Bell | Der Engel kam barfuß | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 224 Seiten

Bell Der Engel kam barfuß

Erstaunliche Begegnungen zwischen Himmel und Erde
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-7751-7166-3
Verlag: Hänssler
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Erstaunliche Begegnungen zwischen Himmel und Erde

E-Book, Deutsch, 224 Seiten

ISBN: 978-3-7751-7166-3
Verlag: Hänssler
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Bei einer Wildwasser-Tour wird Connie vor dem Ertrinken gerettet - von einem Mann, den keiner gesehen hat, der offenbar barfuß ging. Ein Engel? 40 gewöhnliche Christen erzählen ihre ungewöhnlichen Erfahrungen mit Wundern, Engeln, dunklen Mächten und göttlicher Bewahrung. Authentische Erlebnisse ohne theologische Ausdeutung - so kann sich jeder selbst ein Urteil bilden. Ob wir mit dem Übernatürlichen rechnen oder nicht: Die Geschichten machen Mut, in allen Situationen auf Gottes Hilfe zu vertrauen.

James Stuart Bell war Verlagsleiter und betreibt nun eine Literaturagentur. Als Autor und Herausgeber hat er bereits einige bekannte Bücher und Geschichten veröffentlicht. Er lebt mit seiner Familie in West Chicago, Illinois (USA).
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Der Engel kam barfuß


Connie Green (nacherzählt von Charles D. Cochran)

Mein Mann und ich betrachten die Natur als Schatz, den Gott zu unserer Freude geschaffen hat – darum lieben wir Colorado. Von Kansas City, wo wir wohnen, fahren wir mehrmals im Jahr dorthin, um Ski zu fahren, zu wandern, zu angeln und allen möglichen anderen Outdoorbeschäftigungen nachzugehen. Es ist eine himmlische Gegend.

Aber eine dieser Reisen öffnete mir die Augen für eine geistliche Dimension, mit der ich vorher nie ernsthaft gerechnet hatte.

Seit Jahren hatten unsere beiden Jungen uns darum gebeten, einmal eine Wildwasserkanufahrt mit ihnen zu unternehmen, und als sie schließlich alt genug dafür waren, buchten wir eine Tagestour. Der Himmel war an jenem Morgen sonnig und so strahlend blau, wie es für Colorado typisch ist. Wir checkten ein und wurden bald darauf zum Arkansas River gebracht.

»In Ihrem Prospekt steht ›Erkundungsfahrten unter Umständen empfehlenswert‹«, sagte Tim während der kurzen Einweisung vor der Fahrt. »Wie ist das gemeint?«

»Wie Sie wissen, birgt jede Wildwasserfahrt ihre Risiken. Aber um diese Jahreszeit fahren wir fast täglich den Fluss hinunter. Darum sind wir uns normalerweise aller eventuellen Gefahren bewusst«, antwortete unser Führer. »Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen; das Ganze ist ziemlich sicher.«

Das war beruhigend – dachten wir.

Während der ersten Phase der Fahrt waren die Stromschnellen begeisternd und aufregend, und die Landschaft bot uns – wenn wir imstande waren, sie zu betrachten – den Blick auf schneebedeckte Granitgipfel und verschiedene Arten hoch aufragender Pinien, von denen viele direkt aus den Felsen herauswuchsen.

Ein Teil dieses Gebietes ist nur vom Fluss aus zugänglich, und der Platz, an dem wir anhielten, um unser Mittagessen einzunehmen, war so friedlich und beschaulich, dass ich den Rest des Tages dort hätte verbringen können. Aber leider lockten die Stromschnellen. Wir setzten die Fahrt fort, die teils über Stromschnellen, teils durch relativ ruhig dahinfließendes Wasser führte. Genau die richtige Mischung, bis …

Der Fluss verengte sich, und die Stromschnellen wurden heftiger, während der Fluss eine Biegung machte. Als wir den erst vor Kurzem umgestürzten Baum bemerkten, waren wir schon beinahe auf ihm gelandet. Unser Kanu wurde von der gewaltigen Kraft des Wassers erfasst und drohte vollzulaufen oder umzukippen.

»Highside, highside!«, schrie unser Führer.

Wir waren einen Moment ratlos und versuchten uns an die Einweisung zu erinnern, die wir an diesem Morgen erhalten hatten. Es schien schon eine Ewigkeit her zu sein. »Highside« bedeutete, dass sich alle in den flussabwärts liegenden Teil des Bootes begeben sollten, damit es nicht so leicht volllaufen oder umkippen konnte. Wir bewegten uns so schnell wie möglich dorthin, aber wir waren nicht schnell genug. Einige von uns wurden ins Wasser geschleudert. Auch ich.

Als ich ins Wasser eintauchte, sah ich etwa zwanzig Meter flussaufwärts das umgekippte Boot und ein paar meiner Mitreisenden. Ehe ich es mich versah, schnitt ich mir an einer scharfen Felskante das Bein auf, direkt über dem Knie. Der tiefe Schnitt in dem kalten Wasser verursachte starke Schmerzen, und ich griff instinktiv nach meiner Wunde. Dann fiel mir ein, dass unser Führer uns gesagt hatte: »Halten Sie die Fußspitzen nach oben und flussabwärts gerichtet, wenn Sie ins Wasser fallen. Damit reduzieren Sie die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Füße sich irgendwo verfangen und Sie unter Wasser gezogen werden.«

Als ich den Versuch machte, meine Beine anzuheben und mich umzudrehen, schlug mein Kopf an einen Felsbrocken. Benommen, aber dank des Helms, den ich trug, immer noch bei Bewusstsein, trieb ich flussabwärts. Dabei tanzte ich unkontrolliert im Wasser auf und ab wie ein Ball in einem riesigen Flipperautomaten.

Ich schaffte es, meinen Kopf über Wasser zu halten, aber ich wurde rasch müde. Mein Schädel pochte zum Zerspringen, mein Bein blutete – und ich war in großer Gefahr. Eines hatte ich bei unseren zahlreichen Besuchen in Colorado gelernt: Manchmal ertranken Menschen in den Flüssen auf gerade solchen Fahrten wie unserer.

»Jesus, hilf mir!«, rief ich in verzweifelter Angst.

Plötzlich stieß ich mit einem anderen Baumstamm zusammen, der mich abbremste. Er war zwischen mehreren Felsen eingekeilt, die sich direkt unter der Wasseroberfläche befanden. Eines seiner Enden war nahe am Ufer, und in jenem hoffnungsvollen Moment dachte ich, ich könnte mich in Sicherheit bringen.

Das Wasser drückte mit aller Macht gegen meinen Rücken, und ich brauchte meine ganze Kraft, um mich hochzudrücken. Zentimeter um Zentimeter glitt ich an dem Stamm entlang. Einen halben Meter … einen Meter.

Inzwischen brannten mir die Arme und begannen zu zittern; dann verlor ich das Gleichgewicht. Die starke Strömung schleuderte mich Kopf voran in die Stromschnellen.

Ich drehte mich um mich selbst, verlor die Orientierung und versank in den weißen, brausenden Wassermassen. Instinktiv versuchte ich an die Oberfläche zu paddeln, aber ich schaffte es nicht, an die Luft zu gelangen. Meine Lungen brannten und ich hatte bald das Gefühl, sie würden zerplatzen. Die wenigen Sekunden, die das Ganze dauerte, kamen mir wie Stunden vor.

»Herr Jesus …«

Es wurde dunkel um mich, und ich verlor das Bewusstsein und merkte nicht mehr, wie ich flussabwärts gespült wurde.

»Connie …« Irgendwo aus der Ferne hörte ich jemanden meinen Namen rufen.

»Connie …« Da war die Stimme wieder – diesmal näher, aber nicht dringlich – eher wie ein sanfter Weckruf.

Ich spürte starke Hände unter meinen Armen, die mich aus dem Wasser zogen. Ich hustete und öffnete die Augen. Ich konnte nur verschwommen sehen. Auch nachdem ich mehrmals geblinzelt hatte, war alles, was ich erkennen konnte, ein Mann in weißer Kleidung. Während er mich auf einen großen, flachen Felsen direkt über dem Fluss zog, spürte ich, wie sein langes Haar mich berührte – aber sein Gesicht sah ich nicht.

»Jetzt bist du in Sicherheit«, sagte er. »Entspann dich einfach.«

Ich öffnete den Mund, um ihm zu danken, aber ich brachte kein Wort heraus. Erschöpft schlief ich ein.

Das Nächste, woran ich mich erinnere, war, dass Tim meinen Namen rief. Ich wachte auf und sah alle, die im Kanu gewesen waren, auf mich herunterschauen.

»Alles in Ordnung mit dir?«, fragte Tim, während er mir half, mich aufzurichten. »Das ist ja ein schlimmer Schnitt.«

»Na ja, mein Kopf tut mir am meisten weh. Den habe ich mir ziemlich schlimm angeschlagen – aber ansonsten ist, glaube ich, alles in Ordnung.«

Unser Führer leuchtete mir mit der Taschenlampe in die Augen. »Sie haben vielleicht eine Gehirnerschütterung, darum sollten Sie so bald wie möglich einen Arzt aufsuchen. Aber Ihr Bein ist nicht so schlimm verletzt, wie es aussieht.« Er nahm ein paar elastische Binden aus seinem Verbandskasten. »Gut, dass Sie es geschafft haben, sich rechtzeitig aus dem Wasser zu ziehen. Die Stromschnellen weiter unten könnten ohne Kanu tödlich sein.«

»Die Stellen, die ich durchquert habe, waren schlimm genug, vielen Dank – und ich habe mich nicht selbst aus dem Wasser gezogen. Das hat jemand anderes getan.« Alle sahen mich verwirrt an und ich erzählte ihnen, was geschehen war.

Unser Führer hörte auf, Binden abzurollen, und sah mich strafend an.

»Dieses Gebiet ist ohne Kanu beinahe unzugänglich«, sagte er. »Und wir sind die einzige Gesellschaft, die im Moment eine Fahrerlaubnis für diesen Flussabschnitt hat. Entweder haben Sie geträumt, oder Sie haben sich den Kopf schlimmer angeschlagen, als ich dachte.«

Ich suchte Tims Blick, und sein hintergründiges Lächeln sagte mir, dass er mir glaubte. Dann wandte er sich ab.

»Das war kein Traum. Ich wäre ertrunken, wenn er mich nicht rausgezogen hätte … Ich frage mich nur, woher er meinen Namen kannte?«

Tim hatte sich hingekniet und untersuchte den Boden ein Stück neben der Stelle, auf der ich lag.

»Ich weiß es«, sagte er, kaum hörbar wegen des Lärms, den die Stromschnellen machten.

»Was weißt du, Papa?«, fragte Tim junior und rannte auf seinen Vater zu.

»Pass auf, wo du hintrittst, Junge.« Er blickte zurück auf die Gruppe. »Ich habe gesagt, ich weiß, wer Connie gerettet hat und woher er ihren Namen kannte.«

Es ging ein Raunen durch die Gruppe, während sie auf Tim zugingen.

»Passt auf, wo ihr hintretet«, wiederholte er. Die Gruppe spähte über die Schultern von Tim junior auf den felsigen Boden. Dort, in der weichen Erde zwischen den Steinen, war der Abdruck eines nackten Fußes zu sehen.

»Was sagen Sie dazu?«, fragte Tim.

Der Führer kniete sich hin und berührte den Abdruck vorsichtig. »Er ist neu – und er scheint von einem Menschen zu stammen –, aber wer in aller Welt könnte so dumm sein, hier draußen barfuß herumzulaufen?«

Tims wissendes Lächeln traf den Führer unvorbereitet. Ungläubig riss er die Augen auf. Tim stand auf und trat neben mich. »Liebling, ich glaube, das solltest du sehen.«

Vielleicht bildete ich es mir nur ein, aber die weiche Erde unter meinen Fingerspitzen fühlte sich warm an. Ich wusste sofort, warum Tim lächelte. Vielleicht bedeutete der Fußabdruck selbst nicht viel – aber uns reichte diese Bestätigung vollkommen.

Der Arzt sagte, ich hätte Glück gehabt und nur eine leichte Gehirnerschütterung davongetragen. Er verordnete mir zwei bis drei Wochen Ruhe. Das gab mir Zeit, um nachzudenken.

Ich...


James Stuart Bell war Verlagsleiter und betreibt nun eine Literaturagentur. Als Autor und Herausgeber hat er bereits einige bekannte Bücher und Geschichten veröffentlicht. Er lebt mit seiner Familie in West Chicago, Illinois (USA).



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