte sie nur kurz ihr Gesicht an seine Schulter und atmete seinen warmen Geruch ein.

»Ich mache mich dann mal auf den Weg!«, zwitscherte Robins Mutter direkt neben Ricas Ohr, und Rica zuckte zusammen. Robin löste seine Umarmung und schenkte seiner Mutter einen ärgerlichen Blick.

»Verschwinde schon«, murmelte er, allerdings so leise, dass nur Rica es hören konnte. Sie musste grinsen. Mit voller Absicht schlang sie noch einmal die Arme um Robins Hals und küsste ihn direkt auf den Mund, noch bevor sich seine Mutter ganz abgewendet hatte. Den ärgerlichen Blick hätte sie gern für die Ewigkeit festgehalten.

»Ich mache mich mal auf zu meiner Ma«, sagte sie und löste sich widerstrebend von Robin.

Auf einmal schien der Urlaub, der ihr eben noch so verpatzt vorgekommen war, die letzte Zeit des Friedens gewesen zu sein, eine Atempause vor dem großen Sturm. Und ich habe ihn damit verbracht, mich über Frau Wittich aufzuregen, dachte Rica ärgerlich und drückte Robin zum dritten Mal so fest, dass ihm fast die Luft wegblieb. Dann wandte sie sich ab, schnappte sich ihren Rucksack und rannte zu dem Weg, der nach Hause führte. »Ich hole den restlichen Kram nachher ab«, rief sie über ihre Schulter zurück. »Lass ihn einfach in der Einganghalle stehen. Wird schon nichts wegkommen.«

An der Mündung des Fußpfades drehte sie sich noch mal um. Robin stand immer noch da und sah ihr hinterher. Für einen Augenblick hatte sie das starke Bedürfnis, wieder zu ihm zu laufen und sich in seine Arme zu werfen. Wieder war da das Gefühl, dass ihre ruhigen Stunden gezählt waren. Stattdessen winkte sie nur noch einmal, und wandte sich endgültig ab.

Der Pfad verlief im Schatten einer Hecke. Da die Sonne bereits unterging, warfen die Zweige unruhige Schatten auf den Kies vor Ricas Füßen. An den Ästen begann sich gerade das erste Grün des Jahres zu zeigen, und ein frischer, süßer Duft hing in der Luft. Ein Stück entfernt zwitscherten ein paar Meisen in den Zweigen, aber sonst war alles ruhig. Menschenleer. Als seien die Schüler der Daniel-Nathans-Akademie von einem Tag auf den anderen alle verschwunden. Ricas Herz schlug unwillkürlich schneller, und sie warf immer wieder einen Blick über ihre Schulter. Dieser dämliche Skiurlaub hatte sie mit einer gründlichen Paranoia zurückgelassen. Jeden Moment rechnete sie damit, überfallen zu werden.

Reiß dich zusammen, Rica! Sie zwang sich, nur noch nach vorn zu sehen. Nicht rennen! Mach dich doch nicht lächerlich!

Hastige Schritte knirschten hinter ihr auf dem Kies, und sofort begann Ricas Herz zu rasen. Sie wirbelte herum, schon halb in Abwehrstellung, als sie im nächsten Moment fast von den Beinen gerissen wurde. Eine Wolke aus rotem Haar und Shampooduft hüllte sie ein.

»Eliza!« Rica wusste nicht recht, ob sie lachen...


Bicker, Veronika
Veronika Bicker, 1978 in Karlsruhe geboren, entdeckte schon während ihrer Schulzeit, wie viel Spaß es ihr macht, spannende Ideen auszutüfteln und diese in Worte zu fassen. In ihrer Studienzeit veröffentlichte sie bereits mehrere Kurzgeschichten in Anthologien und widmet sich heute nun ausschließlich dem Schreiben und ihren Büchern.

Veronika Bicker, 1978 in Karlsruhe geboren, entdeckte schon während ihrer Schulzeit, wie viel Spaß es ihr macht, spannende Ideen auszutüfteln und diese in Worte zu fassen. In ihrer Studienzeit veröffentlichte sie bereits mehrere Kurzgeschichten in Anthologien und widmet sich heute nun ausschließlich dem Schreiben und ihren Büchern.



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