Basnar | Kirche wie damals | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 196 Seiten

Basnar Kirche wie damals

schlicht, authentisch, christozentrisch
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7693-7301-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

schlicht, authentisch, christozentrisch

E-Book, Deutsch, 196 Seiten

ISBN: 978-3-7693-7301-1
Verlag: BoD - Books on Demand
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Die Kirche Jesu Christi ist in einem schlimmen Zustand, und damit verfehlt sie ihren Auftrag, in dieser Welt für alle Menschen ein eindeutiges und klares Zeugnis vom Herrn Jesus Christus und Seinem Reich zu geben. Sie ist auf mehreren Ebenen gespalten: Zum einen in zahlreiche (buchstäblich 10.000e) Einzelkirchen und Denominationen, zum anderen ist jede dieser Gemeinschaften in progressive und konservative Flügel zerrissen, mit verschiedenen Abstufungen. Nicht wenige dieser Kirchen behaupten von sich, die eine wahre Kirche zu sein. Die Frage, wie es denn wirklich am Anfang war, wird zu selten gestellt, da es den meisten Kirchen doch eher darum geht, sich selbst in ihrem aktu-ellen Zustand zu rechtfertigen. So kommen wir aber nicht weiter und auch nicht näher zueinander. Gibt es eine Lösung? Wie war die Kirche damals?

Alexander Basnar (Jg. 1969) ist Lehrer in Wien und leitet eine kleine christliche Gemeinschaft im Waldviertel. Er ist Autor mehrer Bücher zum Thema Glaube, Bibel und Gemeinde, sowie Verfasser zahlreicher Kirchenlieder.

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Paulus ist verwirrt
Stellen wir uns vor, der Apostel der Heiden, Paulus, wäre vom Herrn in unsere Zeit und Kultur entrückt worden. Er findet sich in einer unserer Städte wieder, und sichtlich verwirrt versucht er, sich in der neuen Umgebung zu orientieren. Da sieht er auf einem der Plätze ein Gebäude, das anders ist als alle anderen: Es hat ein auffallend großes Tor, große, zum Himmel strebende Fenster mit buntem Glas, einen hohen Turm und darauf ein Kreuz, welches ihm seltsam vertraut vorkommt. Er nähert sich diesem Haus, es ist Gründonnerstag. Aus dem Inneren hört er Orgelmusik. Er öffnet die Türe und betritt eine große Halle, geschmückt mit Bildern und Statuen. Auf den Bänken sitzen verstreut, mit größtmöglichem Abstand zueinander, fünfzehn bis zwanzig Personen, die einer eigenartigen Vorführung beiwohnen. Die Orgel begleitet ein Lied, aber der Gesang ist sehr verhalten. Vorne steht ein Mann in seltsamer Gewandung, Weihrauch liegt in der Luft. Das überlebensgroße Bild einer Frau, die gekrönt wird, ragt hinter einem Steintisch bis fast zum Dach der Halle empor. Paulus geht den Mittelgang nach vorne und setzt sich auf einen Platz in den vordersten leeren Reihen, um zu sehen, was das bedeuten soll. Ein Mann tritt zu einem Rednerpult und setzt sich die Brille auf: „Wir hören nun die Lesung aus dem Buch Exodus, aus dem 12. Kapitel.“ Paulus ist überrascht. Hier werden die Heiligen Schriften gelesen! Ist das eine Synagoge? Nein, in Synagogen gibt es doch keinen Bilderschmuck, und wer die Frau auf dem großen Bild sein soll, weiß er auch nicht. Er blickt sich um. Da ist kein siebenarmiger Leuchter zu sehen. Die Männer tragen keine Kippa. Es ist alles sehr rätselhaft, aber der gelesene Text ist ihm vertraut. „Und der Herr redete zu Mose und Aaron im Land Ägypten und sprach: Dieser Monat soll euch der Anfang der Monate sein, er soll für euch der erste Monat des Jahres sein. Redet zu der ganzen Gemeinde Israels und sprecht: Am zehnten Tag dieses Monats nehme sich jeder Hausvater ein Lamm, ein Lamm für jedes Haus; wenn aber das Haus zu klein ist für ein Lamm, so nehme er es gemeinsam mit seinem Nachbarn, der am nächsten bei seinem Haus wohnt, nach der Zahl der Seelen; dabei sollt ihr die Anzahl für das Lamm berechnen, je nachdem jeder zu essen vermag. Dieses Lamm aber soll makellos sein, männlich und einjährig. Von den Schafen oder Ziegen sollt ihr es nehmen, und ihr sollt es aufbewahren bis zum vierzehnten Tag dieses Monats. Und die ganze Versammlung der Gemeinde Israels soll es zur Abendzeit schächten. Und sie sollen von dem Blut nehmen und damit beide Türpfosten und die Oberschwellen der Häuser bestreichen, in denen sie essen. Und sie sollen das Fleisch in derselben Nacht essen: am Feuer gebraten, mit ungesäuertem Brot; mit bitteren Kräutern sollen sie es essen. Ihr sollt nichts davon roh essen, auch nicht im Wasser gekocht, sondern am Feuer gebraten, sein Haupt samt seinen Schenkeln und den inneren Teilen; und ihr sollt nichts davon übriglassen bis zum anderen Morgen. Wenn aber etwas davon übrigbleibt bis zum Morgen, so sollt ihr es mit Feuer verbrennen. So sollt ihr es aber essen: eure Lenden umgürtet, eure Schuhe an euren Füßen und eure Stäbe in euren Händen, und in Eile sollt ihr es essen; es ist das Passah des Herrn. Denn ich will in dieser Nacht durch das Land Ägypten gehen und alle Erstgeburt im Land Ägypten schlagen, vom Menschen bis zum Vieh, und ich will an allen Göttern der Ägypter ein Strafgericht vollziehen, ich, der Herr. Und das Blut soll euch zum Zeichen dienen an euren Häusern, in denen ihr seid. Und wenn ich das Blut sehe, dann werde ich verschonend an euch vorübergehen; und es wird euch keine Plage zu eurem Verderben treffen, wenn ich das Land Ägypten schlagen werde. Und dieser Tag soll euch zum Gedenken sein, und ihr sollt ihn feiern als ein Fest des Herrn bei euren künftigen Geschlechtern; als ewige Ordnung sollt ihr ihn feiern. (Exodus 12,1-14) Wort des lebendigen Gottes.“ Er will gerade „Amen!“ sagen, da hört er, wie die kleine Schar der Versammelten im Chor sagt: „Dank sei Gott!“ „Auch gut“, denkt sich Paulus, „das ist würdig.“ Doch dann schweifen seine Gedanken ab. Von seiner Kindheit an war die Passahfeier der jährliche Höhepunkt im Familienleben. Da pilgerten sie nach Jerusalem, um als gesetzestreue Juden ein Lamm zu opfern und dann gemeinsam zu verspeisen, um sich an den Auszug aus Ägypten zu erinnern. Doch wie groß war die Freude des Apostels, als er erkennen durfte, dass Jesus Christus das wahre Lamm Gottes ist, welches aus einer ganz anderen Knechtschaft befreit, nämlich der des Todes, der Sünde und des Teufels! Welch ein Jubel! Aber warum wird das hier mit einer Grabesstille zur Kenntnis genommen? Haben die Menschen hier nicht begriffen, was in diesem Text ausgesagt wird und wie es sich erfüllt hat? Mit ernster Miene schauen die Zuschauer zum Lesepult. Es folgt eine zweite Lesung. Diesmal geht eine Frau nach vorne: „Wir hören die Lesung aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth, aus dem 11. Kapitel …“ Paulus zuckt zusammen: „Die lesen einen Brief von mir? Hier, in dieser seltsamen Halle? Und warum nennen die mich heiliger Apostel Paulus? Es sind doch alle Christen Heilige, und ich bin nichts Besonderes, außer, dass ich der größte aller Sünder war! Ich habe doch die Gemeinde Gottes verfolgt, ehe Gott mir Barmherzigkeit erwiesen hat …“ Gespannt hört der Apostel zu, was nun vorgelesen wird. „Wenn ihr nun am selben Ort zusammenkommt, so geschieht das doch nicht, um das Mahl des Herrn zu essen; denn jeder nimmt beim Essen sein eigenes Mahl vorweg, so dass der eine hungrig, der andere betrunken ist. Habt ihr denn keine Häuser, wo ihr essen und trinken könnt? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, welche nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch etwa loben? Dafür lobe ich euch nicht! Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe, nämlich dass der Herr Jesus in der Nacht, als er verraten wurde, Brot nahm, und dankte, es brach und sprach: Nehmt, esst! Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; dies tut zu meinem Gedächtnis! Desgleichen auch den Kelch, nach dem Mahl, indem er sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; dies tut, so oft ihr ihn trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn so oft ihr dieses Brot esst und diesen Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Wer also unwürdig dieses Brot isst oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken; denn wer unwürdig isst und trinkt, der isst und trinkt sich selbst ein Gericht, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet. Deshalb sind unter euch viele Schwache und Kranke, und eine beträchtliche Zahl sind entschlafen. Denn wenn wir uns selbst richteten, würden wir nicht gerichtet werden; wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir vom Herrn gezüchtigt, damit wir nicht samt der Welt verurteilt werden. Darum, meine Brüder, wenn ihr zum Essen zusammenkommt, so wartet aufeinander! Wenn aber jemand hungrig ist, so esse er daheim, damit ihr nicht zum Gericht zusammenkommt. Das übrige will ich anordnen, sobald ich komme. (1. Korinther 11,20-34). Wort des lebendigen Gottes.“ Die wenigen Versammelten antworten im Chor: „Dank sei Gott!“ Paulus kann sich noch gut erinnern, wie unheilig sich die heiligen Korinther bisweilen benommen haben. Da kamen sie abends zur gemeinsamen Mahlzeit zusammen, wo sie alles untereinander teilen und ein Fest feiern sollten zur Ehre ihres Erlösers, doch die wohlhabenderen Christen fingen schon früher zu schmausen an, während die Unfreien und Taglöhner erst später am Abend dazukamen. Da war das meiste schon verspeist worden, und die Weinkaraffen fast völlig geleert. Dieses selbstsüchtige und lieblose Verhalten musste er damals scharf zurechtweisen. Wie soll man in solch einer Uneinigkeit das Brot des Herrn brechen und von Seinem Kelch trinken im Gedenken an Seinen Tod am Kreuz? Hat die Liebe Christi denn keine Liebe in diesen Christen bewirkt? Paulus sieht sich um: Will man hier, an diesem so völlig ungeeigneten Ort, denn nun solch eine christliche Festfeier halten? Wo ist der gedeckte Tisch? Wo ist der Wein? Wo sind die gemütlichen Sitzgelegenheiten? Warum halten alle Anwesenden größtmöglichen Abstand voneinander als kennten sie einander nicht? Und war da nicht noch etwas? Hatte Paulus nicht unmittelbar davor (1. Korinther 11,2-16) geschrieben, dass Frauen in der Festversammlung ihren Kopf bedecken sollen?4 Diese Frau tat das nicht. Und hatte er nicht ebenso klar geschrieben, dass Frauen nicht lehren sollen (1. Timotheus 2,12)? Aber gut, das ist offensichtlich keine Gemeinde Christi, aber was ist es dann? Paulus wird in seinen Gedanken unterbrochen, weil nun der ältere Mann in den besonderen Gewändern ans Pult tritt. Er küsst das Buch,...



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