E-Book, Deutsch, 332 Seiten
Bechter / Budzyn Grimsby's schwarze Seele
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7431-9895-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 332 Seiten
ISBN: 978-3-7431-9895-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Mein Name ist Lisa Katharina Bechter, ich bin am 16. Dezember 1986 in Moers, im Westen des Ruhrgebietes geboren. Mittlerweile lebe ich gemeinsam mit meiner Familie im hübschen Städtchen Grevenbroich. Das Schreiben hat mich in meinem Leben immer begleitet. Angefangen mit den kindischen Tagebüchern, in denen man sich über seine Eltern ärgerte und heimlich hinein schrieb, in wen man sich verliebt hatte. Nach einigen Jahren, in denen ich keinen Gedanken daran tat etwas aufzuschreiben, setzte ich mich nach vielen Umwegen auf dem Lebensweg bald hin und begann das Gespräch mit mir selbst zu führen ... Ich schrieb Zeile um Zeile und fühlte, wie gut es tut, mich wieder einmal wirklich öffnen zu können. Mein Gedankenlabor sollte von nun an ein wichtiger Begleiter sein. Bestückt mit meinen Gedanken und konfuse Zeilen ist es der Spiegel meiner Seele. Neben meinem ganz persönlichen Gedankenlabor verfasse ich von Kurzgeschichte über Lyrik & Prosa fast alles, was mich bewegt, berührt und kreativ fördert. Darüber hinaus bin ich als Autorin und Lektorin für diverse Projekte tätig. Mehr zu mir und meinen Projekten finden Sie auf meiner Webseite: http://lisakatharinabechter.jimdo.com/
Autoren/Hrsg.
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Ich fuhr gerade aus der Parklücke als Grace aus ihrer Starre erwachte.
„Hast Du vorhin den komischen Kauz gesehen?“
„Meinst du Jonathans Vater? So komisch fand ich ihn nicht, aber ja den habe ich gesehen!“
Sie schüttelte den Kopf und schwieg erst mal. „Was hältst du denn von Jonathan? Er macht wirklich einen sehr netten Eindruck, oder? Ach, er sieht echt super aus, die grünen Augen, die dunkelbraunen kurzen Haare und die so dunkle sympathische Bassstimme. Er macht einen ganz anderen Eindruck als Ethan, nicht so der Bad Boy verschnitt. Vielleicht schreibe ich ihm ja wirklich heute Abend mal, er hat mir vorhin noch schnell seine Handynummer zugesteckt. Grace? Jetzt sag doch auch mal was dazu!“ Sie schien mir gar nicht wirklich zuzuhören und ganz wo anders mit ihren Gedanken zu sein. Wahrscheinlich war sie schon wieder bei ihrem Date mit Matthew heute Abend. Ich fand es ja schon süß, dass die beiden nach Jahren immer noch Dates hatten, aber dass sie vorher immer noch so aufgeregt war, als wäre es ihr erstes Date, nervte mich gerade schon sehr!
„Hast du den älteren Mann, mit der dunkelgrünen Strickjacke, der schmutzigen grauen Hose und den dunkelblauen Gummistiefeln wirklich nicht gesehen? Er hatte einen total durchdringenden Blick, ist aber auch ganz schnell wieder aus dem Laden raus. Du musst doch zumindest die Türglocke gehört haben, als er rein kam und wieder raus ging!“ Ich musterte sie flüchtig, sie wirkte nicht sonderlich erschrocken oder aufgedreht.
Ich konnte nichts Ungewöhnliches an ihr sehen. „Grace, sei mir nicht böse, aber ich habe außer uns vieren niemanden gesehen und nur von uns habe ich das Türglöckchen gehört. Bist du sicher, dass dir deine Fantasie nicht durch ging, als du dir einen der Thriller näher angesehen hast?“
Sie brummte einmal kurz vor sich hin, allerdings konnte ich nicht sagen ob sie mir Recht gab oder einfach nur zickig das Gespräch beendete. Also schwiegen wir beide den Rest der Fahrt über. Sie war mit ihren Gedanken eh ganz wo anders und ich wollte mich nicht unbedingt mit einer leeren Hülle unterhalten.
Im Auto, vor ihrem Haus verabschiedeten wir uns trotz der kleinen Zickerei genauso herzlich wie wir uns begrüßt hatten und ich fuhr zu mir nach Hause. In meiner Auffahrt stellte ich den Wagen ab und ging zur Haustür. Für mein Alter und Beruf hatte ich ein großes und und richtig schönes Haus. Meine Eltern haben mir zu meinem 21. Geburtstag das Haus geschenkt, in dem ich aufgewachsen bin und zogen selbst in eine kleinere Wohnung, da es ihnen einfach zu groß war und sie sich mit zunehmenden Alter nicht länger so viel Arbeit aufhalsen wollten.
Als ich die Tür aufschloss wurde ich wie immer von meinem kleinen Goldstück begrüßt.
Cherry, mein kleiner Rauhaardackel freute sich, als wäre ich mindestens zwei Tage und nicht nur vier Stunden weg gewesen.
Die Tüte von Willoughby Books und meine Tasche legte ich im Flur ab und begrüßte ausgiebig mein kleines Mädchen. Dann schnappte ich mir ihre Leine und wir liefen eine Runde um den Block. Ich genoss den fantastischen Ausblick auf das Meer und war froh das Glück zu haben, diese wundervolle Küstenstadt mein Zuhause nennen zu können. Ich dachte über unseren kleinen Ausflug nach, ob Grace sich mittlerweile wieder beruhigt hatte?
Als Cherry und ich wieder von unserem Spaziergang zurück waren, konnte ich mich der ersten und wichtigsten Sache widmen.
Jogginghose anziehen!
Schnell noch einen Tee „Momente der Liebe“ mit Kirsche und Rosenblüten gemacht und dann auf die Couch.
Meine Errungenschaft „Ein Sommernachtstraum“ von Shakespeare lag schon auf meinem Wohnzimmertisch und den Zettel mit Jonathans Handynummer hatte ich ins Buch gelegt. Dieser blitze jetzt etwas aus den Seiten raus. Sollte ich ihm jetzt schon schreiben oder hielt ich es lieber wie die Frauen in den Tv-Serien und Filmen und wartete die berühmten drei Tage? Cherry lag neben mir, mit ihrem Kopf auf meinem Bein und beobachtete mich. Ich fing einfach an drauf los zu plappern. Sie antwortet mir zwar nicht, aber im Gegensatz zu Grace heute, hört Cherry mir wenigstens zu. Dabei verstand sie nicht mal worum es ging.
Nach einigen einseitigen Gesprächen mit Cherry nahm ich mein Handy und Jonathans Nummer und schrieb ihm eine Whats App-Nachricht. Kurz nachdem die Nachricht in seinem Handy ankam, hatte ich auch schon eine Antwort. Wir schrieben über Gott und die Welt, mussten beide dann aber gegen Abend die Notbremse ziehen. Denn wir sind irgendwann vom Schreiben aufs Telefonieren umgestiegen und hatten alle anderen Dinge völlig ignoriert. Außer, dass er zwischendurch ein paar Kunden bediente und mich dafür dann kurz zur Seite legte. Dennoch musste er jetzt noch einiges für seinen Vater und den Laden erledigen und ich musste neben der letzten Runde, die ich mit Cherry zu gehen hatte, noch ein bisschen Haushalt machen und ich brauchte unbedingt noch etwas um meinen Magen zu füllen. Der meckerte nämlich auch schon seit einer gefühlten Ewigkeit!
Gegen halb elf war ich endlich bettfertig und konnte mich in mein riesiges Bett kuscheln.
Wie auf Abruf vibrierte mein Handy wieder, Jonathan schrieb mir eine Nachricht, um mir eine gute Nacht zu wünschen:
Mein Herz hüpfte und ich schrieb ihm natürlich direkt zurück.
Gerade als ich mein Handy wieder auf meinen Nachttisch gelegt hatte, vibrierte es erneut und wieder war es eine Nachricht von Jonathan. Ich müsste eigentlich wirklich schlafen, schließlich musste ich morgen ziemlich früh wieder raus und hatte nur heute einen Tag frei. Es machte wirklich Spaß mit ihm zu schreiben und ich war noch so aufgedreht vom ganzen Tag, da war an Schlaf noch nicht wirklich zu denken.
Also nahm ich mein Handy wieder in die Hand…
Oh Gott, Freitagabend, das wäre also schon übermorgen. Ich dreh durch, was sollte ich denn dann anziehen? Mein Schrank war leer! Morgen muss ich auf jeden Fall mit Grace sprechen, sie musste mich beraten und eventuell müssten wir dann noch mal zusammen shoppen gehen. Nicht, dass ich heiß darauf wäre durch die Läden zu rennen und ein Teil nach dem anderen anzuprobieren, aber solch besondere Situationen erfordern eben auch besondere Handlungen. Auch wenn es dann für mich hieß „shoppen“!
Ein bisschen Angst hatte ich jetzt schon vor seiner Antwort, aber wenn er jetzt wirklich sagen würde, dass er bis Freitag nicht mehr mit mir schreiben wollte, konnte ich wohl auch am Freitag nicht zu unserem Date kommen! Ich musste ein bisschen über mich selbst schmunzeln, war doch verrückt, sich so einen Kopf zu machen ... Doch statt einer weiteren Textnachricht ging leise mein Klingelton „Nelly – Just a Dream“ los, ich schaute verwundert auf mein Display und es war Jonathan der anstatt noch eine Nachricht zu schreiben einfach anrief.
„Ähm, ja?“, ging ich super intelligent dran und verdrehte verärgert über meine eigene Dummheit in dem Moment, die Augen. „Müssten wir nicht beide morgen ziemlich früh wieder raus würde ich nicht nur weiter mit dir schreiben wollen, sondern ich würde wahrscheinlich fragen ob du dich nicht doch noch mit mir treffen magst!“ Obwohl er mich natürlich nicht sehen konnte wurde ich ganz rot, ich war es gar nicht gewohnt so umworben zu werden. „Ja, das ist wirklich schade. Vielleicht können wir das ja morgen Abend machen, dann verzichten wir auf das Telefonieren und Schreiben und können alles vorher erledigen und uns dann abends noch treffen.“ Er fand die Idee gut und wollte mir die Adresse, an der er sich mit mir treffen wollte texten. Wir legten wieder auf und ich fragte mich, an was für einem Ort er sich mit mir treffen wollte, seiner Aussage nach war es ein geheimer Ort, den nur er kannte.
Irgendwie naiv von mir, dass ich einfach zugesagt hatte. Wer weiß was er vorhatte? Aber in diesem Fall werde ich dieses Risiko wohl eingehen müssen. Ich fand es toll, dass er mich einfach anrief um sicher zu gehen, dass ich nichts Falsches dachte und um alles zu klären und sogar ein Date für den nächsten Tag auszumachen!
Ich fühlte mich ein bisschen in die Teenie-Zeit zurückversetzt. Aber nur ein kleines bisschen! Mit einem Lächeln vom linken bis zum rechten Ohr, schlief ich schließlich doch...




