Berger | Die Kurtisane des Papstes | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 583 Seiten

Reihe: Das Siegel der Farnese

Berger Die Kurtisane des Papstes

Historischer Roman - Das Siegel der Farnese 3 | Historienroman über die Dynastie von Papst Paul III.
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98690-879-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Historischer Roman - Das Siegel der Farnese 3 | Historienroman über die Dynastie von Papst Paul III.

E-Book, Deutsch, Band 3, 583 Seiten

Reihe: Das Siegel der Farnese

ISBN: 978-3-98690-879-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Eine große Liebe in stürmischen Zeiten: Der opulente Historienroman »Die Kurtisane des Papstes« von Frederik Berger jetzt als eBook bei dotbooks. Rom zur Zeit des 16. Jahrhunderts: Der neu ernannte Papst Paul III. Farnese will die Kirche mit strenger Hand regieren - und deshalb schreckt er vor nichts zurück und belegt die früheren Exzesse und die Verschwendungssucht der Ewigen Stadt mit seinem Bann. Die immer strenger werdende Moral bekommt vor allem die betörende Kurtisane Lucrezia zu spüren, die über florierende Bordelle herrscht und deren Einfluss bis in den Vatikan reicht. Noch dazu bringt ihre Liebe zu Alessandro, dem Enkel des Papstes, sie zunehmend in Gefahr - und ins Visier des so skrupellosen wie fanatischen Kardinals Carafa. Während in Rom die ersten Scheiterhaufen der Inquisition entzündet werden, kämpft Lucrezia verzweifelt um ihre Liebe - und ihr Leben: Droht auch ihr der Feuertod? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der prachtvolle historische Roman »Die Kurtisane des Papstes« von Frederik Berger ist der dritte Teil seiner Romantrilogie über den Aufstieg der Farnese zu den unangefochtenen Herrschern Roms und kann unabhängig von den Vorgängern gelesen werden. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Frederik Berger (geboren 1945 in Bad Hersfeld) studierte Literatur- und Sozialwissenschaften und lebte einige Zeit im englischen Cambridge und in der Provence. Er arbeitete als Literaturwissenschaftler und Journalist, bevor er hauptberuflich Schriftsteller wurde. Neben Gegenwartsromanen, Sachbüchern und zahlreichen Aufsätzen verfasste er verschiedene historische Romane über den Glanz und die Schatten europäischer Adelsfamilien. Frederik Berger reist viel und ist begeisterter Fotograf. Er lebt mit seiner Frau in Schondorf am Ammersee. Die Website der des Autors: frederikberger.de Der Autor auf Instagram: instagram.com/fritzgesing/ Bei dotbooks veröffentlichte der Autor seine historische Romantrilogie »Das Siegel der Farnese« mit den Bänden »Die Geliebte des Papstes«, »Die Tochter des Papstes« und »Die Kurtisane des Papstes«. Außerdem erschienen seine opulenten historischen Romane »Die heimliche Päpstin«, »Die Provençalin«, »Der Gang nach Canossa«, »Die Schwestern der Venus«, »Die Madonna von Forlì« und »Der Botschafter des Kaisers«.
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Kapitel 1


Rom, Villa Diana, April 1535

Der Morgen begann schon zu dämmern, als Lucrezia die letzten Gäste am Portal ihrer Villa mit einem vielversprechenden Lächeln verabschiedete. Ihr bedeutendster Gast, Papst Paul III. Farnese, hatte sich bereits früher zurückgezogen – immerhin hatte er Lucrezia die Ehre seines Besuchs erwiesen und sogar ihr Haus geweiht, mitsamt dem kunstvoll angelegten Garten, der sich bis zum Tiberufer erstreckte. Zahlreiche Gäste gehörten zu seinem Gefolge, insbesondere sein Enkel, der frischgebackene Kardinal Alessandro Farnese, und seine jungen Freunde, aber auch weitere, ältere Kardinäle, nahezu alle in weltlicher Tracht. Hinzu kamen Männer aus den besten Adelsfamilien der Stadt, Roms Philosophen und Literaten, reiche Kaufleute und banchieri, Botschafter aus Frankreich und Venedig, Florenz und den Ländern nördlich der Alpen.

Die jungen Mädchen, die Lucrezia zu Perlen ihres Berufs ausbildete und die bereits für sie arbeiteten, hatten nicht ausgereicht, all die anspruchsvollen Gäste mit Gesang und Flötenspiel, Tanzvorführungen und Stegreifeinlagen sowie kluger Konversation zu unterhalten. Lucrezia hatte daher noch einige ihrer Kolleginnen und Konkurrentinnen eingeladen: Die meisten waren in teuerster, tief ausgeschnittener Robe erschienen, keine ohne Gefolge, manche süßlich gratulierend, andere spitzzüngig, alle voller Neid und Bewunderung.

Lucrezia Onesta Aretina, von ihren Bewunderern La Luparella, die Wölfin, genannt, hatte es geschafft.

Sie war die schönste und teuerste Kurtisane der Stadt, größer als die meisten ihrer Kolleginnen und zugleich schlanker, aber blond wie alle, mit hochstehenden Wangenknochen und weiten Augen unter sanft gewölbten Brauen, einer schmalen Nase und einem starken Kinn. Das Verführerischste an ihr war jedoch ihr Lächeln, das Unschuld mit magischer Lockung verband, sowie ihre Stimme, die noch samtiger und zugleich rauchiger klang als die Stimme ihrer Mutter Diana und die aus den Tiefen ihrer vollen, wohlgerundeten Brust hochstieg, um in einem hellen Springbrunnenlachen zu enden.

Obwohl erst zwanzig Jahre alt, hatte Lucrezia bereits einige Häuser gekauft, die meisten in der Nähe des Ponte Sisto und des Palazzo Farnese. In dem am schönsten gelegenen Haus, der weiträumigen Villa Diana, lebte und arbeitete sie selbst, in den anderen arbeiteten ihre Mädchen.

Endlich hatte Lucrezia ihr Portal an der Via Giulia schließen können. Sie rief nach Mansueto, ihrem Mastino Neapolitano. In weiten Sätzen sprang er heran und schmiegte seinen mächtigen Kopf an ihre Hüfte. Er war ihr Liebster. Bereits als Welpe hatte er immer ihre Nähe gesucht. Kürzlich war seine Mutter Rabbia gestorben, die wegen ihres leicht reizbaren Verhaltens einige ihrer Kunden verschreckt hatte und daher immer eingeschlossen werden musste. Vermutlich hatten die Erlebnisse während des acht Jahre zurückliegenden sacco ihr von Natur aus gutmütiges Temperament verändert. Die Eroberung und Plünderung durch die Söldner des Kaisers hatten Rom in Trümmern zurückgelassen und alles verändert, nicht nur das Verhalten der Hunde, sondern auch der Menschen – derjenigen, die das Glück hatten, die apokalyptischen Tage zu überleben.

Mansueto, so stark er war mit seinem grauen Kopf und einem Gebiss, das jeden Knochen zermalmte, ließ sich im Gegensatz zu seiner Mutter selten aus der Ruhe bringen. Die Liebe zu seiner Herrin war unerschütterlich. Nur selten gab er Laut: ein tiefes Grollen, das in schärferem Knurren oder in heiserem Bellen enden konnte. Aber ihm entging nichts. Solange er seine Herrin in Sicherheit wähnte, blieb er friedlich, ließ sich ohne Protest wegschicken, wenn sie Besuch empfing. Doch wehe, jemand näherte sich ihr in feindlicher Absicht!

Lucrezia schlenderte zum cortile, dem säulengesäumten Innenhof ihrer Villa, in dessen Mitte ein Springbrunnen plätscherte. Unter der Aufsicht Martas, ihrer alten Amme und Vertrauten, wurden die gröbsten Folgen des Fests beseitigt. Zu Bett würde heute niemand mehr gehen, es sei denn, um sich dort der – in dieser Nacht besonders teuren – Liebe hinzugeben. Für diesen Fall waren im Gästetrakt der Villa einige Zimmer gerichtet. Wer sonst noch zu später Stunde aus den Honigtöpfen naschen wollte, hatte die paar Schritte zu den Häusern der Mädchen zu gehen oder sich mit den Kolleginnen auf den Weg zu machen.

Hinter dem Geviert des Haupthauses umfassten zwei Flügel einen Hof und führten in den Garten. In diesen Flügeln befanden sich Speicherräume und eine Werkstatt, war der Pferdestall untergebracht, stand Lucrezias neu erworbene Kutsche, ein Prachtstück und wahrhaft nicht billig.

Leichter Nebel war vom Tiber hochgezogen und verwandelte den leicht abschüssigen Garten mit seinen buchsgesäumten Wegen und den bereits blühenden Narzissen, den duftenden Hyazinthen und Veilchenrabatten in ein Feenreich.

Trotz der Morgenkühle spazierte Lucrezia mit Mansueto an der Seite zum Tiberufer, zu ihrer antikengeschmückten Säulenloggia. Hier träumte sie in ihren Ruhestunden über den Fluss hinweg, dankte dem gnädigen Gott für ihren Erfolg und versuchte, die vergangenen Heimsuchungen zu vergessen.

Im Wasser spiegelte sich eine weitere Loggia, die am gegenüberliegenden Ufer stand, und hinter ihr, durch die kahlen Äste der mächtigen Platanen halb verborgen, erhob sich die schönste Gartenvilla der Stadt, vor gut zwanzig Jahren von dem banchiere Agostino Chigi erbaut und von Raffaello Sanzio und seinen Schülern wie Kollegen mit Fresken geschmückt, ein stein- und bildgewordener Hymnus an die Liebe – seit Lucrezias Kindheit war diese villa d’amore das Wunschbild ihrer Träume. Mittlerweile war die Villa, fünfzehn Jahre nach dem Tod des reichsten aller römischen banchieri, selten bewohnt, und der Park verwilderte – mit der Folge, dass die Familie Farnese ein Auge auf sie geworfen hatte. Gerüchte gingen um, der kürzlich frisch ernannte Kardinal Alessandro Farnese interessiere sich für die Villa und beabsichtige, sie vom Geld seines päpstlichen Großvaters zu erwerben.

Einen besseren Nachbarn als ihn konnte sich Lucrezia nicht vorstellen. Der blutjunge Kardinal – er war erst vierzehn Jahre alt – hatte sich während des Abends bemüht, in seinem Brokatwams mit den enganliegenden Seidenstrümpfen und den goldbestickten Schuhen wie ein vollendeter gentiluomo auszusehen und ihr dabei die charmantesten Komplimente zuzuflüstern. Eigentlich hätte sie lachen müssen, aber natürlich reagierte sie mit gewinnenden Augenaufschlägen, samtigem Lächeln und scheinbar zufälligen Berührungen – vielleicht wuchs mit ihm ein neuer Kunde heran. Alessandro Farnese wirkte trotz seiner Jugend bereits männlich, seine großen dunklen Augen versprachen seelische Tiefe und warmes Mitgefühl, und mit den breiten, vollen Lippen mochte man in einem Kuss versinken. Auf jeden Fall schien er bereits jetzt schon über üppige Pfründe zu verfügen, denn könnte er sonst in Erwägung ziehen, die kostbar ausgestattete Gartenvilla zu kaufen?

Mittlerweise zogen die Preise für Häuser in Rom spürbar an, nachdem sie im Anschluss an die Verwüstungen des sacco in den tiefsten Keller gefallen waren. Dies hatte Lucrezia, beraten durch ihren leider in Venedig lebenden Vater und ihren bereits in jungen Jahren durch die europäischen Finanzzentren reisenden Halb- und Milchbruder Antonio, rasch begriffen. Alles verfügbare Geld und zudem noch geliehenes hatte sie in den Kauf von Häusern und hübschen Weingärten gesteckt. Der Wert ihrer Liegenschaften war mittlerweile um ein Mehrfaches gestiegen, sodass sie jetzt noch leichter an Kredite kam. Für ihr Alter hatte sie es schon sehr weit gebracht – und sie war noch längst nicht am Ende ihres Wegs!

Lucrezia ließ sich auf einer steinernen Bank nieder. Hinter ihr glänzte im sanften Marmorweiß eine Diana-Skulptur, die man kürzlich bei Ausgrabungen in ihrer vigna, ihrem Weingarten auf dem Monte Palatino, gefunden hatte. Die guterhaltene Figur aus der großen Zeit römischer Kaiser war Gold wert, und es gab genügend Männer, die sie um das Kunstwerk beneideten und es ihr abkaufen wollten. Aber sie verkaufte es nicht – die nackte Göttin der Jagd hatte es ihr angetan. Ein leicht gedrehter Körper, ein erstaunter Blick, ein feines Lächeln – Lucrezia strich mit ihrer Hand über den Arm und die Wölbungen der Hinterbacken. Sie hatte schon zahlreiche junge Frauen nackt gesehen, aber so vollkommen, so vielversprechend geformt wie diese Marmorskulptur war keine gewesen.

Mansueto legte seinen Kopf auf ihren Fuß. Sie streichelte ihn und ließ ihren Blick über das sanft fließende Wasser gleiten. Die Rötungen am östlichen Himmel färbten auch den Fluss, über den zarte Schleier tanzten. Kleine Strudel drehten sich in der Nähe des Ufers, und der eine oder andere unbestimmbare Gegenstand trieb vorbei.

Lucrezia fröstelte. Mansueto schaute kurz zu ihr hoch, um sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung war. Sie schloss die Augen, holte das kleine goldene Kreuz hervor, das tief und kaum sichtbar in ihrem Ausschnitt steckte, und hielt es abwehrend vor sich. Aber selbst das Kreuz war nicht in der Lage, sie fernzuhalten ...

Die Dämonen der Erinnerung.

Die Dämonen, die sie zurückführten in den Mai des Jahres 1527, als die Horden der Eroberer durch die Straßen Roms stürmten und alles niedermachten, was sich ihnen in den Weg stellte. Eine Orgie aus Blut, Schmerzensschreien und dem Gebrüll der entmenschten Männer. Spanische Soldaten, deutsche Landsknechte, italienische Söldner und jede Menge Gesindel und Banditen – habgierige, grausame Gestalten.

Bald schon...



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