Behrendt | Brücken in die Gegenwelt | Buch | 978-3-487-15920-1 | www2.sack.de

Buch, Deutsch, Band 108, 273 Seiten, broschiert, Format (B × H): 170 mm x 240 mm, Gewicht: 533 g

Reihe: Studien und Materialien zur Musikwissenschaft

Behrendt

Brücken in die Gegenwelt

Romantische Aspekte im deutschen Kunstlied der 1830er Jahre
Notenband
ISBN: 978-3-487-15920-1
Verlag: Georg Olms Verlag

Romantische Aspekte im deutschen Kunstlied der 1830er Jahre

Buch, Deutsch, Band 108, 273 Seiten, broschiert, Format (B × H): 170 mm x 240 mm, Gewicht: 533 g

Reihe: Studien und Materialien zur Musikwissenschaft

ISBN: 978-3-487-15920-1
Verlag: Georg Olms Verlag


Ergänzend zu ihrer Untersuchung zum Lied der 1830er Jahre legt Maria Behrendt hier eine Ausgabe von Kompositionen vor, die zum großen Teil erstmals in moderner Edition erscheinen. Sie waren im frühen 19. Jahrhundert wesentlicher Bestandteil des musikalischen Kanons, sind heute jedoch als Werke vermeintlicher 'Kleinmeister' weitgehend in Vergessenheit geraten oder werden gar als 'Talsenke zwischen Schubert und Schumann' abgetan. Diese Beurteilung beruht jedoch auf einem teleologischen Geschichtsbild: Schuberts Lieder galten in den 1830er Jahren keineswegs als modellhaft für das Lied und Schumanns erste Liedpublikationen erschienen erst 1840/41. Unter den 47 Liedern finden sich Werke von in den 1830er Jahren führenden Liedkomponisten wie Carl Gottlieb Reissiger, Carl Friedrich Curschmann und Heinrich Marschner sowie von Komponistinnen wie Johanna Kinkel, Josephine Lang und Fanny Hensel, teils mit zu Lebzeiten unpublizierten Kompositionen. Sie geben ein facettenreiches Bild des Romantikdiskurses der 1830er Jahre ab: So finden sich orientalistisch geprägte Lieder, die eine romantische Gegenwelt im idealisierten Morgenland suchen, nationalromantisch motivierte Rheinlieder, Kompositionen, die auf bereits als anachronistisch empfundener Naturlyrik beruhen, Wiegenlieder, die intime Häuslichkeit propagieren, aber auch Vertonungen von Gedichten Heinrich Heines, in denen die romantische Überhöhung der Welt ironisiert wird. Das nun erstmals für die Forschung und die musikalische Praxis erschlossene Material ermöglicht eine Neubewertung des Repertoires der 1830er Jahre vor dem Hintergrund des Romantikbegriffs, die das etablierte Wissen über das Liedrepertoire des frühen 19. Jahrhunderts kontextualisiert, erweitert und korrigiert

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