E-Book, Deutsch, 120 Seiten
Basnar Die 70er Bibel (LXX)
2. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7597-1060-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das bessere Alte Testament
E-Book, Deutsch, 120 Seiten
ISBN: 978-3-7597-1060-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Antiochos IV. Epiphanes entweihte 168 v. Chr. den Tempel in Jerusalem und ließ die Schriftrollen der Bibel, wo er sie fand, verbrennen. In aller Eile wurde versucht, den Verlust auszugleichen. Der Befund der Schriftrollen vom Toten Meer (Qumran) zeigt ein sehr uneinheitliches Bild, von einem einheitlich überlieferten Text kann nicht mehr geredet werden. Eine Katastrophe! Ist der Bibeltext verloren? Knapp 100 Jahre vor dieser Katastrophe wurde 250 v. Chr. in Alexandria eine griechische Übersetzung der Thora angefertigt, deren Vorlage gerade die Schriftrollen waren, welche Antiochos zerstören ließ! Diese Bibel heißt "Septuaginta" (LXX), weil 72 ausgesuchte Schriftgelehrte daran beteiligt waren. Sprache und Schrift der Hebräer waren im Niedergang. Zuerst setzte sich Aramäisch durch, danach Griechisch. Durch die LXX wurde Gottes Wort auch davor bewahrt, unverständlich zu werden! Viele Griechen öffneten sich dem Glauben Abrahams, und als das Evangelium - ebenfalls in Griechisch - zu ihnen kam, nahmen sie es begeistert an! Ist die LXX das bessere Alte Testament? Der Herr Jesus selbst las daraus in der Synagoge Seiner Heimatstadt Nazareth, was viele überraschen wird. Es ist eine spannende und teils sogar empörende Geschichte, die in diesem Buch erzählt wird.
Alexander Basnar ist Lehrer und leitet eine christliche Gemeinschaft im Waldviertel und Autor von über 20 Büchern zu biblischen Themen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Wie kam das Alte Testament zustande?
Es gibt kein vergleichbares Buch mit einer so langen Geschichte und so vielen Autoren, die daran beteiligt waren, wie die Bibel, besonders das Alte Testament. Es besteht aus drei großen Kategorien: Das Gesetz: das sind die fünf Bücher Moses, auch „Thora“ (= Weisung) genannt. Hier geht es im ersten Buch (Genesis) um die Erschaffung der Welt, den Sündenfall, die Flut, den Turmbau von Babel und die Geschichte Abrahams und seiner Kinder, und wie die Söhne Jakobs, das Volk Israel, in Ägypten zu Sklaven wurden. Es ist gewissermaßen das „Buch der Anfänge“, ohne das wir weder die Welt noch uns selbst verstehen können. Im zweiten Buch (Exodus = Auszug) geht es um den Auszug der Israeliten aus Ägypten. Darin lesen wir von den zehn Plagen, dem Passah, den Durchzug durch das Rote Meer und wie das Volk am Berg Sinai die Zehn Gebote bekam. Es wird uns aber auch erzählt, wie sie sich ein Goldenes Kalb machten und dieses statt Gott anbeteten. Das hat zu einer ziemlichen Katastrophe geführt. Dennoch hat Gott sie durch Brot aus dem Himmel und Wasser aus dem Felsen ernährt und ließ sich ein wunderbares Zelt machen, damit Er selbst mitten unter Seinem Volk wohnen kann. So ging Er den ganzen Weg durch die Wüste mit ihnen. Das dritte Buch heißt „Leviticus“ und gilt allgemein als sehr „trockene Lektüre“. Es behandelt alle Vorschriften für den Gottesdienst und das Priestertum, sowie viele einzelne Gebote, die das Volk lehren sollte, zwischen rein und unrein, heilig und unheilig zu unterscheiden. Sie sollten ein heiliges Volk werden, das die Sünde und alles Böse meidet und zur Ehre Gottes lebt. Im vierten Buch (Numeri – weil das Volk gezählt wurde) lesen wir jedoch, wie halsstarrig und rebellisch sich Gottes Volk gegenüber seinem Befreier, der sie aus Ägypten geführt hat, verhielt. Da kamen sie zur Grenze des verheißenen Landes, in dem Milch und Honig fließen würde, und sie sandten Kundschafter aus, um es auszuspionieren. Diese kamen einerseits begeistert zurück – das Land war wirklich sehr gut! – aber auch entmutigt: „Die Leute, die dort wohnen, sind viel zu stark. Das schaffen wir nie, gehen wir zurück nach Ägypten!“ Dieses Murren empfand Gott als Ausdruck von Unglauben und Undankbarkeit, wo Er doch schon so viel für sie getan hatte! Er ließ sie deshalb 40 Jahre in der Wüste umherziehen, bis eine neue Generation herangewachsen war. Im fünften Buch (Deuteronomium = das zweite Gesetz) sind diese 40 Jahre vorbei, und das Volk steht abermals an der Grenze des verheißenen Landes. Moses hält eine sehr lange Rede und wiederholt die Eckpunkte des Gesetzes für die neue Generation. Darin finden wir auch das größte Gebot, das unser Herr Jesus immer wieder zitiert hat: „Und du sollst den Herrn, deinen Gott, aus deinem ganzen Denken und aus deiner ganzen Seele und aus deiner ganzen Kraft heraus lieben.“ (Deuteronomium 6,4). Im darauffolgenden Buch wird berichtet, wie Moses‘ Nachfolger Josua das Volk über den Jordan ins Land bringt, es erobert und an die 12 Stämme verteilt. Josua – das ist ganz spannend! – ist derselbe Name wie Jesus, nur auf hebräisch. Liest man die griechische Bibel, welche die frühen Christen lasen, steht dort immer der Name Jesus. Man kann (und soll) das Buch daher auch geistlich lesen, indem man den Parallelen zu unserer Erlösung in Christus nachspürt. Die Propheten: Das sind vor allem die Texte von 16 berufenen Männern, denen Gott den Auftrag gab, Sein Volk Israel immer wieder zu ermahnen, sich an das Gesetz zu halten. Das haben sie meistens nicht gerne gehört, und viele Propheten wurden vom eigenen Volk verfolgt und getötet. Die Propheten haben auch einige der Geschichtsbücher im Alten Testament geschrieben (die Königsbücher und die Chroniken), und dabei auch einen geistlich geschärften Blick auf die Ereignisse geworfen. Diesen Männern zeigte Gott auch, was sich in der Zukunft ereignen sollte, weltgeschichtlich, aber auch vor allem, was den Erlöser, den verheißenen Messias (Christus) betrifft. Eng damit verbunden ist die Ankündigung des Königreiches Gottes, welches im Neuen Testament dann ganz deutlich verkündigt wird. Es sind buchstäblich hunderte Prophezeiungen, von denen die meisten bereits eingetroffen sind. Auf manches – nämlich die Vollendung und Wiederherstellung aller Dinge (Apostelgeschichte 3,21) – dürfen wir noch gespannt warten. Die übrigen Schriften: Dann gibt es noch weitere Geschichtsbücher und Weisheitsliteratur. Gott war es wichtig, in der Bibel die ganze Geschichte des Volkes bis zur Ankunft des Messias festzuhalten. Hier gibt es übrigens ein Problem in den protestantischen Bibeln, denn diese enden mit dem Propheten Maleachi, der um 400 v.Chr. lebte. Es wird behauptet, Gott hätte diese 400 Jahre vor Christus durchgehend geschwiegen, aber das stimmt nicht, wie wir noch sehen werden. Die Weisheitsbücher sind das vertiefende Nachdenken geistlich gesinnter (hauptsächlich) Männer über das Gesetz. Dabei geht es darum, wie man dieses im Alltag anwenden soll, was der tiefere Sinn darin sei, wie man ausgewogen bleibt und den Fokus auf die Gottesfurcht und die Liebe zum Wort Gottes nicht verliert. Dazu gehören u.a. die Psalmen, viele Spruchweisheiten und das berührende, nachdenkliche und erstaunliche Buch Hiob. Es ist wichtig, diese drei Teile des Alten Testaments zu unterscheiden, denn sie haben eine innere Hierarchie. Der Grundstein ist das Gesetz des Moses, diese fünf Bücher sind die wichtigsten. Man darf ihnen nichts hinzufügen und auch nichts von ihnen wegnehmen (Deuteronomium 13,1). Warum wurden dann noch andere Bücher geschrieben? Diese fügen dem Gesetz jedoch nichts hinzu! Die Propheten sollen zum Gesetz zurückführen (und auf den Messias vorbereiten – das tut das Gesetz übrigens auch)! Und die übrigen Schriften vertiefen das Gesetz, indem sie anhand der Geschichte zeigen, wie sich Gehorsam und Ungehorsam auswirken, oder in der Weisheitsliteratur entfalten, wie man das Gesetz richtig und ausgewogen lebt. Die Juden nennen das Alte Testament „Tanakh“, nach den Konsonanten T, N und K. T steht für die Thora (das Gesetz), N für Nevi’im (Propheten) und K für Ketuvim (Schriften, also die übrigen Texte). Diese dreifache Gliederung war allgemein anerkannt, und – wie in der Einleitung zitiert – legte der Herr Jesus Seinen Jüngern alles aus dem Gesetz, den Propheten und den Schriften aus, was Ihn betrifft (Lukas 24,44-48). Moses lebte ungefähr 1500 Jahre v.Chr., und im Buch Genesis griff er auf noch ältere Quellen zurück, die von Abraham und Noah und aus der Zeit vor der Flut teils schriftlich, teils mündlich überliefert worden sind.2 Diese alten Quellen sammelte er und fasste sie in diesem ersten Buch der Thora zusammen. Der Rest der Thora umfasst 40 Jahre. Immer wieder schrieb er daran und nach seinem Tod hat Josua oder einer der Priester die Thora in fünf Schriftrollen zusammengetragen und fertiggestellt. Im Lauf der Jahrhunderte kamen die anderen Bücher nach und nach hinzu, und es war nie absehbar, ab wann eine Schrift zur „Bibel“ gehört oder nicht. Wann wusste man, ob ein Prophet tatsächlich ein Prophet war? Es gab ja so viele, und darunter waren viele falsche Propheten! Gott gab ein wichtiges Kriterium zur Unterscheidung: „Jedoch der Prophet, der so gottlos ist, in meinem Namen ein Wort zu sprechen, das zu sprechen ich nicht aufgetragen habe, oder der im Namen anderer Götter spricht, jener Prophet soll sterben. Wenn du aber in deinem Herzen sagst: ›Wie sollen wir das Wort erkennen, das der Herr nicht gesprochen hat?‹ Was immer der Prophet im Namen des Herrn gesprochen hat, und das Wort geschieht nicht und trifft nicht ein: Dies ist das Wort, das der Herr nicht gesprochen hat; in Gottlosigkeit hat jener Prophet gesprochen, ihr sollt ihn nicht verschonen.“ (Deuteronomium 18,20-22). Die erste Frage ist also, ob der Prophet den einen wahren Gott verkündigt oder zum Götzendienst verleitet. Das kann man relativ schnell beurteilen. Das andere aber betrifft prophetische Voraussagen. Diese kann man erst beurteilen, wenn sie eingetroffen sind, zumindest die kurzfristigeren (manches liegt noch immer in der Zukunft, wenn vom „Ende der Tage“ die Rede ist). Darum dauerte es, bis die Texte der Propheten anerkannt waren und sich verbreiteten. Wie gesagt, waren die Propheten anfangs oft gar nicht beliebt, wurden offen abgelehnt und verfolgt. Diese Propheten lebten in der Regel in Gemeinschaft mit „Prophetenjüngern“. Das ist vielen nicht bewusst, obwohl man da und dort in der Bibel davon liest. Mir fiel es erst auf als ich in Jerusalem am Ölberg das Grab der Propheten Haggai, Sacharja und Maleachi besichtigte. Das waren nicht nur drei Gräber, sondern eine Grabhöhle mit gut zwei Dutzend Gräbern! Der Führer erklärte mir, dass die anderen die Gräber der...




