Beißel | IT-Management | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 274 Seiten

Beißel IT-Management

Strategie, Finanzen, Sicherheit
2. durchgesehene Auflage 2016
ISBN: 978-3-7398-0136-0
Verlag: UVK
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Strategie, Finanzen, Sicherheit

E-Book, Deutsch, 274 Seiten

ISBN: 978-3-7398-0136-0
Verlag: UVK
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ob Startup oder großer Konzern, ohne IT ist inzwischen kaum noch ein Unternehmen arbeitsfähig. Es ist daher nicht überraschend, dass sich das IT-Management zu einem der wichtigsten Erfolgsfaktoren entwickelt hat. Das Buch vermittelt die Grundlagen und Aufgaben des IT-Managements. Es behandelt die Themen IT-Strategie, Budget und Ressourcen, IT-Services und Prozesse, Governance, Risk und Compliance sowie IT-Sicherheit. Der Leser gewinnt dadurch Einblicke in das IT-Management, die nicht nur für Führungskräfte, sondern auch für Fachkräfte im operativen Bereich relevant sind. Die Kombination aus Theorie, Best Practice-Beispielen und Anwendung unterstützt das Verständnis effizient und führt zu einer schnellen Einsetzbarkeit in der Praxis. Zu jedem Kapitel werden Übungsfragen und Aufgaben mit entsprechenden Lösungshinweisen angeboten.

Dr. Stefan Beißel ist Dozent für IT-Management an der FOM Hochschule.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


2IT-Strategie


Lehrziele

Nach der Durcharbeitung dieses Kapitels sollten Sie

  • häufig verwendete Begriffe rund um die IT-Strategie kennen und verwenden können,
  • die Unterschiede zwischen Vision, Strategie, Taktik, Ziel und Mission aufzeigen können,
  • die mögliche Einbindung der IT in die Strategie eines Unternehmens erläutern können,
  • Werkzeuge zur Entwicklung einer Strategie anwenden können,
  • darlegen können, wie man die Umsetzung einer Strategie unterstützen kann,
  • das Umfeld eines Unternehmens analysieren können,
  • die Situation eines Unternehmens aus strategischer Sicht beurteilen können,
  • erklären können, wie Ziele gefunden und formuliert werden können,
  • Techniken anwenden können, die eine Entscheidungsfindung formalisieren und unterstützen.

2.1Grundlagen


Um den Begriff Strategie zu verstehen und von verwandten Begriffen abgrenzen zu können, werden zunächst Vision, Strategie, Taktik, Ziel und Mission definiert:

  • Eine Vision ist die Beschreibung eines Zustands, in dem sich das Unternehmen in Zukunft befinden möchte. Dabei spielt der Weg dorthin keine Rolle. Ob der Zustand tatsächlich erreicht werden kann, ist sehr ungewiss. Z.B. könnte ein Beratungsunternehmen die Vision haben, in der Region das angesehenste und profitabelste Beratungsunternehmen für die IT-Branche zu sein.
  • Eine Strategie beschreibt ein langfristiges Vorgehen, das jedoch noch sehr abstrakt und allgemein gehalten ist. Sie deutet an, wie die Vision generell erreicht werden kann. Das Beratungsunternehmen könnte eine hohe Beratungsqualität durch die Orientierung an Standards und Best Practices erzielen wollen.
  • Eine Taktik leitet sich aus der Strategie ab und ist ein etwas spezifischeres, mittelfristig durchzuführendes Vorgehen, das für die Zielerreichung förderlich ist. Das Beratungsunternehmen könnte die Taktik verfolgen, ein Beratungs-Toolkit zu entwickeln, dass den Kunden die selbstständige Recherche in einer Informationssammlung zu vergangenen Beratungsvorgängen erlaubt.
  • Ein Ziel ist ein angestrebter Zustand des Unternehmens, der qualitativ und langfristig ausgerichtet ist und auf einer realitätsbezogenen Einschätzung beruht. Das Beratungsunternehmen könnte das Ziel haben, seinen Kunden überdurchschnittlich hohe Beratungsqualität anzubieten. Ein Ziel wird in der Regel mithilfe von Zwischenzielen detailliert und quantifiziert. Sie sind kurz- bis mittelfristig orientiert und an feste Termine gebunden. Das Beratungsunternehmen könnte das genannte Ziel mit dem Zwischenziel detaillieren, im zweiten Quartal eines bestimmten Jahres von 80 % seiner Kunden positives Feedback im Rahmen einer schriftlichen Evaluation zu erhalten.
  • Eine Mission beschreibt die operativen Geschäftstätigkeiten eines Unternehmens. Diese sind die täglich anfallenden Aufgaben, welche die Basis für die Gewinnerzielung des Unternehmens bilden. Das Beratungsunternehmen könnte die Mission haben, Beratungsleistungen für alle IT-Unternehmen in der Region auszuführen.

Je nachdem wie IT und Geschäftsmodell des Unternehmens zueinander in Beziehung stehen, unterscheidet man zwei strategische Ausrichtungen:

  • Das IT-Alignment ist die Ausrichtung der IT am Geschäftsmodell des Unternehmens. Die IT erhält Impulse aus der geschäftlichen Welt und passt sich daran an. Die IT fokussiert sich auf die Bedürfnisse von internen und externen Kunden sowie der Gesamtorganisation.
  • Das IT-Enabling umfasst alle Impulse der IT, die nach außen gesteuert sind. Dadurch bietet die IT den Fachabteilungen nicht nur eine passive Unterstützung, sondern auch eine aktive Weiterentwicklung. Die IT ermöglicht die Realisierung neuer geschäftlicher Chancen durch neue Technologien und kann somit zu einer Ausrichtung des Geschäftsmodells an der IT führen.

Die IT-Strategie ist eine Strategie, die für oder durch die IT des Unternehmens festgelegt wurde oder eine starke Beziehung zur IT besitzt. Rund um das Management von IT-Strategien sind folgende Aufgabenfelder von Bedeutung:

  • Um die Entwicklung einer IT-Strategie zu unterstützen, können das Business Motivation Modell, die Produkt-Markt-Matrix und das Enterprise Wide Information Management eingesetzt werden.
  • Für die Umsetzung einer IT-Strategie sind die Balanced Scorecard und das Management von IT-Investitionen geeignet.
  • Für die Umfeldanalyse eines Unternehmens eignen sich das Fünf-Kräfte-Modell und die STEP-Analyse. Die Umfeldanalyse kann sowohl vor der Entwicklung als auch zur späteren Anpassung einer bestehenden IT-Strategie eingesetzt werden.
  • Für die Situationsanalyse eines Unternehmens eignen sich die BCG-Matrix, die SWOT-Matrix und die Bedeutungsmatrix von McFarlan. Auch die Situationsanalyse kann im Rahmen von Entwicklung und Anpassung einer IT-Strategie eingesetzt werden.
  • Eine Zielfindung erfolgt in der Regel im Anschluss an die Festlegung einer IT-Strategie und kann mit der SMART-Methode und der Technology Roadmap unterstützt werden.
  • Immer wenn eine Entscheidungsfindung bei einer Auswahl zwischen Alternativen erforderlich ist, kommen vor allem die Nutzwertanalyse und der Analytic Hierarchy Process in Frage.

2.2Strategieentwicklung


2.2.1Business Motivation Modell

Das Business Motivation Modell der Object Management Group (OMG 2010) ist ein Werkzeug, um Geschäftspläne zu entwickeln, zu kommunizieren und zu verwalten.

Im Speziellen werden beim Business Motivation Modell Faktoren identifiziert, die zur Erstellung eines Geschäftsplans motivieren. Die Elemente des Geschäftsplans werden identifiziert und definiert. Außerdem wird das Zusammenwirken aller Faktoren verdeutlicht. Die wichtigsten Elemente des Business Motivation Modells sind der Endzustand, die Mittel, Einflüsse und Bewertungen.

Abb. 12: Elemente des Business Motivation Modells

  • Der Endzustand beschreibt, was ein Unternehmen erreichen möchte. Das kann z.B. die Marktführerschaft oder die Verteidigung der aktuellen Marktposition betreffen. Zum Ende gehören die Vision und Ziele.
    • Die Vision ist ein übergreifendes Wunschbild über die Zukunft des Unternehmens. Sie beschreibt einen erwünschten Zustand.
    • Die Ziele sind spezifischer und basieren auf realitätsbezogenen Einschätzungen. Sie werden in Haupt- und Zwischenziele unterteilt. Hauptziele sind eher langfristig und qualitativ ausgerichtet. Zwischenziele sind eher kurzfristig und quantitativ ausgerichtet. Sie sind an genaue Fristen gebunden und ihre Erreichung kann mithilfe von Kriterien gemessen werden.
  • Die Mittel beschreiben, was ein Unternehmen tun will, um das Ende zu erreichen. Dazu gehören die Mission, Vorgehensweisen und Direktiven.
    • Die Mission beschreibt den laufenden Betrieb des Unternehmens und sollte so weit gefasst sein, dass sie alle Geschäftstätigkeiten des Unternehmens berücksichtigt.
    • Die Vorgehensweisen sind Maßnahmen, z.B. in Bezug auf Personen, Objekte und Prozesse, um die Arbeitsleistungen im Unternehmen auf festgelegte Ziele auszurichten. Sie umfassen Strategien (langfristig und abstrakt) und Taktiken (mittelfristig und etwas spezifischer).
    • Die Direktiven umfassen Richtlinien und Regeln. Richtlinien steuern, leiten und formen Strategien und Taktiken. Regeln werden von Richtlinien abgeleitet. Sie sind praktikabler und weniger formal.
  • Die Einflüsse können Änderungen verursachen, die sich im Unternehmen auf den Einsatz der Mittel oder die Erreichung des Endes auswirken. Der Ursprung der Einflüsse kann intern, innerhalb des Unternehmens, oder extern, außerhalb des Unternehmens, sein.
  • Die Bewertungen werden durch ein Unternehmen durchgeführt, um die Auswirkungen von Einflüssen auf den Einsatz der Mittel und die Erreichung des Endes festzustellen. Basierend auf diesen Bewertungen können die Mittel und das Ende angepasst werden.

Fallbeispiel Business Motivation Modell:

Ein Hotel erstellt einen neuen Geschäftsplan. Hierzu werden die Elemente des Business Motivation Modells als Grundlage genutzt.

Endzustand:

  • Vision: Das beste Hotel im Stadtteil werden.
  • Hauptziele: Qualität der Dienstleistungen verbessern, 4-Sterne-Bewertung erhalten.
  • Zwischenziele: Die Anzahl der mündlichen und schriftlichen Kundenbeschwerden im 1. Halbjahr des Jahres sollen im Vergleich zum vorherigen Halbjahr um 10 % sinken. Die Ausstattung des Hotels soll bis Ende des Jahres im Hinblick auf eine 4-Sterne-Bewertung erweitert werden.

Mittel:

  • Mission: Gehobene preisgünstige Hotelunterkünfte für Urlauber und Geschäftsreisende anbieten.
  • Strategien: Ein gehobenes Qualitätsniveau für alle Dienstleistungen sicherstellen. Die hohe Arbeitsqualität des Hotelpersonals aufrechterhalten.
  • Taktiken: Die Dienstleistungen durch Kunden bewerten lassen und Verbesserungsmaßnahmen ableiten. Hotelpersonal mindestens...


Dr. Stefan Beißel ist Dozent für IT-Management an der FOM Hochschule.



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