Becnel | Das wilde Herz des Ritters | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 434 Seiten

Becnel Das wilde Herz des Ritters

Roman
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-96148-172-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 434 Seiten

ISBN: 978-3-96148-172-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Um ihre Schwester zu retten, opfert sie ihre Freiheit ... und ihr Herz: »Das wilde Herz des Ritters« von Romance-Königin Rexanne Becnel bei dotbooks. Als Zwillinge geboren - als Hexenkinder verflucht ... Wessex im Jahre 1153: Ein uralter Aberglaube verlangt, dass Linnea, die Zweitgeborene eines Lords, getötet wird. Doch sie hat Glück und darf unerkannt als Magd auf der Burg ihres Vaters aufwachsen. Jahre später ist das friedliche Leben auf Maidenstone Castle vorbei: Axton de la Manse, der Todfeind ihrer Familie, nimmt die Burg ein und will Beatrix heiraten, um seinen Anspruch zu stärken. Um ihre Schwester vor diesem Schicksal zu bewahren, übernimmt sie ihre Rolle. Obwohl sie sich schwört, den stattlichen Ritter für seine Taten zu hassen, gerät ihre Entschlossenheit schon bald ins Wanken - denn Axton nicht der brutale Eroberer, der er zu sein scheint: Er ist sanft und leidenschaftlich, fordernd und großzügig ... aber wie lange kann Linnea ihr Geheimnis vor ihm bewahren? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Die Mittelalter-Romanze »Das wilde Herz des Ritters« von der Bestsellerautorin historischer Liebesromane, Rexanne Becnel. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Rexanne Becnel ist gefeierte Autorin zahlreicher historischer Liebesromane. Während mehrerer Aufenthalte in Deutschland und England in ihrer Jugend begeisterte sie sich so sehr für mittelalterliche Geschichte, dass sie Architektur studierte und sich für den Denkmalschutz mittelalterlicher Gebäude einsetzt. In ihren Bestseller-Romanen haucht sie der Geschichte auf ganz andere Art neues Leben ein. Sie lebt glücklich verheiratet in New Orleans. Bei dotbooks erscheinen Rexanne Becnels Romane »Das Herz der Lady«, »Die Sehnsucht des Lords«, »Das Verlangen des Ritters« (auch als Sammelband erschienen), »Das Herz des Lords«, »Der Pirat und die Lady«, »Das wilde Herz des Ritters«, »Die Töchter von Sparrow Hill«, »In den Armen des Edelmanns«, »Rosecliff - Der Ritter und die zarte Lady«, »Rosecliff - Der Ritter und die schöne Rächerin« und »Rosecliff - Die Ritter und die stolze Geisel«. Bei dotbooks erscheint außerdem der Sammelband »Gefangen«, der die drei Teile der Rosecliff-Saga in einem eBook vereint.
Becnel Das wilde Herz des Ritters jetzt bestellen!

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Prolog


Geburt

»Lehre dein Kind, seine Eltern zu achten,
führe es hin zu Kirche und Gott.
Sei ihm stets eine gütige Mutter,
und wenn es sein muß, gebrauche den Stock.«

– Tusser (1513)

Maidenstone Castle, Wessex
10. Juni 1135

»Das zweite Kind muß sterben.«

Die Frau, die in dem großen Bett lag, hielt erschrocken den Atem an, was weder Edgar de Valcourt noch seine Mutter, Lady Harriet, bemerkten. Die Hebamme reinigte währenddessen ihre Herrin von den Spuren der langwierigen und schweren Geburt. Zwei Mägde hatten die beiden zarten Geschöpfe gebadet und in Leinentücher gewickelt. Das Erstgeborene wurde in eine Wiege gelegt.

Für das zweite Kind stand jedoch keine Wiege bereit, und sein Schicksal war es, über das Sir Edgar und Lady Harriet gerade sprachen.

»Du willst meine Tochter töten lassen?« fragte er verständnislos. »Das würdest du so einfach fertigbringen?«

»Ich würde alles tun, um die Familie zu retten«, behauptete die alte Dame, die von dem zornigen Ton ihres Sohnes nicht im geringsten eingeschüchtert wurde. »Jeder weiß doch, daß auf solchen Kindern, die zusammen zur Welt kommen, ein Fluch lastet – sie haben nur eine Seele. In früheren Zeiten hätte man beide ertränkt. Du solltest froh sein, daß ich solche heidnischen Praktiken nicht befürworte. Nein, mit solchem Aberglauben habe ich nichts zu tun.« In ihrem Blick zeigte sich die Empörung darüber, daß er ihr überhaupt zu widersprechen wagte – handelte es sich doch um eine häusliche Angelegenheit, von der er gewiß nichts verstand. »Das erste Kind trägt alles Gute ihrer gemeinsamen Seele in sich, und deshalb ist es sinnvoll, es am Leben zu lassen. Das Mädchen wird uns allen hier auf Maidenstone Castle große Freude bereiten, und dir selbst wird es ein Trost im Alter sein. Aber das zweite ...« Sie hielt einen Augenblick inne und starrte das winzige Geschöpf derart haßerfüllt an, daß die Magd, die es im Arm hielt, erschrocken einen Schritt zurückwich. »Das zweite Kind ist verflucht – es hat eine schwarze Seele. Frag den Priester, er wird es dir bestätigen.« Sie blickte ihrem Sohn gerade in die Augen. »Wir haben keine andere Wahl. Es ist das beste für das Kind und für die Familie, wenn du es noch heute tötest«

»Aber ... es verstößt gegen die Gesetze Gottes, ein Kind zu töten ... Außerdem ziemt es sich nicht für einen Ritter ...«

»Du willst mir doch nicht weismachen, mein Sohn, daß du in deinem Dienst für König Stephen und Gott niemals Frauen und Kinder getötet hast?«

»Natürlich habe ich das getan. Aber das war etwas anderes – das war im Krieg.«

»Und was denkst du, ist das hier? Das ist ein heiliger Krieg, ein Krieg gegen den Teufel selbst!« Sie griff nach dem Rosenkranz, den sie bei sich trug, und fuchtelte ihm damit vor dem Gesicht herum, so als handelte es sich um eine göttliche Waffe gegen die Verderbnis der Welt – und er wich einen Schritt zurück. »Du tötest damit nichts anderes als den Keim des Teufels, den das Kind in sich trägt.« Und in verächtlichem Ton fügte sie hinzu: »Wenn du nicht den Mut dazu hast, dann werde ich mich selbst darum kümmern.«

»Nein!«

Der Schrei seiner Ehefrau war zwar nur schwach, doch Edgar hatte ihn sehr wohl vernommen – und er wandte sich ihr mit einiger Erleichterung zu. Wenn es um Kriegsangelegenheiten, um Land und Macht ging, dann war er nie um eine Antwort verlegen. Er hatte auch schwierige Entscheidungen stets ohne Zögern getroffen und war immer bereit gewesen, die Konsequenzen zu tragen. Diese Entschlußkraft, die sogar König Stephen in seiner Auseinandersetzung mit der Tochter des alten Königs Henry, Matilda, zugute gekommen war, hatte ihm letztlich auch Maidenstone Castle eingebracht, mitsamt den riesigen Ländereien, die dazugehörten. Als Stephens Gefolgsmann war es ihm stets gut ergangen; er hatte eine reiche und wunderschöne Frau geheiratet, die ihm bereits zwei Söhne geschenkt hatte. Doch die Geburt dieser Zwillingstöchter war eine Sache, die ihn etwas tiefer traf.

»Edgar, bitte«, flehte Lady Ella mit flüsternder Stimme, so daß sich alle Anwesenden in dem dunklen, überheizten Zimmer ihr zuwandten. Ihr Mann war froh, sich von dem vorwurfsvollen Gesicht seiner Mutter schnell abwenden zu können.

»Es ist ja nur zu unserem Besten«, murmelte er und nahm ihre schlaffe Hand in die seine. »Wir werden das erstgeborene Kind ja behalten ...«

»Ich will sie beide behalten. Laß es nicht zu, daß sie mein Kind tötet. Bitte ... laß es nicht zu ...«

Tränen traten ihr in die Augen und strömten über ihr blasses Gesicht, um sich in ihrem blonden Haar zu verlieren. Sie war so wunderschön, und es gab kaum etwas, das er nicht getan hatte, um ein Lächeln auf ihre Lippen zu zaubern. Schon vor längerer Zeit war ihm der Gedanke gekommen, daß seine Mutter sie vielleicht gern haben könnte, wenn er seine Frau nicht so sehr lieben würde.

»Beruhige dich doch. Du brauchst jetzt viel Ruhe, damit du dann das Kind stillen kannst ...«

»Die beiden Kinder. Nicht eines, sondern alle beide«, beharrte sie. »Wir sind zweifach gesegnet, Edgar, daß uns gleich zwei Töchter geschenkt wurden. Sag mir, wie sehen sie denn aus?«

»Sie sehen aus ... wie Babys eben«, antwortete er achselzuckend. Mehr hätte er auch nicht sagen können – hatte er sie doch nur sehr flüchtig angesehen, nachdem er erfahren hatte, daß es keine Söhne waren.

»Bring sie mir«, bat sie ihn und drückte seine Hand. »Ich möchte meine Töchter sehen.«

»Bringt ihr nur das eine Kind«, befahl Lady Harriet und hielt die Magd zurück, die das zweite Kind im Arm hielt.

»Nein, beide«, flehte Ella und starrte in Edgars unentschlossenes Gesicht. »Ich habe dir schon zwei Söhne geschenkt«, erinnerte sie ihn mit flüsternder Stimme, so daß nur er sie hören konnte. Jetzt kannst du etwas für mich tun, indem du mir beide Töchter läßt.«

Er zögerte für einen Augenblick. Die Kirche billigte es nicht, wenn man ein Baby tötete – wenngleich er es ja einfach im Wald aussetzen könnte. Doch dann könnte man es auch gleich töten. Er spürte, wie Ellas Hand sich fester um die seine schloß. »Ich werde dir noch weitere Söhne schenken, Edgar – prächtige Söhne, auf die du stolz sein kannst. Nur mußt du mir jetzt meine Töchter lassen.«

Sie blickte ihn mit glühenden Augen an, während ihre Hand leicht über sein Handgelenk strich. Sein Körper reagierte augenblicklich auf die Berührung – immerhin waren Wochen vergangen, seit sie zum letztenmal das Bett mit ihm geteilt hatte. Wenn er ihr diesen Gefallen nicht tat, dann würde sie sehr lange um das Kind trauern – so wie sie es nach dem Tod ihres erstgeborenen Kindes, eines Mädchens, getan hatte. Es verging fast ein Jahr, ehe sie sich ihm wieder zuwandte. Er erinnerte sich an die vielen Nächte des unerfüllten Verlangens – und wußte, daß er so etwas nie wieder mitmachen wollte.

»Du sollst beide Töchter haben«, versprach er ihr, einer plötzlichen Eingebung folgend. Als er ihr zitterndes Lächeln sah und die Freudentränen, die ihr in den Augen standen, war er stolz, diese Entscheidung getroffen zu haben. Er hatte es wieder einmal geschafft, seine wunderbare Frau glücklich zu machen.

Seine Mutter stieß einen unverständlichen Fluch aus, den er jedoch nicht beachtete, während er auszurechnen versuchte, wie lange es wohl dauern mochte, bis Ella wieder das Bett mit ihm teilte. Auf sein Zeichen wurden beide Kinder zu seiner Frau gebracht, und als sie ihre Brüste entblößte, um die Kleinen zu stillen, hatte er das sichere Gefühl, keine vierzehn Tage mehr auf sie warten zu können.

Doch als er – zufrieden mit sich selbst – das Zimmer verließ, um eine Magd aufzusuchen, die seiner wunderschönen Frau annähernd ähnlich sah, kam seine Mutter hinter ihm her.

»Du bist ein Narr, daß du dich von dem dummen Ding leiten läßt, das du zwischen den Beinen hast!« stieß sie ärgerlich hervor.

»Sie ist meine Ehefrau«, brummte er nur. Er hatte keine Lust, wieder einmal zwischen seiner Frau und seiner Mutter zu stehen.

»Sie ist deine Ehefrau«, wiederholte sie in verächtlichem Ton. »Und ihr verfluchtes Kind wird eines Tages dein Verderben sein!«

»Ich habe mich entschieden! Und jetzt geh und laß uns in Ruhe!« brüllte er und eilte an ihr vorbei, während die Lust, von der er soeben noch erfüllt gewesen war, ihn wieder verließ.

Doch Lady Harriet hatte den Zorn ihres Sohnes noch nie gefürchtet, und so gab sie auch jetzt nicht klein bei. »Du solltest das zweite Kind zumindest brandmarken. Sie sehen einander so ähnlich – du mußt es mit einem Zeichen versehen, damit wir später wissen, vor welchem Kind wir uns in acht nehmen müssen!«

Edgar eilte ins Zimmer seiner Frau zurück, als sie schlief, und befahl den Kindermädchen, ihm beide Mädchen zu bringen. Er begutachtete das erstgeborene der beiden, für das seine Frau den Namen Beatrix ausgesucht hatte; mit seinen vollen Wangen, den dunklen Augen und dem hellen Haarflaum war es vom anderen Kind, das noch keinen Namen hatte, nicht zu unterscheiden. Selbst die Fältchen in den Ohren waren bei beiden gleich. Da er keinerlei Merkmale fand, um die beiden auseinanderzuhalten, tat Sir Edgar, was seine Mutter von ihm verlangt hatte. Er hielt seinen Siegelring über die Kerzenflamme, und als das Metall heiß war, drückte er den Ring dem Kleinen auf die zarte Haut des Beines.

Der laute Schrei des Babies weckte sein Schwesterchen auf, das ebenfalls zu schreien begann. Dennoch tat Edgar de Valcourt, was er sich vorgenommen hatte, ohne mit der Wimper zu zucken. Erst als...



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