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E-Book, Deutsch, Band 5, 376 Seiten
Reihe: Die Zeitschleife
Bay Die Zeitschleife
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-6957-5355-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Jagd durch die Zeitschleife
E-Book, Deutsch, Band 5, 376 Seiten
Reihe: Die Zeitschleife
ISBN: 978-3-6957-5355-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Auf der Suche nach dem 'Buch des Wissens' umkreist das Raumschiff Galaxy One die Erde. Gefangen in der Vergangenheit versucht die Crew in die Gegenwart zurückzukommen. Wird es ihr gelingen? Tom Berendts Tochter Sandy wird zum Spielball der Zeitkorrektoren, welche Tom als Zeitverbrecher jagen. Tom und Frank werden von den Zeitkorrektoren durch das Sonnensystem gejagt und lösen dabei ein entscheidendes Rätsel. Was haben die Amuniden Elena, Joshua und Immanuel mit der Zeitschleife zu tun? Wird Tom die Flucht aus der Zeitschleife gelingen? Wie sieht die Zeit danach für ihn aus? Kommen Sie mit auf eine weitere unglaubliche Reise durch die Zeit.
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Das Signal
2171 Erdzeit - Planet Amun
„Was ist los mit dir?“, fragte mich Elena.
Sie schaute mich erschrocken an und merkte sofort, wenn etwas nicht stimmte Obwohl ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht sicher war, ob wirklich etwas passiert war.
„Ich weiß es nicht“, antwortete ich. Sollte ich ihr von meinem Gürtel erzählen? Ich tat es doch. „Mein Gürtel hat sich bei mir gemeldet.“
„Was heißt, dein Gürtel hat sich bei dir gemeldet?“, fragte Elena, die nicht verstand, was ich meinte.
„Schau selbst.“ Ich schob meine Jacke zur Seite, woraufhin sie überrascht auf den glänzenden rechten Knopf meiner Gürtelschnalle blickte.
„Dein Gürtel! Wann hat das angefangen?“, sagte ich überrascht.
„Vor etwa einer Stunde, denke ich“, antwortete ich.
„Hattest du nicht zwei von diesen Gürteln?“, fragte mich Elena.
„Ja, das stimmt! Der eine war der, den du damals in Masada verloren hattest, und den zweiten Gürtel fand ich in meinem Kleiderschrank im Haus in Falkland. Das war übrigens kurz bevor ihr mich entführt habt.“
„Ha ha. Du bist wohl immer noch eingeschnappt?“, neckte mich Elena.
„Ach, rede keinen Quatsch und sage mir lieber, was dieses Signal ausgelöst hat“, antwortete ich.
Ich denke, dass ich durch die Anspannung der letzten Tage mit meiner Antwort etwas patzig war.
Elena war von meiner Reaktion überrascht und antwortete entsprechend kühl: „Okay, Tom. Der Gürtel ist zum einen ein Sender, andererseits aber auch ein Empfänger. Wir sind damals bei dir aufgetaucht, weil du uns gerufen hattest, und wir haben dich nicht einfach entführt. Wir konnten nur deshalb so schnell bei dir sein, weil wir bereits seit einiger Zeit ein paar Probleme auf der Erde zu lösen hatten. Jeder Amunide ab einem bestimmten Dienstgrad trägt so einen Gürtel. Er ist für uns ein ganz wichtiges Kommunikationsmittel. Und wenn, wie jetzt bei dir, die rechte Taste blinkt, heißt das für uns: Ein Amunide befindet sich in Not.“
„Aha, deshalb sind in der Schnalle gleich drei Tasten. Jetzt verstehe ich das endlich“, sagte ich.
Langsam kehrte meine Erinnerung an die letzten Stunden in Falkland zurück, es war wie einzelne Filmstreifen vor meinem geistigen Auge. An den Moment, als ich im Schlafzimmer an dem Gürtel und seiner Schnalle herumspielte.
„Verdammt!“, rief ich so laut, dass Elena erschrak.
„Du meine Güte, Tom. Jetzt hast du mich wirklich erschreckt!“, schimpfte sie.
„Jemand hat meinen anderen Gürtel aktiviert. Und ich bekomme jetzt das Signal aus über 550 Lichtjahren Entfernung auf diesen Gürtel mitgeteilt.“ Ich war völlig aus dem Häuschen.
„Tom, das ist noch nicht alles. Das Signal kann auch aus einer anderen Zeit stammen“, klärte mich Elena auf. „Es ist übrigens völlig egal, wie groß die Entfernung zwischen Sender und Empfänger ist. Der Gürtel arbeitet auf Hyperwellenbasis.“
„Aus einer anderen Zeit?“, fragte ich. „Aus welcher Zeit denn?“ Vor Aufregung begannen sich die Nackenhaare aufzustellen.
„Tom, mein Liebster. Jetzt beruhige dich erst einmal. Ich rufe einen unserer Späher. Er wird deinen Gürtel analysieren und feststellen, woher und aus welcher Zeit das Signal stammt“, klärte sie mich auf.
„Okay, Elena – wenn das geht?“, fragte ich und ärgerte mich sofort über meine Naivität.
„Natürlich geht das. Du musst auch nach deiner Hypnoseschulung wirklich noch einiges von unserer Technik verinnerlichen, lieber Tom. Aber offenbar wurde dir über die Funktionen des Gürtels nichts beigebracht.“
Sie tippte an ihrem Armband und sofort, wenig später, klopfte es an meiner Appartementtür. Elena drückte auf eine unsichtbare Sensortaste an der Wand, und die Tür öffnete sich. Ein junger Offizier betrat das Appartement und salutierte vor Elena und mir.
„Du hast mich gerufen?“, fragte er Elena.
„Ja, Usufla. Tom hat vor etwa einer Stunde ein Signal auf seinem Gürtel erhalten. Ich vermute, dass es von der Erde stammt. Prüfe bitte, woher genau und aus welcher Zeit es kommt.“
„Selbstverständlich, Kommandantin Elena. In etwa einer Stunde habe ich alle Informationen für dich zusammengestellt.“
Fordernd hielt er die Hand auf und ich legte schnell meinen Gürtel ab und übergab ihn dem Offizier. Er nickte dankend, salutierte ein zweites Mal und verließ das Appartement.
Ein weiteres Mal war ich schwer beeindruckt, welche Hochachtung man Elena erwies.
„Hast du irgendeinen Verdacht, wer dich über deinen Gürtel anrufen könnte?“, fragte Immanuel.
Er war direkt nach dem Offizier in mein Appartement gekommen und hatte unser Gespräch verfolgt.
„Hey, Immanuel“, sagte ich erfreut und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter. „Wir hatten dich gar nicht bemerkt. Ehrlich gesagt bin ich schon die ganze Zeit am Überlegen“, antwortete ich.
„Jetzt komm, mein Herz“, forderte mich Elena heraus. „Das kannst du doch bestimmt besser, oder? Du bist doch Programmierer und kennst dich mit der Analyse eines Problems gut aus. Erinnere dich, wie gut du damals auf Masada die Lage während des ersten Angriffs überblickt hattest.“
Sie schauten mich beide erwartungsvoll an, und ich wollte sie auf gar keinen Fall enttäuschen. Was hatte ich an diesem 1. Juli 2006 mit meinem Gürtel gemacht? Ja, Elena hatte recht gehabt. Ich hatte auf den rechten Knopf gedrückt. Kurz darauf klingelte es an der Türe, und ich ließ den Gürtel auf dem Bett liegen. Also musste Carrie ihn gefunden und behalten haben. Schließlich war ich für sie ja verschollen. Möglicherweise hatte sie den Gürtel sogar an jemand anderen weitergereicht.
„Hattest du nicht etwas von einer Tochter erzählt, die ich habe oder hatte?“, fragte ich.
„Ja, das hatte ich. Aber du denkst doch nicht wirklich, dass deine Tochter dir das Signal geschickt hat? Wir wissen nicht, was ihre Mutter ihr über dich erzählt hat.“
Ich drehte mich um und blickte gedankenversunken aus dem Fenster. Elenas Frage war natürlich berechtigt. Konnte ich mir da wirklich sicher sein? Oder war es lediglich ein Wunsch von mir?
„Vielleicht hast du recht, Elena“, sagte ich.
„Keine Sorge, Tom. Wir werden es überprüfen und gleich morgen den Start vorbereiten. Ich kenne dich. Du würdest sonst nicht aufhören, darüber nachzudenken“, beruhigte mich Elena.
Ich lächelte sie an, und Elena wusste, ich hatte sie verstanden.
„Und wann beginnen wir mit der Rettungsaktion der im Jahr 42.500 vor Christus Gestrandeten?“, fragte eine männliche Stimme.
Tamar, der 30-jährige Sohn Joshuas, der plötzlich überraschend neben Immanuel stand, hatte uns die Frage gestellt. Er war als Offizier bereits mehrfach mit einem Expeditionsschiff unterwegs gewesen und hoffte auf die Zustimmung, an Elenas Expedition mitfliegen zu dürfen. Eigentlich war er sich seiner Sache sehr sicher, da er vor drei Jahren als Lehrgangsbester seinen Abschluss als Sucher und Pilot absolviert hatte. Mit seinen hellen Haaren, seinem sportlichen Aussehen und einer Größe von fast zwei Metern war er in seiner Stadt eine auffallende Erscheinung. Leider stand ihm oft seine Sturheit im Wege, auch eine andere Meinung als seine eigene gelten zu lassen. So ließen ihn die anderen Expeditionskommandanten oft erst einmal zappeln, bevor sie ihn mitfliegen ließen.
Immanuel, der Tamar gut kannte, lachte und sagte: „Na, da ist aber einer hoch motiviert.“
„Merkt man das?“, fragte Tamar. Er schaute verlegen zur Seite und wollte sofort anfangen, sich zu verteidigen.
„Ist schon okay“, beruhigte ihn Elena. „Sobald wir das Rätsel um Toms Gürtel gelöst haben, holen wir dich ab.“
Ein Leuchten zog über Tamars Gesicht. Ohne weitere Worte meldete er sich militärisch ab und ging nach draußen.
Ich hatte gerade beschlossen, mich einer weiteren Hypnoseschulung zu unterziehen, die sich speziell mit den Funktionen des Hyperwellengürtels beschäftigte. Auch hatte ich anscheinend noch weitere Dinge wieder vergessen. Und was zum Teufel waren gleich Hyperwellen?
Der Späher mit der Auswertung des Signals meldete sich.
„Kommandantin Elena, ich habe das Ergebnis, woher und aus welcher Zeit das Signal stammt, welches der Gürtel empfängt“, meldete der Späher.
Elena drehte sich in seine Richtung und schaute ihn erwartungsvoll an.
„Ich höre?“, fragte sie.
„Das Signal wird aus Sektor G7, aus einer Entfernung von 550 Lichtjahren, gesendet. Dritter Planet einer M-Klasse-Sonne. Das dort befindliche Jahr, wenn wir das mit unseren Daten aus den Speichersegmenten vergleichen, dürfte das Jahr 2025 nach deren Zeitrechnung sein“, antwortete der Späher.
Ich stand wie elektrisiert da, und Elena...




