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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 388 Seiten

Reihe: Ghost

Bartsch Ghost

Liebe, die mächtigste Magie
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7597-8132-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Liebe, die mächtigste Magie

E-Book, Deutsch, Band 2, 388 Seiten

Reihe: Ghost

ISBN: 978-3-7597-8132-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dunkle Mächte - finstere Magie - ein Rennen gegen die Zeit Nach dem Hexenzauber ist die Welt aus dem Gleichgewicht geraten und damit auch die Magie. William ist verschwunden, niemand weiß, ob er noch lebt und sämtliche Schattenwesen trachten Malu nach dem Leben. Ein Rennen gegen die Zeit beginnt, denn das Böse wird mit jedem Tag stärker. Können Lena und Malu gemeinsam mit ihren neuen Verbündeten das Unheil abwenden? Und muss Malu sich an ein Leben ohne William gewöhnen?

Svenja Bartsch, geboren 1998, in Nordrhein-Westfalen, hat schon früh mit dem Schreiben angefangen. Ihre ersten Geschichten schrieb sie im Alter von 13 Jahren. Seinen Anfang nahm alles mit dem Schreiben von Märchen und Kurzgeschichten im Deutschunterricht. Darüber hinaus fand sie schnell Gefallen daran, ihre eigenen Geschichten zu schreiben, da sie einen Verlauf und ein Ende nach ihren Vorstellungen bekommen konnten. Bis zum ersten veröffentlichungsreifen Buch dauerte es allerdings noch einige Zeit. Mittlerweile ist die Autorin 26 Jahre alt und schreibt nach wie vor gerne. Ihr erster Roman erschien im April 2020. Mittlerweile ist sie neben dem Beruf der Autorin, Korrektorin für andere Autor:innen und Texterin.
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Nach dem Zauber


Unerbittliche Kälte umschloss meinen Körper, als wollte sie ihn nie wieder hergeben. Meine Haut war nahezu taub von den eisigen Wassertropfen, die wie Nadelstiche darauf trafen. Eine unglaubliche Leere erfüllte mich und alles um mich herum verblasste zu einem gähnenden Nichts. Wo war ich? Was war geschehen? Alles verlor auf einmal an Bedeutung. Innerlich war ich vollkommen erstarrt – ja, genauso taub wie meine Haut. Ein gleißender, alles vernichtender Lichtblitz, der immer wieder durch meine Gedanken zuckte, war alles, was noch geblieben war. Selbst der Versuch, mich an das Vergangene zu erinnern, war mir zu mühsam.

Ein Knallen, gefolgt von einem sengenden Schmerz in meiner linken Wange, ließ mich erwachen. Auf einmal prasselten alle Empfindungen und Geräusche wie ein Hagelschauer auf mich nieder. Ich spürte die Steinchen, die sich in meine Handflächen bohrten, den eiskalten Boden, auf dem ich saß und mich abstützte. Der Regen verwandelte sich in eine Eisdusche und jeder Tropfen schmerzte auf meiner Haut. Diese unnatürliche Leere in mir spürte ich nach wie vor, aber sie hatte jetzt ein Gesicht: William! Verzögert nahm ich auch die Geräusche wahr. Da war ein Klagen und Schluchzen zu vernehmen. Kies knirschte und irgendwo in den Augenwinkeln sah ich Licht flackern. Ein Feuer? Ich schenkte dem keine Beachtung, denn der brennende Schmerz auf meiner Wange, der mich aus meiner Lethargie gerissen hatte, stammte von einer Ohrfeige. Ich blickte hoch in dunkelgrüne Augen, deren Gesicht von lilafarbenen Haaren umrahmt wurde.

„Gehts wieder?“, fragte Lena Witthovedes.

„Hast du mich gerade geschlagen?“ Fassungslos starrte ich sie an. Sie allerdings schaute gelassen auf mich herunter.

„Du hast nicht reagiert. Weder auf mein Ansprechen, noch als ich dich an der Schulter gepackt und geschüttelt habe. Vermutlich stehst du unter Schock. Irgendetwas musste ich tun.“ Sie zuckte mit den Achseln und richtete sich auf. Hilfsbereit streckte sie mir eine Hand entgegen. Nach kurzem Zögern ergriff ich sie, um leichter auf die Beine zu kommen. Etwas verwirrt sah ich mich um. Was war passiert? Wo waren die anderen? Hatte sich jemand verletzt? Ich entdeckte meine Mitbewohnerin und ehemalige Freundin Celina. Sie kniete am Boden neben einer Gestalt, die von ihrem zusammengekauerten Körper halb verdeckt wurde und die ich deswegen nicht sehen konnte. Dina, ihre Cousine, stand daneben und murmelte unverständliche Worte. Deliah wimmerte hilflos, in der einen Hand eine Fackel, deren Feuerschein unheimliche Muster auf den Rasen und die Bäume warf.

„Wir sollten von hier verschwinden“, murmelte Lena und packte mich am Arm.

„Wage es ja nicht, uns jetzt im Stich zu lassen!“, keifte Deliah sie über den Platz hinweg an. „Ohne dich wäre dieses Unglück nicht passiert.“

„Was? Soll ich etwa weiter dabei zusehen, wie ihr unschuldige Leute terrorisiert und verfolgt? Es ist genug!“

„Wir? Hast du mal darüber nachgedacht, was er getan hat? Maria hatte einen guten Grund, ihn zu verfluchen.“ Dina stemmte die Hände in die Hüfte.

„Und nach einhundert Jahren konnte das nicht mal genug sein? Denkt doch einmal nach. Sie vergiftet euch total mit ihrem Wahnsinn. Jeder Mensch verdient eine zweite Chance.“

„Er ist aber kein Sterblicher! Er ist ein Geist.“

„Ja, weil ihr ihn dazu gemacht habt. Das bringt doch hier alles nichts. Maria ist unsere Vorfahrin, ja, aber sie entscheidet nicht zum Wohle des Zirkels, und deswegen sollten wir nicht auf sie hören. Ich werde das nicht länger hinnehmen.“

„Was willst du auf einmal? Damals war dir das auch alles egal. Du hast uns alle im Stich gelassen!“, schrie jetzt Celina. Sie hatte den Kopf umgewandt und funkelte Lena wütend an. „Alles, was mir damals geblieben ist, waren eine Mutter, die nichts von dem ganzen Magiezeug wissen wollte, und eine Oma, die mir deren Realität einzureden versuchte. Und wo war meine Schwester in dem ganzen Wahnsinn? Sie verschwand im Nirgendwo!“

„Weil ich bereits damals erkannt habe, wofür ihr zu blind seid. Maria manipuliert euch.“

„Maria weist uns den Weg, so wie die Ahnen es immer getan haben.“ Nun sprach Deliah wieder.

„Ihr habt mir damals schon nicht geglaubt und werdet es auch jetzt nicht tun. Sie ist böse. Wie oft habe ich euch das gesagt? Nur hat nie jemand zugehört. Irgendwann habe ich aufgegeben, aber das war wohl ein Fehler. Schaut euch an, was hier passiert ist. Es ist ein Desaster.“

„Du hättest es ja nicht so weit kommen lassen müssen.“ Diesmal äußerte sich Dina.

„Was? Sollte ich euch dabei zuschauen, wie ihr den jungen Mann nicht nur ermordet, sondern zuvor in aller Seelenruhe foltert? Im Leben nicht. Für heute mag es zu Ende sein, aber glaub mir, es ist noch lange nicht vorbei.“ Unsanft zog Lena mich am Arm und stapfte mit mir in die Dunkelheit davon.

Ich stolperte neben ihr her. Nach einigen Metern blieb sie stehen. Wir waren um eine Ecke gebogen und ich erkannte die anderen in der Dunkelheit nicht mehr. Was zur Hölle war hier passiert? Ich stützte mich an der Hauswand ab.

„Wir sollten zusehen, dass wir reinkommen“, unterbrach Lena die Stille.

„Denkst du, sie werden uns in ihrem Zustand verfolgen?“, fragte ich zaghaft und doch skeptisch.

„Sie nicht. Aber es gibt genug, was hier draußen auf uns lauern könnte. Leider reicht meine Magie nicht mehr, um zurück nach Hause zu kommen, und meinen Besen habe ich nicht dabei. Verdammt!“, fluchte sie.

„Wer sollte uns denn etwas antun wollen außer deiner Familie?“

„Nun ja. Da wären die Feen. Du hast ja bereits mit einer von ihnen Bekanntschaft gemacht. Dann wären da noch alle, die durch den Ausbruch starker Magie auf uns aufmerksam geworden sind. Andere Hexen und Hexer. Keine Ahnung, auf welcher Seite sie im Zweifelsfall stehen würden. Und ich bin sicher, bei dem Zauber wird man die Magie bis in die Geisterwelt gespürt haben.“

„Geisterwelt?“ Meine Stimme zitterte, als ich das Wort aussprach.

„Ja, was dachtest du denn? Dass William der Einzige ist? Ich erkläre es dir später. Wir sollten wirklich hier weg.“

Ich lehnte immer noch mit dem Rücken an der Hauswand und machte keinerlei Anstalten, mich zu bewegen. Ein helles, furchterregendes Heulen erklang in der Ferne. Eine Gänsehaut lief mir über die Arme. Bevor ich fragen konnte, packte Lena mich erneut am Arm.

„Und zwar jetzt. Vielleicht reicht meine Magie, um dein Studentenzimmer sicher zu machen.“

Ich schüttelte den Kopf.

„Celina wird das sicher nicht aufhalten. Sie ist auf irgendeine Weise mit Maria verbunden. Und da es auch ihr Zimmer ist …“ Ich ließ den Satz unvollendet. Gedanklich war ich schon einen Schritt weiter und kam zu einem Entschluss. „Besser, wir gehen zu meiner Oma. Dort habe ich die letzten Tage auch verbracht.“

„Aber ist es dort sicher?“

„Mindestens so sicher wie hier auf dem Campus. Ich habe dort alles, wovon ich weiß, dass es uns schützen kann. Den Rest musst du erledigen.“

„Einverstanden.“ Ein erneutes Heulen zerriss die Nacht. „Dann nichts wie los! Es ist doch nicht weit, oder?“

Ich schüttelte nur den Kopf und wir liefen los.

Einige Minuten später standen wir bei meiner Oma vor der Tür. Bevor ich den Klingelknopf betätigen konnte, hob Lena ihre Hände, die an uns entlangglitten. Ich beobachtete, wie sich unsere Kleidung vom Dreck befreite. Viel besser! Mir war nicht aufgefallen, wie schrecklich wir ausgesehen hatten.

„Pass auf, dass sie deine Hände nicht sieht. Sonst stellt sie nur Fragen.“

„Dazu hättest du auch die Löcher in unseren Sachen flicken müssen.“

„Es ist recht dunkel. Wenn wir Glück haben, fällt es deiner Oma gar nicht auf. Es ist wirklich in Ordnung, wenn ich heute hier übernachte?“

„Sicher. So und jetzt lass uns zusehen, dass wir ins Warme kommen.“ Ich drückte auf die Klingel.

Lena blickte immer wieder ängstlich um uns herum in die Dunkelheit.

„Könntest du das lassen?“, fragte ich gereizt.

„Wieso? Wir sollten darauf vorbereitet sein, wenn jemand kommt.“

„Ich weiß aber nicht, wie ich das meiner Oma erklären soll. Es wäre hilfreich, wenn du nicht schauen würdest, als wäre der Tod hinter uns her. Oder der Teufel“, fügte ich hinzu.

„So einfach ist das nicht. Ich weiß nämlich nicht, wer von den beiden heute Abend unterwegs ist!“, gab sie sarkastisch zurück. Dabei verzog sie ihr Gesicht zu einer stirnrunzelnden Grimasse und verdrehte die Augen. In diesem Moment öffnete sich die Haustür.

„Malu, wie gut, dass du wieder da bist. Ich habe mir solche Sorgen gemacht.“ Oma schloss mich in die Arme.

„Wieso denn? Ich war doch nur etwas unterwegs. Und so spät ist es doch noch gar nicht.“

„Drüben beim Campus geht...



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