Battegay | Das andere Blut | Buch | 978-3-412-20634-5 | www2.sack.de

Buch, Deutsch, Band Band 012, 329 Seiten, Format (B × H): 162 mm x 237 mm, Gewicht: 29 g

Reihe: Jüdische Moderne

Battegay

Das andere Blut

Gemeinschaft im deutsch-jüdischen Schreiben 1830–1930
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-412-20634-5
Verlag: Böhlau

Gemeinschaft im deutsch-jüdischen Schreiben 1830–1930

Buch, Deutsch, Band Band 012, 329 Seiten, Format (B × H): 162 mm x 237 mm, Gewicht: 29 g

Reihe: Jüdische Moderne

ISBN: 978-3-412-20634-5
Verlag: Böhlau


Nicht nur in der faschistischen Vorstellungswelt ist 'Blut' zentral: Auch jüdische Intellektuelle bedienten sich dessen assoziativer Kraft für ihre Konzepte von Identität. Die Rede vom 'Blut' soll in der Abgrenzung von einem anderen Blut Gemeinschaft beschreiben und erzeugen, ist jedoch immer ambivalent. So kann 'Blut' entweder als sanguis, das heilende Blut, oder als cruor, das aus einer Wunde ausgetretene Blut, verstanden werden. In der jüdischen Tradition ist das Blut das Organ des Lebens selbst und darf nicht vergossen werden – doch ist es auch die paradigmatisch verunreinigende Substanz. Das andere Blut ist damit immer schon das Blut der Vergemeinschaftung und das Blut der Vereinzelung. Dieser Dialektik geht dieses Buch in Analysen zu Heinrich Heine, Moses Hess, Max Nordau, Martin Buber, Franz Rosenzweig und Franz Kafka nach.

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Weitere Infos & Material


Inhaltsverzeichnis

Danksagung

1. Das Blut des Bruders

1.1. Rede vom Blut
Rhetorik des Bluts – „Blut“ und das Wissen vom Leben – Metaphysik und das rituelle Blut: Die Sendung Semaels (Arnold Zweig) – Genealogie und das reine Blut: Das Blut (Jakob Julius David) – Ökonomie und das kostbare Blut: Licht im Lager (Irma Singer)

1.2. Das andere Blut: Systematisierungen
Paradigma Achim von Arnim – Biopolitische Wende der Rede vom Blut (Michel Foucault) – „Blut“ als Medium der Unterscheidung – Von der Eucharistie zum Geldkreislauf – Die Schrift des Bluts

1.3. Gemeinschaft schreiben: Theoretische Grundlagen
Gemeinschaft und Gesellschaft – Die Grenzen der Gemeinschaft (Helmuth Plessner) – Das Imaginäre: Sprache und Politik (Cornelius Castoriadis)

1.4. Deutsch-jüdisches Schreiben?
Jüdische Literatur in deutscher Sprache? – Jüdische Stoffe? – Jüdischer Diskurs? – Die Instanz des Lesers – „Zirkulation der Zustände“ (Gilles Deleuze/Félix Guattari) – Modelle (Theodor W. Adorno)

2. „Die Weltblutfrage“ – Heinrich Heine

2.1. Blutströme
2.1.1. Der narzisstische Messias

Erste Briefe – Traumbilder
2.1.2. Einsamkeit

Junge Leiden – Lyrisches Intermezzo – Nordsee – Herr von Schabelewopski
2.1.3. Selbstironie statt Selbstmord
Briefe – Almansor

2.2. Das Blut Israels
2.2.1. Jagdszene
Reisebilder: Die Nordsee – Jakob/Israel und Esau/Edom
2.2.2. „fast wie du“
An Edom! – Deutschland. Ein Wintermährchen
2.2.3. Abbrechen (73)
Der Rabbi von Bacherach – Das Chad Gadja-Lied – Die Damaskusaffäre von
1840

2.3. Im Namen des Bluts
2.3.1. Der Name des Bluts
Vitzliputzli
2.3.2. Name und „Blut“
Donna Clara
2.3.3. Namenloses Blut
Schlachtfeld bey Hastings

3. Von „Mammon“ zu „Zion“ – Moses Hess, Max Nordau, Martin Buber

3.1. Ein radikaler Jude – Moses Hess
3.1.1. Gott und Geld
Moses Hess und Heinrich Heine – Die heilige Geschichte der Menschheit

3.1.2. „Blut“ und Geld
Philosophie des Geldes (Georg Simmel) – Über das Geldwesen – Paulus als Modell
3.1.3. „Blut“ und Organisation
Rom und Jerusalem

3.2. Muskeln lügen nicht – Max Nordaus
Die conventionellen Lügen der Kulturmenschheit – Politischer Zionismus und bürgerlicher Idealismus – Turnen als Metapher

3.3. Der Sound des Bluts – Martin Buber
3.3.1. Einstimmung
Kulturzionismus – Nationalismus und Judentum (Felix Weltsch) – Buber und seine Einflüsse – „Blut“ als Element des Sounds
3.3.2. „das, was ich das Blut nannte“
Reden über das Judentum

4. „Blutsgemeinschaft“ und Sprachgemeinschaft – Franz Rosenzweig

4.1. Volk, Glauben und „Blut“
4.1.1. Offenbarung und „Blut“
Rosenzweig und Buber: Atheistische Theologie
4.1.2. „Gemüt“ und „Geblüt“
Die „Gritli-Briefe“ – Love of Letters – Theorie des Antisemitismus – Wiltfeber der ewige Deutsche (Hermann Burte) – Die Unverfügbarkeit des Wirklichen

4.2. Kritik des reinen Lebens
4.2.1.„Blut“ und Politik
Der Stern der Erlösung
4.2.2. „Blut“ und Souveränität
Kritik der Gewalt (Walter Benjamin) – Homo Sacer (Giorgio Agamben)

4.3. „Sprache ist doch mehr als ‚Blut‘.“
Späte Briefe – Sprache im Stern der Erlösung

5.Das Schweigen des Bluts – Franz Kafka

5.1. Ambivalenz
Kafka und der Zionismus: Theorie – Moderne und Ambivalenz (Zygmunt Baumann)
5.1.1. Plan und Poesie
Oxforder Oktavhefte: Schreiben – Der Gracchus-Komplex: „ZielFahrt“ – Altneuland (Theodor Herzl) und die Ambivalenz des Ziels
5.1.2. „Blut“ und Zeit
Aschenputtel und die Ambivalenz des Märchens – Beim Bau der chinesischen Mauer – Kafka und Buber – Der „Blutsturz“
5.1.3. „Ein(e) Erbstück Kreuzung“

5.2. „Blut“ und Schrift
5.2.1. Ins Fleisch schneiden
Die Kinder des Randars (Leopold Kompert) – „Schreibe mit Blut“ (Friedrich Nietzsche)
5.2.2. „Blut“ und Sinn
Das Urteil – In der Strafkolonie – Brith Milah: Theologie der Beschneidung
5.2.3. „Durch den Stich [.] unverwundbar werden“
Schakale und Araber – Die hermetische Schrift: Notizen im Siebten Oxforder Oktavheft

5.3. „die stumme Frage“ oder was vom „Blut“ übrigbleibt
Ein Brudermord

6. „That was his story, bad blood“ – Schlusswort

Jüdisches Schreiben nach der Shoah – Hebräische Literatur: Die Dame und der Hausierer (Josef Schmuel Agnon) – Deutsch-jüdische Literatur: Die Blutsäule (Soma Morgenstern) – Amerikanische Literatur: Portnoy’s Complaint (Philip Roth)

7. Literaturverzeichnis


Battegay, Caspar
Caspar Battegay ist Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Jüdische Studien der Universität Basel.

Caspar Battegay ist Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Jüdische Studien der Universität Basel.



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