E-Book, Deutsch, 113 Seiten
Bayer Weihnachten - Das besinnliche Fest
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95520-039-8
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Großmutters bewährte Ratschläge für die schönste Zeit des Jahres
E-Book, Deutsch, 113 Seiten
ISBN: 978-3-95520-039-8
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
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Caroline Bayer ist eine erfolgreiche Buchautorin, die sich vor allem mit Tradition und bäuerlichem Brauchtum befasst. Außerdem hat sie fundierte Kenntnisse in Astrologie und Mondwissen. Sie lebt in Altbayern. Bei dotbooks erschienen 'Weihnachten - Das besinnliche Fest' und ihre 12 Astro-Titel 'Geboren im Zeichen ... Was das Sternzeichen über den Menschen verrät'.
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„Advent, Advent – ein Lichtlein brennt ...“ – Brauchtum zum Fest
Der Advent, die Zeit der „Ankunft“ (so heißt dieses lateinische Wort nämlich ins Deutsche übersetzt), gilt als die besonders besinnliche Zeit vor Weihnachten. In diesen vier Wochen stimmt man sich auf das Fest von Christi Geburt und die darauffolgenden Feiertage ein.
In der katholischen Kirche ist jetzt der Beginn des Kirchenjahres. Der Advent fängt am vierten Sonntag vor Weihnachten an. Heute noch kennt man viele Volksbräuchen, und es ist kaum zu glauben, dass viele davon vorchristlichen und somit heidnischen Ursprungs sind. Selbst das Weihnachtsfest selbst war ursprünglich ein heidnisches Fest: Germanen und Kelten feierten ebenso wie viele andere Urvölker, wie später auch die Römer um diesen Zeitpunkt herum die Wintersonnenwende: Die Sonne erwachte wieder zu neuem Leben, die Tage wurden wieder länger. Eine Bauernweisheit überliefert dies bis in unsere Tage, wenn sie besagt, dass die Tage länger werden:
„Weihnacht um an Muggenschritt,
Neujahr um einen Hahnentritt,
Dreikönig um an Hirschensprung,
Lichtmess um a ganze Stund'.“
Erst später – im vierten Jahrhundert – hat die christliche Kirche den Zeitpunkt der Feier von Christi Geburt auf diese Tage gelegt: auch um uraltes Brauchtum auszumerzen. Der Weihnachtsfestkreis beginnt übrigens schon am 30. November, dem Andreastag. Der Advent wurde fast überall ähnlich verbracht: Man wartet auf den Weihnachtstag, die Geburt Christi. Bei den Bauern hieß der Dezember früher Wintermond. Gerade im bäuerlichen Leben stand in diesem Monat die Arbeit im Haus an erster Stelle. Auf den Feldern gab es jetzt nichts mehr zu tun, wichtig war nun wieder die Hausarbeit. Einzelne Tage des Monats Dezember galten als besonders wichtig:
Am 1. Dezember soll Sodom und Gomorrha zerstört worden sein. Deshalb sollte man alles, was man an diesem Tag begann, auch beenden.
Der 4. Dezember ist das Fest der heiligen Barbara. Die an diesem Tag abgeschnittenen Obstzweige blühen an Weihnachten, und man nennt sie heute noch Barbarazweige. Nach einer alten Überlieferung verheißen sie eine segensreiches Jahr.
Am ersten Advent – vier Sonntage vor Heiligabend – zünden wir die erste Kerze des Adventskranzes an. Am letzten Sonntag, einige Tage vor dem Weihnachtsfest, brennen dann alle vier Kerzen. Manchmal allerdings fällt sogar der Heiligabend auf den vierten Advent: 1995 war das der Fall, und in den Jahren 2000 und 2006 wird es wieder so sein.
Vor etwa 150 Jahren kannte man in der Adventszeit lediglich Kerzenandachten, die regelmäßig abgehalten wurden. Dabei wurden bis zur Christnacht dabei jeden Abend mehrere Kerzen angezündet. Kränze kannte man schon viel früher. Sie wurden als „Ringzauber“ geflochten und sollten gegen fast alles Unheil helfen. „Unseren“ Adventskranz übrigens gibt es erst seit dem Ersten Weltkrieg.
Am 6. Dezember hat der heilige Nikolaus als Schutzherr der Kinder seinen Ehrentag. Schon seit etwa 1000 Jahren wird er verehrt. Das Brauchtum vom Nikolaus ist sehr verschieden. Hin und wieder wird er von dem Knecht Ruprecht oder auch dem Krampus begleitet; sehr selten kommt sogar ein „Nikoloweiberl“ mit. Besucht und beschenkt werden alle Kinder. Die „bösen“ Kinder werden vorher jedoch mit der Rute des Krampus „gezüchtigt“ und müssen versprechen, im kommenden Jahr besonders brav zu sein. In einigen Ländern (siehe unten) ist nicht das Christkind für Geschenke „zuständig“; sondern sie werden vom Nikolaus gebracht.
All diese Bräuche rund um den Nikolaus, dem Krampus und dem Knecht Ruprecht stammen aus der heidnischen Zeit. Ursprünglich waren sie Schreckgestalten, die aus dem Reich der Dämonen und Geister zu uns auf die Erde kamen.
Am 8. Dezember feiert die katholische Kirche das Fest von Mariä Empfängnis.
Am 13. Dezember ist der Tag der heiligen Luzia. Bis zur Einführung des gregorianischen Kalender 1582 war an diesem Tag die längste Nacht bzw. der kürzeste Tag des Jahres. Man feierte das Lichterfest, das heute noch in Sizilien am kürzesten Tag des Jahres begangen wird. In Schweden tritt heute ein Mädchen mit einer Krone aus Kerzen auf, das „Lussibrud“ („Lucienbraut“) genannt wird.
Am 21. Dezember ist Wintersonnenwend, der Winteranfang und zugleich der kürzeste Tag des Jahres. Jetzt hat die Sonne ihren niedrigsten Stand erreicht. Und jetzt beginnt auch die geheimnisvolle Zeit des Jahres. Denn nach heidnischer Überlieferung waren die Nächte ab diesem Tag voller Spukerscheinungen. Um diesem Glauben die Grundlage zu entziehen, hat deshalb auch die Kirche im vierten Jahrhundert den Tag der Geburt Christi von dem 6. Januar auf dem 25. Dezember vorverlegt.
Am 22. Dezember ist der Thomastag. Spätestens heute, manchmal auch schon am 21.12., beginnen die zwölf Raunächte. Sie liegen zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag. In dieser Zeit war – so glaubte man – die „wilde Jagd“ unterwegs. Mit Weihrauch bannte man die Dämonen. Um die Geister nicht zu verärgern, wurde auf dem Bauernhof jetzt nicht gearbeitet: Man durfte kein Brot backen, es wurde nicht gesponnen und gewaschen.
In den zwölf Raunächten wurde das Wetter fürs folgende Jahr prophezeit. Jeder dieser Tage zeigte das Wetter für jeden einzelnen Monat des nächsten Jahres an.
Der 24. Dezember ist der wichtigste Tag des Dezember, nämlich der Heilige Abend. Das Wort „Weihnachten“ entstammt wahrscheinlich dem Mittelhochdeutschen und bedeutet soviel wie „“zehden wihen nahten – „zu den heiligen Nächten“. Rund um dieses Fest gibt es uraltes Brauchtum, denn fast alle Völker feierten etwa um diese Zeit ihre Götter oder die Wintersonnwende. So haben sich die verschiedensten Gebräuche in den einzelnen Ländern entwickelt.
Die Furcht vor Dämonen, das Geheimnisvolle und auch die Abwehrriten gegen die bösen Geister sind heute aus der Raunacht des 24. Dezember verschwunden. Es hat sich nur die Christmette erhalten, die Gottesdienstfeier, die um Mitternacht gefeiert wird.
Am 26. Dezember ist der Ehrentag des heiligen Stephan. Er gilt als Vorbild für Feindesliebe und wurde gesteinigt. Deshalb bäckt man in manchen Orten heute noch Honigkuchen in der Form von Pflastersteinen.
Der 27. Dezember gilt als besonderer Tag des heiligen Johannes; er soll Christi Lieblingsjünger gewesen sein. Früher haben Knechte und Mägde auf dem Bauernhof an diesem Tag ihre Stellung gewechselt – und das wurde mit einem Tanzabend gefeiert.
Unser Weihnachtsbaum, den man in den meisten Haushalten findet, ist schon einige Jahrhunderte alt. Er stammt aus der Zeit Anfang des 16. Jahrhunderts. Sicher sah er damals anders aus als heute, aber hier ist allein die Symbolik des Baumes wichtig: Er galt stets als Lebensbaum.
Die Geschenke bringt hier in Deutschland das Christkind und legt sie unter den geschmückten Weihnachtsbaum. In anderen Ländern kommt der Weihnachtsmann oder Santa Claus.
Zum Weihnachtsessen wird bei uns traditionell oft Karpfen serviert. Er gilt – wie auch der Silvesterkarpfen – als Glücksbringer: Seine Schuppen streute man im Haus umher oder bewahrte sie im Geldbeutel auf. Aus den Kopfknochen dagegen fertigte man eine Vogelgestalt, die Hexen fernhalten sollte.
In den USA feiert man Weihnachten ganz anders:
Dort hängen die Kinder einen langen Strumpf am Kamin auf. Man kennt hier kein Christkind, das Geschenke bringt, sondern den Weihnachtsmann, der in der Nacht zum 25. Dezember kommt und durch den Kamin Geschenke wirft. Sie werden dann morgens im Strumpf gefunden. An diesem ersten Weihnachtsfeiertag gehört auch das große Festessen mit der ganzen Familie zur Tradition. Selbst wenn die Entfernungen in USA sehr groß sind: Meist kommen die einzelnen Angehörigen aus den einzelnen Staaten angereist.
Auch in Europa hat jedes Land seinen eigenen Brauch zu diesem jährlichen Festtag:
In England ist der Festschmaus Höhepunkt am ersten Weihnachtsfeiertag. Zum traditionellen Essen gehört der Truthahn und der echte Plumpudding. Dieser Pudding dass einige Stunden gekocht werden, wird schon Wochen vorher zubereitet und an Weihnachten mit einem guten Brandy flambiert.
In Frankreich ist das Weihnachtsfest kaum besinnlich, eher laut und fröhlich. Man feiert fast nicht zu Hause im engsten Kreise, sondern man trifft sich auf den Straßen und in Restaurants, um dann mit allen Freunden und Bekannten gemeinsam zu schlemmen. Mit allem drum und dran, und dabei darf auf keinen Fall der traditionelle Bisquitkuchen fehlen. Er sieht aus wie ein Baumstamm.
In Spanien wird das Weihnachtsfest erst am 6. Januar gefeiert. Und hier kommt kein Christkind oder ein Nikolaus, sondern die heiligen drei Könige bringen die Geschenke. Sie werden dort „Reyes Magos“ genannt. Trotzdem wird das Weihnachtsfest, der Heilige Abend, mit einem großen Familientreffen gefeiert. Dazu erscheinen nicht nur die engsten Angehörigen, es kommen sogar nur entfernt Verwandte, die oft von sehr weit her anreisen. Neben vielen Leckerbissen gibt es zum Nachtisch den typischen „turròn“. Das ist eine sehr süße Nachspeise aus gehackten kandierten Früchten, Zucker, Eigelb, Rum und Haselnüssen.
In Italien haben – wie könnte es anders sein!?...




