Becker | Langzeitstillen in Deutschland | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 260 Seiten

Becker Langzeitstillen in Deutschland

Erfahrungsberichte von Müttern für Mütter
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7481-2312-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Erfahrungsberichte von Müttern für Mütter

E-Book, Deutsch, 260 Seiten

ISBN: 978-3-7481-2312-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Langzeitstillen - was ist das? Und geht das in Deutschland überhaupt? In diesem Buch teilen 56 sehr unterschiedliche Frauen aus ganz Deutschland ihre Erfahrungen in Bezug auf das Stillen. Dabei werden individuelle Erlebnisse erzählt, aber auch Fragen (z.B. zum Thema Reaktionen im Umfeld, Berufstätigkeit und Abstillen) beantwortet. Auch gesundheitliche Aspekte, u.a. Karies, werden angesprochen. Das Buch beinhaltet ein Vorwort von Dr. Herbert Renz-Polster und einen Beitrag der Stillbuchautorin Dora Schweitzer. Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin besticht diese komplett überarbeitete und erweiterte Auflage des Buches "Langzeitstillen in Deutschland" durch ihre Leserfreundlichkeit und ein attraktives Layout!

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„Ich warte noch auf blöde Sprüche, weil ich mir schon so viele passende Antworten überlegt habe... Aber bisher kam noch nie etwas.“

Hast du dir zu Beginn vorstellen können, dass du jemals so lange stillen würdest? Oder anders gefragt: Hast du zu Beginn überhaupt irgendeine Vorstellung davon gehabt, wie lange du stillen wollen würdest?

Für mich war schon in der Schwangerschaft mit unserem ersten Sohn klar, dass das Stillen für mich nicht nach den ersten sechs Monaten endet. Wie lange ich stillen wollte, wusste ich, glaube ich, nicht so genau. Es ist dann einfach so passiert. Bei unserer Tochter war für mich von Anfang an klar, dass auch sie lange gestillt werden soll. Gut, dass ich schon eine positive Langzeitstillerfahrung – oder wie ich lieber sage: Normalzeitstillerfahrung – hatte, denn sie hat mich zum Teil heftig gebissen, zum Glück noch ohne Zähne. Wer weiß, ob ich sie ohne Vorerfahrung nicht abgestillt hätte.

Welcher Faktor oder welche Faktoren haben denn am meisten dazu beigetragen, dass du schon so lange stillst?

Die Überzeugung, dass Muttermilch besser ist als jeder Ersatz. Außerdem ist für mich auch wichtig, dass das Stillen so viel mehr ist als Nahrungsaufnahme: Bindung, Sicherheit, Geborgenheit, Trost, Kuscheln...

Und wie hat dein Umfeld darauf reagiert bzw. wie steht es heute dazu?

Der Vater steht zum Glück völlig hinter mir. Die Urgroßmütter sind immer mal wieder überrascht, dass ich noch stille, dass da noch was kommt, etc. Ich erkläre das dann bei Bedarf auch gerne. Ansonsten habe ich (bisher) nur neutrale oder positive Reaktionen erlebt.

Welche Erfahrungen hast du mit deinem „großen“ Stillkind in der Öffentlichkeit gemacht? Stillst du noch öffentlich oder hast du mal öffentlich gestillt oder was denkst du über andere Frauen, die öffentlich stillen?

Ich habe sowohl unseren großen Sohn noch in der Öffentlichkeit gestillt, als auch jetzt unsere Tochter. Ich warte noch auf blöde Sprüche, weil ich mir schon so viele passende Antworten überlegt habe... Aber bisher kam noch nie etwas. Die meisten sagen gar nichts. Ich finde öffentliches Stillen unproblematisch, mir persönlich ist das nicht unangenehm. Wenn ich eine Frau ihr Kind stillen sehe, dann freue ich mich und gucke wahrscheinlich länger, als die Höflichkeit es eigentlich zulässt. Ich hoffe, die denken dann nicht, dass ich das unmöglich finde, was sie tun! Aber ich lächle immer dabei.

Hast du während deiner Stillzeit auch mal den Rat einer Stillberaterin gesucht? Welche Erfahrungen hast du hiermit gemacht? Wie gut konnte sie dir weiterhelfen?

Ich habe einmal während der Zeit mit unserem großen Sohn eine Stillberaterin kontaktiert, weil er das erste dreiviertel Jahr große Probleme mit dem Stuhlgang hatte. Sie konnte mir nicht weiterhelfen, war aber sehr nett. Ich möchte im kommenden Jahr selbst eine Ausbildung zur Stillberaterin machen, weil ich im Umfeld erlebe, dass viele Frauen stillen möchten, aber ihnen von Krankenhäusern oder Ärzten (oft unnötige) Steine in den Weg gelegt werden.

Immer wieder raten Kinderzahnärzte vom Langzeitstillen ab, da dies angeblich Karies begünstigen soll und setzen Frauen regelrecht unter Druck, um diese zum Abstillen zu bewegen. Welche Erfahrungen hast du hiermit gemacht? Was ist deine Meinung dazu?

Die Zahnärztin bei der ich zur Stillzeit mit meinem Sohn in Behandlung war, hat sich nie negativ über langes Stillen geäußert. Bei meinem jetzigen Zahnarzt war ich das letzte Mal kurz nach der Geburt. Wenn die Kontrolle bald ansteht, wird es vermutlich kein Thema sein. Ich habe mich noch nicht auf der wissenschaftlichen Ebene mit dem Thema beschäftigt, deshalb kann ich hier nur sagen, dass ich nicht glaube, dass Karies durch langes Stillen begünstigt wird. Das wäre ja eine evolutionäre Idiotie.

Wo wir schon bei den Zähnen sind: Nicht wenige der kleinen Racker beißen ja gerne zu, wenn sie ihre ersten Zähnchen bekommen. Wie hast du diese Zeit stilltechnisch überwunden? Und falls du Probleme hattest: Hast du irgendwelche Tipps, die du anderen Müttern hierzu weitergeben könntest?

Mein Sohn hat mich einmal gebissen (da war schon ein Zahn da), da habe ich so heftig geschrien vor Schmerz, dass er sich fürchterlich erschrocken hat und es nie wieder gemacht hat. Meine Tochter war da schon ein härterer Fall. Sie fand meine Schreie eher lustig und hat über Wochen immer wieder gebissen. Es hat aufgehört, nachdem ich ihr auf den Rat einer Freundin hin in einer ruhigen Minute, in der ich nicht gestillt habe und sie gut drauf war, gesagt habe, dass mir das wehtut und ich nicht möchte, dass sie das macht. Sie hat aus heiterem Himmel angefangen zu weinen und hat es dann nie wieder gemacht. (Ehrlich, kein Witz! Ich habe das selbst für Quatsch gehalten und bin auch nicht besonders esoterisch oder so.) Inzwischen turnt sie manchmal so beim Stillen rum, dass die Zähne dann etwas wehtun, aber dann setze ich sie anders hin und erkläre es ihr, das klappt ganz gut. Mit ihren Zähnen trifft sie mich also eigentlich nur noch aus Versehen.

Egal ob die Kleinen nun beißen oder nicht – manchmal gibt es beim Stillen körperliche Probleme, die Mütter mitunter auch verzweifelt zum Abstillen bringen können, da sie nicht wissen, wie sie der Probleme anders Herr werden können. Gab es auch bei dir Probleme? Und falls ja – wie hast du sie lösen können?

Ich habe trotz Stillens nach Bedarf immer einen heftigen Milcheinschuss nach der Geburt und habe in den ersten Tagen mit extrem wunden, schmerzhaften Brustwarzen zu kämpfen. Was den Milcheinschuss betrifft: Augen zu und durch. Beim Sohn hatte ich Schüttelfrost mit wahnsinnigem Frieren, Heizung auf fünf, drei Decken und Wärmflasche im Wechsel mit krassem Schwitzen, Fenster auf im Winter, etc. Bei meiner Tochter war es im Vergleich dazu relativ harmlos, ich hatte aber mehrere Tage mit sehr schmerzhaften und übervollen Brüsten zu kämpfen, das hat sich nur sehr langsam reguliert. Und die wunden Brustwarzen: Bei mir kommt es in den ersten Wochen darauf an, dass ich penibel darauf achte, das Baby richtig anzulegen. Meine Hebamme beim Sohn konnte mir dabei nicht helfen, weil sie das Problem nicht erkannt hat. Meine Brustwarzen waren nach dem Stillen immer verformt und die Schmerzen wurden immer schlimmer. Mit Hilfe des GU Buches habe ich dann „nach Anleitung“ Schritt für Schritt angelegt. Dadurch verformten sich die Brustwarzen nicht mehr und verheilten. Nach den ersten Wochen war das jeweils kein Problem mehr, die Brustwarzen härten ja zum Glück ab.

Ein anderes Thema ist die Ernährung: Oft denken Frauen ja heute noch, dass man spätestens mit sechs Monaten anfangen sollte, einzelne Stillmahlzeiten durch mehr oder weniger feste Nahrung zu ersetzen. Du stillst aber noch will dein Kind etwa nichts Gescheites essen? Nein, ganz im Ernst: Wie sieht bei euch die Kombination aus Muttermilch und fester Nahrung im Alltag aus? Habt ihr da einen festen Rhythmus oder gibt es mal dieses, mal jenes, je nachdem was gerade verfügbar ist?

Unser Sohn hat ganz klassisch Brei bekommen nach acht Monaten Vollstillen. Mit sechs Monaten hatte er überhaupt kein Interesse daran. Ich habe dann angefangen, Mahlzeiten zu ersetzen und habe irgendwann angefangen, ihn dazwischen oder danach wieder zu stillen. Er zeigte das Bedürfnis und ich habe es dann erfüllt. Das war wohl der Zeitpunkt, wo ich beim Stillen „hängen geblieben“ bin. Die Tochter ist ein BLW Kind. Sie hat etwa mit fünf Monaten Interesse am Essen gezeigt und dann von mir was bekommen. Das hat mit ihr ziemlich gut geklappt und sie hat zum Teil recht früh größere Mengen gegessen. Sie isst mit, wenn wir essen oder kriegt zwischendurch mal Fingerfood ein Stück Apfel oder eine Dinkelstange zum Beispiel. Wenn sie nichts will, dann stillen wir auch mal fast ausschließlich. Sowieso stillt sie relativ oft, meistens haben wir ca. ein bis zwei Stunden Abstände, egal wie viel sie isst.

Wo wir gerade bei der Verfügbarkeit sind: Du hast ja mehrere Kinder. Gab es da nie Streit um die Brust? Wie hast du das Problem gelöst und welche Tipps würdest du anderen Müttern hierzu geben?

Da meine Tochter erst nach dem Tod unserer Söhne geboren wurde, musste sie die Brust nie teilen.

Eine andere Sache, die auch mit der Verfügbarkeit zu tun hat: Bist du bereits wieder im Berufsleben tätig oder noch zu Hause? Und falls du wieder im Berufsleben tätig bist – wie bekommst du das mit dem Stillen unter einen Hut? Welche Tipps kannst du anderen Stillmüttern hierzu geben?

Beim Sohn...



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