Buch, Deutsch, Band 1496, 173 Seiten, Format (B × H): 141 mm x 218 mm, Gewicht: 388 g
Reihe: Bibliothek Suhrkamp
Buch, Deutsch, Band 1496, 173 Seiten, Format (B × H): 141 mm x 218 mm, Gewicht: 388 g
Reihe: Bibliothek Suhrkamp
ISBN: 978-3-518-22496-0
Verlag: Suhrkamp Verlag
Charlotte Beradt, die als Journalistin in Berlin arbeitete, wurde ab 1933 nicht mehr beschäftigt, floh 1939 nach England und 1940 weiter nach New York. Charlotte Beradt sammelte Träume, die zwischen 1933 und 1939 geträumt wurden, und befragte dazu Menschen ihrer Umgebung: Schneiderin, Nachbar, Tante, Milchmann, den befreundeten Unternehmer, den Arzt … Fünfzig „von der Diktatur diktierte Träume“ hat sie in ihren 1966 erstmals erschienenen Klassiker der Traumdokumentation aufgenommen. Eine erste Auswahl, 1943 in einer amerikanischen Zeitschrift erschienen, begann mit den Sätzen:
„Ich erwachte schweißgebadet, mit zusammengebissenen Zähnen. Wieder, wie in zahllosen Nächten davor, war ich in einem Traum von einem Ort zum nächsten und immer weiter gejagt worden – angeschossen, gefoltert, skalpiert. Aber in dieser Nacht kam mir in den Sinn, daß ich wohl nicht die einzige unter Abertausenden war, die durch die Diktatur zu solchen Träumen verurteilt wurde. Was meine Träume beherrschte, mußte auch ihre beherrschen – atemlose Flucht über Felder, Versteck auf schwindelerregend hohen Türmen, Sichverkriechen in Gräbern, die SS-Männer stets auf den Fersen. Ich begann, andere Leute nach ihren Träumen zu befragen.“
Fachgebiete
- Geisteswissenschaften Geschichtswissenschaft Geschichtswissenschaft Allgemein Geschichte: Sachbuch
- Geisteswissenschaften Geschichtswissenschaft Geschichtliche Themen Oral History (Zeitzeugen)
- Geisteswissenschaften Geschichtswissenschaft Geschichtswissenschaft Allgemein Geschichtspolitik, Erinnerungskultur
Weitere Infos & Material
Das Dritte Reich des Traums – Entstehungsgeschichte
Der Umbau der Privatperson oder »Das wandlose Leben«
Bürokratische Greuelmärchen oder »Ich finde an nichts mehr Freude«
Der Alltag in der Nacht oder »Damit ich mich selbst nicht verstehe«
Der Nicht-Held oder »Und sage kein Wort«
Der Chor oder »Da kann man nichts machen«
Doktrinen machen sich selbständig oder »Die Dunkelhaarigen im Reich der Blonden«
Handelnde Personen oder »Man muß nur wollen«
Verhüllte Wünsche oder »Endstation Heil«
Offene Wünsche oder »Den wollen wir dabeihaben«
Träumende Juden oder »Wenn nötig, mache ich dem Papier Platz«
Charlotte Beradt
Träume unter der Diktatur
Barbara Hahn
»Ein kleiner Beitrag zur Geschichte des Totalitarismus«




