Bartsch | Ghost | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 404 Seiten

Reihe: Ghost

Bartsch Ghost

Verlangen, so kalt wie Eis
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7578-4920-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Verlangen, so kalt wie Eis

E-Book, Deutsch, Band 1, 404 Seiten

Reihe: Ghost

ISBN: 978-3-7578-4920-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein Fluch - unbändiges Verlangen - eine jahrhundertealte Rache Malus erste Begegnung mit William ist alles andere als erfreulich. William ist nicht nur gutaussehend, sondern arrogant, total von sich überzeugt und ein richtiger Schürzenjäger. Doch er hat ein Geheimnis und Malu will unbedingt herausfinden, was hinter all dem steckt. Ihre Freundin Celina hält das für zu gefährlich. Schnell wird klar, es ist nicht nur die Tatsache, dass William ein Geist ist, sondern auch seine Nähe, die sie erfrieren lassen könnte. William ist das herzlich egal. Er will nur Spaß. Dennoch fühlt Malu sich zu ihm hingezogen, ignoriert alle Warnungen und ist überzeugt, etwas Gutes in ihm zu finden. Ist das am Ende ihr Todesurteil? Und was hat Celina mit all dem zu tun?

Svenja Bartsch wurde 1998 im Kreis Soest, Nordrhein-Westfalen geboren. Im Alter von 13 Jahren begann sie mit dem Schreiben von Kurzgeschichten und Märchen im Deutschunterricht. Daraus entwickelte sich neben dem Lesen ein kreatives Hobby. Ihren ersten Teenie-Roman veröffentlichte sie im April 2020 unter dem Titel "Und zwischen uns ein Ozean." Seitdem veröffentlicht die Autorin regelmäßig Romane. Mit "Ghost Verlangen, so kalt wie Eis" veröffentlicht sie erstmals einen Roman über Collegestudenten im Bereich Fantasy.
Bartsch Ghost jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Geister gibt es nicht


Den Rest des Abends diskutierte ich mit Celina über das Thema. Sie war der Ansicht, dass ich überarbeitet wäre und zu wenig Sex hätte. Auch das ständige Gefrage meiner Mutter, ob ich schon endlich einen Freund habe, machte mir ihrer Meinung nach sicher zu schaffen. Ich sollte doch David anrufen und richtig einen mit ihm draufmachen. Dazu hatte ich nach den Ereignissen des heutigen Tages aber gar keine Lust. Immer wieder spürte ich Kälteschauer über meinen Körper kribbeln und fürchtete, krank zu werden. Auch ein weiterer Versuch, mich mit Lernen zu befassen, half mir nicht weiter. In vielen Büchern stand ausgerechnet etwas über Geister und andere übernatürliche Wesen, deswegen lenkte es meine Gedanken eher genau auf das Thema und nicht davon ab. Schließlich packte ich meinen Laptop und recherchierte nach dem Namen William Alexander Parker.

-

Ich stockte. Eine alte Fotografie konnte ich nicht entdecken. Auch nach weiteren Eingaben in die Suchmaschinen blieb dies ergebnislos. Immer wieder wurde auf Archive verwiesen. Seufzend klappte ich den Laptop zu und kuschelte mich wieder in mein Bett.

„Alles okay?“, fragte Celina und blickte von ihrem Buch auf.

„Du glaubst mir ja doch nicht“, murmelte ich.

„Es ist nicht so, dass ich es nicht möchte, aber für mich ergibt es einfach keinen Sinn. Es gibt keine Geister.“

„Ich kann das ja auch nicht fassen, aber er war ganz sicher da.“

„Hast du seinen Namen mal gegoogelt? Vielleicht will dir jemand einen Streich spielen?“ Ihre Stimme klang mitfühlend, aber auch irgendwie besorgt.

„Der wäre dann aber schon sehr ausgeklügelt. Er hat mich berührt und geküsst und ist dann durch mich durchgeflogen. Ich bilde mir das doch nicht ein. Und ja, ich habe ihn gegoogelt.“

„Und?“

„Wenn er Zauberer ist, dann war es vielleicht der 83-jährige William Alexander Parker aus Vermont. Oder aber ich habe recht und es ist der 1905 verschwundene William Alexander Parker. Ich hab nur leider keine Bilder gefunden.“ Jetzt drehte ich mich doch zu ihr um.

„Glaubst du das wirklich?“

„Ich weiß es nicht. Ich meine, das, was wir im Lehrsaal besprechen, sind ja auch alles nur Vermutungen und Theorien. Eindeutige Beweise gibt es keine. Zumindest ist Professor Kayne noch nicht mit einem leibhaftigen Geist im Unterricht erschienen.“ Ich grinste verhalten.

„Komisch. Vielleicht solltest du mal mit ihm drüber sprechen. Er ist doch überzeugt davon, dass es Wesen jenseits unserer Vorstellungskraft gibt, oder?“

„Ja, das ist er. Ein Versuch wäre es wert. Es kommt mir nur so komisch vor.“

„Du musst ihm ja nicht sagen, dass du einen Geist gesehen hast. Einfach ein bisschen ausfragen.“

„Ich kann es ja probieren. Immerhin hat er morgen Sprechstunde.“ Ich drehte mich auf den Rücken und starrte zur Decke.

„Wenn du dann schon mit ihm redest, kannst du ihn auch fragen, was es mit Hexen und Halloween auf sich hat? Vielleicht kann ich die Argumente meiner Oma dann beim nächsten Mal außer Kraft setzen.“

Ich nickte nur.

Die halbe Nacht drehte ich mich von einer Seite auf die andere und verlor mich immer wieder in wirren Träumen, aus denen ich hochschreckte. Letzten Endes stand ich auf, noch bevor der Wecker klingelte, und versuchte es noch mal mit meinen Hausaufgaben. Als Celina später wach wurde, versuchte ich, mich abzulenken.

„Wir haben gestern gar nicht mehr davon gesprochen, mit wem du dich am Wochenende triffst?“, fragte ich sie und schon war sie die nächste Viertelstunde damit beschäftigt, mir alle Einzelheiten über den Typ zu verraten, der sie ausführen wollte, obwohl sie eigentlich nur Spaß im Sinn hatte. Ich versuchte währenddessen, das Chaos auf meinem Kopf zu bändigen, das von meiner unruhigen Nacht zeugte und mich an die gestrigen Ereignisse erinnerte.

Als wir aus dem Wohnheim traten, schaute ich in einen trüben Himmel. Bisher war es heute Morgen trocken geblieben, aber die Wolken verhießen nichts Gutes und ich hoffte, mich zu irren, denn nach dem Guss von gestern, war schon alles ganz matschig und schlammig. Noch mehr und wir würden auf dem Campus einsinken. Meine Schuhe schmatzten durch den Modder.

„Wir sollten vor dem Schlafengehen lieber über unsere Serien quatschen“, fing Celina ein neues Thema an.

„Wieso?“

„Ich hab total seltsam geträumt. Da war eine Frau, zumindest ihre Stimme klang danach. Ich konnte sie nicht sehen, aber sie hat mich zu sich gerufen und was vom Erbe meiner Familie gesagt. Ich müsse mich bereithalten. Mein Schicksal bestimme es so und er nahe. Was auch immer das heißen soll. Meine Blutlinie wisse, was zu tun sei.“

„Vielleicht macht dich das Geschwafel deiner Oma doch langsam verrückt.“ Ich wollte das Thema so schnell wie möglich beenden und war erleichtert, dass wir bereits auf den Campus traten. Gerade als ich anfing, mich zu entspannen und meine Aussetzer von gestern als Spinnereien abzutun, fiel meine Sicht auf die alte Eiche. Dieser Baum musste da schon seit über hundert Jahren stehen und er würde sicher auch noch weitere hundert schaffen, selbst wenn die schlimmsten Stürme über ihn hinwegbrausen würden. Mein Blick blieb aber an dem Typen hängen, der lässig an seinen Stamm gelehnt stand. William Parker. Seine schwarzen Haare fielen ihm locker in die Stirn und seine Augen funkelten belustigt, als er seine Lippen zu einem Grinsen verzog und mir zuzwinkerte.

„Celina?“

„Hm?“, machte sie nur und starrte die Nachricht auf ihrem Handy an.

„Bitte sag mir, dass du den Typ sehen kannst, der dort gegen die Eiche gelehnt steht und mich anstarrt.“ Ich wandte meinen Blick nicht von ihm ab, aus Angst, er könnte verschwinden, und kontrollierte nicht, ob Celina wirklich hinsah. Einen Moment war es still und ich hatte sogar das Gefühl, der Wind würde aufhören, zu pfeifen. Dann nahm ich Celinas Stimme wieder wahr.

„Da ist niemand, Malu.“

Ich drehte meinen Kopf, um zu kontrollieren, ob sie auch wirklich in die richtige Richtung sah, und das tat sie. Als ich wieder zum Baum schaute, war William verschwunden. Wurde ich wirklich so langsam verrückt?

„Hey, Malu, was ist denn los? Du bist ja ganz blass.“ Celina legte ihre Hand auf meine Schulter, als hätte sie Angst, ich könnte umkippen oder so.

„Mir gehts gut“, murmelte ich. „Wir sollten reingehen.“ Ich schüttelte ihre Hand ab und lief auf den Eingang des Gebäudes zu. Das konnte doch jetzt wirklich nicht wahr sein.

Den ganzen Vormittag wippte ich nervös auf meinem Stuhl herum und konnte es gar nicht abwarten, bis die Mittagspause begann. Ich musste einfach mit Professor Kayne sprechen. Er war der Einzige, der so überzeugt von dem Ganzen war, dass er mir vielleicht helfen könnte. Als es klingelte und Celina mich aus dem Literaturkurs begleitete, spürte ich ihre besorgten Blicke auf mir.

„Kannst du mir in der Cafeteria ein Sandwich besorgen? Ich werde jetzt mit Professor Kayne reden. Wir sehen uns später.“ Ich bog seitlich in einen Korridor ein und machte mich auf den Weg zu seinem Büro. Dort klopfte ich an, obwohl die Tür bereits offen stand. Als hätte er mich erwartet.

„Malu, was kann ich für Sie tun?“ Er hob seinen Blick von einigen Papieren und sah mich geduldig an.

„Ich habe ein paar Fragen. Die sind allerdings eher privater Natur. Sie haben mal erwähnt, dass Sie viel gereist sind und einige Erfahrungen mit Übersinnlichem gemacht haben, und da dachte ich, Sie könnten mir vielleicht helfen.“

„Ich werde es versuchen. Nehmen Sie doch Platz.“ Ich schloss die Tür und ließ mich auf dem Stuhl vor seinem Schreibtisch nieder.

„Also, was genau beschäftigt Sie?“ Er schaute mich ruhig und abwartend an.

„Ich habe das Übersinnliche schon immer faszinierend gefunden und in letzter Zeit drehen sich meine Gedanken immer wieder um Geister. Ich habe mich gefragt, woran ich einen erkennen würde?“ Ich versuchte, mir meine Unruhe nicht anmerken zu lassen, doch ich konnte nicht still sitzen.

„Es kommt immer auf die Art von Geist an, dem Sie begegnen. War er nie zuvor ein Mensch, dann kann es sich um einen Poltergeist oder Wassergeist handeln. Meist sehen wir Menschen diese nur schemenhaft wie einen Schatten oder einen verschwommenen Umriss. Wenn es sich allerdings um einen verstorbenen Menschen handelt, sieht er meist so aus wie vor seinem Tod. Die gleiche Frisur, dieselbe Kleidung und so weiter.“ Er redete wie bei einem seiner Vorträge.

„Muss ein Mensch...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.