Buch, Deutsch, Band 241, 198 Seiten, Format (B × H): 117 mm x 188 mm
Reihe: Histoire
Dreizehn Geschichten zur Zukunft der Pneumatik
Buch, Deutsch, Band 241, 198 Seiten, Format (B × H): 117 mm x 188 mm
Reihe: Histoire
ISBN: 978-3-8376-7899-4
Verlag: Transcript Verlag
1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Die Geschichte der Pneumatik darf als randständig betrachtet werden. Das macht sie für eine technikhistorische Untersuchung so relevant, oszillierte die Wahrnehmung des Luft-unter-Druck-Setzens doch über die Jahrhunderte zwischen banaler Alltagstechnik und euphorischen Zukunftsversprechen. So entstanden technische Entwürfe, die vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Probleme von Klimawandel, Kapitalismus, Transformation der Arbeit, Technikgläubigkeit und Krieg berichten.
2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Zum einen erzählt der Band von der unauflösbaren Verstricktheit ingenieurswissenschaftlicher Entwürfe in ihre popkulturellen Darstellungen – dem Eingehen technischer Visionen in die ›social imaginaries‹. Zum anderen rückt ›Luft unter Druck‹ die unternehmerischen Ingenieur*innen in den Mittelpunkt sowie ihre Methoden, sich in die politische Debatte einzubringen, ihr Ansehen als Berufsgruppe in der Gesellschaft zu etablieren und sich als aktive Gestalter*innen ebendieser Gesellschaft zu verstehen.
3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Neue Technikgeschichte versteht sich als eine interdisziplinäre Unternehmung. Mit dem Hinterfragen des Anthropozentrismus behandelte die Forschung in den vergangenen Jahren vermehrt umweltgeschichtliche Fragen der Technik und versuchte dabei, globalgeschichtliche Perspektiven einzunehmen. Das reichlich vorhandene ›Material‹ Luft, die Geschichte seiner Anwendung für Transporttechnik und seiner Speicherung sind in diesem Feld anschlussfähig.
4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Gerne mit den Luftexpert*innen des ausgehenden 18. und des 19. Jahrhunderts, also George Medhurst und John Vallance, aber natürlich auch Franz Felbinger, der in Wien an der pneumatischen Rohrpost für Leichen tüftelte; sowie mit den Personen, die diese Entwürfe in die Popularkultur brachten: William Heath, Michel Verne und Albert Robida. Mit dieser illustren Runde ergänzt durch die NASA-Ingenieur*innen, die derzeit am pneumatischen Roboter für die geplante Venus-Mission forschen.
5. Ihr Buch in einem Satz:
Dreizehn Geschichten zur vermeintlich banalen technischen Anwendung von Luft erzählen von waghalsigen Zukunftsversprechen im Kapitalismus.




