E-Book, Deutsch, Band 0060, 352 Seiten
Reihe: Historical Lords & Ladies
Beacon / Alexander Historical Lords & Ladies Band 60
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7337-6843-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0060, 352 Seiten
Reihe: Historical Lords & Ladies
ISBN: 978-3-7337-6843-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
KEINE LADY FÜR LORD STRENSHAM? von BEACON, ELIZABETH
Als Dienstmagd arbeitet Hetty auf Rosecombe Park. Niemand ahnt, dass sie eigentlich aus einer guten Familie stammt. Am wenigsten Viscount Strensham - der Mann, der ihr Herz höher schlagen lässt. Aber Hetty darf nicht von der großen Liebe träumen, obwohl der Viscount ihre Gefühle zu erwidern scheint. Denn er muss eine reiche, standesgemäße Erbin ehelichen! Und Hetty darf ihm nicht verraten, wer sie wirklich ist ...
SÜßER VERRAT von ALEXANDER, MEG
Wütend stellt Edward Thorpe, Viscount Lyndhurst, Georgina zur Rede. Sie hat seinem Bruder zur Flucht verholfen und soll ihm nun dessen Aufenthaltsort preisgeben. Die Schöne stellt eine Bedingung: Das Versteck zeigt sie ihm - jedoch nur persönlich! Auf der Reise kommen sie sich näher, und Edward versinkt in einem Strudel des Verlangens. Aber kann er Georgina vertrauen - oder verfolgt sie einen finsteren Plan?
Das ganze Leben lang war Elizabeth Beacon auf der Suche nach einer Tätigkeit, in der sie ihre Leidenschaft für Geschichte und Romane vereinbaren konnte. Letztendlich wurde sie fündig. Doch zunächst entwickelte sie eine verbotenen Liebe zu Georgette Heyer`s wundervollen Regency Liebesromanen, welche sie während der naturwissenschaftlichen Schulstunden heimlich las. Dies half ihrer schulischen Karriere jedoch nicht gerade weiter. Deshalb überraschte sie vor allem sich selbst damit das Studium der englischen Literatur mit Auszeichnung abzuschließen. Sie liebte jede Minute. Vor allem die Kurse im kreativen Schreiben hatten es ihr angetan und gaben ihr Hoffnung eines fernen Tages ein Buch veröffentlichen zu können. Dafür war viel Zeit und Hartnäckigkeit notwendig, aber nun ist sie glücklich an ihrem Ziel angelangt. Die britische Regency Epoche ist so vielschichtig und faszinierend, dass sie nimmer Müde ist begeistert Nachforschungen darüber anzustellen. Lebhafte Heldinnen und traumhafte charismatische Helden zu erschaffen ist für sie ein Liebesdienst und dennoch will sie das Wagnis eingehen über andere Perioden zu schreiben. Eines Tages so hofft sie, wird sie eine neue Welt entdecken in der sie gelegentlich ihre Geschichten ansiedeln kann und sie auf dieser Reise von ihren Lesern begleitet wird.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Jetzt wirst du Granby heiraten müssen“, bemerkte Lady Winforde mit unverhohlener Genugtuung.
„Eher heirate ich den Stiefeljungen!“
„Deine Vorliebe für die niedrigen Stände ist nicht von Bedeutung.“ Lady Winforde betrachtete die schlanke junge Frau vor sich voller Abneigung, und Thea zwang sich, den kalten Blick aus den farblosen Augen zu erwidern, als koste es sie nicht die geringste Überwindung. „Du kannst schließlich kaum behaupten, du seiest von Stand. Für meinen Sohn – immerhin ein Baron – bedeutet die Heirat mit der Enkelin eines Findelkinds eindeutig einen gesellschaftlichen Abstieg.“
„Immerhin ließen Sie sich herab, Madam, aus Geldgier in zweiter Ehe den Bruder meines Großvaters zu heiraten, der auch ein Findelkind war! So wie Sie auch die Gastfreundschaft meines Großvaters annahmen. Sie befinden sich unter seinem Dach, vergessen Sie das nicht, auch wenn er nicht mehr am Leben ist, Lady Winforde.“ Thea betonte den Namen verächtlich, denn eigentlich stand der Titel ihrer angeheirateten Großtante nach der Vermählung mit Miles Hardy nicht mehr zu. Sie war kurz davor, die Beherrschung zu verlieren. „Außerdem ist Ihr Sohn ein Spieler, der bereits in kürzester Zeit das Geld, das Sie von meinem Großonkel geerbt haben, durchgebracht hat, und ein Trunkenbold. Keine Frau, der ihr körperliches und geistiges Wohlbefinden wichtig ist, würde ihn aus freien Stücken heiraten, ganz gleich, ob sie von Stand ist oder nicht.“
Lady Winforde ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. „Nun, eine solche Dame würde allerdings auch nicht die Nacht im Schlafgemach eines Gentleman verbringen. Leugnen kannst du nicht, selbst der Vikar war Zeuge“, fügte sie triumphierend hinzu. „Dir bleibt gar keine andere Wahl, als den Antrag meines Sohnes anzunehmen. Der arme Junge. Auf eine so geschmacklose Art und Weise in die Ehefalle gelockt zu werden, noch dazu von einem Ränke schmiedenden Geschöpf wie dir.“
„Zweifellos wird ihm die Aussicht auf den uneingeschränkten Zugriff auf mein Erbe helfen, diesen Umstand zu ertragen.“
„Wie gut du doch die Lage verstehst“, spottete Lady Winforde. „Jetzt ist es höchste Zeit für dich, dich auf dein Zimmer zurückzuziehen und über dein unverdientes Glück nachzudenken. Nach eurer Heirat kannst du mit Granby ein Schlafgemach teilen, ohne den Anstand zu verletzen.“
„Ich würde lieber einen Schlafsaal mit den Geisteskranken des Bethlehem-Hospitals teilen!“
„Ach, wirklich, liebe Nichte? Das lässt sich einrichten, wenn du weiterhin darauf beharrst, die Konventionen zu missachten. Schließlich ist mein Sohn auch dein Vormund.“
„Ich bin nicht Ihre Nichte!“ Thea verabscheute Lady Winforde, seit diese mit ihrem Sohn hierher zu ihr und ihrem Großvater gezogen war. „Und die Treuhänder meines Vermögens würden solchen schamlosen Lügen niemals Glauben schenken.“
„Wenn du dich da mal nicht täuschst. Deine Weigerung, einen so ehrenhaften Heiratsantrag anzunehmen, nachdem man dich im Schlafgemach meines Sohnes aufgefunden hat, wird sie wohl kaum von deinem gesunden Menschenverstand überzeugen. Ganz besonders, da Zeugen dich in dieser kompromittierenden Lage fanden, die über jeden Verdacht erhaben sind.“
„Wie kam es eigentlich, dass der Vikar und seine Frau ausgerechnet zu diesem so günstigen Zeitpunkt zugegen waren?“
„Ein Mann Gottes ist in seiner Nächstenliebe immer bereit, einer besorgten Witwe in einem solch schwierigen Moment zu Hilfe zu eilen.“
„Seine Frau ließ sich allerdings eher von Neugier als Nächstenliebe leiten, darauf verwette ich meinen Kopf.“
„Was für eigenartige Ausdrücke du doch benutzt. Zweifellos eine Folge deiner seltsamen Erziehung.“
„An meiner Erziehung gibt es nichts auszusetzen“, fuhr Thea sie unbeherrscht an.
Lady Winforde hob spöttisch die dünnen Augenbrauen. „Vielleicht nicht für die Enkelin eines Bürgerlichen“, fuhr sie höhnisch fort. „Dennoch müssen wir das Beste aus dem Unvermeidlichen machen. Du gehst auf dein Zimmer zurück und sammelst dich für die Hochzeit mit meinem Sohn. Eine Braut muss sich auf ein so ernstes Ereignis vorbereiten.“
Während sie einem der ungeschlachten Diener der Winfordes, der zweifellos verhindern sollte, dass sie flüchtete, zu ihrem Zimmer folgte, überlegte Thea schon fieberhaft, wie sie sich aus ihrer verzweifelten Lage retten könnte. Lady Winforde hat erreicht, was sie wollte, dachte, ich bin vor der ganzen Welt kompromittiert, mein guter Ruf ist ruiniert.
Bedrückt ließ sie sich auf das schmale Bett fallen – bis auf einen zerbrochenen Hocker das einzige Möbelstück in ihrem trostlosen Dachzimmer –, riss sich aber sofort wieder entschlossen zusammen. Irgendwie würde sie einen Weg aus dieser Falle finden, und wenn es ihren Tod bedeutete! Auf diese Weise würden die hinterhältigen Winfordes wenigstens nicht an ihr Vermögen kommen, denn im Falle ihres Ablebens, so hatte ihr Großvater verfügt, würde es an eine mildtätige Stiftung gehen.
„Zum Kuckuck, Nick, ich hätte dich in Southampton lassen sollen“, beklagte sich Major Marcus Ashfield, der neue Lord Strensham, und betrachtete seinen mageren Begleiter unter leicht gesenkten Lidern.
Selbst im schwachen Licht dieses Märznachmittags war die auffallende Blässe seines Cousins nicht zu übersehen. Marcus bereute, dass er Nick nachgegeben und ihn mitgenommen hatte.
„Ich hätte ihnen doch erlauben sollen, dir den Arm abzunehmen.“
„Keiner nimmt mir den Arm ab“, brachte sein Cousin mühsam hervor. „Dem fehlt nichts.“
„Nein, natürlich nicht. Nur eine eiternde Hiebwunde von einem französischen Degen. Als hätte die Schussverletzung in der Schulter nicht gereicht.“
Es entging ihm nicht, dass sein dickköpfiger Cousin Gefahr lief, vom Pferd zu fallen. Offensichtlich mussten sie ihre Reise unterbrechen. Aber wo sollten sie hier in dieser Wildnis eine sichere Unterkunft finden?
„Wie dem auch sei, du kannst nicht mehr weiter.“
„Doch, klar kann ich. Die ganze Nacht, wenn es sein muss. Beim Ritt über die Pyrenäen habe ich auch nicht schlappgemacht.“
„Nur dass du damals weder Fieber hattest noch zwei Wunden, die dich schwächten.“
„Du warst schon immer ein lästiger Mensch“, flüsterte Nick, dann wurde es schwarz vor seinen Augen.
Marcus gelang es im allerletzten Augenblick, den Ohnmächtigen aufzufangen und das erschrockene Pferd zu beruhigen.
„Dem Himmel sei Dank für deine guten Manieren, Herkules, alter Junge“, lobte er sein Pferd, das dem Schenkeldruck seines Herrn sofort gehorcht und bewegungslos stehen geblieben war. Der temperamentvolle Hengst tat zwar seinen Unmut durch ein Schnauben kund, machte aber sonst keinen Versuch davonzugaloppieren, als Marcus aus dem Sattel rutschte und dabei gleichzeitig Nick auf dessen Pferd zu halten versuchte.
„Wir stecken ganz schön in der Klemme, mein Alter“, sagte Marcus und seufzte auf.
Er schaffte es sogar, dass Nicks kostbarer schwarzer Hengst sich wieder so weit beruhigte, wie es einem so nervösen Tier überhaupt möglich war. Jetzt blieb Marcus nur, Nick an seinem Sattel festzubinden – wie sie es im Regiment häufig mit den Verletzten taten, wenn sie weiterreiten mussten – und zu hoffen, in der Nähe irgendeine behelfsmäßige Unterkunft für die Nacht zu finden.
Es war dunkel zwischen den Bäumen, und ein Blick zum Himmel zeigte, dass kein freundlicher Mond ihnen den Weg weisen würde. Marcus überlegte, ob es besser wäre, gleich hier am Wegesrand Halt zu machen, da erhaschte er einen schwachen Geruch nach brennendem Holz in der kühlen Luft. Er lauschte angestrengt. Nur gewohnte Geräusche drangen an sein Ohr, und er führte die Pferde vorsichtig weiter durch die Dunkelheit. Der Geruch führte ihn einen Reitweg hinunter und tiefer in den Wald hinein. Nick fing in seiner Benommenheit an zu stöhnen, und Marcus’ Besorgnis wuchs. Wenn er ihn doch in den Händen der Ärzte in Frankreich gelassen hätte, statt ihn auf seiner Rückreise nach England mitzunehmen.
So sehr war er in Gedanken versunken, dass er die Hütte fast übersehen hätte. Selbst im schwachen Licht der Abenddämmerung fiel ihm auf, wie schäbig sie war. In der Not frisst der Teufel Fliegen, dachte er trocken und klopfte an die windschiefe Tür. Nach einigen Minuten, die ihm wie eine Ewigkeit vorkamen, wurde er ungeduldig.
„Wir sind Reisende, die von der Dunkelheit überrascht wurden, und wollen euch nichts Böses“, rief er. „Zum Teufel, wir brauchen Hilfe!“
„Wir ha’m nichts. Geht weg!“, ertönte eine ängstliche Stimme.
„Öffne einfach die Tür, Kind“, befahl Marcus etwas sanfter.
Doch die Tür blieb weiterhin verschlossen, und schließlich war Marcus es leid. Ein weiteres verhaltenes Stöhnen Nicks gab den Ausschlag. Marcus erzwang sich den Zutritt, indem er die wacklige Tür einfach aufstieß.
„Ich sagte, wir brauchen Hilfe“, sagte er scharf, als er auf der Schwelle stand.
„Und ich sag, wir ha’m nichts und geb’n nichts“, antwortete ihm jemand, den Marcus in der Dunkelheit nicht sehen konnte, mürrisch.
Ein Geräusch warnte ihn im letzten Augenblick, sodass Marcus blitzschnell den Arm hob und sich vor einem Hieb mit einem Holzknüppel schützte, der ihn sonst hart am Kopf getroffen hätte. Unbarmherzig umfasste er ein schmales Handgelenk, bis der Knüppel auf den Boden fiel, und zwang schließlich den Arm seines Angreifers nach hinten.
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