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E-Book, Deutsch, 224 Seiten

Benke Digitale Beratung

online beraten
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7526-8104-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

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ISBN: 978-3-7526-8104-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
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Dieses Werk skizziert Grundsatzüberlegungen verschiedenster Zugänge, Methoden und Werkzeuge, die den Status Quo sowie die nahe Zukunft von Digitaler Beratung sichtbar machen. Diese Zusammenschau von acht Autoren spannt über profunde Reflexionen und Nutzungsbeispiele den Bogen von Theorie bis in die Praxis. Das Buch "regt Fachgebiete an, ihr erweiterndes Instrumentarium zu überdenken. Wenn das nicht spannend ist!" (Patricia von Tauffkirchen)

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Vor 2 kommt 1 … Rahmenbedingungen einer professionellen (digitalen) Beratungskultur an Schulen Markus Valtingojer Beratungshandeln macht einen immer größeren Teil der Tätigkeit von Lehrkräften (nicht nur in Österreich) aus. Der Beratungsbedarf von Schülern und Eltern steigt. Lehrer beraten einander nicht nur beim Berufseinstieg (Mentoring), sondern auch kollegial im Rahmen von Maßnahmen zur Professionalisierung ihrer Tätigkeit. Beratungskompetenz ist eine der Schlüsselkompetenzen von Lehrern, selbst wenn sie in der Ausbildung bis dato kaum Berücksichtigung findet. Der rasche technologische Wandel verändert auch Schule nachhaltig und wird wohl dazu führen, dass digitale Technologien das Beratungshandeln erfassen. Es ist anzunehmen, dass sich in der schulischen Beratung (wie in anderen Beratungsfeldern auch) face-to-face-, telefonische und digitale Elemente (also Beratungsleistungen via E-Mail, Chat oder soziale Netzwerke) zunehmend miteinander verbinden. Mit anderen Worten: Digitale Beratung (siehe Benke Digitale Beratung) wird in naher Zukunft alle Beratungsprofessionen erfassen. Am Beispiel einer der größten und technologisch innovativsten Kaufmännischen Schulen Österreichs, der Bundeshandelsakademie Wien 10 (kurz: BHAK Wien 10), wird aufgezeigt, was grundlegende Rahmenbedingungen einer professionellen Beratungskultur von face-to-face- bzw. telefonischen Beratungen im Schulalltag sind, und welche Möglichkeiten digitale Elemente für das Beratungshandeln von Lehrkräften in Zukunft eröffnen. Die Schule Die BHAK Wien 10 ist eine der größten Handelsakademien Österreichs mit knapp über 1.000 Schülern im Tagesbetrieb, etwa 450 Studierenden in den Abendformen für Berufstätige und zirka 150 Mitarbeitern. Die Schule versteht sich als innovative Organisation, die vor allem technologischen Neuerungen sehr aufgeschlossen gegenübersteht und daher zahlreiche österreichweite Pionierprojekte mitträgt: So hatte die Schule schon sehr früh, nämlich im Jahr 2000, ihre eigene Website11. 2001 wurde ein unmoderiertes Diskussionsforum für Schüler eingerichtet, welches Ende 2002 wegen wiederkehrender Verstöße gegen die Forenregeln gesperrt werden musste12. Im Schuljahr 2003/04 folgte die Einführung des elektronischen Schülerausweises (edu.card) als Schulservicecard, welche als Schüler- und Freifahrtausweis, Schlüssel (kontaktlose Zutrittserlaubnis für Klassenräume), elektronische Geldbörse (mittels Quickchip) und Bürgerkarte fungiert. 2009 löste das elektronische Klassenbuch (WebUntis) das althergebrachte Klassenbuch in Papierform ab. Im Zuge dessen wurden sämtliche Klassenräume mit mindestens einer kompletten Präsentationseinheit (samt Internetanschluss, Beamer und Lautsprechern) ausgestattet. 2010 wurde die elektronische Amtssignatur für elektronische Dokumente (edu.sig) eingeführt13. Seit 2011 verfügt die Schule über eine eigene Facebook-Fanseite14. Alle beschriebenen technologischen Neuerungen sind fraglos attraktiv und haben hohen Werbe- und Öffentlichkeitswert für die Schule. Elternkontakte verlagern sich bedingt durch die Berufstätigkeit der Erziehungsberechtigten zunehmend auf Telefon und E-Mail. Auch Schüler nützen, u. a. durch den verstärkten Einsatz der Lernplattform Moodle, die Möglichkeit zur Kommunikation mit Lehrkräften über E-Mail und Privatmitteilungen via Moodle. Die Kommunikation in der Schule wird also für alle Beteiligten zunehmend ‚vermittelter‘; sowohl zwischen Lehrkräften und Schülern, als auch zwischen Lehrpersonen und Erziehungsberechtigten, zwischen Lehrpersonen untereinander sowie zwischen Lehrkräften und Schulleitung.15 Für die nahe Zukunft ist geplant, dass die Facebook-Seite der Schule ausgebaut und eventuell auch für die Erstberatung von an der Schule Interessierten genutzt werden soll.16 Diesem Vorhaben allerdings hält der Autor dieses Artikels folgende These, die auch den Grundgedanken zu vorliegendem Beitrag darstellt, entgegen: Vor dem verstärkten Einsatz von Web 2.0-Anwendungen sollte überlegt werden, ob ‚1.0-Anwendungen‘ (Website der Schule, E-Mail) und andere, traditionellere Formen der vermittelten Kommunikation (via Telefon bzw. Handy und SMS), nach den Regeln professioneller Betriebs- und Beratungskommunikation eingesetzt werden. Vor dem 2. Schritt kommt eben der 1. – im Sinn von Max Planck, dem folgender Satz zugeschrieben wird: „Auch eine Enttäuschung, wenn sie nur gründlich und endgültig ist, bedeutet einen Schritt vorwärts.“17 Rahmenbedingungen professioneller Beratungskultur face-to-face Grundsätzlich können Berater sich mehr auf das Anliegen einer Person, oder auf die Beziehung zwischen Berater und Klient und/oder auf die Person konzentrieren. Je nach gewähltem Fokus wird die Beratung eher Fachberatung, relations- bzw. prozessorientierte oder reflexive Beratung bzw. klientenzentrierte Beratung sein. Abbildung 1: Worauf Berater blicken (Slupetzky, 1994, S. 17) Beraterinterventionen können dementsprechend an den genannten drei Fokuspunkten ansetzen. Abbildung 2: Beraterinterventionen (Slupetzky, 1994, S. 18) Pädagogische Beratung ist zentraler Bestandteil pädagogischer Arbeit (worauf auch Krause, 2003, auf S. 15 hinweist). Wesentliche Komponenten von Beratung sind nach Krause „ein Berater bzw. eine Beraterin, ein Klient bzw. eine Klientin, die Interaktion und Kommunikation zwischen beiden“ (Krause, 2003, S. 23). Diese sehr allgemein gehaltene Definition von Beratung lässt Spielraum für die verschiedenen Beratungssettings, wie sie im schulischen Bereich vorkommen (face-toface mit Schülern und/oder deren Eltern/Erziehungsberechtigten, vermittelt via Telefon/Handy, E-Mail, SMS, Chat, Diskussionsforum etc.). Ressourcenorientierung scheint zunehmend eine größere Rolle zu spielen (Krause, 2003). Beratung ist somit Hilfe zur Selbsthilfe. Freiwilligkeit ist ein besonders wesentliches Kennzeichen jeder Beratung.18 Pädagogische Beratung im engeren Sinn ist dann gegeben, wenn es um die Gestaltung von Lernprozessen geht, die Ressourcen der Rat Suchenden entdeckt, aktiviert, weiterentwickelt werden sollen und das Umfeld bzw. bedeutsame Elemente des Systems, in dem die Rat Suchenden und Beratenden agieren, in den Blickpunkt gerückt werden (vgl. Krause, 1994, S. 26ff). Die Unterscheidung zwischen Besucher, Klagender und Kunde in der Therapie geht auf den Ansatz der lösungsorientierten Kurzzeittherapie von Steve de Shazer zurück und kann auch auf Beratungssituationen bezogen werden (vgl. Knatz u. Dodier S. 136f). Unter Besucher (Visitors) versteht de Shazer Menschen, die oftmals nicht freiwillig kommen und bei denen keine expliziten Beschwerden vorliegen sowie keine Veränderungserwartungen/kein Veränderungsauftrag vorliegen. Die zweite Kategorie sind die Klagenden (Complainer). Als Klagende werden Personen bezeichnet, die Beschwerden haben, jedoch die Schuld und Lösung bei anderen Menschen suchen. Das heißt, die Veränderung wird von anderen erwartet und nicht bei ihnen selbst gesucht. Als dritte Kategorie gibt es den Kunden (Customer). Dies ist letztendlich die Gruppe, mit welcher der Berater arbeiten kann, denn dies sind Personen, die Beschwerden haben, jedoch auch ein ungefähres Bild darüber besitzen, wie sie aktiv etwas dagegen tun können. Als Kunden werden Menschen angesehen, bei denen es einen Veränderungskontrakt gibt. Auch der Ansatz der Kurzzeittherapie geht davon aus, dass es im Grunde der Klient selbst ist, der am besten weiß, wie er sich helfen kann, da er seine Situation am besten kennt. Er ist demnach ‚Kundiger‘ bzw. Spezialist seiner Beschwerden. Somit kann man pädagogischer Beratung ein weiteres Merkmal hinzufügen, nämlich das der Lösungsorientierung. Beratungsanlässe sind nach Erfahrungen des Autors dieses Artikels (Reihung nach Anzahl der Beratungsanlässe, von häufig bis selten) Information und Beratung über Schultyp, Ausbildungsmöglichkeiten … Information und Beratung bei angestrebtem oder geplantem Schulformenwechsel oder Ausbildungsabbruch (Beginn eines Lehrverhältnisses …) Information und Beratung bei leistungsschwachen Schülern Information und Beratung bei Motivationsmangel – drohender Schulabbruch etc. Beratung bei psychosozialen Krisen (Gewalt in der Familie, Trennung der Eltern, akute Erkrankungen der Bezugspersonen oder der Schüler selbst, ungeplante Schwangerschaften etc.) An dieser Stelle sei nochmals betont, dass Lehrkräfte weder an den Pädagogischen Hochschulen noch im universitären Lehramtsstudium verpflichtende Lehrveranstaltungen zum Thema Gesprächsführung allgemein oder zum Führen von Eltern- bzw....



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