Beck | Alles Himmel | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 372 Seiten

Beck Alles Himmel


10. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7392-7743-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 372 Seiten

ISBN: 978-3-7392-7743-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dieser Roman erzählt über das Abenteuer der Liebe. Er erzählt von dem Kampf um das Überleben und von dem Mobilisieren neuer Lebenskräfte. Jener Bilder im Geiste, die, umso länger und intensiver wir sie festhalten, sich mehr und mehr in eine Form des Seins umsetzen, die man fühlen, sehen, berühren, kurz, mit den äußeren Sinnen wahrnehmen kann. Er erzählt von der Einsicht, dass sich die Grenzen zwischen dem Paradies und der Hölle verwischen, wir mehr als nur ein Staubkorn sind, das alles Magie ist. Leseprobe und Infos unter: www.alles-himmel.de Ihre Meinung: info@alles-himmel.de"

Horst Beck lebt in Schleswig-Holstein (Ostseeküste) und ist seit Jahren als Autor tätig. Er arbeitete als Kameramann und Pilot. Hobbys: Musik, Fotografie und Fliegen.
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3


Cerris und Linda


Desillusioniert lag ich auf dem Bett in meinem Hotelzimmer. Die Ereignisse der letzten Stunden dominierten meine Gedanken, schwebten über mir wie das Schwert des Damokles. War meine Reise hier bereits zu Ende? Sollte ich den Mercedes wieder nach Bremerhaven verschiffen? Mir ein Flugticket kaufen und nach Hamburg fliegen? Ich könnte dem „Freund“ das Schrottauto vor die Tür stellen, mit den besten Grüßen meiner geballten Faust. Oder ihn wegen Betrug anzeigen – oder, oder, oder…

Das Szenario folternder Gedanken ist reichhaltig. Nach kurzer Zeit jagten sich die Emotionen. Wie ein Schlag trafen mich Trauer, Wut, Hilflosigkeit, Verzweiflung und Machtlosigkeit. Die Kette der sich aneinander reihenden Gedankenfetzen riss nicht ab. Ich war im tiefen, schwarzen Raum der Unbeweglichkeit gefangen. Alle Geräusche um mich herum verstummten. Ich stand inmitten der rabenschwarzen Finsternis. Die Zeit kam zum Stillstand…

Der freie Fall ließ mich hochschrecken. Vom Bett fallend traf mich ein harter Schlag. Ich lag auf dem Fußboden. Langsam erhob ich mich wieder und setzte mich auf die Bettkante. Ich war eingeschlafen. Ein böser Traum hatte mich gefangen genommen. Wieder in die Realität zurückgekehrt half kein Kneifen, es gab kein zweites Erwachen. Mit der Präzession eines chirurgischen Eingriffes traf mich die Erkenntnis, dass alles was jetzt folgte zu einem Rechenexempel über Geld und Zeit wurde.

Der nächste Tag begann, wie der vorherige endete. Gefangen in der neuen Situation, wollte ich versuchen, mein negatives Denken zu ändern. Nur so hatte ich eine Chance, die Welt, die mich umgab zu verändern.

Fest entschlossen, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, fuhr ich an den Strand. Auf dem Surfbrett wollte ich meinen Kopf frei pusten. Der Mistral war mit mir. Dieser gleichmäßige, mit fünf bis sechs Windstärken blasende Wind, brachte mich an die Grenzen meiner Kräfte. Wie Schraubstöcke umklammerten meine Hände den Gabelbaum. Ich ritt einen wilden Tanz auf den Wellen, bis meine Arme schmerzten, mein Körper zu zerspringen drohte und die Gedanken über negative Energien im Pazifik versanken.

Sollten die Haie sie fressen.

Die Zeit bestimmt die Abfolge von Ereignissen oder Bedürfnissen. Wie so oft hatte ich über das Surfen die Zeit vergessen. Ein untrügliches Gefühl ließ den Schluss zu, dass es bereits um die Mittagsstunde war. Ich hatte Hunger. Von der Blind Pass Rd. am Turtle Beach zum nächsten Restaurant waren es gute zehn Minuten Fußweg. Ich ließ das Auto stehen und machte mich auf den Weg zum „Turtles Restaurant“. Es war bekannt für sehr schmackhaftes Seafood. Von einer Terrasse fiel der Blick auf eine mit Palmen, kleinen Teichen und Brücken ausgestattete Parkanlage. Pelikane vervollständigten das Bild der Idylle. Im nahtlosen Übergang der endlose Strand und das Rauschen der Wellen des von Surfsegeln bunt getupften, türkis schimmernden Golf von Mexico. Das irdische Paradies wird oft als nicht zugänglich beschrieben. Doch finden sich immer wieder Plätze auf dieser Erde, die jene Hoffnung zulassen, es erahnen zu dürfen.

Ich entdeckte einen unbesetzten Tisch für zwei Personen. Der Kellner begrüßte mich mit einem freundlichen »Hallo, was kann ich für Sie tun?«

Nach meiner Bitte um eine Speisekarte zog er diese, wie bei einem Zaubertrick, unter seinem Arm hervor.

Ich versuchte einen Blick darauf zu werfen, wurde aber durch die Unterhaltung am Nebentisch abgelenkt.

»Ist das nicht der Typ vom Strand? - Du weißt, vorhin, auf dem Surfbrett«, klang es leise aber gut hörbar. Ich blickte unauffällig hoch, indem sich nur meine Augen in Richtung des Nebentisches bewegten. Drehte es sich um meine Person? Ja - ich saß alleine am Tisch. Ich hob den Kopf und lächelte schüchtern. Zwei hübsche Augenpaare waren auf mich gerichtet. Das schüchterne Lächeln wurde von beiden erwidert. Ein aufeinander folgendes, leises

»Hi.« folgte.

»Hi.« Ich sah in haselnussbraune, mandelförmige Augen, die von schokoladen braunem Haar, das weich und lockig auf die Schultern fiel, umgeben waren. Rechts daneben schaute ich in wasserblaue, von blonden, beinahe weißen, kurzen Haaren eingerahmte, murmelförmige Augen. Zwei Gesichter, die gegensätzlicher nicht sein konnten. Sie waren ziemlich attraktiv.

»Wir sind uns nicht sicher.« Die blauen Augen sahen mich zögerlich an. »Warst Du vorhin mit einem Surfbrett auf dem Wasser?« Das Blau wurde fragend.

»Direkt hier an der Surfschule«, ergänzten die braunen Augen.

»Ja, war toll.«

»Du surfst bestimmt schon länger. Das war beeindruckend.«

Die braunen Augen strahlten voller Anerkennung.

»Ihr surft auch?«

»Ja, Cerris schon etwas länger. Ich erst seit letztem Jahr«, sagten die blauen Augen und die Braunen hatten einen Namen.

»Ich versuche es seit ungefähr zehn Jahren. Aber jetzt das erste Mal im Golf von Mexico mit einem Mistral im Segel.«

»Nein, es war großartig.« Cerris bewegte ihren Kopf und die Haare strichen seicht über ihre zarten Schultern. »Wo surfst Du, wenn nicht hier?«

»Ich?« Was für eine dumme Frage, wer sonst. Einen Augenblick wurde es still, dann sagte ich, »Auf der Ostsee.«

»Wo?« Die blauen Augen vergrößerten sich auf fast das Doppelte. Ich versuchte ein Lachen. »Ostsee, in Deutschland. Ich komme aus Deutschland. Bin sozusagen auf der Durchreise.« Ich sah in fragende Gesichter.

»Deutschland? Oh ja, man hört es ein wenig am Akzent.« Cerris lachte. »Lindas Großvater ist aus Deutschland.« Beide lachten. Die blauen Augen hatten jetzt auch einen Namen.

»Euer Essen.« Der Kellner stellte zwei Teller mit Fischspezialitäten auf ihren Tisch.

»Danke John.« Sie lächelten den Kellner an.

»OK ihr Beiden. Guten Appetit.« Er wendete sich mir zu. »Schon etwas ausgesucht?«

»Nein. - Nein noch nicht.« Gedankenversunken schaute ich auf den Teller, der vor Cerris stand und sagte, »Ich glaube ich nehme das Gleiche. Das sieht wirklich sehr gut aus. Dazu ein Tonic mit viel Eis.« Mit einem zufriedenen wirkenden Lächeln bestätigte ich meine Bestellung.

»Ihr seid öfter hier?« Ich schaute erst Cerris, dann Linda an. Ohne ihre Antwort abzuwarten, weil mir die Frage überflüssig erschien, sagte ich, »Oh, ich glaube, ich sollte mich vielleicht erst einmal vorstellen. Ich heiße Jeff.« Wie zum Gruß hob ich meine rechte Hand.

»Ich heiße Cerris.« Auch ihre rechte Hand löste sich ein wenig vom Tisch.

»Ich heiße Linda.« Sie nahm ihr mit Wasser gefülltes Glas und prostete mir zu.

»Jeff? Das klingt aber nicht wirklich deutsch.« Cerris sah mich fragend an.

»Ja, stimmt. In meinem Pass steht Josef. Aber schon seit meiner Schulzeit rufen mich alle Jeff.«

»Hallo Josef

Sie schien Spaß daran zu haben, meinen Namen auszusprechen. Noch nie zuvor hatte ich ihn mit diesem amerikanischen Akzent gehört. Ich hatte den Eindruck, dass er eine ganz neue Bedeutung bekam. Es klang sehr erotisch, vielleicht auch ein wenig poetisch… – halt stop. Wenn ich diese Gedanken nicht sofort beende, würde ich die Augen verdrehen und unmerklich, leise seufzten. Das durfte nicht geschehen. Jeff, - Josef - reiß dich zusammen.

»Hallo Cerris.« Unsere Blicke trafen sich.

Was für ein schönes Gesicht. Was für eine bezaubernde Frau, dachte ich.

»Guten Appetit.« Der Kellner stellte einen hübsch dekorierten Teller mit Fischspezialitäten vor mich auf den Tisch. Dazu ein Tonic mit viel Eis.

»Ich möchte noch ein Wasser.« Linda zeigte auf ihr leeres Glas.

»Und Du, Cerris. Auch noch ein Wasser?«

»Gerne, John. Gibst Du mir ein Stück Zitrone dazu?«

Ihr Lächeln würde in jeder Werbung den Umsatz in das Unermessliche steigern.

»Möchtest Du Dich nicht zu uns setzen?« Linda zeigte auf einen freien Stuhl an ihrem Tisch.

»Ja, gerne. Sehr gerne.« Ich zog um. Saß ihnen jetzt direkt gegenüber.

Surfer dieser Welt vereinigt euch! Nur selten, nein, noch nie hatte ich in diesen fünf Worten einen derartig tiefen Sinn erkannt.

Der feine Duft aus einer Mischung von Sonnencrem und teurem Parfum lag in der Luft und dirigierte meine Sinne. Das Essen wurde relativ unwichtig im Ablauf der folgenden Geschehnisse.

Ich gab mir Mühe, die Spezialitäten auf meinem Teller mit der gebührenden Aufmerksamkeit zu beachten.

»Das ist aber wirklich sehr gut.« Meine Gabel vergrub sich in einen Schrimp. Cerris und Linda waren in gleicher Weise mit ihrem Essen beschäftigt. Eine leichte Spannung lag in der Luft. Wer würde den entscheidenden Satz aussprechen – »Seit ihr, bist Du, morgen wieder am Strand? Wir könnten uns ja treffen und eine Runde Surfen«, oder so ähnlich.

Cerris schaute mich an und fragte, »Wie lange bleibst Du in Sarasota?« Sie machte eine kleine Pause. »Wo führt Dich Deine Reise hin. Du sagtest, Du bist...



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