Studien zur Poetik des Oppositionstheaters während der Franco-Diktatur
Buch, Deutsch, Band 74, 656 Seiten
Reihe: Analecta Romanica
ISBN: 978-3-465-03445-2
Verlag: Vittorio Klostermann
Die Studie untersucht das realistische Oppositionstheater der 1950er und 1960er Jahre, das in Ablehnung des propagandistischen, evasionistischen und konformistischen bürgerlichen Konsum- und Unterhaltungstheaters entstanden ist und das immer dezidierter mittels realistischer Darstellungsverfahren die Schattenseiten der Diktatur enthüllt und das offiziell vom Regime propagierte Spanienbild - die 'España una, grande, libre' - als Schein entlarvt. Die Subversivität des antifranquistischen Theaters ist dabei jedoch nicht allein inhaltlich und thematisch zu fassen; alle zur Debatte stehenden Dramatiker der Generación Realista sehen gerade im Realismus als Methode die effektivste Form des Kampfes gegen politische Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit.
Ausgehend von der Analyse des komplexen Entstehungsprozesses des realistischen Oppositionstheaters und der ästhetischen Theoriebildung der regimekritischen Dramatiker ab Ende der 1940er Jahre stehen die Verfahren zur realistischen Wirklichkeitsmodellierung im Zentrum der Untersuchung zahlreicher Theaterstücke. Neben inhaltlichen und formalen Aspekten der dramatischen Realitätskonstrukte bildet eine für das antifranquistische Theater typische Semantisierung des Raumes die zentrale Analysekategorie: Es handelt sich um die Opposition von 'espacio cerrado' und 'espacio aberto', anhand derer sich das vielschichtige regimekritische Potential des dialektischen Verhältnisses von Schein und Sein, Fiktion und Realität, 'España oficial' und 'España real' entfaltet.
Zielgruppe
Romanisten, Hispanisten, Theaterhistoriker, Zeithistoriker




